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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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Und das war etwas, was Torian noch mehr verstörte. Es war einfach nicht richtig.

Und es war unbegreiflich.

Er konnte die gleichförmig gewellten Sanddünen der Staubwüste erkennen, jenseits des Bergschattens, so klar, wie es nur hier in der Wüste möglich war, den schwarzen Lavastein, auf dem er lag – und dazwischen war nichts. Es schien, als existiere der Ausschnitt der Welt, der zwischen ihnen und dem Kastell lag, einfach nicht.

»Das… das ist Zauberei«, murmelte eine Stimme neben ihm. Torian wandte den Blick und starrte den Mann neben sich an. Nassan war ein dunkelhaariger Bursche von höchstens zwanzig Jahren, mit schmächtigen Schultern und einem etwas weichlichen, stets verschlossenen und düsteren Gesicht. Er gehörte zu der von Cathar gedungenen Mörderbande, aber irgendwie paßte er nicht dazu. Er war still und in sich gekehrt, hielt sich meist ein wenig abseits von den anderen, und obwohl eigentlich nichts an ihm auffällig war, hob er sich schon durch seine bloße Anwesenheit von ihnen so stark ab, daß sich Torian sogar an seinen Namen erinnerte. Er hatte schon mehrfach überlegt, wie der junge Mann in diese Gesellschaft geraten konnte, war aber nie dazu gekommen, ihn zu fragen. Nach kurzem Zögern schluckte er den scharfen Verweis, der ihm auf der Zunge lag, hinunter. Im Grunde hatte Nassan nur ausgesprochen, was auch er insgeheim dachte. Was sie alle insgeheim dachten. Diese lichtfressende Schwärze dort vor ihnen war nur noch mit Zauberei zu bezeichnen, wie diese ganze fremde Welt, die sie mit dem ersten Schritt in den Flüsterwald betreten hatten, von Magie durchdrungen zu sein schien.

»Wahrscheinlich ist es nur eine Illusion«, wiegelte er ab, ohne daß es ihm allerdings gelang, in seiner Stimme die Überzeugung mitklingen zu lassen, die diese Worte eigentlich verlangt hätten. »Wir dürfen uns davon nicht verrückt machen lassen.«

Nassan nickte, dann seufzte er und trat ein paar Schritte zurück, um aus dem Schatten des Felsens zu gelangen. Es war unglaublich, aber die Dunkelheit tiefster Nacht und die grelle Helligkeit des Tages lagen in der Tat nur wenig auseinander. Nassan hob die linke Hand über das Gesicht, um sich vor dem grellroten Sonnenlicht des Morgens zu schützen, wischte sich mit Daumen und Zeigefinger die Tränen fort, die ihm Müdigkeit und Licht in die Augen getrieben hatten, und blickte beinahe andächtig in die Wüste hinaus. »Ich habe mich in den letzten Nächten oft gefragt, ob ich den Sonnenaufgang noch einmal sehen würde. Vielleicht ist es heute das letzte Mal. Der Morgen vor der Schlacht…« Er seufzte abermals. »Mein Gott, warum muß er immer so schön sein?«

Torian antwortete nicht. Was hätte er auch sagen sollen? Es war ein ausnehmend schöner Morgen, voller Ruhe und Frieden und einer schwer in Worte zu fassenden Sanftheit, und trotzdem hatte – vielleicht für alle außer ihm unsichtbar – der Tod bereits seine häßliche Klaue nach dem kommenden Tag ausgestreckt. Er lauerte in den Schatten, verbarg sich in den leise flüsternden Stimmen, die der Wind herantrug, und wartete dort oben in den finsteren Gewölben der Burg, die sich hinter der Wand unnatürlicher Dunkelheit verbargen. Und wenn dort oben wirklich etwas auf sie lauerte, dann würde es eine Schlacht geben, und dann würde vielleicht wirklich keiner von ihnen den nächsten Sonnenaufgang erleben. Er fragte sich, ob Nassan wohl mehr ahnen mochte, als er aussprach, aber er wußte auch, wie gefährlich Gedanken dieser Art waren, und daß er sie nicht ohne Widerspruch hinnehmen durfte.

»Du bist ein Narr«, erwiderte er härter, als vielleicht notwendig gewesen wäre. »Dies ist kein Platz für Träumer. Wenn du dauernd nur an den Tod denkst, dann spring doch in die Tiefe, und du wirst ihn kennenlernen.«

Nassan schien widersprechen zu wollen. Für einen Moment flammte Trotz in seinem Blick auf, dann purer Zorn: Sein Gesicht verzerrte sich zu einer Grimasse, und er legte die Hand auf den Schwertknauf, aber dann schien er sich im allerletzten Moment zu besinnen, wem er gegenüberstand, und statt aufzufahren, atmete er nur lautstark aus.

