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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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Sally und Senator Fowler erwarteten ihn im Vorraum. Eine junge Frau in Schottentracht stand bei ihnen; sie trug ein sehr geschäftsmäßiges Aktenköfferchen. »Miss Mc Pherson.

Meine neue Gesellschaftssekretärin«, stellte Sally sie vor.

»Sehr erfreut, Sie kennenzulernen, Mylord. Mylady, ich sollte jetzt wohl lieber …«

»Natürlich. Ich danke Ihnen.« Mc Pherson eilte mit klappernden Absätzen über den Marmorboden davon. Sie hatte einen hübschen Gang. »Rod«, sagte Sally. »Rod, weißt du, wie viele Partys wir besuchen müssen1?«

»Partys! Mein Gott, Weib, da drinnen entscheiden sie über mein Schicksal und du …«

»Unsinn«, knurrte Senator Fowler. »Das wurde bereits vor Wochen entschieden. Als Merrill, Cranston, Armstrong und ich Kutuzovs Bericht anhörten. Da saß ich, Ihre Ernennung von Seiner Majestät in der Tasche, und Sie wussten nichts Besseres, als Ihr Schiff zu verlieren! Ist nur gut, dass Ihr Admiral ein ehrlicher Mann ist, mein Junge.

Verdammt gut, wirklich.«

Die Tür ging auf. »Kapitän Blaine?« rief ein Sekretär. Er ging wieder hinein und trat vor den Tisch. Der Admiral hielt ein Blatt Papier in der Hand und räusperte sich.

»Einstimmiger Beschluss des Sonderuntersuchungsgerichts zur Überprüfung der Umstände, die zum Verlust des Schlachtkreuzers Mac Arthur Seiner Kaiserlichen Majestät führten. Punkt eins: Dieses Gericht stellt fest, dass das Schiff infolge zufälliger Verseuchung durch eine fremde Lebensform verloren ging, da es vernichtet werden musste, um die Verseuchung anderer Schiffe zu verhindern. Punkt zwei: Dieses Gericht spricht den Kommandanten, Kapitän Roderick Blaine, Kaiserliche Weltraumflotte, von jeder Nachlässigkeit frei. Punkt drei: Dieses Gericht weist die überlebenden Offiziere der Mac Arthur an, eine detaillierte Studie von Maßnahmen zu verfassen, durch die ein derartiger Verlust in Zukunft vermieden werden kann. Punkt vier: Dieses Gericht stellt fest, dass die Such- und Säuberungsmaßnahmen auf der Mac Arthur durch die Anwesenheit zahlreicher ziviler Wissenschaftler und ihrer Ausrüstung behindert wurden und dass ferner Minister Anthony Horvath, ranghöchster Wissenschaftler, gegen sie Säuberungsaktion protestierte und jede Störung der zivilen Forschungsarbeiten rügte. Punkt fünf: Dieses Gericht stellt fest, dass Kapitän Blaine bei der Säuberung seines Schiffes ohne die in Punkt vier genannten Schwierigkeiten sorgfältiger hatte vorgehen können. Das Gericht spricht jedoch keinen Tadel für den Kommandanten aus.

Dieses Urteil ist einstimmig. Das Gericht vertagt sich. Kapitän, Sie können gehen.«

»Danke, Sir.« »Also, Blaine, das war eine üble Schlamperei. Das wissen Sie ja wohl, oder?«

»Jawohl, Sir.« Mein Gott, wie oft habe ich mir darüber den Kopf zerbrochen?

»Aber ich glaube nicht, dass irgend jemand in der Flotte sich besser aus der Affäre hatte ziehen können. Mit all diesen Zivilisten an Bord muss das Schiff ja ein Irrenhaus gewesen sein. So, Senator, jetzt gehört er Ihnen. Sie werden in Zimmer 675 schon erwartet.«

»Gut. Ich danke Ihnen, Admiral.« Fowler schob Blaine aus dem Verhandlungsraum und durch den Gang zum Lift. Ein Unteroffizier hielt ihnen die Tür auf.

»Wohin wollen wir denn jetzt?« erkundigte sich Rod. »Sechs-sieben-fünf? Das ist doch die Pensionierung!«

»Natürlich«, sagte der Senator. Sie betraten den Lift. »Sie glauben doch nicht, Sie könnten bei der Flotte bleiben, wenn Sie in dieser Kommission sind, oder? Deshalb mussten wir diese Untersuchung rasch durchdrucken. Bevor das geklärt war, konnte man Sie nicht pensionieren.«

»Aber, Senator …«

»Ben. Sagen Sie Ben zu mir. Ja?«

»Ja, Sir. Ben, ich will aber nicht! Meine Karriere ist die Flotte …«

»Jetzt nicht mehr.« Der Lift hielt an, und Fowler schob Rod hinaus. »Sie hatten ja sowieso früher oder später gehen müssen. Die Familie ist zu wichtig. Geht ja nicht an, dass unsere jungen Edelleute ihre Regierungspflichten vernachlässigen und im Weltraum herumzigeunern. Das wussten Sie doch.«

»Ja, Sir. Nachdem meine Bruder umgekommen waren, blieb mir keine andere Möglichkeit. Aber es muss doch nicht schon jetzt sein! Kann man mich nicht beurlauben7«

»Reden Sie keinen Unsinn. Das Split-Problem wird uns noch verdammt lange beschäftigen. Und Sparta ist dafür zu weit weg. So, da wären wir.« Fowler zog ihn in das Zimmer.

