Die Meisterin
- Автор: Канаван Труди
- Серия: Die Gilde der Schwarzen Magier #3
- Год: 2006
- Язык: немецкий
- Переводчик: Michaela Link
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:
»Es hat funktioniert!«, jubelte Faren. Ähnliche Triumphschreie kamen, gedämpft durch das Fenster, von draußen. Als Sonea die Qual in den Zügen des Ichani sah, schauderte sie mitfühlend. Der Mann sackte zusammen, und Sonea begriff, dass sie niemals genug Zeit haben würde, ihn zu erreichen, bevor er starb.
Trotzdem zerschlug sie das Fenster und brüllte, so laut sie konnte: »Geht weg von ihm!«
Die Männer blickten überrascht zu ihr empor.
Dann wurde alles weiß.
Sie riss einen Schild hoch, der sie selbst, Faren und seinen Stellvertreter umgab. Einen Moment später explodierte die Mauer des Raums nach innen. Sengende Hitze drang durch ihren Schild und zwang sie, ihn zusätzlich zu verstärken. Dann spürte sie, wie der Boden sich neigte und wegsackte, und sie stürzte in die Tiefe. Als sie unten aufkam, zog sie sich zitternd auf die Knie hoch.
Dann brach die Magie, die der sterbende Ichani freigesetzt hatte, abrupt ab. Sonea fand sich auf einem Haufen Schutt und rauchendem Holz wieder.
In einem Umkreis von hundert Schritten gab es nur noch verkohlte, qualmende Trümmer. Sonea blickte zu der Gasse hinüber. Von den Männern, die mit den Speeren zugestoßen hatten, war keine Spur zu entdecken. Schreckliche Traurigkeit stieg in ihr auf. Ich hätte sie retten können, hätte ich gewusst, welchen Plan sie verfolgten.
Faren und sein Stellvertreter rappelten sich hoch. Entsetzt sahen sie sich in den Ruinen um sie herum um.
»Cery hat gesagt, dass so etwas geschehen könnte«, murmelte Faren. »Er hat gesagt, meine Männer sollten sich anschließend so schnell wie möglich zurückziehen. Er hat jedoch nichts davon erwähnt, dass die Zerstörung so weit reichen würde.«
»Was ist passiert?«, fragte sein Stellvertreter mit gepresster Stimme.
Sonea versuchte zu sprechen, aber ihre Kehle war wie zugeschnürt. Sie schluckte und versuchte es noch einmal. »Was immer passiert, wenn ein Magier stirbt«, brachte sie schließlich heraus. »Alles, was ihm oder ihr an Magie noch geblieben ist, wird freigesetzt.«
Er sah sie mit weit aufgerissenen Augen an. »Wird… wird das Gleiche auch mit dir geschehen?«
»Ich fürchte ja. Es sei denn, meine Magie wäre erschöpft oder die Ichani entziehen sie mir vor meinem Tod.«
»Oh.« Der Mann schauderte und wandte sich ab.
»Wir hatten Glück, dass du da warst«, sagte Faren leise. »Wenn du nicht da gewesen wärst, wäre es uns genauso ergangen wie den Sklaven dort unten.«
Sonea folgte seinem Blick. Auf der Straße lagen mehrere dunkle Gestalten. Ein Frösteln überlief sie. Zumindest war es ein schneller Tod gewesen.
Faren lachte leise auf. »Nun, dann brauchen wir wenigstens nicht darüber nachzudenken, was wir mit ihnen anstellen sollen, nicht wahr?«
»Helft mir!«
Aufgeschreckt aus seiner Benommenheit, blickte Dannyl auf. Lord Osen stand in einem klaffenden Loch in der Seite eines Hauses. Er war mit Staub bedeckt, und sein Gesicht war tränenüberströmt.
»Lorlen ist verschüttet«, stieß Osen hervor. »Hat einer von Euch etwas Energie übrig?«
Dannyl sah Farand an, dann schüttelte er den Kopf.
»Dann… dann helft mir zumindest, ihn auszugraben.«
Sie folgten Osen in das Haus, in dem sie ein gewaltiger Trümmerhaufen erwartete. Der Staub flirrte im Licht. Dannyl hob den Kopf und stellte fest, dass das Dach mitsamt dem oberen Stockwerk eingestürzt war.
»Ich glaube, er ist hier«, sagte Osen und blieb in der Nähe der halb vergrabenen Vordertür stehen. Er ließ sich auf die Knie fallen und begann, mit bloßen Händen zu graben.
Dannyl und Farand halfen ihm. Es gab nichts, was sie sonst hätten tun können. Sie warfen Schutt und Steine beiseite, machten jedoch nur langsame Fortschritte. Dannyl schnitt sich an einer Glasscherbe, die er in dem Staub nicht gesehen hatte. Er fragte sich gerade, wie jemand unter diesen Trümmern überlebt haben konnte, als sich der gesamte Schutthaufen unter ihnen plötzlich bewegte. Ziegelsteine, Holzbalken und geborstenes Glas rollten auf die gegenüberliegende Mauer des Hauses zu.
