Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L
- Автор: Риордан Рик
- Серия: Percy Jackson #4
- Язык: немецкий
- Жанр: Прочая древняя литература
Электронная книга - «Percy Jackson 04 - Die Schlacht Um Das L». Краткое содержание книги:
»Aus Büchern.«
»Na ja, schon.«
»Das reicht nicht.«
»Es muss reichen.«
»Tut es aber nicht!«
»Willst du mir helfen oder nicht?«
Mir ging auf, dass alle Annabeth und mich anschauten wie bei einem Tennismatch. Mrs O’Learys quietschender Yak machte IIIIK, als sie den rosa Gummikopf abriss.
Chiron räusperte sich. »Eins nach dem anderen. Wir müssen einen Auftrag vergeben. Jemand muss ins Labyrinth gehen, die Werkstatt des Dädalus finden und Luke daran hindern, durch den Irrgarten ins Camp einzudringen.«
»Wir alle wissen, wer diesen Auftrag bekommen sollte«, sagte Clarisse. »Annabeth.«
Zustimmendes Gemurmel kam auf. Ich wusste, dass Annabeth sich, schon seit sie ein kleines Kind war, ihren eigenen Auftrag gewünscht hatte, aber jetzt schien sie sich gar nicht wohl in ihrer Haut zu fühlen.
»Du hast genauso viel getan wie ich, Clarisse«, sagte sie. »Also solltest du mitkommen.«
Clarisse schüttelte den Kopf. »Ich geh da nicht noch mal rein.«
Travis Stoll lachte. »Sag nicht, du hast Angst, Clarisse, du Feigling!«
Clarisse sprang auf. Ich dachte, sie würde Travis in der Luft zerreißen, aber sie sagte mit zitternder Stimme: »Du kapierst überhaupt nichts, du Missgeburt. Ich geh da nie wieder rein. Nie wieder!«
Sie stürmte aus der Arena.
Travis schaute sich mit dummem Gesichtsausdruck um. »Ich wollte doch nicht …«
Chiron hob die Hand. »Das arme Mädchen hat ein schweres Jahr hinter sich. Also, sind wir alle der Ansicht, dass Annabeth den Auftrag bekommt?«
Wir nickten, nur Quintus nicht. Er verschränkte die Arme und starrte die Tischplatte an, aber ich war nicht sicher, ob das außer mir irgendwer bemerkte.
»Sehr gut.« Chiron wandte sich Annabeth zu. »Meine Liebe, jetzt bist du damit an der Reihe, das Orakel zu besuchen. Und da wir davon ausgehen, dass du unversehrt zurückkommst, werden wir so lange überlegen, was als Nächstes geschehen soll.«
Auf Annabeth zu warten war schwerer, als selbst das Orakel zu besuchen.
Ich hatte bisher zwei Weissagungen aus seinem Mund gehört. Das erste Mal auf dem verstaubten Dachboden des Hauptgebäudes, wo der Geist von Delphi im Körper einer mumifizierten Hippiefrau schlief. Das zweite Mal hatte das Orakel einen kleinen Spaziergang in den Wald gemacht. Ich hatte immer noch Albträume davon.
Ich hatte mich nie durch die Anwesenheit des Orakels bedroht gefühlt, aber ich hatte Geschichten davon gehört: Campbewohner, die verrückt geworden waren oder die so realistische Visionen gehabt hatten, dass sie vor Angst gestorben waren.
Ich lief in der Arena hin und her und wartete. Mrs O’Leary verzehrte ihr Mittagessen, das aus hundert Pfund Hackfleisch und mehreren Hundekeksen in der Größe von Mülltonnendeckeln bestand. Ich hätte gern gewusst, wo Quintus so große Hundekekse auftrieb. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass man einfach in eine Zoohandlung gehen und sie in den Einkaufswagen legen konnte.
Chiron war in ein Gespräch mit Quintus und Argus vertieft. Ich hatte den Eindruck, dass sie nicht einer Meinung waren. Quintus schüttelte immer wieder den Kopf.
Auf der anderen Seite der Arena ließen Tyson und die Stoll-Brüder winzige Bronzewagen fahren, die Tyson aus Rüstungsabfällen hergestellt hatte.
Ich gab das Hin-und Herlaufen auf und verließ die Arena. Über die Felder starrte ich auf das Dachbodenfenster des Hauptgebäudes, es war dunkel und still. Warum brauchte Annabeth so lange? Ich war ziemlich sicher, dass es nicht so lange gedauert hatte, etwas über meinen Auftrag zu erfahren.
»Percy«, flüsterte eine Mädchenstimme.
Im Gebüsch neben mir stand Wacholder. Es war seltsam, dass sie fast unsichtbar wurde, wenn sie sich mit Pflanzen umgab.
