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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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Der Boden zitterte und bebte wie ein gewaltiges, tödlich verwundetes Tier. Der gesamte Berg schien zu schwanken; Risse liefen durch den Fels und brachen in Bruchteilen von Sekunden zu klaffenden Höhlen auf, ehe sie sich in derselben aberwitzigen Geschwindigkeit wieder schlossen. Ein gewaltiger Schatten, schwärzer noch als das Schwarz des Sturmes, neigte sich über die Plattform und verschwand, und eine Sekunde später erbebte der Boden ein zweites Mal unter einem noch gewaltigeren Schlag, als die steinerne Brüstung endgültig zusammenbrach und dem Sturm offenen Einlaß gewährte. Torian glaubte den Berg selbst wie ein lebendes Wesen schreien zu hören, und obwohl er wußte, daß das vollkommen unmöglich war, hallte dieser Laut in ihm nach.

Plötzlich fühlte er sich gepackt und herumgerissen. Die Bewegung ließ einen entsetzlichen Schmerz durch seinen Körper rasen; er schrie, bäumte sich auf und schlug blindlings um sich, aber die Hände, die ihn hielten und ihn auf Cathar zuschleiften, ließen nicht locker. Ein schmales, blutüberströmtes Gesicht tauchte vor ihm auf, Garths Mund formte Worte, die der Sturm zu brüllendem Hohngelächter machte, und dann hatten sie den Magier erreicht.

Und das Toben des Sturmes erlosch.

Nach dem höllischen Lärm der letzten Augenblicke traf das plötzliche Schweigen Torian wie ein Hieb. Er keuchte, sank kraftlos in Garths Armen zusammen und preßte die Arme an den Leib. Sein Herz raste, und für einen Moment wurde der Schmerz so übermächtig, daß er glaubte, den Verstand verlieren zu müssen. Dann machte sich Cathar irgendwie an seiner Schulter zu schaffen. Der Schmerz erlosch zwar nicht, aber er sank auf ein erträgliches Maß herab.

Stöhnend öffnete Torian die Augen und sah sich um. Der kleine Platz bot einen Anblick der Verwüstung. Torian konnte sich nicht entsinnen, jemals ein Bild so vollkommener Zerstörung gesehen zu haben. Um ihn herum erstreckte sich eine kleine, bizarre Landschaft aus zermalmtem, glattgeschmirgeltem Stein, wirr durcheinandergeworfenen Trümmern und schwarzen Lavasplittern. Nur einer der gewaltigen Felsmonolithe stand noch; ein zerfranster Stumpf, der aus einer Verwehung kleingemahlenen schwarzen Steines ragte. Die anderen Felsen waren zerschmettert worden. Der Boden war seltsam schräg, als wäre die gesamte Flanke des Berges abgesackt, und fast die Hälfte der Plattform war abgebrochen und in die Tiefe gestürzt. Der noch verbliebene Rest der Brüstung glich einer gezackten Wunde, durch die der Sturm hereinfauchte, begrenzt von einer flammenden Lohe, wo Sand und Felsbrocken gegen den Stein prallten. Aber die Woge der Vernichtung endete schon nach wenigen Schritten, als gäbe es da eine unsichtbare, aber undurchdringliche gläserne Wand um Cathar, die ihn und die anderen schützte.

Torian verspürte einen raschen, eisigen Schauder, als er begriff, daß der Magier sie vom ersten Augenblick an zumindest zum Teil geschützt hatte. Der Sturm, der sie gepackt und umhergeschleudert hatte, hätte sie auf der Stelle in Stücke gerissen, wären nicht die magischen Kräfte Cathars dagewesen, sie vor dem Allerschlimmsten zu bewahren. So, wie sie auch jetzt einen unsichtbaren Schutzwall schufen, dem selbst die Gewalt des Sturmes nichts anzuhaben vermochte. Die Haare des Magiers waren nicht einmal zerzaust, aber in seinen Augen keimte langsam ein düsterer Schrecken auf, als er zu begreifen begann, was er angerichtet hatte.

Torian stemmte sich vorsichtig hoch, drehte sich herum und begann ungeschickt auf die fast völlig zusammengebrochene Brüstung zuzukriechen, wo er Shyleen und Bard im Schutz des Monoliths reglos liegen sah. Cathar folgte ihm, mit ausgestreckten Händen den Sturm zurücktreibend, der jetzt rasch an Kraft zu verlieren begann. Er war über die Plattform hinweggetobt und hatte sie zerstört, und jetzt raste er weiter, den Berg hinauf und auf das Kastell zu, das auf seinem Gipfel thronte und das Torian nun wieder als schwarzen Klotz inmitten des brodelnden Orkans entdeckte. Aber seine Kraft war gebrochen. Torian sah, wie die schwarze Woge über dem Klotz zusammenschlug, aber er erkannte auch, daß ihre Gewalt längst nicht mehr ausreichte, ihm Schaden zuzufügen. Vielleicht löste sie noch ein paar lockere Steine, aber die Mauern hielten ihr stand.

Zumindest dem ersten Ansturm.

