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Der Splitter im Auge Gottes

Электронная книга - «Der Splitter im Auge Gottes». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft: Die menschliche Rasse hat einen Teil der Galaxis besiedelt, hat Großreiche gegründet, die wieder zerfielen, hat Bürgerkriege ausgefochten und neue Imperien aufgebaut, ist in interstellares Neuland vorgedrungen — auf eine andere intelligente Rasse ist sie nie gestoßen. Da naht aus dem Bereich des Kohlensack-Nebels, aus einem System, dessen Zentralgestirn Splitter im Auge Gottes genannt wird, ein rätselhaftes Flugobjekt — eine Sonde, die von einem Lichtsegel angetrieben wird. Ein Schiff der Raumflotte fängt das Objekt ab, bevor es in eine Sonne stürzt. Das seltsame Lebewesen, das sich an Bord befindet, kommt bei dem riskanten Bergungsmanöver ums Leben. Es war der Abgesandte einer völlig andersartigen, offensichtlich uralten und technologisch hochentwickelten Rasse. Hatte er die Möglichkeit, vor seinem Tod eine Botschaft an seine Heimatwelt abzusetzen? Hat er die Begegnung mit den Menschen als Angriff auf sich und sein Schiff interpretiert? Es gibt nur eine Möglichkeit, der potentiellen Gefahr zu begegnen und guten Willen zu beweisen: das Heimatsystem der Fremden aufzusuchen. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Der Splitter ist ein Werk über die Begegnung von Menschen mit einer anderen hochentwickelten Spezies. Niven und Pournelle haben dafür ein schlüssiges Universum generiert und sich weitgehend an die Erkenntnisse der Physik und Astronomie gehalten.
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»Für mich? Sally, ist das dein …?«

»Nein.« Sie war ebenso verblüfft wie er. »Woher haben Sie ihn bekommen, Angus?«

»Ein Handelskapitän brachte ihn persönlich zum Regierungsgebäude, Mylady. Er sagte, dieser Kaffee und Brandy sei für Lord Blaine. Der Küchenchef versuchte beides und fand die Qualität annehmbar.«

»Das kann man wohl sagen«, stimmte Rod entschieden zu. »Wer war der Kapitän?«

»Ich werde mich erkundigen, Mylord.«

»Irgendein Postenjäger«, sagte Rod nachdenklich, als der Kellner gegangen war.

»Allerdings verstehe ich nicht, warum er mir sein Anliegen nicht vorgetragen hat …« Er blickte wieder auf seinen Computer. »Wir müssen jetzt wirklich gleich gehen. Wir können den Vizekönig nicht den ganzen Nachmittag warten lassen.« »Wäre vielleicht das beste. Du und Onkel Ben, ihr stimmt meinem Vorschlag sowieso nicht zu, und …«

»Heben wir uns das für die Konferenz auf, Liebste.« Der Vizekönig verlangte eine sofortige Entscheidung der Kommission, was wegen der Splits unternommen werden sollte. Er war damit nur einer von vielen. Kriegsminister Armstrong wollte wissen, wie groß eine Kriegsflotte sein müsste, um die Splits zu entwaffnen — nur als Vorsichtsmaßnahme, sagte er, damit Admiral Cranstons Planungsabteilung mit der Arbeit beginnen könne.

Die Imperial Traders’ Association forderte, dass alle Informationen, die Bury über Handelsmöglichkeiten besaß, sofort den Mitgliedern der Vereinigung zugänglich gemacht würden. Der Großdiakon der Kirche von Ihm wollte Beweise, dass die Splits Engel seien. Eine Splittergruppe der Ihmisten war überzeugt, dass sie Teufel seien und dass das Imperium diese Information unterdrücke. Kardinal Randolph von der Kirche des Imperiums wollte Videobänder vom Leben der Splits über 3-D ausstrahlen lassen, um die Ihmisten ein für allemal zu erledigen.

Und jedermann im Umkreis von zweihundert Parsek wollte einen Platz in der Kommission.

»Wenigstens nehmen wir diesmal an derselben Konferenz teil«, sagte Sally.

»Hm.« Ihre Unterkünfte im Palast waren wohl im selben Stockwerk, aber sie sahen einander praktisch nur noch auf Gesellschaften. Während der letzten hektischen Wochen hatten sie oft nicht einmal an denselben Besprechungen teilgenommen.

Angus kehrte zurück und verbeugte sich. »Kapitän Andersen von der Ragnarock, Mylord.«

»Aha. Danke, Angus. Das ist ein Schiff der Imperial Autonetics, Sally.«

»Dann hat uns Mr. Bury den Kaffee und den Brandy geschickt! Das war sehr freundlich von ihm …« »Ja.« Rod seufzte. »Jetzt müssen wir aber wirklich gehen.« Sie verließen den Speisesaal für Regierungsbeamte und begaben sich ein Stockwerk höher in die Arbeitsraume von Vizekönig Merrill. Senator Fowler, Kriegsminister Armstrong und Flottenadmiral Cranston erwarteten sie ungeduldig.

»Unser erstes gemeinsames Mittagessen seit zwei Wochen«, erklärte Rod. »Ich bitte um Entschuldigung.« Es klang nicht sehr zerknirscht.

»Ihr werdet es leichter haben, wenn die Lenin eintrifft«, sagte Senator Fowler. »Horvaths Wissenschaftler können sich dann um die ganzen öffentlichen Auftritte kümmern. Es wird ihnen ein Genuss sein.«

»Vorausgesetzt, Sie erlauben Ihnen, den Mund aufzumachen«, brummte Prinz Merrill.

