Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Другие приключения » Die Geheimnisse von Paris
Die Geheimnisse von Paris - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die Geheimnisse von Paris

Электронная книга - «Die Geheimnisse von Paris». Краткое содержание книги:

Die Geheimnisse von Paris
1 ... 141 142 143 144 145 146 147 148 149 ... 164
Перейти на страницу:

»Kann ich jetzt wohl einen andern Gedanken haben?« erwiderte der Fürst lächelnd, »du bist ja meine einzige Tochter! Komm, neige deine Stirn!«

Marie beugte sich zu ihrem Vater nieder, und Rudolf küßte sie. In diesem Augenblick erreichte der Wagen die Volksmenge und verlangsamte sein Tempo auf höchst auffällige Weise. Erstaunt ließ Rudolf das Kutschfenster herunter und fragte seinen neben dem Schlage hergehenden Diener, was es gebe und was der Lärm zu bedeuten habe?

»Es ist eine solche Volksmenge hier, daß die Pferde nicht weiter können.«

»Und was will das Volk?« fragte Rudolf.

»Es heißt, königliche Hoheit, eine Hinrichtung ..«

»Das ist ja schrecklich, daß gerade uns so etwas in den Weg kommen muß,« rief Rudolf.

»Was ist Ihnen, Vater?« fragte Marie besorgt.

»O, nichts,« versetzte Rudolf, »nichts, Kind!«

»Aber was ist denn das für Geschrei?« fragte Marie, »hören Sie doch nur! Die Leute drängen näher und näher heran ... Jesus Christus!« schrie sie auf, »was hat das zu bedeuten?«

»Franz, sage den Kutschern, sie möchten auf der Stelle umdrehen und die Charentoner Straße entlang fahren,« befahl Rudolf.

»Dazu ist es zu spät, königliche Hoheit,« versetzte der Diener, »denn wir sind schon mitten im Gedränge ... verdächtiges Gesindel hält unsre Pferde an!«

Franz konnte nicht weiter sprechen; die Menge, gereizt durch die wüsten Prahlereien von Niklas und dem Skelett, umringte mit lautem Geschrei den Wagen. Aller Drohungen und Anstrengungen der Postillone ungeachtet, wurden die Pferde zum Stehen gebracht, und überall zeigten sich wilde, drohende Gesichter. Alle übrigen weit überragend, trat jetzt das Skelett an den Wagenschlag.

»Vater, Vater,« rief Marie, »Achtung, Achtung!« – und inbrünstig schlang sie die Arme um ihn.

Der Räuber steckte den häßlichen Kopf zum Wagen herein und fragte, die Zähne fletschend: »So? Sie sind also der Herr des Wagens?«

Wäre nicht Marie an seiner Seite gewesen, so hätte Rudolf sicher seinen aufbrausenden Charakter nicht bändigen können. So aber hielt er an sich und fragte kalt und gemessen: »Was wollt Ihr von mir, und warum haltet Ihr meinen Wagen an?«

»Warum? Weil es uns halt so beliebt!« versetzte das Skelett, die knochigen Fäuste auf den Schlag legend: »es kommt eben jeder an die Reihe ... Gestern hast du die Kanaille geschurigelt, heute wird sich die Kanaille dafür rächen, sobald du dich mucksen solltest.«

»Vater, Vater,« klagte Marie, »wir sind verloren!«

»Sei nur ruhig, Kind,« erwiderte Rudolf, »ich rate schon, worauf die ganze Komödie hinaus geht ... Es ist letzter Karnevalstag, die Leute sind im Rausche – ich will sie bald vom Halse haben.«

»Aussteigen, aussteigen!« schrie Niklas, »warum fährt solch ein Kerl mitten ins Volk hinein?«

»Wie es scheint, haben Sie ein paar Maß über den Durst getrunken,« fuhr Rudolf den frechen Wicht an, eine Börse aus der Tasche ziehend und dem Schreier hinwerfend, »da! nehmt das, haltet aber meinen Wagen nicht länger auf!«

Der lahme Wicht fing sie auf ... »So? Du willst auf die Reise?« rief der Bandit, »hast wohl viel Moos bei dir? Heraus damit, oder ich mache dich kalt! Zu riskieren habe ich nichts, denn ich fordere dir dein Geld am helllichten Tagend.. Also: dein Geld oder dein Leben!« Mit diesen Worten ritz der von Wein und Blutdurst völlig berauschte Bandit den Schlag auf ...

Rudolfs Geduld war zu Ende. Mariens Angst nahm mit jeder Minute zu. Besorgt um sie und in der Meinung, eine Kraftäußerung möchte den Elenden, den er für betrunken hielt, einschüchtern, sprang er aus dem Wagen, den Räuber an der Kehle zu packen. Im ersten Augenblick wich dieser zurück, dann aber riß er ein langes Dolchmesser aus dem Gürtel und stürzte auf Rudolf los ...

