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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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Erst jetzt erwachte Cathar aus seiner Erstarrung. Auch auf seinem Gesicht lag Schrecken. Seine Lippen zuckten. Er öffnete den Mund, um etwas zu sagen, aber dann schüttelte er nur den Kopf, machte kehrt und ging mit raschen Schritten davon.

»Bleib stehen!« schrie Shyleen. »Ich verlange wenigstens eine Erklärung von dir. Warum hast du das getan?

»Laß ihn«, sagte Torian müde. »Es ist nicht seine Schuld.«

Shyleen keuchte. »Nicht seine Schuld? Was verstehst du davon? Sieh dir an, was er angerichtet hat! Er wollte uns alle umbringen!«

»Es ist nicht seine Schuld«, wiederholte Torian noch einmal, ein wenig schärfer und in eindeutig befehlendem Ton. Er wußte selbst nicht, woher er das Wissen nahm, aber er war sich plötzlich sicher, daß Cathar das nicht gewollt hatte.

Shyleen verstummte, aber ihr Blick sprühte vor Zorn und Trotz, als sie sich umwandte und ihn ansah.

»Glaubst du wirklich, dieser Angriff hätte uns gegolten?« fragte Torian beinahe sanft.

»Es interessiert mich nicht, was er gewollt hat«, fauchte Shyleen. »Dieser verdammte Narr hat sich nicht mit diesen Toten zufriedengegeben. Er hat versucht, die Burg ganz allein zu vernichten.« Sie ballte wütend die Faust. »Aber er hat uns getroffen, und es ist mir verdammt noch mal völlig egal, ob er nur einfach schlecht gezielt oder ob er die Kontrolle über den Sturm verloren hat! Es ist seine Schuld, und ich werde ihm die Rechnung präsentieren, mein Wort darauf!« Sie zog ihr Schwert. »Ich töte ihn, wenn noch die geringste Kleinigkeit passiert.«

»Du machst dich lächerlich. Wenn er es wirklich so vorgehabt hätte, wären wir alle nicht mehr am Leben. Und du willst ihn töten? Du kämest nicht einmal an ihn heran.«

»Wenn ich es will, dann schaffe ich es auch. Notfalls steche ich ihn von hinten nieder.«

»Das verbiete ich«, erklärte Torian streng und kam sich bei diesen Worten genauso lächerlich vor. War das wirklich er, der sich angesichts des gerade Erlebten wie ein Kind mit Shyleen stritt?

Sie lachte böse. »So, du verbietest es? Und wie willst du dieses Verbot durchsetzen?« Plötzlich verzerrte sich ihr Gesicht zu einer Grimasse, und mit einemmal erinnerte sie Torian an ein Raubtier, das Blut geleckt hatte und seinen Durst nun unbedingt stillen wollte. Aber er spürte auch, daß es nicht sie selbst war, die diesen unsagbaren Haß entwickelte, sondern daß es etwas Fremdes in ihr war, das nach Blut und Gewalt schrie und stärker und stärker wurde, je länger sie sich auf der Straße der Ungeheuer aufhielten. Vielleicht würden sie alle irgendwann übereinander herfallen, wenn sie ihr Ziel nicht bald erreichten.

»Noch ist nicht alles verloren«, hielt er ihr entgegen. »Wir sind noch am Leben, und ich werde dafür sorgen, daß wir es auch bleiben. Cathar hat seine Kräfte überschätzt und die Beherrschung verloren. Er wollte uns nicht töten.«

»Ja«, fiel ihm Shyleen ins Wort. »Wahrscheinlich, weil er sich für uns etwas ganz Besonderes einfallen lassen will. Oder warum sonst hat uns der Sturm verschont, glaubst du?«

Weil Cathar selbst uns geschützt hat, dachte Torian bitter. Aber das sprach er nicht aus. Statt dessen wiederholte er seine befehlende Geste und starrte Shyleen so lange an, bis diese langsam ihr Schwert sinken ließ und der Haß in ihren Augen zu bloßem Trotz wurde. Dann trat so etwas wie Verwirrung in ihren Blick, und schließlich Schrecken, als ihr bewußt wurde, daß sie selbst die Kontrolle über sich verloren hatte. »Tut mir leid«, murmelte sie und senkte den Kopf. Einige Sekunden lang blieb sie noch unschlüssig stehen, dann wandte sie sich um und ging zu Garth hinüber, der sich um den noch immer bewußtlosen Bard kümmerte.

