Der Graf von Monte Christo
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Max Pannwitz
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:
Ich werde Ihnen auch denBeweis geben, erwiderte der Graf und läutete.
Baptistin trat ein undbliebwartend an der Tür stehen.
Baptistin, was sagte ich Ihnen, als ich Sie heute morgen in mein Arbeitszimmer rief?
Siebefahlen mir, die Tür des Herrn Grafen schließen zu lassen, sobald es fünf Uhr geschlagen hätte, antwortete der Diener. Hernach hießen Sie mich nur den Herrn MajorBartolomeo Cavalcanti empfangen.
Sie hören, den Herrn MajorBartolomeo Cavalcanti, einen Mann vom ältesten Adel Italiens, dessen Namen Dante zu verherrlichenbemüht war; ferner seinen Sohn, einen reizenden jungen Mann, ungefähr von Ihrem Alter, Vicomte, der denselben Titel führt wie Sie und in die Pariser Welt mit den Millionen seines Vaters eintritt. Der Majorbringt mir heute abend seinen Sohn Andrea, den Contino, wie wir in Italien sagen. Er will ihn mir anvertrauen, und ich werde sein Glück zu fördern suchen, wenn er einiges Verdienstbesitzt. Nicht wahr, Sie helfen mir?
Ganz gewiß! Dieser Major Cavalcanti ist wohl ein alter Freund von Ihnen? fragte Albert.
Keineswegs, er ist ein würdiger, sehr höflicher, sehrbescheidener, sehr diskreter Herr, wie es in Italien eine Menge gibt. Ich habe ihn wiederholt in Florenz, inBologna, in Lucca gesehen, und er teilte mir seine Ankunft mit. Die Reisebekanntschaften sind anspruchsvoll; sie verlangen überall von uns die Freundschaft, die wir ihnen zufällig einmal erzeigt haben. Dieser gute Major Cavalcantibesucht Paris wieder, das er nur einmal im Vorübergehen unter der Kaiserherrschaft gesehen hat. Ich gebe ihm ein gutes Diner, er läßt mir seinen Sohn hier, ich verspreche, ihn zu überwachen, lasse ihn alle Torheitenbegehen, und wir sind quitt.
Vortrefflich! rief Albert, ich sehe, Sie sind ein kostbarer Mentor. Gottbefohlen, bis Sonntag sind wir zurück. Doch ich habe Nachricht von Franz erhalten.
Ah! wirklich? Gefällt es ihm immer noch in Italien.
Ich denke ja; erbedauert indessen, daß Sie nicht mehr dort sind, denn er sagt, Sie seien die Sonne von Rom, und ohne Sie herrsche dort trübes Wetter.
Er ist also von seiner Ansicht über mich zurückgekommen?
Im Gegenteil, erbeharrt daraus, Sie für höchst phantastisch zu halten; darumbedauert er Ihre Abwesenheit.
Ein liebenswürdiger junger Mann, versetzte Monte Christo; ich fühlte für ihn schon eine lebhafte Sympathie am ersten Abend, als ich ihn auf der Insel Monte Christo nach irgend einem Abendessen Ausschau halten sah und ihm Gastfreundschaft erweisen durfte. Er ist, glaube ich, ein Sohn des Generals d'Epinay, der im Jahre 1815 auf eine so erbärmliche Weise von denBonapartisten ermordet wurde?
Ganz richtig.
Liegt für ihn nicht auch ein Heiratsplan vor?
Ja, er soll sich mit Fräulein von Villefort vermählen, wie ich Fräulein Danglars heiraten soll, erwiderte Albert lachend.
Sie lachen?
Ich lache, weil es mir vorkommt, alsbesitze er ebensoviel Sympathie für die Heirat, wie ich für eine Verbindung zwischen mir und Fräulein Danglars. Aber wahrhaftig, lieber Graf, wir plaudern von Frauen, wie die Frauen von Männern plaudern. Das ist unverzeihlich! Albert stand auf.
Sie gehen?
Die Frage ist gut! Seit zwei Stunden quäle ich Sie, und Sie haben die Höflichkeit, mich zu fragen, obich gehe! In der Tat, Graf, Sie sind der artigste Mann der Erde! Und IhreBedienten, wie sind sie dressiert, besonders HerrBaptistin! Ich konnte nie einen solchen Menschenbekommen.
Er wandte sich zum Gehen und rief: Welchen Dienst würden Sie mir leisten, und wie wollte ich Sie noch hundertmal mehr lieben, wenn ich mit Ihrer Hilfe Junggesellebliebe, und wäre es nur noch zehn Jahre lang!
Alles ist möglich, erwiderte Monte Christo mit ernstem Tone. Er verabschiedete sich von Albert und trat in sein Arbeitszimmer, wo erBertuccio fand.