Sie winkte mich zu sich. »Eins musst du wissen: Luke war nicht der Einzige, den ich in der Nähe dieser Höhle gesehen habe.«
»Wie meinst du das?«
Sie warf einen Blick zurück auf die Arena. »Ich wollte noch etwas sagen, aber er war ja dabei.«
»Wer?«
»Der Schwertlehrer«, sagte sie. »Er hat sich auch zwischen den Steinen herumgedrückt.«
Mein Magen krampfte sich zusammen. »Quintus? Wann?«
»Ich weiß nicht. Ich achte nicht auf Zeit. Vielleicht vor einer Woche, als er hier eingetroffen ist.«
»Was hat er gemacht? Ist er reingegangen?«
»Ich – ich bin nicht sicher. Er ist unheimlich, Percy. Ich hab nicht einmal gesehen, dass er auf die Lichtung gekommen ist. Plötzlich war er einfach da. Du musst Grover sagen, dass es zu gefährlich ist …«
»Wacholder?«, rief Grover aus der Arena. »Wo steckst du?«
Wacholder seufzte. »Ich geh wohl lieber zurück. Aber vergiss nicht, was ich gesagt habe. Du darfst diesem Mann nicht vertrauen.«
Sie rannte in die Arena.
Ich starrte zum Hauptgebäude hinüber und war nervöser denn je. Wenn Quintus etwas ausheckte … ich brauchte Annabeths Rat. Vielleicht wusste sie, was von Wacholders Mitteilung zu halten war. Aber wo steckte sie? Was immer beim Orakel vor sich ging, so lange sollte es eigentlich nicht dauern.
Schließlich konnte ich es nicht mehr aushalten.
Es war gegen die Regeln, aber mich sah ja niemand. Ich rannte den Hügel hinunter und über die Felder.
Im Salon des Hauptgebäudes war es seltsam still. Ich war daran gewöhnt, Dionysos am Kamin zu sehen, wo er Trauben aß und über Satyrn herzog, aber Mr D war noch immer unterwegs.
Ich ging über den Gang, die Bodenbretter knackten unter meinen Füßen. Als ich unten an der Treppe angekommen war, zögerte ich. Vier Stockwerke über mir führte eine kleine Luke zum Dachboden. Annabeth musste irgendwo dort oben sein. Ich blieb still stehen und horchte. Aber was ich hörte, war nicht das, was ich erwartet hatte.
Schluchzen. Und es kam von unten.
Ich schlich hinter die Treppe. Die Kellertür stand offen. Ich hatte nicht einmal gewusst, dass das Hauptgebäude einen Keller hatte. Ich lugte hinein und sah unten zwei Gestalten sitzen, zwischen aufeinandergetürmten Kästen voll eingemachter Ambrosia und Erdbeeren. Eine war Clarisse. Die andere war ein junger Latino in zerfetzter Tarnhose und einem schmutzigen schwarzen T-Shirt. Seine Haare waren fettig und verfilzt. Er hatte sich die Arme um den Leib geschlungen und schluchzte. Es war Chris Rodriguez, das Halbblut, das für Luke gearbeitet hatte.
»Schon gut«, sagte Clarisse zu ihm. »Nimm noch ein wenig Nektar.«
»Du bist eine Illusion, Mary!« Chris wich noch tiefer in die Ecke zurück. »G-geh weg!«
»Ich heiße nicht Mary.« Clarisse’ Stimme klang sanft, aber auch sehr traurig. Ich hatte gar nicht gewusst, dass Clarisse sich so anhören konnte. »Ich heiße Clarisse. Merk dir das. Bitte.«
»Es ist dunkel!«, schrie Chris. »So dunkel!«
»Komm raus«, lockte Clarisse. »Der Sonnenschein wird dir helfen.«
»Tau … tausend Schädel. Die Erde heilt ihn immer wieder.«
»Chris«, flehte Clarisse. Sie schien wirklich mit den Tränen zu kämpfen. »Du musst wieder gesund werden. Bitte. Mr D kommt bald zurück. Er kennt sich mit Wahnsinn aus. Halt einfach so lange durch.«
Chris’ Augen waren wie die einer gehetzten Ratte – wild und verzweifelt. »Es gibt keinen Ausweg, Mary. Keinen Ausweg.«
Dann entdeckte er mich und stieß einen erstickten Angstlaut aus. »Der Sohn des Poseidon. Er ist grauenvoll!«
Ich wich zurück und hoffte, dass Clarisse mich nicht gesehen hatte. Ich wartete darauf, dass sie herausgestürzt kam und mich anschrie, aber sie redete einfach weiter mit trauriger, bittender Stimme auf Chris ein und versuchte, ihn zu überreden, den Nektar zu trinken. Vielleicht hielt sie mich für einen Teil von Chris’ Halluzination, aber … Sohn des Poseidon? Chris hatte mich angesehen, aber warum hatte ich das Gefühl, dass er mich gar nicht gemeint hatte?
Und Clarisse’ Fürsorglichkeit – ich wäre nie auch nur auf die Idee gekommen, dass sie jemanden gernhaben könnte, aber so, wie sie Chris’ Namen aussprach … Sie hatte ihn schon gekannt, ehe er übergelaufen war. Sie hatte ihn viel besser gekannt, als mir klar gewesen war. Und jetzt saß er zitternd in einem dunklen Keller, hatte Angst, nach draußen zu gehen, und faselte von einer gewissen Mary. Kein Wunder, dass Clarisse nichts mit dem Labyrinth zu tun haben wollte. Was mochte dort unten mit Chris geschehen sein?