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Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L

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Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
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»Da du dein Labyrinth so sehr liebst«, sagte der König, »habe ich beschlossen, dich dort zu lassen. Es wird von jetzt an deine Werkstatt sein. Mach mir neue Wunder. Unterhalte mich. Jedes Labyrinth braucht ein Ungeheuer. Du sollst meines sein.«

»Ich habe keine Angst vor Euch«, stöhnte der alte Mann.

Der König lächelte kalt. Dann sah er den Jungen an. »Aber jeder Mann liebt seinen Sohn, oder? Errege mein Missfallen, alter Mann, und wenn meine Wächter das nächste Mal zur Bestrafung schreiten, dann wird sie ihm gelten.«

Der König rauschte mit seinen Wächtern aus dem Raum und die Türen fielen hinter ihnen ins Schloss. Der Junge und sein Vater waren in der Dunkelheit allein.

»Was sollen wir tun?«, klagte der Junge. »Vater, die bringen dich um!«

Der alte Mann schluckte mühsam. Er versuchte zu lächeln, aber mit seinem blutverschmierten Mund war das ein entsetzlicher Anblick.

»Nicht den Mut verlieren, mein Sohn.« Er schaute zu den Sternen hoch. »Ich … ich werde einen Ausweg finden.«

Ein Balken schob sich mit einem Unheil verkündenden BUMM vor die Türen, und ich fuhr in Schweiß gebadet aus dem Schlaf hoch.

Am nächsten Morgen, als Chiron zum Kriegsrat rief, hatte ich noch immer wacklige Knie. Wir trafen uns in der Schwertkampfarena, was ich ziemlich seltsam fand – über das Schicksal des Camps diskutieren zu wollen, während Mrs O’Leary an einem lebensgroßen Qietsche-Yak aus Gummi herumkaute.

Chiron und Quintus standen vorn bei den Waffenständern. Clarisse und Annabeth saßen nebeneinander und leiteten das Treffen. Tyson und Grover saßen so weit voneinander entfernt wie überhaupt nur möglich. Ebenfalls anwesend waren Wacholder, die Baumnymphe, Silena Beauregard, Travis und Connor Stoll, Beckendorf, Lee Fletcher und sogar Argus, unser hundertäugiger Sicherheitschef. Daraus schloss ich, dass die Lage ernst war. Argus lässt sich erst blicken, wenn wirklich die Hölle los ist. Während Annabeth sprach, starrte er sie mit seinen hundert blauen Augen so konzentriert an, dass sein ganzer Körper blutunterlaufen aussah.

»Luke muss von dem Eingang zum Labyrinth gewusst haben«, sagte Annabeth. »Er wusste alles über das Camp.«

Ich glaubte, einen leichten Stolz aus ihrer Stimme herauszuhören, als ob sie noch immer Respekt vor dem Typen hatte, so mies er sich auch verhielt.

Wacholder räusperte sich. »Das wollte ich euch doch letzte Nacht sagen. Der Höhleneingang ist schon lange da. Luke hat ihn oft benutzt.«

Silena Beauregard runzelte die Stirn. »Du hast von dem Eingang zum Labyrinth gewusst und nichts gesagt?«

Wacholders Gesicht verfärbte sich grünlich. »Ich wusste nicht, dass das wichtig war. Es ist doch bloß eine Höhle. Ich kann schimmelige alte Höhlen nicht leiden.«

»Sie hat einen guten Geschmack«, sagte Grover.

»Ich hätte überhaupt nicht darauf geachtet, aber … es war eben Luke.« Sie wurde noch ein wenig grüner.

Grover schnaubte. »Vergesst alles, was ich über guten Geschmack gesagt habe.«

»Interessant.« Quintus polierte sein Schwert, während er sprach. »Und ihr glaubt, dieser junge Mann, Luke, würde es wagen, das Labyrinth als Einfallstor zu benutzen?«

»Auf jeden Fall«, sagte Clarisse. »Wenn er eine Monsterarmee nach Camp Half-Blood schaffen und einfach mitten im Wald auftauchen lassen könnte, ohne sich wegen unserer magischen Grenzen Sorgen machen zu müssen, dann hätten wir doch keine Chance. Er würde uns einfach wegputzen. Sicher plant er das schon seit Monaten.«

»Er hat Späher ins Labyrinth geschickt«, sagte Annabeth. »Wir wissen das, weil … weil wir einen gefunden haben.«

»Chris Rodriguez«, sagte Chiron. Er sah Quintus vielsagend an.

»Ach«, sagte Quintus. »Der in … ja. Ich verstehe.«

»Der in was?«, fragte ich.

