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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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»Immer dieselben Forderungen?« fragte Rod.

»Aye. Sie wollen eigene Schiffe. Mehr Mitsprache in der Politik, das auch, aber vor allem die Schiffe. Die machen mich noch verrückt! Sie können ihre inneren Angelegenheiten selbst regeln. Sie zahlen nicht mehr Steuern als wir. Wenn die Unabhängigen ihnen auf die Zehen steigen, schreien sie nach der Flotte, und wir kommen. Aber darüber brauchen Sie sich nicht den Kopf zu zerbrechen, Mylord. Wenn wir wirklich Schiffe brauchen, um die Menschheit vor fremden Ungeheuern zu beschützen, werd’ ich sie zusammenbekommen, und wenn ich selber in Mac Phersons Werft arbeiten müsste.«

»Ware vielleicht ganz interessant, wenn die Splits gefährlich wären«, meinte Merrill nachdenklich. »Eine echte Bedrohung des Imperiums würde die Provinzen konsolidieren — Ich frage mich, ob wir den Baronen der Kolonialwelten diese Geschichte andrehen könnten?«

»Aber Hoheit!« protestierte Sally. »War nur eine Idee, nur eine Idee.«

»Wir müssten sie nur ordentlich beeindrucken«, brummte Fowler. Alle wandten sich um und starrten ihn an. »Ist doch klar. Ziehen wir eine schöne Schau für die Presse ab.

Wenn die Lenin eintrifft, veranstalten wir ein Spektakel, wie es Neuschottland noch nicht erlebt hat. Großartiger Empfang für die Splits. Mit allem Zeremoniell. Gesellschaften, Paraden, Umzüge, Besichtigungstouren. Besprechungen mit Diplomaten des Außenamts. Niemand kann etwas dagegen einwenden, dass wir den Splits alle Ehren erweisen. Dadurch schirmen wir sie ab und gewinnen Zeit. Hoheit, wir werden Ihnen sobald als möglich unsere Entscheidung mitteilen, aber Leoni … Seine Majestät hat mich nicht hergeschickt, damit ich übereilte Entschlüsse fasse. Bis ich mehr weiß, müssen wir eben die Leute hinhalten.«

49

Paraden

Das Landeboot setzte auf dem Dach des Palastes auf, und das schrille Düsenkreischen dämpfte sich zu einem tiefen Grollen, dann herrschte einen Augenblick Stille. Draußen setzte ein Trommelwirbel ein. Das martialische Geräusch drang nur abgeschwächt bis in die Kabine, brauste dann aber donnernd auf, als die Ausstiegsluke geöffnet wurde.

David Hardy blinzelte in die Morgensonne hinaus, die das bunte Gestein des Palastes mit ihrem Licht überflutete. Er roch frische Luft, nicht den abgestandenen Gestank von Maschinen und Menschen und Filtern, und er spürte die Wärme der Sonne Cal. Er hatte wieder festen Boden unter den Füßen. Er war daheim!

»Ehrenwache, Achtunnnk

Ach Gott, dachte David. Sie ziehen die Sache doch tatsächlich ganz groß auf. Er richtete sich auf und schritt die Rampe hinunter, und die zahllosen Kameraleute stellten ihre Zoom-Linsen ein. Weitere Flottenoffiziere und Zivilisten folgten. Dr. Horvath war der letzte, und als er auf die Rampe trat, nickte David dem kommandierenden Offizier zu.

»Waffen präsentierttt!« Schnapp! Klack! Fünfzig Paar weiße Handschuhe führten dieselbe Bewegung aus, schlugen in demselben Moment gegen die Waffen. Fünfzig scharlachrote Ärmel mit schweren Goldschnüren bildeten ein präzises Muster. Der Trommelwirbel schwoll an.

Jetzt kamen die Splits die Rampe herunter. Unbehaglich blinzelten sie in das grelle Sonnenlicht. Trompeten schmetterten einen Salut und verstummten zugleich mit dem Trommelwirbel. In der Stille war das leise Rauschen des Verkehrs von den Straßen weiter weg besonders deutlich. Selbst die Presseleute auf ihrer erhöhten Plattform schwiegen. Die Splits schauten sich mit raschen Rumpfdrehungen um.

Neugier’ Endlich eine Menschenwelt, endlich Menschen, die herrschten; aber was taten sie jetzt? Da standen zwei Reihen von Soldaten, erstarrt in einer bestimmt nicht bequemen Haltung, die Waffen alle in derselben Stellung angehoben, aber offensichtlich niemanden bedrohend; Ivan blickte sich trotzdem automatisch nach seinen Kriegern um Rechts von ihnen waren noch mehr solche Soldaten, aber sie hielten Lärmmacher, nicht Waffen, und etliche trugen gesenkte Banner; drei andere hatten wieder Waffen, und ein vierter hielt ein großes Bannerhoch, das nicht gesenkt war: Symbole, die sie schon gesehen hatten. Krone und Raumschiff, Adler, Hammer und Sichel.

