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Die Meisterin

Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:

Wer über magische Fähigkeiten verfügt, hat in Imardin die Macht. Rücksichtslos setzen sich die Mitglieder der Gilde der schwarzen Magier über die Armen und Gewöhnlichen hinweg. Keiner wagt es, sich zu wehren. Nur Sonea, das Bettlermädchen, begehrt auf...
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»Öffnet sie selbst«, entgegnete der König. »Und dann werden wir ja sehen, ob meine Gilde so jämmerlich ist, wie Ihr sagt.«

Kariko wandte sich zu seinen Verbündeten um. »Nun, das ist wohl alles, was wir an Gastfreundschaft erwarten dürfen. Lasst uns die Schale aufbrechen und uns an dem Ei gütlich tun.«

Mit lässigen Bewegungen formierten die Ichani sich zu einer Reihe. Weiße Lichtblitze zuckten zu den Toren hinüber und trafen sie an den Seiten und in der Mitte. Sonea hörte Cery leise aufkeuchen, als das Metall zu glühen begann. Hunderte von Zaubern prasselten auf die Gestalten unter ihnen nieder. Und alle prallten an den Schilden der Ichani ab.

»Erkenne ihre Schwäche, Lorlen!«, zischte Akkarin. »Ihr müsst Euch auf einen Einzelnen konzentrieren!«

Als ein berstendes Geräusch den Raum erfüllte, zuckte Sonea zusammen. Akkarins Hand hatte auf der Papierblende neben dem Fenster gelegen. Jetzt zog er hastig die Finger von dem zerrissenen Papier weg und umklammerte stattdessen das Fenstersims.

»So ist es richtig!«, sagte er.

Als Sonea wieder hinausblickte, stellte sie fest, dass die Zauber jetzt allesamt auf einen einzigen Ichani gerichtet waren. Sie hielt den Atem an, denn sie erwartete, dass die Sachakaner ihre Schilde zusammenfügen würden, aber genau das taten sie nicht.

»Dieser Mann.« Akkarin deutete mit dem Finger auf den Ichani, der angegriffen wurde. »Er wird unser erstes Opfer sein.«

»Falls er die Gruppe verlässt«, fügte Cery hinzu.

Kariko wandte sich zu seinem Verbündeten um, dessen Kräfte langsam schwanden, dann blickte er wieder zur Mauer empor. Ein Lichtblitz schnellte von ihm zu den Gestalten über dem Tor hinauf, wurde jedoch von dem gemeinsamen Schild der Gilde abgewehrt.

Dann ergoss sich eine weiße Wolke aus den Toren. In dem Metall hatte sich ein glühendes Loch gebildet, und von hinten kamen weitere Wolken nach.

»Auf der anderen Seite müssen einige Häuser Feuer gefangen haben«, bemerkte Cery düster.

Akkarin schüttelte den Kopf. »Noch nicht. Das ist Dampf, kein Rauch. Die Wache gießt Wasser auf die hölzernen Befestigungen, damit sie nicht brennen.«

Es schien ein lächerlich schwacher Versuch zu sein, die Ichani aufzuhalten, und doch verbrauchte jedes Hindernis, das die Sachakaner überwinden mussten, ein wenig von ihrer Kraft. Sonea blickte abermals zu der Mauer hinauf. Der König und die Magier über dem Tor eilten zu beiden Seiten davon, fort von den wogenden Dampfwolken.

Dann bewegte sich eines der Tore. Als es nach vorn sackte, murmelte Cery einen Fluch. Es krachte mehrmals, bevor das Tor aus den Angeln brach und zu Boden fiel. Dahinter füllte ein Gerüst aus Holz und Eisen die Lücke. Während die Wachen hastig von dem Gerüst kletterten, fiel bereits das zweite Tor.

Kariko wandte sich zu seinen Gefährten um.

»Sie glauben, sie können uns damit aufhalten?« Er lachte und drehte sich wieder um, um die Befestigungen anzustarren.

Die Luft kräuselte sich, dann knickte das Gerüst nach innen ein, als sei es von einer riesigen, unsichtbaren Faust getroffen worden. Das Knarren von berstendem Holz und gequältem Metall drang durch die Lücke in der Mauer, dann brachen die Befestigungen zusammen.

Sonea hob den Kopf und sah, dass die Magier auf der Mauer beinahe alle verschwunden waren. Die Ichani marschierten in die Stadt ein. Aus den Häusern zu beiden Seiten der Straße wurden Zauber auf sie hinabgeschleudert, aber die Sachakaner ignorierten sie. Sie marschierten weiter auf die Innere Mauer zu.

Akkarin trat von dem Fenster weg und drehte sich zu Cery um.

»Wir müssen in die Stadt, schnell«, sagte er.

Cery lächelte. »Kein Problem. Ihr braucht mir lediglich zu folgen.«

Es dauerte nicht lange, bis Farand nach Luft rang. Dannyl hielt den jungen Mann am Arm fest und verlangsamte das Tempo zu einem schnellen Gehen. Der junge Mann drehte sich um, und Furcht stand in seinen Zügen.

