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Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L

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Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
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Ich hörte von oben ein Quietschen – als ob die Dachbodentür geöffnet würde – und stürzte zur Eingangstür. Ich musste raus aus diesem Haus.

»Meine Liebe«, sagte Chiron. »Du hast es geschafft.«

Annabeth betrat die Arena. Sie setzte sich auf eine Steinbank und starrte zu Boden.

»Also?«, fragte Quintus.

Annabeth sah zuerst mich an. Ich wusste nicht, ob sie versuchte, mich zu warnen, oder ob ihr Blick einfach nur von purer Furcht erzählte. Dann wandte sie sich Quintus zu. »Ich habe meine Weissagung gehört. Ich werde die Suche nach der Werkstatt des Dädalus leiten.«

Chiron scharrte mit einem Huf im Sandboden. »Was hat die Weissagung genau gesagt, meine Liebe? Es kommt auf den Wortlaut an.«

Annabeth holte tief Luft. »Ich, äh … na ja, so ungefähr, die Finsternis des endlosen Labyrinths sollst du sehen …«

Wir warteten.

»Lässt den Toten, den Verräter, den Verlorenen auferstehen.«

Grover hob den Kopf. »Den Verlorenen! Damit muss Pan gemeint sein! Das ist großartig!«

»Und ein Verräter und ein Toter«, fügte ich hinzu. »Schon weniger großartig.«

»Und?«, fragte Chiron. »Wie lautet der Rest?«

»Durch die Hand des Geisterkönigs falle oder lebe«, sagte Annabeth, »im letzten Gefecht des Kinds der Athene.«

Alle schauten verlegen in eine andere Richtung. Annabeth war eine Tochter der Athene, und das mit dem letzten Gefecht klang gar nicht gut.

»He … keine falschen Schlüsse«, sagte Silena. »Annabeth ist schließlich nicht das einzige Kind der Athene, oder?«

»Aber wer ist dieser Geisterkönig?«, fragte Beckendorf.

Niemand gab eine Antwort. Ich dachte an die Iris-Botschaft, in der ich gesehen hatte, wie Nico Geister heraufbeschwor. Ich hatte das üble Gefühl, dass die Weissagung damit zu tun hatte.

»Kommt noch mehr?«, fragte Chiron. »Die Weissagung klingt nicht vollständig.«

Annabeth zögerte. »Ich weiß es nicht mehr genau.«

Chiron hob eine Augenbraue. Annabeth war für ihr gutes Gedächtnis bekannt. Sie vergaß niemals etwas, das sie gehört hatte.

Annabeth rutschte auf der Bank hin und her. »Etwas mit … der sterbende Heros Zerstörung gebot.«

»Und?«, fragte Chiron.

Sie stand auf. »Hört mal, es geht doch darum, dass ich ins Labyrinth muss. Ich werde die Werkstatt finden und Luke aufhalten. Und … ich brauche Hilfe.« Sie wandte sich an mich. »Kommst du mit?«

Ich zögerte nicht einmal. »Klar doch.«

Sie lächelte zum ersten Mal seit Tagen, und allein das war die ganze Sache wert. »Grover, du auch? Der wilde Gott wartet.«

Grover schien vergessen zu haben, wie furchtbar er es unter der Erde fand. Die Zeile mit dem »Verlorenen« hatte ihm ganz neue Energie geschenkt. »Ich packe Konservendosen als Zwischenmahlzeit ein.«

»Und Tyson«, sagte Annabeth. »Dich brauche ich auch.«

»Ja! Luftsprengen!« Tyson klatschte so energisch in die Hände, dass er Mrs O’Leary aufweckte, die in einer Ecke vor sich hin gedöst hatte.

»Moment, Annabeth«, sagte Chiron. »Das verstößt gegen die uralten Gesetze. Bei einem Auftrag sind nur zwei Begleiter erlaubt.«

»Ich brauche sie alle«, beharrte Annabeth. »Chiron, es ist wichtig.«

Ich wusste nicht, warum sie sich so sicher war, aber ich war glücklich darüber, dass sie Tyson dabeihaben wollte. Ich konnte mir nicht vorstellen, ihn zurückzulassen. Er war riesig und groß und ein Genie im Umgang mit mechanischen Dingen. Und anders als Satyrn haben Zyklopen keine Probleme damit, unter der Erde zu sein.

»Annabeth.« Chiron ließ nervös seinen Schwanz peitschen. »Überleg es dir gut. Du würdest die uralten Gesetze brechen, und das bleibt niemals ohne Folgen. Im vergangenen Winter sind fünf losgezogen, um Artemis zu retten. Nur drei sind zurückgekehrt. Überleg es dir. Drei ist eine heilige Zahl. Es gibt drei Moiren, drei Furien, drei olympische Söhne des Kronos. Es ist eine gute, starke Zahl, die vielen Gefahren standhalten kann. Vier … das ist riskant.«

Annabeth holte tief Luft. »Ich weiß. Aber es muss sein. Bitte.«

Ich sah, dass Chiron das überhaupt nicht gut fand. Quintus musterte uns, als versuche er zu ergründen, wer von uns lebend zurückkommen würde.

