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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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Die Parade war endlos. Jeder Provinzbaron wollte bei einem solchen Anlass Ehre einlegen, jede Zunft, jede Vereinigung, Stadt, Schule, Loge — alle, alle wollten sie mitmachen, und Fowler hatte gesagt, je mehr, desto besser.

Der Kapelle der John-Muir-Oberschule folgte ein halbes Bataillon Covenanter Hochländertruppen mit Kilts, noch mehr Trommeln und winselnden Dudelsäcken. Die bizarre Musik zerrte an Rods Nerven, aber er bemühte sich, sich nichts anmerken zu lassen; obwohl Covenant auf der anderen Seite des Kohlensacks lag, waren die Hochländer auf Neuschottland naturgemäß beliebt, und alle Neuschotten begeisterten sich für den Dudelsack — oder gaben es wenigstens vor.

Die Hochländer trugen Schwerter und Lanzen und nahezu einen Meter hohe Bärenfellmützen. Bunte Plaidumhänge flatterten um ihre Schultern. Sie wirkten mehr theatralisch als irgendwie bedrohlich, doch der Ruf der Covenanter verhieß Gefahr genug. Die Armee keiner bekannten Welt ließ sich gerne mit ihnen ein, wenn sie ihre zeremoniellen Kostüme ablegten und Gefechtsanzüge anlegten. Covenant war eine Welt fanatischer Loyalisten.

»Das sind Krieger?« fragte Charlie.

»Ja. Sie gehören zur Ehrengarde von Vizekönig Merrill«, brüllte Rod. Er nahm Haltung an, als ein Trupp mit Fahnen vorbeimarschierte, und hätte beinahe salutiert. So nahm er statt dessen den Hut ab.

Die Parade ging weiter: eine blumenbedeckte Wagenplattform von irgendeiner neuirischen Baronie; Schaustucke von Handwerkerzünften, wiederum Truppen, Friedländer diesmal, die ohne viel Elan marschierten, weil sie Artilleristen und Panzerfahrer waren und sich ohne ihre Fahrzeuge nicht recht wohl fühlten. Wieder eine Erinnerung für die Provinzen, womit Seine Majestät gegen die Feinde des Imperiums vorgehen konnte. »Was halten die Splits eigentlich von alldem?« fragte Merrill unauffällig und grüßte das Banner auf einem weiteren Baronie-Wagen.

»Schwer zu sagen«, antwortete Senator Fowler.

»Wichtiger ist, was die Provinzen davon halten werden«, bemerkte Armstrong. »An vielen Orten wird diese Schau ebenso wirksam sein wie der Besuch eines Schlachtkreuzers. Und viel billiger.«

»Billiger für die Regierung«, sagte Merrill, »ich darf gar nicht daran denken, was dafür alles ausgegeben wurde. Glücklicherweise musste ich’s nicht bezahlen.«

»Rod, Sie können jetzt verschwinden«, sagte Senator Fowler. »Hardy wird Sie bei den Splits schon entschuldigen.«

»Gut. Danke.« Rod schob sich durch die Sitzreihen. Die gedämpfte Unterhaltung seiner Freunde und der Lärm der Parade im Hintergrund begleiteten ihn.

»Ich hab’ mein ganzes Leben noch nie so viele Trommeln gehört«, sagte Sally.

»Bah. Ist doch an jedem Geburtstag ein solcher Zirkus«, erinnerte sie Senator Fowler.

»Nun, an den Geburtstagen musst’ ich mir nicht das Ganze anschauen und anhören.«

»Geburtstag?« fragte Jock.

Rod verließ die Tribüne, als Sally über Festtage des Imperiums zu dozieren begann und wieder eine Hundertschaft schwellbackiger Dudelsackbläser in gälischer Pracht vorbeimarschierte.

50

Die Kunst der Verhandlung

Die kleine Gruppe verharrte in ärgerlichem Schweigen. Horowitz’ Feindseligkeit war fast greifbar, als er sie tiefer in die unterirdischen Gewölbe führte. Ich bin der beste Xenologe von Trans-Kohlensack, dachte er. Sie müssten sich schon in Sparta umsehen, um jemand Tüchtigeren zu finden. Und dieser verdammte Adelssprössling mit seiner halbgebildeten Lady zweifelt meine berufliche Qualifikation an.