Langsam, ganz ganz langsam begann etwas Gigantisches aus den Schatten inmitten der Wolke aus Schwärze zu kriechen und sich über der Burg zu ballen. Es hatte fast das Aussehen einer sechsfingrigen Kralle, aber es war Torian unmöglich, Genaueres zu erkennen, und er war beinahe froh darüber. Er war sich nicht sicher, ob er den Anblick in allen gräßlichen Einzelheiten ertragen hätte. Die Dämonenkralle berührte die Burg, tastete über Zinnen und Mauern, huschte über Dächer und Stein, sprühende Spuren aus blauem Elmsfeuer hinterlassend, glitt über das Tor und zurück; suchend.

Dann senkte sie sich auf das Haupt des gigantischen steinernen Drachen hinab, das den Turm im Mittelpunkt der Burg bildete.

Und erlosch.

Ein dröhnender Schlag traf den Turm. Torian konnte bis zu der Plattform herab spüren, wie das Gebäude in seinen Grundfesten erzitterte, sich in einer absurd langsamen Bewegung auf die Seite neigte und sich im letzten Moment wieder aufrichtete, bevor es vollends zerbrechen konnte. Ein Teil der südlichen Wand barst und verschwand, und plötzlich war die Luft voller Staub und fliegender Steintrümmer und ungeheuerlichem Lärm. Ein zweiter, noch härterer Schlag traf den Turm.

Das Kastell zerfiel. Rings um den Turm herum schien die Luft zu kochen – überall waren Staub und fliegende Steintrümmer, Teile der gewaltigen Wehrmauer waren bereits zusammengefallen, als die Klaue sie beinahe beiläufig berührt hatte, und der riesige Turm in Gestalt eines Drachens begann sich in diesem Moment zu neigen und zu –

Aber es war kein Turm mehr. Der Anblick ließ Torian erneut an seinem Verstand zweifeln.

Der Drache war lebendig. Der gigantische, mehr als dreißig Meter hohe Drache aus schwarzem Granit war zum Leben erwacht! Er bestand noch immer aus Granit; Torian bildete sich ein, die Fugen zwischen den einzelnen Steinen erkennen zu können, das grauenhafte Splittern und Bersten zu hören, mit dem sie auseinanderbrachen. Ein Stück seines häßlichen Maules zerfiel und Teile der Flügel – aber trotzdem bewegte er sich –, reckte den gewaltigen Schädel in die Luft und spreizte die Schwingen zu einem ungeheuerlichen Schlag, der die Burg verwüstete und sich selbst zermalmte. Das Leben des Ungeheuers währte nur wenige Sekunden. Seine gemauerten Schwingen zerbarsten, auseinandergerissen von einer Bewegung, für die sie nicht erschaffen waren – aber sie zerstörten dabei alles, was ihnen in den Weg kam.

Dann erst war es endgültig vorbei. Der Sturm legte sich so schnell, wie er ausgebrochen war, und wie immer nach einem besonders heftigen Ausbruch der Naturgewalten, war eine fast unheimliche Ruhe über dem Berg eingekehrt. Aber die Luft über dem zusammengebrochenen Kastell war noch immer voller Staub und Sand, so daß der Blick nicht sehr weit reichte und alles sonderbar schemenhaft und unwirklich aussehen ließ.

Torian kümmerte sich nicht mehr darum. Er beugte sich über Shyleen und Bard, die ohnmächtig vor ihm lagen, wie zwei Liebende aneinandergeklammert. So wie er und Gart hatten sie am ganzen Körper Abschürfungen und Prellungen erlitten, und ihr Atem ging schwach und unregelmäßig, aber ansonsten schien ihnen nichts zugestoßen zu sein. Er richtete sich wieder auf. Sein Blick tastete noch einmal über die zerstörte Felslandschaft, den zermalmten Monolith, dessen Südflanke, die dem Sturm zugewandt gewesen war, wie ein Spiegel glänzte, weiter über die zerborstenen Reste der steinernen Brüstung, und verharrte wieder auf den Gefährten.

»Das… ist Wahnsinn«, murmelte Torian. Es schien nicht nur so, sondern angesichts der Verwüstungen um sie herum war es ein Wunder, daß sie noch lebten. »Wahnsinn!« Er brabbelte es immer wieder vor sich hin, als wäre es das einzige Wort, das er kennen würde. Zumindest war es das einzige, das Platz in seinen Gedanken fand.

Stöhnend schlug Shyleen die Augen auf. Sie versuchte sich zu erheben und schaute sich um. Ihr Gesicht verzerrte sich vor Schrecken. Minutenlang schweifte ihr Blick über das zerstörte Kastell und das, was von diesem Teil des Berges noch übriggeblieben war, und der Ausdruck des Entsetzens steigerte sich noch. Schließlich blieb ihr Blick an Cathar hängen, der immer noch reglos in der Mitte der Plattform stand und zu dem zerstörten Kastell hinaufstarrte, dann stemmte sie sich hoch und taumelte auf den Magier zu. »Du!« schrie sie mit überschnappender Stimme. »Das ist dein Werk.« Sie hob die Hände, als wollte sie nach Cathar schlagen, aber der Magier schien sie nicht einmal wahrzunehmen. »Du hast das getan!« kreischte Shyleen weiter. »Du hättest uns alle umbringen können. Oder war es das, was du in Wirklichkeit wolltest?«

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