Osen schüttelte sich, als hoffe er, auf diese Weise einen klaren Kopf zu bekommen, dann sah er sich im Raum um. Sein Blick fiel auf eine Stelle hinter Dannyl, und seine Augen weiteten sich.
Als Dannyl herumfuhr, bemerkte er eine Gestalt, die in dem Loch in der Seitenmauer des Hauses stand, eine dunkle Silhouette vor dem hellen Tageslicht. Der Fremde trug schlichte Kleidung, aber sein Gesicht war im Schatten seiner Kapuze verborgen.
Das dumpfe Poltern der sich verlagernden Trümmer verebbte.
»Du bist zurückgekommen.«
Diese Stimme war vertraut, aber schwach. Dannyl drehte sich wieder um, und Hoffnung flackerte in ihm auf, als er sah, dass Lorlen befreit war. Die Roben des Administrators waren mit Staub bedeckt. Sein Gesicht war zerschrammt, aber seine Augen leuchteten.
»Ja. Ich bin zurückgekommen.«
Dannyl sog scharf die Luft ein, als er auch diese Stimme erkannte. Er drehte sich um und starrte Akkarin an. Der verbannte Magier trat in den Raum.
»Nein!«, sagte Lorlen. »Komm nicht… näher.«
Akkarin blieb stehen. »Du stirbst, Lorlen.«
»Ich weiß.« Lorlen atmete in gequälten Stößen. »Ich… ich lasse nicht zu, dass du deine Kraft auf mich verschwendest.«
Akkarin machte noch einen Schritt auf den Administrator zu. »Aber -«
»Bleib stehen. Sonst werde ich tot sein, bevor du mich erreichst«, stieß Lorlen hervor. »Ich habe nur noch ein klein wenig Kraft übrig, gerade genug, um bei Bewusstsein zu bleiben. Ich brauche nichts anderes zu tun, als diese Kraft schneller zu verbrauchen.«
»Lorlen«, sagte Akkarin. »Es würde nur sehr wenig Magie kosten. Gerade genug, um dich am Leben zu halten, bis -«
»Bis die Ichani kommen, um mir den Rest zu geben.« Lorlen schloss die Augen. »Ich war einmal Heiler, wie du dich erinnerst. Ich weiß, was es kosten würde, diese Verletzungen zu beheben. Zu viel Magie. Du wirst alles, was du hast, benötigen, um sie aufzuhalten.« Er sah Akkarin an. »Ich verstehe, warum du mich belogen hast. Kyralias Sicherheit war wichtiger als unsere Freundschaft. Das ist sie noch immer. Ich möchte nur noch eines wissen. Warum hast du nicht geantwortet, als ich nach dir gerufen habe?«
»Ich konnte nicht«, sagte Akkarin. »Wenn die Gilde von meiner Anwesenheit in Imardin gewusst hätte, hätten die Ichani es aus den Gedanken ihres ersten Opfers gelesen. Sie wären zusammengeblieben. Allein sind sie verwundbar.«
»Ah.« Lorlen lächelte schwach. »Ich verstehe.«
Abermals fielen ihm die Augen zu. Akkarin machte noch einen Schritt auf seinen Freund zu. Lorlens Lider öffneten sich flatternd.
»Nein, das wirst du nicht tun«, flüsterte er. »Bleib, wo du bist. Erzähl mir… erzähl mir von Sonea.«
»Sie lebt«, sagte Akkarin. »Sie ist…«
Obwohl Akkarin den Satz nicht beendete, verzogen sich Lorlens Lippen zu einem schiefen Lächeln.
»Gut«, sagte er.
Dann entspannten sich seine Züge, und er stieß einen langen Seufzer aus. Akkarin lief auf ihn zu und ging in die Hocke. Er strich über Lorlens Stirn, und ein Ausdruck des Schmerzes trat in seine Züge. Dann griff er nach Lorlens Hand, senkte den Kopf und streifte ihm einen Ring vom Finger.
»Lord Osen«, sagte er.
»Ja?«
»Ihr, Botschafter Dannyl und…«, er sah zu Farand hinüber, »sein Begleiter dürft niemandem erzählen, dass ich hier bin. Wenn die Ichani herausfinden, dass Sonea und ich in der Stadt sind, wird das all unsere Chancen auf einen Sieg zunichte machen. Habt Ihr mich verstanden?«
»Ja«, antwortete Osen leise.
»Alle Ichani bis auf einen sind im Palast. Verlasst die Stadt, solange es noch möglich ist.«
Akkarin erhob sich, wandte sich abrupt ab und ging auf das Loch in der Mauer zu. Bevor er hinaustrat, konnte Dannyl einen flüchtigen Blick auf sein Gesicht werfen. Obwohl seine Züge hart und starr waren, glänzten seine Augen feucht.
Mehrere hundert Schritte von den Außenbezirken der Hüttenviertel entfernt bog Rothen von der Straße ab. Dort, wo früher einmal das Nordtor gewesen war, war nur noch ein klaffendes Loch. Dadurch hatte er auch die breitere Bresche in der Inneren Mauer gesehen.