»Ihre beiden Schützlinge haben Sie nicht viel sagen lassen, auch wenn sie eine Menge reden mussten.«

»Verzeihen Sie, Hoheit«, sagte Admiral Cranston. »Ich bin in Eile. Was soll ich wegen der Ankunft der Lenin verfügen? Das Schiff geht in sechzig Stunden in Umlaufbahn, und ich muss Kutuzov seine Befehle schicken.«

»Das wäre schon geklärt, wenn du meinem Vorschlag zustimmen würdest, Onkel Ben«, warf Sally ein. »Bringen wir sie im Palast unter, mit Dienern und Wachen, und lassen wir die Splits entscheiden, wen sie sehen wollen.«

»Da ist was dran, Ben«, stellte Merrill fest. »Schließlich sind sie die Vertreter einer souveränen Macht. Wir haben eigentlich nicht das Recht, sie einzusperren, hm? Gäbe einen dicken Skandal, und wofür?«

»Admiral Kutuzov ist überzeugt, dass die Splits eine Gefahr darstellen«, sagte der Kriegsminister. »Er behauptet, dass sie sehr überzeugend sein können. Wenn wir ihnen Gelegenheit geben, mit den Leuten zu sprechen, die sie sich aussuchen, dann ist gar nicht abzusehen, was sie anrichten könnten. Sie könnten uns politisch ganz schon Schwierigkeiten machen, Hoheit, und darauf können wir wahrhaftig verzichten.«

»Aber Sie müssen doch eingehen, dass drei Splits keine militärische Gefahr darstellen können«, protestierte Sally.

Benjamin Fowler seufzte tief. »Das haben wir doch schon besprochen! Nicht die militärische Bedrohung macht mir Sorgen! Wenn wir die Splits frei herumlaufen lassen, werden sie bestimmt Abkommen schließen. Burys Bericht hat mich davon überzeugt.

Die Splits können Interessensgruppen dazu bringen, sie zu unterstützen. Sie können Handelsverträge durchdrücken.«

»Die Kommission kann gegen jegliches Abkommen ein Veto einlegen, Onkel Ben.«

»Es ist erheblich viel schwerer, ein Übereinkommen wieder abzuwürgen, als es von vornherein zu verhindern. Schau, selbst wenn die Splits genauso sind, wie Horvath glaubt: friedlich, begierig, uns neue Technologien zu schenken oder zu verkaufen, keine Konkurrenz in puncto Lebensraum — und woher zum Teufel will er das wissen? —, keine militärische Gefahr, niemals willens, sich mit den Unabhängigen zu verbünden …«

Admiral Cranston gab ein gefährliches Knurren von sich.

»Und so weiter, selbst wenn sie so sind, wird es immer noch Probleme geben. Zunächst einmal würde ihre Technologie das gesamte Imperium in den Grundfesten erschüttern.

Wir dürfen das nicht zulassen, solange wir noch keine Pläne für eine Umorganisierung haben.«

»Die Arbeitervertretungen kommen auch damit«, stellte Merrill trocken fest. »Der Präsident der Gewerkschaftsvereinigung war vor knapp einer Stunde hier und verlangte, dass wir die Splits zurückhalten, bis sein Stab eventuelle Arbeitslosenprobleme, die durch neuartige Techniken entstehen könnten, studiert hat. Sie sind nicht gegen neue Technologien, aber er will doch, dass wir vorsichtig vorgehen. Kann ich ihm eigentlich nicht verdenken.« »Die ITA ist sich auch nicht mehr einig«, fügte Rod hinzu. »Gestern Abend, bei Lady Malcolm, haben mir einige Handelsmagnaten anvertraut, dass sie in Bezug auf die Splits ihre Zweifel hatten.« Rod strich über die Aufschläge seiner ziemlich grellfarbigen Strickjacke. Zivilkleidung war besser geschnitten und sollte angenehmer zu tragen sein als eine Flottenuniform, aber irgendwie fühlte er sich nicht behaglicher.

»Verdammt, ich weiß nicht, was ich sagen soll! Ich habe soviel Zeit mit sinnlosen Reden und Konferenzen und diesen lästigen Partys verschwenden müssen, dass ich kaum zum Nachdenken gekommen bin.«

»Natürlich, ich verstehe«, beruhigte ihn Merrill. »Trotzdem, Mylord, sind meine Befehle von Seiner Majestät eindeutig. Ich muss die Entscheidung Ihrer Kommission akzeptieren. Und ich warte immer noch auf eine solche. Lady Sandra …«

»Sally. Bitte.« Sie hatte ihren Taufnamen nie gemocht, ohne recht sagen zu können, weshalb.

»Lady Sally hat uns wenigstens eine mögliche Vorgangsweise vorgeschlagen. Senator, Sie und Blaine werden mehr tun müssen als nur beteuern, dass Sie noch nicht genug wüssten!«

»Schließlich ist da noch das kleine Problem mit meiner Flotte«, warf Armstrong ein. »Ich muss wissen, ob Cranstons Kriegsschiffe wieder auf Rebellenjagd gehen können, oder ob ich sie in diesem Teil des Sektors bereithalten muss! Wir kriegen wieder Aufstände, wenn wir uns in den entfernteren Provinzen nicht öfters sehen lassen!«

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