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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)

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Das flammende Kreuz: Roman (German Edition)
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17. Juli – Eines der Bienenvölker ist am Nachmittag ausgeschwärmt und in den Stall geflogen. Meine Frau hat den Schwarm zum Glück wieder eingefangen und ihn in einem leeren Butterfass untergebracht. Sie sagt, Ronnie Sinclair muss ihr ein neues machen.

18. Juli – Brief von meiner Tante, die mich bezüglich der Sägemühle am Grinder’s Creek um Rat bittet. Habe geantwortet und gesagt, dass ich vor Ablauf des Monats hinreiten und mir die Situation ansehen werde. Habe R. Sinclair den Brief mitgegeben, der mit einer Ladung von 22 Fässern nach Cross Creek reist, von denen ich die Hälfte seines Gewinns erhalten werde, um durch den Erwerb von Schusterwerkzeugen entstandene Schulden zu bezahlen. Habe es so eingerichtet, dass die Kosten für das neue Butterfass von dieser Summe abgezogen werden.

Der Fluss der Einträge war beruhigend, so friedlich wie die Sommertage, von denen sie berichteten. Sie spürte, wie sich der Knoten der Anspannung zwischen ihren Schulterblättern löste, und ihre Gedanken begannen, sich zu lockern und zu räkeln, bereit, einen Ausweg aus ihren Schwierigkeiten zu finden.

20. Juli – Gerste auf dem unteren Feld steht mir bis zu den Strumpfkanten. Die rote Kuh hat kurz nach Mitternacht eine gesunde Färse zur Welt gebracht. Alles gut. Ein exzellenter Tag.

21. Juli – Zu den Muellers geritten. Ein Glas Wabenhonig gegen einen Lederzaum in schlechtem Zustand (kann aber geflickt werden) eingetauscht. Erst im Dunklen nach Hause gekommen, weil ich in der Dämmerung die Larven auf dem Teich bei Hollis’s Gap habe schlüpfen sehen. Angehalten, um zu angeln, und zehn ordentliche Forellen gefangen. Sechs zum Abendessen verspeist, der Rest gibt ein schönes Frühstück.

22. Juli – Mein Enkelsohn hat einen Ausschlag, den meine Frau allerdings für unbedeutend erklärt. Die weiße Sau ist wieder aus ihrem Verschlag ausgebrochen und in den Wald entwischt. Ich bin mir nicht ganz schlüssig, ob ich ihr nachjagen soll oder nur dem unglücklichen Raubtier, das ihr zuerst begegnet, mein Beileid ausdrücken soll. Ihre Laune ähnelt im Augenblick derjenigen meiner Tochter, da letztere in den vergangenen Nächten nur wenig geschlafen hat …

Brianna beugte sich stirnrunzelnd über die Seite.

…weil das Kind so viel schreit. Meine Frau sagt, das ist die Kolik, und es geht vorbei. Ich hoffe, sie hat Recht. Unterdessen habe ich Brianna und das Kind in der alten Blockhütte untergebracht, was uns hier im Haus ein wenig Erleichterung verschafft, wenn auch nicht meiner armen Tochter. Die weiße Sau hat vier Ferkel aus ihrem letzten Wurf gefressen, ehe ich es verhindern konnte.

»Oh, du alter Schuft!«, sagte sie. Besagte weiße Sau war ihr gut vertraut, und der Vergleich schmeichelte ihr ganz und gar nicht. Durch ihren Tonfall alarmiert, hörte Jemmy auf zu summen, ließ seinen Toast fallen, und sein Mund begann zu zittern.

»Nein, nein, ist ja schon gut, Schätzchen.« Sie stand auf, nahm ihn in den Arm und wiegte ihn sanft, um ihn zu trösten. »Schhhh, ist ja gut. Mami hat doch nur Opa gemeint, das war alles. Das Wort hast du auch nicht gehört, okay? Schh, schh.«

Jemmy war beruhigt, lehnte sich aber über ihre Arme hinweg, um mit kleinen, aufgeregten Quietschlauten nach seiner abgelegten Mahlzeit zu greifen. Sie bückte sich und hob den halb aufgelösten Toast auf, um ihn voll Abneigung zu betrachten. Die Kruste war nicht nur alt und feucht, sondern hatte auch einen feinen Überzug, der verdächtig nach Katzenhaar aussah.

»Igitt. Das willst du doch nicht wirklich essen, oder?«

Offensichtlich wollte er und ließ sich nur mit Engelszungen überreden, stattdessen einen großen Eisenring aus dem Regal zu akzeptieren – der dazu diente, männliche Tiere an der Nase herumzuführen, wie sie voll Ironie bemerkte. Kurzes Knabbern bestätigte jedoch, dass der Nasenring durchaus begehrenswert war, und Jemmy machte sich auf ihrem Schoß daran, konzentriert darauf herumzukauen, was es ihr ermöglichte, den Eintrag zu Ende zu lesen, über den sie sich so geärgert hatte.

