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Feuer und Stein: 1 (German Edition)

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Feuer und Stein: 1 (German Edition)
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»Rasch, legt ihn auf die Seite«, sagte ich. Sofort streckten sich mehrere Hände helfend aus und drehten den schweren Körper, so dass er mir den breiten, in schwarzen Serge gekleideten Rücken zukehrte. Ich hieb ihm die Handwurzel fest zwischen die Schulterblätter und hämmerte mehrmals dumpf auf ihn ein. Sein Rücken erbebte zwar sacht unter meinen Hieben, doch der befreiende Ruck blieb aus.

Ich packte seine fleischige Schulter und brachte ihn wieder in die Rückenlage. Geilie beugte sich dicht über sein stierendes Gesicht, rief seinen Namen und massierte ihm den fleckigen Hals. Er verdrehte jetzt die Augen, und das Trommeln seiner Fersen wurde allmählich schwächer. Seine Hände, in Agonie gekrümmt, öffneten sich plötzlich weit und klatschten einem Zuschauer, der ängstlich neben ihm hockte, ins Gesicht.

Die röchelnden Geräusche verstummten abrupt, und der kräftige Körper erschlaffte und blieb wie ein Sack Gerste auf den Steinplatten liegen. Ich tastete panisch nach dem Puls in seinem Handgelenk und sah aus den Augenwinkeln, dass Geilie das Gleiche tat, indem sie sein rundes, rasiertes Kinn anhob und ihm die Fingerspitzen fest unter den Kiefer drückte, um nach der Halsschlagader zu suchen.

Wir suchten erfolglos. Arthur Duncans Herz, das ohnehin schon angegriffen war, weil es so viele Jahre Blut durch diesen gewaltigen Körper pumpen musste, hatte den Kampf aufgegeben.

Ich unternahm sämtliche Wiederbelebungsversuche, die mir möglich waren, obwohl ich wusste, dass sie nichts mehr nützen würden: Armwedeln, Herzmassage, selbst Mund-zu-Mund-Beatmung, so widerlich das war, doch das Ergebnis blieb wie erwartet. Arthur Duncan war mausetot.

Ich richtete mich erschöpft auf und trat zurück, als Vater Bain mit einem bösen Blick in meine Richtung neben dem Prokurator auf die Knie ging und hastig begann, ihm die Sterbesakramente zu spenden. Mein Rücken und meine Arme schmerzten, und mein Gesicht war seltsam taub. Die Aufregung ringsum schien mir seltsam fern, als wäre ich durch einen Vorhang von der Menge im Saal getrennt. Ich schloss die Augen und fuhr mir mit der Hand über die kribbelnden Lippen, um den Geschmack des Todes fortzuwischen.

Trotz des Todesfalls und der folgenden Formalitäten der Obsequien und der Beerdigung des Fiskalprokurators verzögerte sich die Hirschjagd des Herzogs nur um eine Woche.

Die Erkenntnis, dass Jamies Abreise unmittelbar bevorstand, war zutiefst deprimierend; ich begriff mit einem Mal, wie sehr ich mich darauf freute, ihn nach getanem Tagewerk beim Abendessen zu sehen, wie mein Herz schneller schlug, wenn ich ihn im Lauf des Tages unerwartet sah, und wie sehr ich mich inmitten des komplexen Alltags in der Burg auf seine unerschütterliche, beruhigende Gegenwart verließ. Und, um ganz ehrlich zu sein, wie sehr ich es liebte, seine Kraft und Wärme in der Nacht in meinem Bett zu spüren und am Morgen unter seinen lächelnden Küssen zu erwachen. Der Gedanke, ohne ihn zu sein, war trostlos.

Er hielt mich fest, mein Kopf lag unter seinem Kinn.

»Du wirst mir fehlen, Jamie«, sagte ich leise.

Er umarmte mich noch fester und gluckste reumütig.

»Du mir auch, Sassenach. Ich gebe zu, dass ich das nicht erwartet hatte – aber es wird mir weh tun, dich zu verlassen.« Er streichelte mir sanft über den Rücken, und seine Finger zeichneten jeden Wirbel einzeln nach.

»Jamie … du passt doch auf?«

Ich konnte das belustigte Brummen in seiner Brust spüren, als er antwortete.

»Auf den Herzog oder auf das Pferd?« Er hatte vor, Donas auf der Jagd zu reiten, was mich ziemlich nervös machte. Ich hatte Visionen, wie sich der gewaltige Fuchs aus schierem Eigensinn von einer Klippe stürzte oder Jamie unter seinen tödlichen Hufen zertrampelte.

»Beides«, sagte ich trocken. »Wenn dich das Pferd abwirft und du dir ein Bein brichst, bist du dem Herzog ausgeliefert.«

»Das stimmt. Aber Dougal ist ja da.«

Ich prustete. »Er wird dir das andere Bein auch noch brechen.«

Er lachte und senkte den Kopf, um mich zu küssen.