»Sie werden uns nicht folgen«, versicherte ihm Dannyl. »Ich glaube, sie wollen zum Inneren Ring.«

Farand nickte. Der junge Magier war neben Dannyl auf der Mauer erschienen, vielleicht auf der Suche nach dem Trost eines vertrauten Gesichts. Die Magier vor ihnen entfernten sich immer weiter, bis sie schließlich nicht mehr zu sehen waren.

»Werden wir… rechtzeitig… dort sein?«, keuchte Farand, als sie schließlich das Westviertel erreicht hatten.

»Ich hoffe es«, antwortete Dannyl. Inzwischen hatten die ersten Magier die Innere Mauer erreicht und eilten bereits über die Brustwehr. Er sah Farand an, der zwar immer noch bleich war, sich jedoch tapfer weitermühte. »Aber sicher ist das nicht.«

Er bog in die nächste Straße ein. Die Mauer war jetzt direkt vor ihnen. Als sie sie erreichten, legte Dannyl die Hände auf Farands Schultern. Er schuf eine Energiescheibe unter ihren Füßen und ließ sie, so schnell er es wagte, aufwärts schweben. Bei dem plötzlichen Aufstieg krampfte sich sein Magen beunruhigend zusammen.

»Ich dachte, wir sollten keine Magie benutzen, außer im Kampf«, stieß Farand hervor.

Oben auf der Mauer angekommen, setzte Dannyl sie wieder ab. »Du bist offenkundig noch zu schwach, um zu laufen«, sagte er. »Es ist besser, wir kommen rechtzeitig hier an, so dass ich deine Energie noch kanalisieren kann.«

Ein Magier kam auf sie zugeeilt, das Gesicht gerötet vor Anstrengung, und sie folgten ihm die Mauer entlang. Dannyl blickte auf den Inneren Ring hinab, und Angst regte sich in ihm. Tayend war dort unten. Obwohl das Haus, in dem der Gelehrte sich versteckte, auf der anderen Seite des Palastes lag, würde es ihm keinen Schutz bieten, wenn die Ichani erst durch die Stadt streiften.

Als sie die Reihe der Magier auf der Mauer erreicht hatten, sandte Dannyl seine Kraft aus, um den Schild der Gilde zu verstärken. Die Ichani standen vor den Toren und redeten miteinander.

»Warum haben sie noch nicht angegriffen?«, fragte Farand.

Dannyl betrachtete die Angreifer genauer. »Das weiß ich nicht. Es sind nur sechs. Einer fehlt.«

In diesem Moment kam die Sachakanerin aus einer Nebenstraße und schlenderte auf ihre Gefährten zu. Der Anführer verschränkte die Arme vor der Brust und ging ihr entgegen. Dannyl sah, dass sie die Lippen bewegten. Die Frau lächelte, aber als der Anführer sich abwandte, verzerrte sich das Lächeln zu einem höhnischen Grinsen.

»Sie ist rebellisch«, sagte Farand. »Das könnte später nützlich sein.«

Dannyl nickte, dann richtete er seine Aufmerksamkeit wieder auf die Ichani, die jetzt angriffen. Zauber schossen durch die Luft, und er spürte eine Vibration unter den Füßen.

»Sie greifen die Mauer an«, erklärte ein Heiler in ihrer Nähe.

Die Vibration schwoll schnell zu einem Beben an. Die Magier, die den Toren am nächsten standen, hatten Mühe, das Gleichgewicht zu wahren. Einige waren in die Hocke gegangen. Als der Schild der Gilde zersplitterte, wurden einige Magier von der Mauer gerissen.

— Angriff!

Es war Balkans Gedankenstimme. Dannyl richtete sich auf. Sein eigener Zauber mischte sich unter die vielen hundert anderen, die auf die Sachakaner hinunterprasselten. Jemand legte ihm eine Hand auf die Schulter, und er spürte, wie Farands Kraft die seine verstärkte.

Das Beben und der Lärm brachen abrupt ab. Die Ichani zogen sich von den Toren zurück. Hoffnung wallte in Dannyl auf, obwohl er keine Ahnung hatte, wovor die Sachakaner zurückwichen.

Dann stürzten die Tore nach außen um und krachten zu Füßen der Ichani auf den Boden. Trümmer der zerstörten Mauer flogen durch die Luft. Kariko blickte zu den Magiern zu beiden Seiten der Bresche empor und lächelte mit offenkundiger Befriedigung.

— Verlasst die Mauer, befahl Balkan.

Sofort liefen die Magier zu den hölzernen Treppen, die in der Innenseite der Mauer eingebaut waren. Dannyl und Farand stürzten ihnen nach.

»Was jetzt?«, keuchte Farand, als sie unten angekommen waren.

»Wir treffen uns mit Lord Vorel.«

»Und dann?«

»Ich weiß es nicht. Vorel wird wohl Anweisungen haben.«

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