Als Marie den Dolch des Räubers über dem Haupte ihres Vaters sah, stieß sie einen herzzerreißenden Schrei aus, sprang aus dem Wagen und umschlang Rudolf mit den Armen...

Hätte sich nicht in diesem Augenblick ein Mann aus der Menge mit übermenschlicher Anstrengung den Weg zu dem Skelett frei gemacht, so wäre es um Rudolf und Marienblümchen geschehen gewesen ... Der Mann war kein anderer als Schuri ... Gerade als der Bandit den Fürsten mit dem Messer anfallen wollte, fiel ihm Schuri in den Arm, packte ihn am Kragen und drückte ihn zur Erde nieder ...

Der Räuber, obgleich unversehens von hinten gepackt, konnte sich umdrehen und erkannte Schuri auf der Stelle ..

»Ha!« schrie er, »der Mann aus La Force? Der Kerl in der grauen Bluse! Warte, diesmal entgehst du mir nicht!« Und wie rasend stürzte er über Schuri her und rannte ihm das Messer bis ans Heft in die Brust ...

Schuri wankte wohl, fiel aber nicht – denn die Menge stand so dichtgedrängt, daß kein Platz für einen liegenden Menschen gewesen wäre ...

»Die Wache! Die Wache!« riefen verschiedene Stimmen.

Bei diesen Worten zerstreute sich die Menge, angesichts des Ermordeten, denn jeder fürchtete für seine Haut – und war wie durch einen Zauberschlag nach allen Seiten hin zerstoben ... Auch das Skelett, Niklas und der kleine, lahme Wicht waren verschwunden, wie in den Erdboden gesunken ...

In Begleitung der Wache kam der Kurier des Fürsten, dem es gelungen war, den Weg durch die Menge zu gewinnen und die Wache zu alarmieren. Aber auf dem Schauplätze des traurigen Ereignisses war außer Rudolf, Marien und dem in seinem Blute schwimmenden Schuri niemand mehr zugegen.

Die Diener des Fürsten hatten Schuri an einen Baum gestützt.

Der ganze Vorgang hatte sich weit schneller abgespielt, als es gedauert hat, ihn zu erzählen, und zwar wenige Schritte vor dem Wirtshaufe, aus welchem das Skelett mit seinem Anhange gekommen war.

Bleich und tiefbewegt hielt der Fürst seine ohnmächtige Tochter umschlungen, während die Postillone sich damit befaßten, das Geschirr ihrer Pferde wieder in Ordnung zu bringen.

»Geschwind!« befahl der Fürst seinen Leuten, »bringt den Unglücklichen ins Gasthaus hinüber. Du aber,« wandte er sich an seinen Kurier, »fahre geschwind nach meinem Palais zurück und hole David, den Doktor, her. Er wollte erst um elf Uhr wegfahren. Du wirst ihn also noch zu Hause antreffen.«

Kurz nachher fuhr der Wagen im Galopp davon. Die beiden Diener trugen Schuri in den niedrigen Saal, in welchem die Orgien gefeiert worden waren, und wo noch einige von den Weibern sich aufhielten, die daran teilgenommen hatten.

»Armes Kind,« sagte Rudolf zu seiner Tochter, »ich werde dich in eine Stube dort bringen, wo du auf mich, warten magst, denn ich kann den mutigen Mann auf keinen Fall bloß meinen Leuten überlassen.«

»Ach, mein lieber Vater,« sagte Marie, »lassen Sie mich nicht allein! ich stürbe ja vor Angst... nein, nein! Ich will bei Ihnen bleiben, bei Ihnen! bei Ihnen!«

»Aber was du sehen wirst, wird deine Nerven erschüttern, Kind!«

»Verdanke ich nicht diesem Manne das Leben meines Vaters?« fragte Marie tief erschüttert, »so lassen Sie mich also ihm zusammen mit Ihnen danken und ihn Pflegen und trösten.«

Der Fürst befand sich in arger Verlegenheit. Er begriff recht gut, daß es für sein Kind schlimme Bedenken hatte, allein in einer Stube solches gemeinen Wirtshauses zu verweilen, und so entschloß er sich zu dem kleineren Uebel und erlaubte ihr, mit in den Saal zu kommen, worin man Schuri gebettet hatte.

Der Wirt war im Verein mit mehreren Mägden eifrig um den Verwundeten bemüht, und suchte das Blut zu stillen, das ihm aus der verwundeten Brust rann. Schuri hatte gerade die Augen aufgeschlagen, als Rudolf eintrat. Das todbleiche Gesicht bekam, als seine Augen den Fürsten erblickten, jäh wieder Leben, und schwach lächelnd, sagte er mit matter Stimme:

»Ach, Herr Rudolf, es war doch wirklich gut, daß ich mit bei der Affäre war!«

»Du bist eben mutig und aufopferungsvoll wie immer ... und dabei hast du mich ja schon einmal gerettet!« sagte Rudolf in bewegtem Tone zu ihm.

1 ... 141 142 143 144 145 146 147 148 149 ... 164
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)