Der Graf von Monte Christo
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Max Pannwitz
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:
Ja, aber garantiert durch Lord Wilmore, der Ihnen auf dieBitte Ihres Vaters einen Kredit von fünftausend Franken monatlichbei Herrn Danglars, einem der sicherstenBankiers von Paris, eröffnet hat.
Und mein Vater gedenkt, lange in Paris zubleiben? fragte Andrea mit derselben Unruhe.
Nur einige Tage, antwortete Monte Christo. Sein Dienst erlaubt ihm nicht, länger als zweibis drei Wochen abwesend zu sein.
Oh, der liebe Vater! rief Andrea, sichtbar entzückt über diese schnelle Abreise.
Auch will ich, versetzte Monte Christo, der sich stellte, als täuschte er sich über das in den Worten des jungen Mannes zum Ausdruck gekommene Gefühl, auch will ich die Stunde Ihrer Wiedervereinigung keinen Augenblick mehr verzögern. Sind Sie vorbereitet, den würdigen Herrn Cavalcanti zu umarmen?
Sie zweifeln hoffentlich nicht daran?
Nun, so treten Sie in diesen Salon, mein junger Freund, und Sie werden Ihren Vater finden, der Sie erwartet.
Andrea machte eine tiefe Verbeugung vor dem Grafen und trat in den Salon.
Der Graf folgte ihm mit den Augen und drückte, sobald er ihn verschwinden sah, an einer Feder, die mit einem Gemälde in Verbindung stand, das sich aus dem Rahmen schobund so durch einen geschickt angebrachten Zwischenraum denBlick in den Salon dringen ließ.
Andrea machte die Tür hinter sich zu und näherte sich dem Major, der sich erhob, sobald er das Geräusch seiner Tritte hörte.
Ah! mein Herr und lieber Vater, sagte Andrea mit lauter Stimme und so, daß es der Graf durch die geschlossene Tür hören konnte, sind Sie es wirklich?
Guten Tag, mein lieber Sohn, sagte der Major mit ernstem Tone.
Nach so vielen Jahren der Trennung, fuhr Andrea, nach der Tür schielend fort, welch ein Glück, uns wiederzusehen!
In der Tat, die Trennung hat lange gedauert.
Umarmen wir uns nicht, mein Herr? fragte Andrea.
Und diebeiden umarmten sich, wie man sich auf derBühne umarmt, das heißt, sie streckten sich den Kopf über die Schulter.
So sind wir also wieder vereinigt? sagte Andrea.
Wir sind wiedervereinigt, wiederholte der Major.
Um uns nie mehr zu trennen?
In der Tat; ich glaube, mein lieber Sohn, Siebetrachten Frankreich nunmehr als ein zweites Vaterland?
Ich wäre allerdings in Verzweiflung, wenn ich Paris verlassen müßte.
Und ich vermöchte, wie Siebegreifen, nicht außerhalbLuccas zu leben. Ich werde daher sobald als möglich nach Italien zurückkehren.
Doch ehe Sie abreisen, mein geliebter Vater, stellen Sie mir ohne Zweifel die Papiere zu, mit deren Hilfe ich imstandebin, leicht nachzuweisen, von welchemBlute ich abstamme.
Allerdings, denn ich komme ausdrücklich deshalbund habe es mich so viel Mühe kosten lassen, Sie zu treffen, um sie Ihnen zustellen zu können.
Andrea griff gierig nach dem Trauscheine seines Vaters, nach seinem eigenen Taufscheine und durchlief, nachdem er das Ganze mit einembei einem guten Sohn erklärlichen Ungestüm geöffnet hatte, die Papiere mit einer Hast und Gewandtheit, die zugleich das geübte Auge und das lebhafteste Interesse verrieten.
Als er damit zu Ende war, erglänzte ein unbeschreiblicher Ausdruck von Freude auf seiner Stirn, und er sagte, den Major mit einem seltsamen Lächeln anschauend, in vortrefflichem Toskanisch: Ah! es gibt also keine Galeeren in Italien?
Der Major warf sich zurück und rief: Was meinen Sie?
Daß man ungestraft solche Dokumente fabriziert? Für die Hälfte davon, mein vielgeliebter Vater, würde man Sie in Frankreich auf fünf Jahre die Luft von Toulon einatmen lassen.
Wiebeliebt? sagte der Lukkeser, der eine majestätische Miene zu erlangen suchte.
Mein lieber Herr Cavalcanti, sagte Andrea, den Major am Arme fassend, wieviel gibt man Ihnen dafür, daß Sie mein Vater sind?
Der Major wollte sprechen.
