Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #4
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L». Краткое содержание книги:
»Nett.« Ich grinste Annabeth an.
»Deine Rüstung ist verrutscht« war ihr einziger Kommentar und sie zog meine Riemen für mich gerade.
»Grover Underwood«, sagte Quintus. »Mit Tyson.«
Grover wäre fast aus seinem Ziegenfell gefahren. »Was? A-aber …«
»Nein, nein«, jammerte Tyson. »Muss ein Fehler sein. Ziegenknabe …«
»Keine Beschwerden«, blaffte Quintus. »Findet euch mit euren Partnern zusammen. Ihr habt zwei Minuten, um euch vorzubereiten.«
Tyson und Grover sahen mich beide flehend an. Ich versuchte, ihnen ermutigend zuzunicken, und winkte ihnen, sich zusammen in Bewegung zu setzen. Tyson nieste. Grover fing an, nervös an seiner hölzernen Keule zu nagen.
»Das schaffen die schon«, sagte Annabeth. »Komm. Wir müssen uns darum kümmern, wie wir am Leben bleiben können.«
Es war noch hell, als wir den Wald betraten, aber durch die Schatten der Bäume kam es mir vor wie Mitternacht. Außerdem war es kalt, obwohl Sommer war. Annabeth und ich fanden sofort Spuren – Fußstapfen von etwas, das sehr viele Beine hatte. Wir folgten diesen Spuren.
Wir sprangen über einen Bach und hörten in der Nähe einige Zweige knacken. Wir duckten uns hinter einen Findling, aber es waren nur die Stoll-Brüder, die fluchend durch den Wald stapften. Ihr Vater war zwar der Gott der Diebe, aber sie waren ungefähr so verstohlen wie Wasserbüffel.
Als die Stolls vorübergelaufen waren, gingen wir tiefer in den westlichen Wald, wo die Monster wilder waren. Wir standen auf einem Höhenkamm und sahen auf einen sumpfigen Tümpel, als Annabeth erstarrte. »Hier haben wir mit Suchen aufgehört.«
Ich brauchte eine Sekunde, um zu begreifen, wovon sie redete. Im vergangenen Winter, als wir Nico di Angelo gesucht hatten, hatten wir an dieser Stelle die Hoffnung aufgegeben, ihn jemals zu finden. Grover, Annabeth und ich hatten auf diesen Felsen gestanden und ich hatte sie dazu überredet, Chiron die Wahrheit vorzuenthalten: dass Nico ein Sohn des Hades war. Damals war es mir richtig vorgekommen. Ich hatte seine Identität schützen wollen. Ich hatte der sein wollen, der ihn fand und wiedergutmachte, was Nicos Schwester widerfahren war. Jetzt, sechs Monate später, hatte ich ihn noch immer nicht gefunden. Und das hinterließ einen bitteren Geschmack in meinem Mund.
»Ich habe ihn heute Nacht gesehen.«
Annabeth runzelte die Stirn. »Wie meinst du das?«
Ich erzählte ihr von der Iris-Nachricht. Danach starrte sie in die Schatten im Wald. »Er beschwört die Toten herauf? Das ist nicht gut.«
»Der Geist gibt ihm schlechte Ratschläge«, sagte ich. »Er hat ihm gesagt, dass er sich rächen soll.«
»Ja … Geister sind niemals gute Berater. Sie haben ihre eigenen Beweggründe. Alten Groll. Und sie sind neidisch auf die Lebenden.«
»Er wird sich auf die Suche nach mir machen«, sagte ich. »Der Geist hat ein Labyrinth erwähnt.«
Sie nickte. »Damit ist die Sache entschieden. Wir müssen uns im Labyrinth umsehen.«
»Vielleicht«, sagte ich voller Unbehagen. »Aber wer hat die Iris-Nachricht geschickt? Wenn Nico nicht wusste, dass ich dort war …«
Im Wald zerbrach ein Zweig. Trockene Blätter raschelten. Etwas Großes bewegte sich zwischen den Bäumen, gleich unterhalb unseres Felsens.
»Das sind nicht die Stoll-Brüder«, flüsterte Annabeth.
Wir zogen die Schwerter.
Wir erreichten Zeus’ Faust, einen riesigen Haufen von Findlingen mitten im Westwald. Das war ein Treffpunkt, an dem sich die Campbewohner auf Jagdausflügen oft verabredeten, aber jetzt war niemand in der Nähe.
»Da drüben«, flüsterte Annabeth.
»Nein, warte«, sagte ich. »Hinter uns.«
Es war seltsam. Aus mehreren Richtungen schienen pfeifende Geräusche zu kommen. Wir umkreisten mit gezückten Schwertern die Findlinge, als dicht hinter uns jemand sagte: »Hallo.«
Wir fuhren herum und die Baumnymphe Wacholder stieß einen Jammerlaut aus.
