Der Splitter im Auge Gottes
- Автор: Нивен Ларриё, Пурнель Джерри
- Год: 2013
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- ISBN: 3-453-21532-X
- Переводчик: Yoma Cap
- Жанр: Космическая фантастика
Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
»Ja, Sir. Passen Sie nur auf sich auf, Kapitän. Der Marquis bringt mich um, wenn Ihnen was zustößt. Hat er mir gesagt, als wir Crucis Court verließen.«
Kutuzov räusperte sich laut. »Unsere Ehrengäste müssen sofort aufbrechen. Nochmals unsere herzlichsten Glückwünsche.«
Als Rod und Sally die Messe verließen, folgte ihnen ein Chor von Abschiedsrufen, manche davon besonders laut und überschwänglich. Die Party würde offenbar nicht so schnell zu Ende gehen.
Die Kurierschaluppe Hermes war genaugenommen ein winziges Boot, das nicht viel mehr Kabinenraum besaß als der Kutter der Mac Arthur. Im ganzen war er natürlich viel größer, doch achtern der diversen Lebenserhaltungssysteme gab es nichts mehr außer Tanks und Maschinen und schmalen Wartungstunnels. Rod und Sally waren kaum an Bord, als sie auch schon unterwegs waren.
Es gab wenig anzufangen in dem winzigen Kabinenraum, und die hohe Beschleunigung machte richtige Arbeit ohnehin unmöglich. Der Sanitätsmaat untersuchte seine Passagiere in Abständen von acht Stunden, um sich zu vergewissern, dass sie die drei Ge der Hermes vertrugen. Schließlich gab er Rods Ersuchen statt, die Unannehmlichkeiten abzukürzen und auf 3,5 Ge hinaufzugehen. Bei einer solchen Belastung war es am besten, soviel wie möglich zu ruhen und die geistige Aktivität auf kurze Gespräche zu beschranken.
Murchesons Auge war ein gewaltiger, leuchtender Fleck hinter ihnen, als sie den Alderson-Punkt erreichten. Einen unmessbaren Augenblick später war das Auge nur ein heller roter Stern vor dem Hintergrund des Kohlensacks. Ein winziger gelber Splitter hing an seinem Rand.
48
Zivilstatus
Die Hermes war kaum in eine Bahn um Neuschottland eingeschwenkt, als sie auch schon auf ein Landeboot übergesetzt wurden. Sally hatte gerade noch Zeit, sich von der Besatzung der Schaluppe zu verabschieden, dann wurden sie schon wieder angeschnallt.
»Besucher bitte Landeboot verlassen. Passagiere auf Wiedereintritt vorbereiten.«
Mit einem dumpfen Ton schlössen sich die Luftschleusen. »Fertig, Sir?« rief der Pilot.
»Ja …«
Die Bremsdüsen begannen zu feuern. Die Landung war durchaus nicht sanft, der Pilot hatte es viel zu eilig. Sie schössen hinunter, über Neuschottlands schroffe Felsen und Dampfwolken speiende Geysire hinweg. Als sie über der Stadt waren, hatten sie immer noch eine zu hohe Geschwindigkeit, und der Pilot musste zwei weite Kreise ziehen.
Dann glitt das Boot langsam hinunter, schwebte einen Augenblick bewegungslos und setzte auf dem Dachlandeplatz des Admiralitätsgebäudes auf.
»Da ist Onkel Ben!« rief Sally. Sie rannte davon und stürzte sich in seine Arme.
Benjamin Bright Fowler war achtzig Standardjahre alt und sah auch so aus. Vor der Verbreitung der Regenerationstherapie hätte ihn jeder Mensch für fünfzig gehalten — ein Mann in den besten Jahren, am geistigen Höhepunkt. Vor allem letzteres hatte gestimmt.
Er war einen Meter vierundsiebzig groß und neunzig Kilogramm schwer: ein untersetzter, kleiner Mann, beinahe kahl, mit einem dunklen, grau melierten Haarrändchen um den glänzenden Schädel. Er trug niemals einen Hut, außer bei sehr kaltem Wetter, und selbst dann vergaß er ihn meistens.
Senator Fowler war etwas unorthodox in ausgebeulte Hosen gekleidet, die über weiche, polierte Lederstiefel fielen. Ein knielanger und ziemlich ausgedienter Kamelhaarmantel hüllte die oberen zwei Drittel seines Körpers ein. Seine Kleider waren von bester Qualität, aber nie gepflegt. Seine träumerischen Augen, die manchmal etwas wässrig wirkten, und sein zerknitterter Habitus machten ihn nicht gerade zu einer eindrucksvollen Gestalt, und oft hatten politische Gegner den Fehler begangen, sein Äußeres mit seinen Fähigkeiten gleichzusetzen. Manchmal, wenn die Gelegenheit wichtig genug war, erlaubte er seinem Kammerdiener, ihm die Kleidung auszusuchen und ihn richtig auszustaffieren; dann sah er zumindest ein paar Stunden lang standesgemäß aus. Schließlich war er einer der mächtigsten Männer des Imperiums.