Seine Pensionierungsdokumente waren bereits vorbereitet. Roderick Harold Lord Blaine, auf Befehl Seiner Kaiserlichen Majestät zum Konteradmiral ernannt und auf die Ruhestandsliste gesetzt. »Wohin sollen die Ruhebezüge geschickt werden, Sir?«

»Wie bitte?«

»Sie erhalten eine Pension. Wohin soll sie überwiesen werden, Mylord?« Für den Flottenschreiber war Rod bereits ein Zivilist.

»Kann ich sie dem Flottenhilfsfonds stiften?«

»Ja, Sir.«

»Veranlassen Sie’s.«

Der Beamte füllte rasch ein Formular aus. Er stellte noch einige nebensachliche Fragen, dann war alles erledigt, und der Schreiber schob Rod die Dokumente hin. »Bitte unterschreiben Sie hier, Mylord.« Er reichte ihm eine Feder.

Die Feder lag kalt in Rods Hand. Er hatte sie am liebsten gleich wieder losgelassen.

»So machen Sie schon, ein gutes Dutzend Verpflichtungen wartet auf Sie und Sally«, drängte der Senator. »Unterschreiben Sie doch, mein Junge!«

»Ja, Sir.« Es hat keinen Sinn, das noch hinauszuschieben. Tun kann ich ohnedies nichts dagegen. Wenn der Kaiser selbst mich in diese Kommission berufen hat … Er kritzelte rasch seinen Namen und setzte dann seinen Daumenabdruck auf die Dokumente.

Ein Taxi schleuste sie durch Neuschottlands enge Straßen. Es herrschte dichter Verkehr, und das Taxi hatte keine offizielle Kennzeichnung, die ihnen den Weg schneller freigemacht hatte. Es war ein neuartiges Erlebnis für Rod, auf diese Art unterwegs zu sein; normalerweise waren ihm Flugwagen der Flotte zu Verfügung gestanden, die ihn von einem Dachlandeplatz zum nächsten brachten, und als er das letzte mal in Neuschottland gewesen war, hatte er sein eigenes Kommandantenboot mit zugehöriger Besatzung gehabt. Damit war es jetzt vorbei.

»Ich werde mir einen Flugwagen kaufen und einen Chauffeur anstellen müssen«, sagte Rod. »Ich nehme an, Kommissionsmitglieder bekommen eine Luftverkehrslizenz?«

»Gewiss. Sie bekommen alles, was Sie wollen«, sagte Senator Fowler. »Tatsächlich ist die Ernennung sogar mit einem Barontitel verbunden — nicht, dass Sie das brauchten, aber es erklärt unter anderem, warum man sich um die Position so reißt.«

»Wie viele Kommissionsmitglieder soll es geben?«

»Auch diese Entscheidung liegt bei mir. Zu viele wollen wir jedenfalls nicht.« Das Taxi schwankte heftig, als der Fahrer knapp einem Fußgänger auswich. Fowler holte seinen Taschencomputer hervor. »Schon wieder zu spät. Verabredungen im Palast. Sie werden natürlich dort wohnen. Die Dienstbotenquartiere werden überfüllt sein, aber wir werden Ihren Mann schon irgendwo unterbringen. Haben Sie jemanden, oder soll sich mein Sekretär darum kümmern?«

»Kelley ist noch auf der Lenin. Ich nehme an, er wird bei mir bleiben wollen.« Wieder ein guter Mann für die Flotte verloren.

»Kelley! Wie geht’s denn dem alten Burschen?«

»Oh, recht gut.«

»Freut mich zu hören. Ihr Vater bat mich, nach ihm zu fragen, fallt mir eben ein. Wissen Sie, dass der Mann so alt ist wie ich? Ich erinnere mich, ihn in Uniform gesehen zu haben, als Ihr Vater noch Leutnant war, und das ist wahrlich lange her.«

»Wo ist eigentlich Sally?« Als Rod aus Zimmer 675 kam, war sie verschwunden gewesen. Er hatte es kaum bemerkt — mit seinen Pensionierungspapieren in der Rocktasche war ihm ohnedies nicht nach einem Gespräch zumute gewesen.

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