»Runter damit«, verlangte sie. »Dryaden mögen keine scharfen Klingen, okay?«
»Wacholder«, Annabeth atmete auf. »Was machst du denn hier?«
»Ich lebe hier.«
Ich ließ mein Schwert sinken. »Zwischen den Findlingen?«
Sie zeigte auf den Rand der Lichtung. »Im Wacholder, Mensch.«
Das klang überzeugend und ich kam mir ziemlich blöd vor. Ich hatte nun schon seit Jahren mit Dryaden zu tun, aber ich hatte noch nie viel mit ihnen geredet. Ich wusste, dass sie sich nicht sehr weit von dem Baum entfernen konnten, der ihre Lebensquelle war. Aber viel mehr wusste ich nicht.
»Habt ihr einen Moment Zeit?«, fragte Wacholder.
»Na ja«, sagte ich. »Wir stecken gerade mitten in einem Spiel mit einer Bande von Monstern und wir versuchen, nicht zu sterben.«
»Klar haben wir Zeit«, sagte Annabeth. »Was ist los, Wacholder?«
Wacholder schniefte. Sie wischte sich die Augen mit ihrem Seidenärmel. »Es geht um Grover. Er wirkt so verzweifelt. Er sucht Pan jetzt schon das ganze Jahr. Und jedes Mal, wenn er zurückkommt, ist es schlimmer. Ich dachte zuerst, dass er vielleicht einen anderen Baum hat.«
»Nein«, sagte Annabeth, als Wacholder in Tränen ausbrach. »Ich bin sicher, dass das nicht stimmt.«
»Er war einmal in einen Blaubeerstrauch verknallt«, sagte Wacholder verzweifelt.
»Wacholder«, sagte Annabeth. »Grover würde einen anderen Baum nicht einmal ansehen. Er macht sich nur solche Sorgen wegen seiner Sucherzulassung.«
»Er kann nicht unter die Erde gehen«, rief Wacholder. »Das dürft ihr nicht zulassen!«
Annabeth schien sich gar nicht wohl in ihrer Haut zu fühlen. »Vielleicht ist das der einzige Weg, wie wir ihm helfen können. Wenn wir nur wüssten, wo wir anfangen sollen.«
»Ach.« Wacholder wischte sich eine grüne Träne von der Wange. »Was das angeht …«
Abermals war aus dem Wald ein Rascheln zu hören, und Wacholder rief: »Versteckt euch!«
Noch ehe ich fragen konnte, warum, löste sie sich mit einem Puff in grünen Nebel auf.
Annabeth und ich fuhren herum. Aus dem Wald kam ein glitzerndes bernsteinfarbenes Insekt, drei Meter lang, mit gezackten Greifzangen, einem gepanzerten Schwanz und einem Stachel so lang wie mein Schwert: ein Skorpion. Auf seinen Rücken war ein rotes Seidenpaket gebunden.
»Einer von uns muss hinter ihn«, sagte Annabeth, als das Ding auf uns zugeklirrt kam. »Und ihm den Schwanz abschneiden, während der andere ihn vorne ablenkt.«
»Alles klar«, sagte ich. »Ich komme von vorn. Du hast die Tarnkappe.«
Sie nickte. Wir hatten schon so oft zusammen gekämpft, dass wir unsere Tricks und Kniffe kannten. Wir konnten das hier leicht schaffen. Aber dann tauchten die beiden anderen Skorpione aus dem Wald auf.
»Drei?«, fragte Annabeth. »Das ist unmöglich. Im ganzen Wald sind Leute, und die Hälfte der Monster hat es auf uns abgesehen?«
Ich schluckte. Mit einem konnten wir fertigwerden. Mit etwas Glück auch mit zweien. Aber drei? Wohl kaum.
Die Skorpione kamen auf uns zu und schwenkten ihre gepanzerten Schwänze, als ob sie uns sofort umbringen wollten. Annabeth und ich pressten unsere Rücken gegen den nächstgelegenen Findling.
»Klettern?«, fragte ich.
»Keine Zeit«, sagte sie.
Sie hatte Recht. Die Skorpione umzingelten uns schon. Sie waren so nahe, dass ich sehen konnte, wie ihre widerlichen Mäuler schäumten, in der Vorfreude auf eine schöne saftige Mahlzeit aus Halbgöttern.
»Vorsicht!« Annabeth wehrte mit flacher Klinge einen Stachel ab. Ich stieß mit Springflut zu, aber der Skorpion sprang außer Reichweite. Wir bewegten uns seitwärts am Findling entlang, aber die Skorpione folgten uns. Ich schlug nach einem anderen, aber es half nichts: Wenn ich auf den Rumpf zielte, schlug er mit dem Schwanz zu und wenn ich auf den Schwanz zielte, kamen die Greifzangen von der anderen Seite. Wir konnten uns nur verteidigen, und auch das würden wir nicht sehr lange durchhalten.