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Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L

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Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
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»Das hast du gut gemacht, Lee.« Chiron klopfte ihm auf die Schulter. »Passt alle sehr gut auf, aber bewahrt Ruhe. Das passiert nicht zum ersten Mal.«

»Allerdings«, sagte Quintus am Lehrertisch. »Und es wird wieder passieren. Und zwar immer öfter.«

Die Campbewohner murmelten untereinander.

Alle kannten die Gerüchte. Luke und seine Monsterarmee planten eine Invasion des Camps. Die meisten von uns rechneten noch in diesem Sommer damit, aber niemand wusste, wie oder wann. Es war auch nicht gerade eine Hilfe, dass wir nicht mehr so viele waren: Das Camp hatte nur noch an die achtzig Bewohner. Vor drei Jahren, als ich zum ersten Mal hier gewesen war, waren es über hundert gewesen. Einige waren gestorben; einige hatten sich Luke angeschlossen und einige waren einfach verschwunden.

»Das ist ein guter Anlass, neue Kriegsspiele auszuprobieren«, sagte Quintus jetzt und seine Augen funkelten. »Wir werden heute Abend ja sehen, wie ihr damit zurechtkommt.«

»Ja …«, sagte Chiron. »Na, genug davon. Lasst uns den Segen über diese Mahlzeit sprechen und essen.« Er hob seinen Kelch. »Auf die Gottheiten.«

Wir alle hoben unsere Gläser und wiederholten den Segen.

Tyson und ich gingen mit unseren Tellern zu dem bronzenen Kohlenbecken und kratzten einen Teil unseres Essens in die Flammen. Ich hoffte, dass die Götter gern Rosinentoast und Froot Loops aßen.

»Poseidon«, sagte ich. Dann flüsterte ich: »Hilf mir mit Nico und Luke und bei Grovers Problem …«

Ich hatte so viel, worüber ich mir Sorgen machte, ich hätte den ganzen Morgen dort stehen können, aber ich ging zurück zu meinem Tisch.

Als alle mit Essen beschäftigt waren, kamen Chiron und Grover zu mir. Grovers Augen waren geschwollen und er trug sein Hemd verkehrt herum. Er knallte seinen Teller auf den Tisch und ließ sich neben mich fallen.

Tyson rutschte unbehaglich hin und her. »Ich geh dann mal … äh … meine Fischponys polieren.«

Er trottete davon und ließ sein Frühstück halb gegessen zurück.

Chiron versuchte ein Lächeln. Er wollte vermutlich beruhigend wirken, aber in Zentaurengestalt ragte er hoch über mir auf und warf einen Schatten über den Tisch. »Na, Percy, wie hast du geschlafen?«

»Ach, ganz gut.« Ich fragte mich, warum er das wissen wollte. Könnte er etwas über die seltsame Iris-Nachricht wissen, die mich da erreicht hatte?

»Ich bin mit Grover hergekommen«, sagte Chiron, »weil ich dachte, ihr zwei würdet gern, äh, über alles sprechen. Wenn ihr mich also entschuldigt, ich muss einige Iris-Nachrichten verschicken. Wir zwei sehen uns später.« Er warf Grover einen vielsagenden Blick zu, dann trottete er aus dem Pavillon.

»Wovon redet der?«, fragte ich Grover.

Grover mampfte seine Eier. Ich wusste, dass er mit den Gedanken woanders war, denn er biss dabei auch die Zinken von seiner Gabel und kaute sie. »Er will, dass du mich überredest«, murmelte er.

Jemand glitt neben mir auf die Bank. Annabeth.

»Ich sag dir, worum es hier geht«, sagte sie. »Um das Labyrinth.«

Es fiel mir schwer, mich darauf zu konzentrieren, was sie sagte, denn alle im Speisepavillon schauten verstohlen zu uns herüber und tuschelten. Und Annabeth saß direkt neben mir. Und damit meine ich direkt neben mir.

»Du dürftest doch gar nicht hier sein«, sagte ich.

»Wir müssen reden«, beharrte sie.

»Aber die Regeln …«

Sie wusste so gut wie ich, dass wir beim Essen nicht die Tische tauschen durften. Bei Satyrn war das anders. Sie waren keine echten Halbgötter. Aber die Halbblute mussten bei ihren Hütten sitzen. Ich wusste nicht einmal genau, womit ein Tischtausch bestraft wurde. Ich hatte nie einen erlebt. Wenn Mr D hier gewesen wäre, hätte er Annabeth vermutlich mit magischen Weinranken oder so was erwürgt, aber das war er nicht. Und Chiron hatte den Pavillon bereits verlassen. Quintus schaute herüber und hob eine Augenbraue, sagte aber nichts.