Chiron seufzte. »Na gut. Beenden wir dieses Treffen. Die für den Auftrag Ausersehenen müssen sich vorbereiten. Wenn der Tag anbricht, werden wir euch ins Labyrinth schicken.«

Quintus zog mich beiseite, als die Versammlung sich auflöste.

»Ich habe ein schlechtes Gefühl bei der Sache«, sagte er.

Mrs O’Leary kam herüber und wedelte glücklich mit dem Schwanz. Sie ließ ihren Schild vor meine Füße fallen und ich warf ihn für sie. Quintus sah zu, wie sie hinter dem Schild herjagte. Mir fiel ein, dass Wacholder gesagt hatte, er habe das Labyrinth erforscht. Ich vertraute ihm nicht, aber als er mich jetzt ansah, lag in seinen Augen echte Besorgnis.

»Die Vorstellung, dass ihr da runtergeht, gefällt mir gar nicht«, sagte er. »Das gilt für euch alle. Aber wenn es sein muss, dann merkt euch bitte eins. Das Labyrinth ist dazu geschaffen, euch in die Irre zu locken. Es wird euch ablenken. Das ist gefährlich für Halbblute. Wir lassen uns leicht ablenken.«

»Sie waren da unten?«

»Ist lange her.« Seine Stimme klang gepresst. »Ich bin nur um Haaresbreite lebend herausgekommen. Die meisten, die runtergehen, haben nicht so viel Glück.«

Er packte meine Schulter. »Percy, vergiss nie, worauf es wirklich ankommt. Wenn du das schaffst, findest du vielleicht den Weg. Und hier, ich wollte dir etwas geben.«

Er reichte mir ein silbernes Röhrchen. Es war so kalt, dass ich es fast hätte fallen lassen.

»Eine Flöte?«, fragte ich.

»Eine Hundepfeife«, sagte Quintus. »Für Mrs O’Leary.«

»Äh, danke, aber …«

»Wie die im Irrgarten funktionieren soll? Ich bin nicht hundertprozentig sicher, dass sie überhaupt funktionieren wird. Aber Mrs O’Leary ist ein Höllenhund. Sie kann erscheinen, wenn sie gerufen wird, egal, über welche Entfernung. Es würde mich beruhigen zu wissen, dass du die Pfeife hast. Wenn du wirklich Hilfe brauchst, dann blas hinein, aber sei vorsichtig, sie ist aus stygischem Eis.«

»Aus was für Eis?«

»Eis aus dem Styx. Sehr schwer zu formen. Sehr empfindlich. Sie schmilzt nicht, aber sie zerbricht, wenn du hineinbläst, deshalb kannst du sie nur einmal benutzen.«

Ich dachte an Luke, meinen alten Feind. Unmittelbar, ehe ich zu meinem ersten Auftrag losgezogen war, hatte auch Luke mir etwas geschenkt – magische Schuhe, die mich in den Tod hatten reißen sollen. Quintus wirkte so nett. So besorgt. Und Mrs O’Leary hatte ihn schließlich auch gern. Sie ließ den schleimigen Schild vor meine Füße fallen und bellte aufgeregt.

Ich schämte mich, dass ich auch nur daran dachte, Quintus zu misstrauen. Aber andererseits hatte ich auch Luke vertraut.

»Danke«, sagte ich zu Quintus. Ich ließ die eisige Pfeife in meine Tasche gleiten und gelobte mir, sie niemals zu benutzen. Dann machte ich mich auf die Suche nach Annabeth.

In meiner ganzen Zeit im Camp war ich nie in der Athene-Hütte gewesen.

Es war ein silbriges Gebäude, nichts Großartiges, mit schlichten weißen Vorhängen und einer aus Stein gemeißelten Eule über der Tür. Die Onyxaugen der Eule schienen mir zu folgen, als ich näher trat.

»Hallo«, rief ich in die Hütte.

Niemand antwortete. Ich ging hinein und hielt den Atem an. Das Haus war eine Werkstatt für kleine Genies. Die Betten waren alle gegen eine Wand geschoben, als ob Schlafen keine große Rolle spielte. Ein Großteil des Raums war mit Werkbänken und Tischen und Waffen und Werkzeug gefüllt. Der hintere Teil der Hütte war eine große Bibliothek voller alter Schriftrollen und in Leder gebundener Bücher und Taschenbücher. Es gab einen Zeichentisch für Architekten mit jeder Menge Linealen und Geodreiecken und einige dreidimensionale Häusermodelle. Riesige alte Kriegskarten klebten an der Decke. Unter den Fenstern hingen Rüstungen und die Bronzeplatten funkelten in der Sonne.

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