Stille! sagte Andrea, die Stimme dämpfend, ich will Ihnen zuerst Vertrauen schenken; manbezahlt mir fünfzigtausend Franken jährlich dafür, daß ich Ihr Sohnbin; Siebegreifen folglich, daß ich nie geneigt sein werde, zu leugnen, Sie seien mein Vater.
Der Major schaute unruhig umher.
Oh! seien Sie unbesorgt, wir sind allein, versetzte Andrea; überdies sprechen wir Italienisch.
Nun wohl, mir gibt man ein für alle Mal fünfzigtausend Franken, sprach der Lukkeser.
Herr Cavalcanti, glauben Sie an Feenmärchen?
Nein, früher nicht; aber jetzt muß ich daran glauben.
Sie haben alsoBeweise erhalten?
Der Major zog eine Handvoll Gold aus seiner Tasche.
Handgreifliche, wie Sie sehen.
Sie denken, ich könne den Versprechungen trauen, die man mir gemacht hat?
Ich glaube es.
Und dieserbrave Mann von einem Grafen werde sie halten?
Punkt für Punkt; doch Siebegreifen, um zu diesem Ziele zu gelangen, müssen wir unsere Rollen spielen.
Wie denn? Ich als zärtlicher Vater.
Und ich als ehrfurchtsvoller Sohn.
Da sie verlangen, daß Sie von mir abstammen.
Welche sie?
Verdammt, ich weiß es nicht, die, welche uns schrieben; haben Sie nicht auch einenBriefbekommen?
Doch wohl.
Von wem?
Von einem gewissen AbbéBusoni.
Den Sie nicht kennen?
Ich habe ihn nie gesehen. Was sagte Ihnen derBrief, den Sie erhielten?
Sie werden mich nicht verraten?
Ich werde mich wohl hüten, unsere Interessen sind dieselben.
So lesen Sie.
Und der Major gabdem jungen Mann einenBrief.
Andrea las mit leiser Stimme:
Sie sind arm, ein unglückliches Alter erwartet Sie. Wollen Sie, wenn nicht reich, doch wenigstens unabhängig werden?
Reisen Sie auf der Stelle nach Paris und fordern Siebei dem Herrn Grafen von Monte Christo, Avenue des Champs Elysées, Nr. 30, den Sohn zurück, den Sie von der Marchesa Corsinari gehabt haben und der Ihnen in einem Alter von fünf Jahren gestohlen worden ist.
Dieser Sohn heißt Andrea Cavalcanti.
Damit Sie die Absicht des Unterzeichneten, Ihnen angenehm zu sein, nicht in Zweifel ziehen, finden Sie anbei:
Eine Anweisung von zweitausend vierhundert toskanischen Lire, zahlbarbei Herrn Gozzi in Florenz.
EinenBrief zum Zweck der Einführungbei dem Herrn Grafen von Monte Christo, auf den ich Sie mit einer Summe von achtundvierzigtausend Franken akkreditiere.
Finden Sie sich am 26. Mai abends um sieben Uhrbei dem Grafen ein.
AbbéBusoni.
So ist es.
Wie, so ist es? Was wollen Sie damit sagen? fragte der Major.
Ich sage, daß ich einen ungefähr ähnlichenBrief erhalten habe.
Sie? Von dem AbbéBusoni?
Von einem Engländer, von einem gewissen Lord Wilmore, der den Namen Simbad der Seefahrer annahm.
Und den Sie ebensowenig kennen, wie ich den AbbéBusoni?
Doch; ichbin weiter vorgerückt als Sie.
Sie haben ihn gesehen?
Ja, einmal.
Wo?
Ah! das ist es gerade, was ich Ihnen nicht sagen kann; sonst wüßten Sie so viel wie ich, und das ist nicht nötig.
DieserBrief sagte Ihnen?
Lesen Sie!
Sie sind arm und sehen nur einer elenden Zukunft entgegen; wollen Sie einen Namen haben, frei sein, reich sein?
Nehmen Sie den Postwagen, den Siebespannt finden, wenn Sie von Nizza durch das Genueser Tor weggehen. Reisen Sie durch Turin, Chambéry und Pont‑de‑Beauvoisin. Begeben Sie sich zu dem Grafen von Monte Christo, Avenue des Champs Elysées, am 26. Mai um sieben Uhr abends, und fordern Sie Ihren Vater von ihm.
Sie sind der Sohn des MarquisBartolomeo Cavalvanti und der Marchesa Oliva Corsinari, wie dies die Ihnen von dem Marquis zu übergebenden Papierebestätigen werden, die Ihnen unter diesem Namen in der Pariser Welt zu erscheinen gestatten.
Was Ihren Rangbetrifft, so wird Sie eine Rente von fünfzigtausend Lire in den Stand setzen, denselben zubehaupten.