HerrBertuccio, sagte der Graf, wissen Sie, daß ich am Sonnabend in meinem Hause in Auteuil eine Gesellschaft gebe?
Bertuccio erwiderte leicht schaudernd: Gut, gnädiger Herr.
Ichbedarf Ihrer, fuhr der Graf fort, damit alles aufsbeste vorbereitet wird. Das Haus ist sehr schön oder kann wenigstens sehr schön sein.
Man müßte zu diesem Zwecke alles verändern, Herr Graf, denn die Tapeten sehen recht alt aus.
Verändern Sie alles, mit Ausnahme des roten Schlafzimmers, dies lassen Sie ganz, wie es ist! Den Garten lassen Sie ebenfalls unberührt, aber aus dem Hofe, zumBeispiel, machen Sie alles, was Sie wollen! Es wird mir sogar angenehm sein, wenn man ihn nicht wiedererkennen kann.
Ich werde tun, was in meinen Kräften liegt, um den Herrn Grafen zufrieden zu stellen.
Der Major Cavalcanti
Es schlug sieben Uhr, undBertuccio war seit zwei Stunden nach Auteuil abgereist, als ein Fiaker vor der Tür des Hotels hielt und an dem Gitter einen Mann von etwa zweiundfünfzig Jahren absetzte, der einen von jenen Röcken mit schwarzenBorten trug, deren Geschlecht in Europa unvergänglich zu sein scheint. Eine weite Hose, ziemlich reinliche Stiefel, hirschlederne Handschuhe, eine schwarze Halsbinde mit einem schmalen weißen Streifen, die man, wenn sie ihr Eigentümer nicht freiwillig getragen haben würde, für ein Halseisen hätte halten können, das war die malerische Tracht, in welcher der Mensch erschien, der an dem Gitter läutete, hier fragte, obnicht in Nr. 30 der Avenue der Champs‑Elysees der Graf von Monte Christo wohne, und auf diebejahende Antwort des Portiers eintrat.
Der kleine, eckige Kopf dieses Menschen, seine weißlichen Haare und sein dicker, grauer Schnurrbart machten ihn fürBaptistin erkenntlich, denn dieserbesaß das genaue Signalement des Gastes und erwartete ihn im untern Hausflur. Kaum hatte er seinen Namen vor dem Diener ausgesprochen, als Monte Christo von seiner Ankunftbenachrichtigt wurde.
Man führte den Fremden in den einfachsten Salon. Der Graf erwartete ihn daselbst und ging ihm mit lachender Miene entgegen. Ah! lieber Herr, sagte er, seien Sie willkommen! Ich erwartete Sie.
Wirklich? erwiderte der Lukkeser, Eure Exzellenz erwartete mich?
Ja, ich war von Ihrer Ankunft auf heute um sieben Uhrbenachrichtigt.
Sie waren von meiner Ankunftbenachrichtigt?
Vollkommen.
Ah! destobesser, ichbefürchtete, man hätte diese Vorsichtsmaßregel vergessen.
Welche?
Sie in Kenntnis zu setzen.
Oh, nein!
Sind Sie dessen gewiß, täuschen Sie sich nicht?
Ichbin dessen gewiß.
Mich erwartete Eure Exzellenz heute abend um sieben Uhr?
Allerdings Sie. Ich will Ihnen denBeweis geben.
Oh, wenn Sie mich erwarteten, so ist es nicht der Mühe wert.
Doch! doch! rief Monte Christo.
Der Lukkeser schien etwasbeunruhigt.
Sprechen Sie, sind Sie nicht der MarquisBartolomeo Cavalcanti?
Bartolomeo Cavalcanti, wiederholte freudig der Lukkeser, so ist es.
Exmajor in österreichischen Diensten?
War ich Major? fragte schüchtern der alte Soldat.
Ja, sagte Monte Christo, Major. Das ist der Name, den man in Frankreich dem Grade gibt, den Sie in Italien einnahmen.
Gut, versetzte der Lukkeser, Siebegreifen, mir ist es ganz lieb…
Übrigens, kommen Sie nicht aus eigenem Antriebe hierher?
Allerdings.
Sie sind durch den vortrefflichen AbbéBusoni an mich gewiesen worden?
So ist es, rief der Major.
Und Sie haben einenBrief?
Hier ist er.
Monte Christo nahm denBrief, öffnete und las ihn.
Der Major schaute den Grafen mit großen, erstaunten Augen an, die zwar neugierig in allen Teilen des Gemaches umherliefen, jedoch immer wieder zu dessen Eigentümer zurückkehrten.
So ist es… der liebe Abbé… Der Major Cavalcanti, ein würdiger Patricier aus Lucca, von den Cavalcanti in Florenz abstammend, fuhr Monte Christo lesend fort, imBesitze eines Vermögens, das jährlich eine halbe Million abwirft.