»Ich werde aufpassen, a nighean donn. Versprichst du mir das Gleiche?«

»Ja«, sagte ich und meinte es ernst. »Meinst du wegen des Talismans?«

Jede Belustigung war jetzt verschwunden.

»Vielleicht. Ich glaube nicht, dass du in Gefahr bist, sonst würde ich dich nicht allein lassen. Aber trotzdem … oh, und halte dich von Geillis Duncan fern.«

»Was? Warum denn?« Ich wich ein wenig zurück, um ihn anzublicken. Die Nacht war dunkel, und sein Gesicht war unsichtbar, doch sein Ton war sehr ernst.

»Die Frau ist als Hexe bekannt, und die Geschichten, die man sich über sie erzählt … nun, seit dem Tod ihres Mannes sind sie noch schlimmer geworden. Ich möchte dich nicht in ihrer Nähe wissen, Sassenach.«

»Glaubst du wirklich, dass sie eine Hexe ist?«, fragte ich. Er legte die Hände um mein Gesäß und zog mich an sich. Ich schlang die Arme um ihn und genoss es, seinen Oberkörper an mir zu spüren.

»Nein«, sagte er schließlich. »Aber es liegt ja auch nicht an dem, was ich denke, was dich in Gefahr bringen könnte. Versprichst du es mir?«

»Also gut.« Es fiel mir nicht schwer, ihm dieses Versprechen zu geben, denn seit den Zwischenfällen mit dem Wechselbalg und der Beschwörung drängte es mich nicht mehr übermäßig, Geilie zu besuchen. Ich legte meinen Mund auf Jamies Brustwarze und berührte sie leicht mit der Zunge. Ein Laut drang tief aus seiner Kehle, und er zog mich dichter an sich.

»Mach die Beine auf«, flüsterte er. »Ich will sichergehen, dass du mich in Erinnerung behältst, während ich fort bin.«

Etwas später erwachte ich, weil mir kalt war. Ich tastete schläfrig nach der Bettdecke, fand sie aber nicht. Plötzlich legte sie sich von selbst über mich. Überrascht stützte ich mich auf einen Ellbogen, um mich umzusehen.

»Entschuldige«, sagte Jamie. »Ich wollte dich nicht wecken.«

»Was machst du denn? Warum bist du noch wach?« Ich blinzelte in seine Richtung. Es war zwar noch dunkel, aber meine Augen waren hinreichend daran gewöhnt, um seine leicht verlegene Miene zu erkennen. Er war hellwach und saß auf einem Hocker neben dem Bett, das Plaid über der Schulter, um sich zu wärmen.

»Es ist nur … ich habe geträumt, du wärst fort und ich könnte dich nicht finden. Ich bin davon aufgewacht, und … ich wollte dich einfach nur ansehen. Um dich mir einzuprägen, dich nicht zu vergessen, wenn ich fort bin. Ich habe die Bettdecke zurückgeschlagen; es tut mir leid, dass dir kalt geworden ist.«

»Schon gut.« Die Nacht war kalt und sehr still, als wären wir die beiden einzigen Seelen auf der Welt. »Komm ins Bett. Dir muss doch auch kalt sein.«

Er glitt an meine Seite und schmiegte sich an meinen Rücken. Seine Hände streichelten mich vom Hals zur Schulter, von der Taille zur Hüfte, folgte den Linien meines Rückens, den Rundungen meines Körpers.

»A nighean donn«, flüsterte er. »Obwohl ich jetzt sagen sollte, o chailin airgid. Meine silberne Maid. Dein Haar ist versilbert, und deine Haut ist weißer Samt. Calman geal. Weiße Taube.«

Ich drängte meine Hüften einladend gegen ihn und presste mich mit einem Seufzer an ihn, als er mich ausfüllte. Er drückte mich an seine Brust und bewegte sich mit mir, langsam, tief. Ich keuchte auf, und er lockerte seinen Griff.

»Entschuldige«, murmelte er. »Ich wollte dir nicht weh tun. Aber ich möchte in dir sein, so tief in dir bleiben. Ich möchte das Gefühl, dass ich da bin, mit meinem Samen in dir zurücklassen. Ich möchte dich so halten und bis zum Morgengrauen bei dir bleiben, dich schlafen lassen und gehen, solange ich deine Umrisse noch warm in meinen Händen spüre.«

Ich schmiegte mich fest an ihn.

»Du wirst mir nicht weh tun.«

Nach Jamies Aufbruch drückte ich mich lustlos in der Burg herum. Ich empfing meine Patienten im Sprechzimmer, beschäftigte mich im Garten, so oft ich konnte, und versuchte, mich abzulenken, indem ich in Colums Bibliothek stöberte, aber die Zeit verstrich trotzdem nur quälend.

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