»Hmm.« Sie lehnte sich zurück und setzte sich Jemmy bequemer auf den Schoß. Er konnte jetzt schon problemlos aufrecht sitzen, obwohl sie es immer noch unglaublich fand, dass sein Nudelhals den dicken Kugelkopf tragen konnte. Sie betrachtete das Buch grübelnd.

»Das ist gar nicht so dumm«, sagte sie zu Jemmy. »Wenn ich die alte Zie – ich meine Mrs. Chisholm in unser Blockhaus verfrachte, kommen sie und ihre schrecklichen, kleinen Monster uns nicht mehr in die Quere. Dann … hm. Mrs. Aberfeldy und Ruthie könnten bei Lizzie und ihrem Vater einziehen, wenn wir das Rollbett aus Mamas und Pas Zimmer dorthin stellen. Die Bugs bekommen ihre Privatsphäre zurück, und Mrs. Bug hört auf, sich wie eine biestige, alte … äh … jedenfalls könnten wir zwei wohl in Mamas und Pas Zimmer schlafen, zumindest bis sie zurückkommen.«

Sie hasste den Gedanken, aus der Blockhütte auszuziehen. Sie war ihr Heim, ihr Privatraum, das Haus ihrer Familie. Dorthin konnte sie gehen, die Tür schließen und den Aufruhr hinter sich lassen. Ihre Sachen waren dort; der halb fertige Webstuhl, die Zinnteller, der Keramikkrug, den sie bemalt hatte – all die kleinen, vertrauten Gegenstände, mit denen sie sich die Hütte zu Eigen gemacht hatte.

Über das Gefühl hinaus, dass die Hütte ihr gehörte und ihr Frieden schenkte, erweckte der Gedanke, sie zu verlassen, ein unangenehmes Gefühl in ihr, das an Aberglauben erinnerte. Die Blockhütte war das Heim, das Roger mit ihr geteilt hatte; sie zu verlassen, wenn auch nur vorübergehend, kam irgendwie dem Eingeständnis gleich, dass er möglicherweise nicht zurückkehren würde, um es erneut mit ihr zu teilen.

Sie hielt Jemmy fester umfasst, doch er ignorierte sie, um sich ganz auf sein Spielzeug zu konzentrieren, und seine fetten, kleinen Fäuste glänzten dort, wo er den Ring festhielt, vor Speichel.

Nein, sie hatte nicht die geringste Lust, ihre Blockhütte aufzugeben. Aber es war eine Antwort, und zwar eine logische. Würde Mrs. Chisholm einverstanden sein? Die Hütte war sehr viel einfacher gebaut als das Haupthaus, und weniger komfortabel.

Dennoch war sie sich ziemlich sicher, dass Mrs. Chisholm den Vorschlag annehmen würde. Wenn sie jemals einen Menschen gesehen hatte, dessen Motto lautete: »Lieber König in der Hölle als Dienstbote im Himmel …« Trotz ihrer Sorgen spürte sie, wie unter ihrem Mieder ein leises, blubberndes Lachen aufstieg.

Sie streckte die Hand aus und schlug das Buch zu, dann versuchte sie, es wieder auf den Stapel zu legen, von dem sie es genommen hatte. Da sie aber nur eine Hand zur Verfügung hatte und Jemmy ihr im Weg war, reichte ihr Arm nicht weit genug, und das Buch rutschte herunter und fiel wieder auf den Tisch zurück.

»Verflixt«, murmelte sie und schob sich auf dem Stuhl nach vorn, um es wieder in die Hand zu nehmen. Mehrere lose Blätter waren herausgefallen, und sie schob sie so ordentlich, wie es mit einer Hand ging, wieder zurück.

Eines, eindeutig ein Brief, trug noch Reste des Wachssiegels. Ihr Blick fiel auf den Abdruck eines lächelnden Halbmondes, und sie hielt inne. Das war Lord John Greys Siegel. Es musste der Brief sein, den er letzten September geschickt hatte und in dem er seine Jagdabenteuer im Sumpf des Grauens beschrieb; ihr Vater hatte ihn der Familie schon mehrfach vorgelesen – Lord John war ein humorvoller Briefpartner, und seine Hirschjagd war von einer Serie von Missgeschicken geplagt gewesen, die zweifellos unangenehme Erlebnisse gewesen waren, die jedoch hinterher pittoreske Geschichten abgaben.

Sie lächelte bei der Erinnerung und öffnete den Brief mit dem Daumen. Sie freute sich schon darauf, die Geschichte erneut zu lesen, stellte aber fest, dass sie sich etwas ganz anderem gegenübersah.

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