Auch Torian verließ die kleine Plattform mit einem letzten Blick auf das Kastell und kehrte ins Lager zurück. Die Männer mußten auch etwas von dem Sturm mitbekommen haben, aber auf dieser Seite des Berges hatte er wenigstens keine Zerstörungen mehr angerichtet. Niemand fragte ihn, was geschehen war. Ein Stück entfernt sah Torian den Magier stehen, aber er wollte nicht mit ihm sprechen. So ließ er sich auf einen Felsen nieder und schloß die Augen. Einige Minuten lang döste er vor sich hin und versuchte, an überhaupt nichts zu denken, dann vernahm er leise sich nähernde Schritte, die unmittelbar vor ihm verstummten.

»Torian?«

Er öffnete die Augen, blinzelte und blickte mit einer Mischung aus Schrecken und Neugier zu der hochgewachsenen, schlanken Gestalt hoch, die im Schatten der Felsen stand. Er blinzelte, aber gegen die Sonne sah er nur einen schwarzen Umriß vor sich.

»Shyleen?« fragte er.

Das Mädchen nickte. »Ja. Ich hoffe, ich störe dich nicht.«

»Das tust du nicht«, versicherte Torian, beinahe eine Spur zu hastig, und wischte sich über das Gesicht. »Ich bin wohl eingeschlafen. Wie lange stehst du schon hier?«

»Nicht sehr lange«, antwortete Shyleen, die den unausgesprochenen Tadel in seinen Worten sehr wohl gehört hatte. »Ich…« Sie brach ab, lächelte auf sehr sonderbare, beinahe wehmütige Art, schüttelte den Kopf und trat mit zwei, drei raschen Schritten neben Torian. Schwer stützte sie sich mit den Unterarmen auf den Fels, blickte sich kurz um und schüttelte den Kopf.

»Was willst du?« murmelte Torian schläfrig. »Du hast dich bereits entschuldigt.«

»Mit dir reden«, erwiderte Shyleen. Ihre Stimme war eine Spur schärfer geworden, blieb aber immer noch freundlich. »Ich habe den Eindruck, daß das dringend nötig ist.«

Im ersten Moment hätte Torian sie am liebsten weggeschickt. Er war müde und wollte schlafen. Seine Gedanken verliefen wirr und ungeordnet; es fiel ihm mit jeder Minute schwerer, sich zu konzentrieren, und da er ahnte, worüber Shyleen mit ihm sprechen wollte, wußte er, daß er seine ganze Konzentration für das Gespräch brauchen würde, wollte er sich nicht von Anfang an in die Rolle des Unterlegenen drängen lassen.

Aber er spürte, daß Shyleen sich nicht würde abweisen lassen, und so nickte er nach kurzem Zögern, langsam und fast gegen seinen Willen. Er deutete auf den Platz neben sich, wartete, bis sie sich gesetzt hatte, und fragte: »Also, worum geht es?«

»Das weißt du doch genau«, antwortete Shyleen unwirsch. »Ich habe vorhin vielleicht die Beherrschung verloren, aber was ich gesagt habe, stimmt. Wir werden sterben, wenn Cathar am Leben bleibt.«

Torian seufzte.

»Ich dachte, dieses Thema wäre erledigt. Ohne ihn kämen wir niemals bis zur Schattenburg.«

»Eben«, entgegnete Shyleen. »Bislang habe ich gedacht, wir könnten dieses Land besiegen. Aber es gewinnt immer mehr Macht über uns. Du hast selbst erlebt, was vorhin passiert ist. Cathar hat sich von seinem Haß überwältigen lassen, und mir ist es genauso ergangen. Der fremde Einfluß wird stärker, je mehr wir uns der Burg nähern. Noch einen Tag länger hier, und keiner von uns wird sich mehr beherrschen können.«

»Aber wir werden keinen Tag mehr brauchen. In ein paar Stunden erreichen wir das Kastell, und dann brauchen wir nur noch über die Brücke und haben die Schattenburg erreicht.«

»Behauptet Cathar. Aber er erzählt schon die ganze Zeit über, wie nahe wir dem Ziel wären. Er hat uns nichts von dem Wahnsinnsschirm erzählt, und von den lebenden Toten wußte er nicht einmal. Und du glaubst ihm, daß uns jetzt nichts mehr zustoßen kann?«

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