»Hör mal«, sagte Annabeth. »Grover hat Ärger. Und wir sehen nur eine Möglichkeit, wie wir ihm helfen können. Durch das Labyrinth. Clarisse und ich haben Erkundungen darüber eingeholt.«

Ich verlagerte mein Gewicht und versuchte, klar zu denken. »Du meinst das Labyrinth, in dem sie damals den Minotaurus eingesperrt hatten?«

»Genau«, sagte Annabeth.

»Also … befindet es sich nicht mehr unter dem Königspalast auf Kreta«, vermutete ich. »Das Labyrinth liegt unter irgendeinem Gebäude in den USA.«

Seht ihr? Ich hatte nur ein paar Jahre gebraucht, um die Sache zu durchschauen. Ich wusste, dass wichtige Orte sich zusammen mit der abendländischen Zivilisation bewegten, wie der Olymp, der sich über dem Empire State Building befand, und der Eingang zur Unterwelt in Los Angeles. Ich war ganz schön stolz auf mich.

Annabeth verdrehte die Augen. »Unter einem Gebäude? Bitte, Percy. Das Labyrinth ist riesig. Es würde nicht einmal unter eine ganze Stadt passen, geschweige denn unter ein Gebäude.«

Ich dachte an meinen Traum von Nico am Ufer des Styx. »Aber … ist das Labyrinth dann ein Teil der Unterwelt?«

»Nein.« Annabeth runzelte die Stirn. »Na ja, es könnte Wege vom Labyrinth hinab in die Unterwelt geben. Ich bin nicht sicher. Aber die Unterwelt ist tief, tief unten. Das Labyrinth dagegen befindet sich gleich unter der Oberfläche der Welt der Sterblichen, sozusagen wie eine zweite Haut. Es wächst seit Jahrtausenden, breitet sich unter den Städten des Westens aus und verbindet unterirdisch alles miteinander. Durch das Labyrinth kommst du überallhin.«

»Wenn du dich nicht verirrst«, murmelte Grover. »Und eines entsetzlichen Todes stirbst.«

»Grover, es muss einen Weg geben«, sagte Annabeth. Ich hatte das Gefühl, dass sie dieses Gespräch nicht zum ersten Mal führten. »Clarisse hat es überlebt.«

»Aber nur mit Mühe und Not!«, sagte Grover. »Und dieser andere Typ …«

»Der wurde in den Wahnsinn getrieben. Er ist nicht gestorben.«

»O super.« Grovers Unterlippe zitterte. »Da fühl ich mich doch gleich viel besser.«

»Halt«, sagte ich. »Nicht so schnell. Wie war das mit Clarisse und dem Verrückten?«

Annabeth schaute verstohlen zum Ares-Tisch hinüber. Clarisse beobachtete uns und schien zu wissen, worüber wir redeten, dann aber richtete sie den Blick wieder auf ihren Frühstücksteller.

»Voriges Jahr«, sagte Annabeth und wurde leiser, »war Clarisse in Chirons Auftrag im Einsatz.«

»Das weiß ich noch«, sagte ich. »Es wurde geheim gehalten.«

Annabeth nickte. Obwohl sie gerade so ernst war, war ich glücklich darüber, dass sie nicht mehr sauer auf mich war. Und irgendwie gefiel es mir, dass sie die Regeln gebrochen hatte, nur um neben mir zu sitzen.

»Es wurde geheim gehalten«, sagte Annabeth zustimmend, »weil sie Chris Rodriguez gefunden hatte.«

»Den Typen aus der Hermes-Hütte?« Ich hatte ihn zwei Jahre zuvor gesehen. Wir hatten Chris Rodriguez auf Lukes Schiff belauscht, auf der Prinzessin Andromeda. Chris war eins der Halbblute, die das Camp verlassen und sich der Titanenarmee angeschlossen hatten.

»Ja«, sagte Annabeth. »Vorigen Sommer ist er einfach so in Phoenix, Arizona, aufgetaucht. In der Nähe des Hauses von Clarisse’ Mom.«

»Was meinst du damit, dass er einfach aufgetaucht ist?«

»Er wanderte bei fünfzig Grad durch die Wüste, in voller griechischer Rüstung, und plapperte irgendwas über Bindfäden.«

»Bindfäden«, sagte ich.

»Er war einfach wahnsinnig geworden. Clarisse holte ihn ins Haus ihrer Mom, damit die Sterblichen ihn nicht in eine Klinik steckten. Sie versuchte, ihn gesund zu pflegen. Chiron fuhr hin und hat ihn befragt, aber das hat nicht viel gebracht. Sie konnten nur eins aus ihm herausholen: Lukes Leute haben das Labyrinth erforscht.«

Ich schauderte, wusste aber nicht so ganz, warum. Was mochte ihn in den Wahnsinn getrieben haben? Ich sah Grover an, der die Reste seiner Gabel zerkaute.

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