»Schon gut, ich habe es nicht so gemeint«, lenkte Torian ein. Seine Worte erschreckten ihn selbst. Er hatte Nassan nicht beleidigen wollen, aber wieder hatte er für wenige Sekunden diesen erschreckenden Drang verspürt, Böses zu tun; seine innere Antwort auf die äußere Umgebung. »In meiner Heimat gilt eine alte Weisheit«, fügte er rasch mit sanfterer Stimme hinzu. »Sie besagt, daß man den Tod herbeilockt, wenn man allzu oft an ihn denkt. Konzentriere dich auf das, was vor uns liegt, nicht auf Grübeleien über den Tod. Nicht jetzt und nicht hier. Aber nun sei still.« Er machte eine befehlende Geste, um seine Worte zu unterstreichen, lächelte Nassan aber noch einmal flüchtig zu, und wandte sich dann wieder dem Berghang und dem unheimlichen Schatten zu. Die Burg blieb, was sie war: ein düsterer, unheilverkündender Flecken Schwärze. Wie ein Loch in der Wirklichkeit.

Torian fror mit einem Mal noch stärker als zuvor, und wie zur Antwort auf seine Unheil ahnenden Gedanken erscholl irgendwo hinter ihnen ein helles, trockenes Knacken. Er fuhr zusammen, packte sein Schwert und riß es aus der Scheide.

»Was war das?« flüsterte Nassan. Seine Stimme kam Torian fremd vor, so sehr zitterte sie vor Furcht und nur mühsam unterdrücktem Entsetzen. Er antwortete nicht, sondern versuchte einige endlose Sekunden lang vergeblich, die Schwärze um sie herum mit Blicken zu durchdringen.

Dann wiederholte sich das Geräusch, und es war sehr viel lauter diesmaclass="underline" ein helles Knacken, wie das Kollern eines Steins. Und eine Sekunde später glaubte Torian einen Schatten zu sehen, der sich ihnen aus Richtung des Lagers näherte. Wahrscheinlich einer der Männer, der schon früh aufgestanden war.

»Wer ist da?« rief Torian.

Der Schatten antwortete nicht, aber er blieb stehen: ein großer, finsterer Umriß, gerade an der Grenze des Sichtbaren, jedoch unzweifelhaft der eines Menschen. Torian runzelte die Stirn, packte sein Schwert fester und trat einige Schritte vor.

»Wer ist da?« fragte er noch einmal, sehr viel schärfer diesmal und mit einer Kraft in der Stimme, die ihm der Zorn gab. Er machte noch einen Schritt weiter nach vorn, und jetzt glaubte er die schwarze Kutte Cathars zu erkennen. Er atmete auf. »Bei Ch’tuon, was soll das?« fragte er ärgerlich. »Warum antwortest du nicht?« Er ließ sein Schwert sinken.

Es war beinahe die letzte Bewegung seines Lebens und tatsächlich die letzte, die Nassan wahrnahm.

Die Gestalt verschwand blitzschnell und tauchte in der nächsten Sekunde wie ein Schatten wieder über ihnen auf; ein Dämon, den die Nacht ausgespien hatte und der lautlos und schnell wie der Tod war. Torian fand gerade noch Zeit, seinen schrecklichen Irrtum zu erkennen und herumzufahren, da blitzte es über ihm auf. Der Säbel der schwarzgekleideten Gestalt beschrieb einen engen, unglaublich raschen Halbkreis, trennte Nassans Kopf von den Schultern und hackte noch in der gleichen Bewegung nach Torians Kehle. Torian warf sich verzweifelt herum; trotzdem zerfetzte die rasiermesserscharf geschliffene Klinge sein Wams und das Kettenhemd darunter und hinterließ eine tiefe Wunde in seiner Schulter. Er brüllte vor Schmerz und Schrecken, kam endlich auf die Füße und parierte den blitzschnell nachgesetzten Hieb des Angreifers mit seiner eigenen Waffe.

Es war, als hätte er auf Stahl geschlagen. Sein eigenes Schwert, ungeschickt und viel zu unkontrolliert in die Höhe gerissen, wurde ihm aus der Hand geprellt, und ein dumpfes Pochen zuckte bis in seine Schultermuskeln hinauf und verwandelte sie in ein nutzloses Bündel aus Schmerz und verkrampftem Gewebe. Aber wenigstens nahm er dem Hieb so genügend von seiner Kraft, daß die Klinge ihn zwar noch traf und auch aus dem Gleichgewicht brachte, so daß er abermals zu Boden fiel, sein Panzerhemd aber nicht mehr durchtrennte.

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