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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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Die Tribüne war jetzt beinahe voll besetzt, und Hardy kehrte zu seinem Platz neben ihnen zurück. Charlie fragte: »Kannst du uns bitte noch einmal erklären, was hier geschehen wird? Wir haben es nicht verstanden, und du warst in Eile.«

Hardy dachte darüber nach. Jedes Kind wusste, was eine Parade war, obwohl man es Kindern niemals erklärte, man nahm sie einfach zu einer mit. Kinder fanden sie herrlich, weil es viel Interessantes und Aufregendes zu sehen gab. Erwachsene — nun, Erwachsene hatten andere Gründe.

Er sagte- »Eine Menge Leute werden in regelmäßigen Gruppen an uns vorbeigehen.

Manche werden Musikinstrumente spielen. Dann werden Fahrzeuge kommen, auf denen Musterstücke aus Handwerk, Landwirtschaft und Kunst gezeigt werden. Dann werden wieder Männer vorbeigehen, und die Gruppen werden jeweils die gleiche Kleidung tragen.«

»Und der Sinn?«

Hardy lachte. »Um euch Ehren zu erweisen, um einander und sich selbst zu ehren. Um ihre Fertigkeiten vorzuführen.« Und vielleicht auch, um ihre Macht zu zeigen … »Wir haben seit Urzeiten solche Umzüge veranstaltet, und es sieht nicht so aus, als würden wir es jemals aufgeben.«

»Ist das einer der ›formellen‹ Anlasse, von denen du sprachst?«

»Ja, aber es soll auch eine Unterhaltung sein.« Hardy lächelte auf seine Schutzbefohlenen hinunter. Sie sahen wirklich komisch aus mit ihrem braun-weißen Pelz und den gewölbten schwarzen Schutzbrillen, die von Gummibändern gehalten wurden, weil sie keine Nasen hatten, auf denen Brillen Halt gefunden hätten. Die Brillen verliehen ihnen ein unnatürlich ernsthaftes Aussehen.

Hardy blickte sich um, als er Bewegung hinter sich vernahm. Der Admiralsstab war eingetroffen. Hardy entdeckte Admiral Kutuzov und Flottenadmiral Cranston.

Die Splits aber unterhielten sich auf einmal aufgeregt, zwitschernd und die Tonleiter hinauf und hinunter trillernd, begleitet von blitzschnellen Armbewegungen …

»Er ist es! Der Meister der Lenin! Jock sprang auf und starrte nach hinten. Ihre Arme drückten Überraschung, Freude, Verwunderung aus …

Charlie studierte das Verhalten der Menschen, als sie zu ihren Plätzen auf der Tribüne gingen. Wer war wem untergeordnet? In welcher Weisel Die ähnlich Gekleideten reagierten vorhersehbar, und Zeichen auf ihrer Kleidung gaben ihren genauen Status an. Blaine hatte früher auch solche Kleidung getragen und bis dahin auch die Stellung eingenommen, die ihm nach der Theorie zukam, letzt trug er sie nicht mehr, und das Schema hatte sich verändert. Selbst der angebliche Meister der Lenin hatte sich vor ihm verbeugt. Doch dann verfolgte Charlie die Handlungen von anderen, registrierte ihren Gesichtsausdruck und sagte: »Du hast recht. Sei vorsichtig.«

»Bist du sicher?« fragte der weiße Meister.

»Ja! Er muss derjenige sein, den ich so lange studiert habe, aus so großer Entfernung, nur aus dem Verhalten jener, die seinen Befehlen gehorchten. Seht doch — der breite Streifen an seinen Ärmeln, das Abzeichen mit dem Planeten im Ring auf seiner Brust, die Unterwürfigkeit der Infanterieposten von der Lenin — ganz gewiss ist er es. Ich hatte von Anfang an recht, ein Wesen, ein menschliches Wesen!« »Du wirst aufhören, ihn zu studieren. Wende deine Augen nach vorne.«

»Nein! Wir müssen mehr über diesen Typ von Menschen erfahren! Das ist die Kaste, die ihre Kriegsschiffe kommandiert!«

»Dreh dich um.«

»Du bist ein Meister, aber du bist nicht mein Meister.«

»Gehorche«, sagte Ivan. Ivan konnte nicht gut argumentieren.