Und ich muss es mir gefallen lassen. Darüber bestand kaum viel Zweifel, überlegte Horowitz. Der Rektor der Universität hatte es ihm höchstpersönlich klargemacht. »Um Himmels willen, Ziggy, tun Sie, was die Leute wollen! Diese Kommission ist eine dicke Sache. Unser ganzes Budget, gar nicht zu reden das Ihres Instituts, wird von ihren Berichten abhängen. Was machen wir, wenn sie sagen, dass wir nicht zur Zusammenarbeit bereit sind, und sie eine Forschergruppe von Sparta anfordern?«

Nun, zumindest wussten diese jungen Aristokraten jetzt, dass seine Zeit kostbar war. Er hatte es ihnen auf dem Weg zu den Labors ein Dutzend mal erklärt.

Sie waren tief unter der Alten Universität und schritten über verwitterten Felsboden, der in einer anderen Ära ausgemeißelt worden war. Murcheson selbst war durch diese Korridore gewandert, bevor die Terraformung von Neuschottland abgeschlossen war, und die Legende behauptete, dass noch immer sein Geist in den Felstunnels umherstreifte: eine Gestalt mit Kapuze und einem glimmenden roten Auge.

Und warum eigentlich ist das so furchtbar wichtig? Bei Bileams Esel, warum macht das Mädchen so ein Theater daraus?

Auch das Labor war ein aus dem gewachsenen Fels ausgehauener Raum. Horowitz winkte gebieterisch, worauf zwei Assistenten einen Tiefkühlbehälter öffneten. Eine lange Platte rollte heraus.

Der Pilot der Narrensonde beziehungsweise seine Einzelteile lagen auf der glatten, weißen Plastikoberflache. Die Organe waren analog zu ihrer früheren Stellung angeordnet. Schwarze Linien führten über die abgezogene Haut zu den betreffenden Punkten im auseinandergenommenen Skelett. Hellrot und dunkelrot und graugrün, in den unwahrscheinlichsten Formen: die Innereien eines Split-Vermittlers erinnerten in Form und Beschaffenheit sehr an einen Menschen, den eine Granate zerrissen hat. Rod fühlte, wie sein Magen revoltierte, und musste an eine scheußliche Bodenkampfaktion denken.

Es schauderte ihn, als Sally sich ungeduldig vorbeugte, um besser zu sehen. Ihre Miene war starr und entschlossen — wie schon zuvor in Horowitz’ Büro.

»Also!« platzte Horowitz triumphierend heraus. Sein knochiger Finger stieß gegen erdnussgroße, grünliche Knoten im Unterleib. »Hier. Und hier. Das müssten die Testikel sein. Die anderen Split-Abarten haben auch innenliegende Testikel.«

»Ja …«, stimmte Sally zu.

»So klein?« fragte Horowitz verächtlich.

»Das wissen wir nicht.« Sallys Stimme war sehr ernst und sachlich. »Die Statuetten enthielten keine Fortpflanzungsorgane, und die einzigen Splits, die die Expedition sezieren konnte, waren ein Braunes und ein paar Minis. Das Braune war weiblich.«

»Ich habe die Miniatur-Exemplare gesehen«, erklärte Horowitz überheblich.

»Nun — ja«, räumte Sally ein. »Die Testikel der männlichen Minis waren groß genug, dass man sie sehen …«

»Aber im Verhältnis viel größer als diese. Egal. Diese Keimdrüsen hatten kein Sperma produzieren können. Ich habe den Beweis dafür. Dieser Pilot war steril!« Horowitz klatschte mit einer Faust gegen die Handfläche. »Ein unfruchtbarer Bastard! Irgendeine Kreuzung!«

Sally musterte das zerlegte Split. Sie ist wirklich durcheinander, dachte Rod.

»Die Splits haben zuerst ein männliches Stadium, dann werden sie weiblich«, murmelte Sally kaum vernehmbar. »Hätte dieses da nicht einfach unreif gewesen sein können?«

»Ein Pilot?«

»Ja, natürlich …« Sie seufzte. »Sie haben wohl recht. Es war so groß wie ein erwachsener Vermittler. Ob es eine Missgeburt war?«

»Hah! Sie haben mich ausgelacht, weil ich vermutete, dass es eine Mutation sein könnte!

Nun, es ist keine. Während sie Ihren Ausflug machten, haben wir hier etliche Arbeit geleistet. Ich habe die Chromosomen und die Gencodierung identifiziert, die für die geschlechtliche Entwicklung verantwortlich sind. Dieses Wesen war einsteriler Mischling zweier anderer Formen, die selbst fruchtbar sind.« Sein Triumph.

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