Weiter vorne, hinter der Gruppe von Leuten von der Lenin und Mac Arthur drängte sich eine Menschenmenge in kunterbunter Kleidung. Die Leute warteten offenbar darauf, mit den Splits sprechen zu können, aber sie sagten jetzt nichts »Kapitän Blaine und Miss Fowler«, zwitscherte Jock. »Ihre Haltung deutet an, dass die beiden vor ihnen von höherem Rang sind.«

David Hardy führte die Splits weiter. Sie hatten immer noch die Gesichter verzogen und schnatterten miteinander in ihrer vogelhaften Sprache. »Wenn euch die Luft nicht behagt«, sagte David, »so können wir Filter bauen. Ich habe nicht bemerkt, dass euch die Luft im Schiff gestört hatte.« Er holte noch einmal tief und genießerisch Atem.

»Nein, nein, sie ist nur ein bisschen schal und geschmacklos«, sagte ein Vermittler. Es war kaum möglich, die beiden auseinander zuhalten. »Aber sie enthalt mehr Sauerstoff.

Ich glaube, den werden wir brauchen können.«

»Die höhere Schwere?«

»Genau.« Das Split blinzelte zur Sonne hin. »Wir werden auch dunkle Brillen benötigen.«

»Gewiss.« Sie erreichten das Ende des Ehrenspaliers. Hardy verneigte sich vor Merrill.

Die beiden Vermittler machten es ihm ganz genau nach. Das Weiße blieb einen Augenblick lang aufrecht stehen, dann verneigte es sich auch, doch nicht so tief wie die anderen.

Dr. Horvath wartete schon auf den großen Augenblick. »Prinz Stefan Merrill, Vizekönig Seiner Kaiserlichen Majestät für den Sektor Trans-Kohlensack«, verkündete er. »Hoheit, der Botschafter von Splitter Alpha. Er wird Ivan genannt.« Merrill verbeugte sich förmlich und wies dann auf Benjamin Fowler. »Senator Benjamin Bright Fowler, Lordvorsitzender der Kaiserlichen Sonderkommission. Senator Fowler ist bevollmächtigt, mit euch im Namen des Kaisers zu sprechen. Er hat eine Botschaft von Seiner Majestät für euch.«

Die Splits verneigten sich wieder.

Senator Fowler hatte diesmal seinem Kammerdiener gestattet, ihn standesgemäß anzuziehen; all die vielen Milliarden der Menschheit würden schließlich Aufzeichnungen dieses Ereignisses zu sehen bekommen. Er trug einen schwarzen Rock, den als einziger Orden eine kleine, goldene Sonnenkorona auf der linken Brustseite schmückte.

Seine Schärpe war neu, seine Hosen saßen perfekt und steckten in handschuhweichen, schimmernden Stiefeln. Er klemmte ein schwarzes Malakka-Stöckchen mit ziseliertem Goldknauf unter den linken Arm, als Rod ihm ein Pergament reichte.

Fowler las mit seiner Stimme für offizielle Ansprachen. Als Debattenredner besaß er mitreißenden Stil, seine formellen Reden klangen jedoch immer ziemlich gestelzt. Diese war keine Ausnahme.

»Leonidas IX., durch Gottes Gnaden Kaiser der Menschheit, übersendet den Vertretern der Zivilisation des Splitters seine Willkommensgrüße. Seit Tausenden von Jahren sucht die Menschheit nach Brüdern im Universum. Immer war es der Traum des Menschen .

..« Die Botschaft ging in diesem Stil weiter, langatmig und förmlich, und die Splits hörten sie sich schweigend an. Links von ihnen drängte sich eine Gruppe von Menschen, die flüsterten und tuschelten und sie hatten Gerate bei sich, die die Splits als plumpe 3-D-Fernsehkameras erkannten. Ein Wald von Kameras und viel zu viele Leute — warum brauchten die Menschen so viele für eine einfache Aufgabe?

Fowler kam zum Schluss der formellen Ansprache. Er folgte den Blicken der Splits, ohne den Kopf zu wenden. »Die Herrschaften von der Presse«, murmelte er. »Wir werden dafür sorgen, dass sie euch möglichst wenig belästigen« Dann hielt er das Pergament hoch, um alle das kaiserliche Siegel sehen zu lassen, und übergab es den Splits.

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