Meistens jedoch zog er das erste an, was ihm von seiner Garderobe in die Finger kam, und da er seiner Dienerschaft niemals gestattete, etwas wegzugeben, das er gern hatte, trug er ziemlich oft alte Sachen.
Er empfing Sally mit einer bärenhaften Umarmung, während sie ihn auf die Stirn küsste.
Sally war größer als ihr Onkel und fühlte sich versucht, ihm einen Kuss auf die Glatze zu drücken, aber sie tat es dann doch lieber nicht. Benjamin Fowler vernachlässigte sein Äußeres und wurde böse, wenn man ihm das vorwarf, aber er war doch ein bisschen empfindlich wegen seiner Glatze. Er weigerte sich allerdings auch strikt, Kosmetikärzte etwas dagegen tun zu lassen.
»Onkel Ben, ich bin froh, dich wiederzuseh’n!« Sally entwand sich seinen Armen, bevor er ihr eine Rippe zerdrückte. Dann funkelte sie ihn gespielt ärgerlich an: »Du hast versucht, mein Leben umzukrempeln! Wusstest du, dass diese Nachricht Rod dazu bringen würde, mir einen Antrag zu machen?«
Senator Fowler setzte eine verblüffte Miene auf. »Du meinst, er hatte das nicht schon längst getan?« Er musterte Rod sehr eingehend und misstrauisch. »Er sieht mir aber ganz normal aus. Muss etwas Inneres sein. — Wie geht’s, Rod? Sie seh’n gut aus, mein Junge.« Er packte Rods Hand mit einem Griff, der schon beinahe wehtat. Mit der Linken fischte Fowler seinen Taschencomputer aus den unansehnlichen Weiten seines dicken Mantels. »Tut mir leid, Kinder, aber wir sind schon spät dran. Kommt schon, los …« Er machte kehrt und marschierte zum Lift, und den beiden blieb nichts übrig, als ihm nachzueilen.
Sie fuhren zwölf Stockwerke tiefer, und Fowler führte sie durch ein Labyrinth von Korridoren. Vor einer Tür standen Infanterieposten. »Hinein, hinein«, drängte der Senator. »Wir können diese vielen Admirale und Kapitäne doch nicht warten lassen.
Kommen sie, Rod!«
Die Infanteristen salutierten, und Rod erwiderte geistesabwesend den Gruß. Verwirrt trat er ein. Er kam in einen großen, dunkel getäfelten Raum, dessen Längsrichtung ein ungeheurer Marmortisch einnahm. Fünf Kapitäne und zwei Admirale saßen an diesem Tisch. Ein Flottenjurist saß an einem kleineren Pult, und weitere Plätze nahmen Schreiber mit Aufnahmegeräten ein. Als Rod eintrat, verkündete jemand förmlich:
»Dieses Untersuchungsgericht beginnt nun mit der Verhandlung. Treten Sie zur Vereidigung vor und nennen Sie Ihren Namen.«
»Wie meinen Sie …? fragte Rod verdattert.
»Ihr Name, Kapitän«, sagte der Admiral auf dem Platz in der Mitte schroff. Rod kannte ihn nicht, kaum die Hälfte der anwesenden Offiziere waren ihm schon begegnet. »Sie wissen doch Ihren Namen, oder?«
»Ja, Sir — Admiral, man hat mir nicht gesagt, dass ich sofort vor ein Untersuchungsgericht käme.«
»Dann wissen Sie es jetzt. Bitte nennen Sie Ihren Namen.«
»Roderick Harold Lord Blaine, Kapitän der Kaiserlichen Raumflotte, ehemaliger Kommandant des Flottenkreuzers Mac Arthur.«
»Danke.«
Sie bombardierten ihn mit Fragen. »Kapitän, wann haben Sie erstmals erfahren, dass die Miniatur-Fremden fähig sind, Werkzeuge zu gebrauchen und sinnvolle Arbeiten auszuführen?« »Kapitän, bitte beschreiben Sie die Säuberungsmaßnahmen, die Sie anwendeten.« »Kapitän, haben die Fremden außerhalb Ihres Schiffes Ihrer Ansicht nach je erfahren, dass an Bord Miniaturexemplare freigekommen waren?«
Er antwortete, so gut er konnte. Manchmal stellte ein Offizier eine Frage, nur um von einem anderen belehrt zu werden: »Verdammt, das steht doch im Bericht. Haben Sie die Bänder nicht angehört?«
Die Untersuchung lief verwirrend rasch ab. Plötzlich war sie zu Ende. »Sie können sich für den Augenblick zurückziehen, Kapitän«, sagte der versitzende Admiral.