Clarisse sah mich wütend an. »Es geht darum, dass Luke eine Möglichkeit sucht, um sich im Labyrinth zurechtzufinden. Er sucht die Werkstatt des Dädalus.«

Mir fiel mein Traum aus der vergangenen Nacht ein – der blutverschmierte alte Mann in der zerfetzten Kleidung. »Der Typ, der das Labyrinth erbaut hat.«

»Ja«, sagte Annabeth. »Der größte Architekt, der größte Erfinder aller Zeiten. Wenn die Sagen zutreffen, dann liegt die Werkstatt in der Mitte des Labyrinths. Er ist der Einzige, der jeden Winkel des Labyrinths kennt. Wenn Luke die Werkstatt findet und Dädalus überreden kann, ihm zu helfen, dann braucht er nicht dort unten herumzuirren oder zu riskieren, dass er in den Fallen des Labyrinths seine Armee verliert. Er könnte überall hingehen, wohin er wollte – schnell und ohne jede Gefahr. Erst ins Camp Half-Blood, um uns wegzuputzen. Und dann … zum Olymp.«

Es war totenstill in der Arena, abgesehen von Mrs O’Learys Gummi-Yak, der in seine Bestandteile zerlegt wurde: QUIETSCH! QUIETSCH!

Endlich legte Beckendorf seine Pranken auf den Tisch. »Moment mal. Annabeth, du hast gesagt, er muss Dädalus überreden. Ist Dädalus nicht längst tot?«

Quintus grunzte. »Das will ich doch hoffen. Wann hat er gelebt, vor dreitausend Jahren? Und selbst, wenn er noch am Leben wäre – heißt es nicht in den alten Geschichten, dass er aus dem Labyrinth geflohen ist?«

Chiron trat ruhelos von einem Huf auf den anderen. »Das ist ja das Problem, mein lieber Quintus. Niemand weiß das genau. Es gibt Gerüchte … also, es gibt viele beunruhigende Gerüchte über Dädalus, und eins besagt, dass er am Ende seines Lebens ins Labyrinth zurückgekehrt ist. Und dann könnte er noch immer da unten sein.«

Ich dachte an den alten Mann, den ich in meinem Traum gesehen hatte. Er hatte so gebrechlich gewirkt, dass ich überzeugt war, er könnte keine Woche überleben, von dreitausend Jahren ganz zu schweigen.

»Wir müssen ins Labyrinth«, erklärte Annabeth. »Wir müssen die Werkstatt vor Luke finden. Wenn Dädalus noch lebt, müssen wir ihn überreden, uns zu helfen und nicht Luke. Wenn Ariadnes Faden noch existiert, werden wir dafür sorgen, dass er Luke niemals in die Hände fällt.«

»Moment mal«, sagte ich. »Wenn wir Angst vor einem Überfall haben, warum lassen wir den Eingang nicht einfach in die Luft fliegen? Und versiegeln den Tunnel?«

»Superidee«, sagte Grover. »Ich besorg das Dynamit.«

»So einfach ist das nicht, du Dussel«, knurrte Clarisse. »Das haben wir bei dem Eingang, den wir in Phoenix gefunden haben, auch versucht. Das ging nicht gut.«

Annabeth nickte. »Das Labyrinth ist magische Architektur, Percy. Wir würden gewaltige Macht brauchen, um auch nur einen Eingang zu versiegeln. In Phoenix hat Clarisse mit einer Abrissbirne ein ganzes Gebäude demoliert, und der Eingang hat sich nur um ungefähr einen Meter verschoben. Das Einzige, was wir tun können, ist zu verhindern, dass Luke lernt, sich im Labyrinth zurechtzufinden.«

»Wir könnten kämpfen«, sagte Lee Fletcher. »Wir wissen jetzt, wo der Eingang ist. Wir können eine Verteidigungslinie aufstellen und auf sie warten. Wenn eine Armee einen Durchbruchsversuch macht, dann warten wir mit unseren Bögen auf sie.«

»Wir werden natürlich Verteidigungsmaßnahmen treffen«, sagte Chiron zustimmend. »Aber ich fürchte, Clarisse hat Recht. Die magischen Grenzen beschützen dieses Camp jetzt seit Jahrhunderten. Wenn Luke unsere Grenzen umgehen und eine große Monsterarmee in die Mitte des Camps schaffen kann … dann sind wir vielleicht nicht stark genug, um sie zu besiegen.«

Niemand sah angesichts dieser Mitteilungen wirklich glücklich aus. Chiron versuchte normalerweise, ermutigend und optimistisch zu wirken. Wenn sogar er befürchtete, dass wir einem Angriff nicht standhalten könnten, war das überhaupt nicht gut.

»Wir müssen als Erste in Dädalus’ Werkstatt eintreffen«, sagte Annabeth. »Wir müssen Ariadnes Faden finden und verhindern, dass Luke ihn benutzt.«

»Aber wenn sich da unten niemand zurechtfinden kann«, sagte ich. »Was haben wir dann für eine Chance?«

»Ich beschäftige mich seit Jahren mit Architektur«, sagte Annabeth. »Ich weiß mehr über Dädalus’ Labyrinth als irgendwer sonst.«

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