Charlie schon. Während Jock in innerem Widerstreit zappelte und stammelte, redete Charlie ihr zu, in einer alten, halb vergessenen Sprache, weniger um der Geheimhaltung willen, als um Jock daran zu erinnern, wie viel sie geheim zu halten hatten. »Wenn wir viele Vermittler hätten, wäre das Risiko tragbar; wenn aber du jetzt verrückt wirst, werden die Entscheidungen nur mehr von Ivan und mir getroffen. Dein Meister wäre nicht mehr vertreten.«

»Aber die Gefahren, die unsere Welt bedrohen …«

»Denke an das Schicksal deiner Schwestern. Sally Fowlers Vermittler zieht nun umher und sagt den Meistern, dass die Welt vollkommen werden könnte, wenn sie sich in ihrer Fortpflanzung einschränkten. Horace Burys Vermittler …«

»Wenn wir bloß erfahren könnten …«

»… ist nicht auffindbar. Er schickt Briefe an die mächtigsten Meister und fragt was sie ihm bieten würden, wenn er in ihre Dienste träte; er behauptet, als einziger äußerst wichtige Informationen zu besitzen. Jonathon Whitbreads Vermittler hat ihren Meister verraten und ihr Fjunch(klick) getötet.« Charlies Blick streifte Ivan. Der Meister beobachtete sie, konnte aber nichts verstehen.

Charlie wechselte wieder in die allgemeine Sprache über. »Kapitän Lord Roderick Blaines Vermittler wurde zum Großen Narren. Du warst selbst dabei. Gavin Potters Vermittler ist ein Großer Narr. Sinclairs Vermittler ist zwar für die Gesellschaft noch von Nutzen, aber völlig verrückt.«

»Das stimmt«, sagte der Weiße. »Wir haben ihr die Leitung eines Projekts übertragen, das ein Energieschild entwickeln soll, wie es die Menschen besitzen. Sie arbeitet verblüffend gut mit den Braunen zusammen und verwendet sogar selbst Werkzeuge.

Aber mit ihrem Meister und ihren Vermittler-Schwestern redet sie, als hätte sie einen Gehirnschaden.«

Jack setzte sich abrupt, die Augen nach vorne gewandt.

»Denke an das alles«, fuhr Charlie fort. »Nur Horst Staleys Vermittler ist noch einigermaßen bei Verstand. Du darfst dich mit keinem Menschen identifizieren. Das kann doch gewiss nicht so schwer sein. Wir können gar nicht irgendeinen Trieb entwickelt haben, uns mit Menschen zu identifizieren!«

Jock wechselte wieder in die Neuere Trojanersprache über. »Aber wir sind hier ganz allein. Für wen soll ich denn Fjunch-(klick) sein, für Ivan vielleicht?«

»Du wirst nicht Fjunch(klick) eines Menschen werden«, stellte Ivan fest Er hatte nichts verstanden, außer, dass er etwas nicht hatte verstehen sollen. Charlie antwortete nicht.

Gut, dass es vorbei ist, worum immer es da ging, dachte Hardy. Die Unterhaltung der Splits hatte nur vielleicht dreißig Sekunden gedauert, aber sie musste sehr inhaltsreich gewesen sein — und sehr emotionsgeladen. David glaubte, sich dessen sicher sein zu können, obwohl er bis jetzt nur ein paar Redewendungen von den verschiedenen Split-Sprachen wiederzuerkennen vermochte. Erst vor kurzem war ihm klargeworden, dass viele davon noch immer in Gebrauch standen.

»Hier kommen der Vizekönig und die Kommissionsräte«, sagte Hardy. »Und die Musikkapellen fangen zu spielen an. Jetzt werdet ihr gleich sehen, was eine Parade ist.«

Rod kam es vor, als ob das Gestein des Palastes selbst unter dem Chaos von Tönen erzitterte. Eine Hundertschaft Trommler marschierte mit Gedonner vorüber, und nach ihnen schmetterte eine Blasinstrumentengruppe einen Marsch, der schon zu Zeiten des Condominiums alt gewesen war. Der Kapellmeister hob seinen Stab, und die Gruppe trat vor der Tribüne auf der Stelle. Es gab höflichen Applaus, als Tambourmajoretten ihre Stöckchen hoch in die Luft wirbeln ließen.

»Der Botschafter fragt ob das Krieger sind«, schrie Charlie.

Rod lachte beinahe, hielt aber seine Stimme streng unter Kontrolle. »Nein. Das ist die Kapelle der John-Muir-Oberschule, eine Jugendgruppe. Einige von ihnen werden vielleicht Krieger, wenn sie älter sind, andere wieder Bauern oder Techniker oder …«

»Danke.« Das Split zwitscherte los. Nicht, dass nicht auch Krieger zu sehen sein werden, dachte Rod. Nachdem dieser Empfang höchstwahrscheinlich die größte Anzahl von 3D-Zuschauern in der Geschichte des Imperiums erreichen würde, wollte Merrill bestimmt nicht die Gelegenheit versäumen, auch ein wenig die gepanzerte Faust sehen zu lassen. Potentielle Rebellen würden es sich dann vielleicht noch einmal überlegen. Im großen und ganzen war jedoch wenig Kriegsgerät vorgeführt worden, und es hatte mehr hübsche Mädchen und Blumen als Soldaten zu sehen gegeben.

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