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Der Graf von Monte Christo

Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:

Mit erst neunzehn Jahren steht der französische Seemann Edmond Dantes vor dem Abgrund: Zwei schurkische Freunde haben ihn seiner Geliebten und seiner Zukunft beraubt, boshafte Intrigen haben ihn ins Gefängnis gebracht. Nach vierzehn schmachvollen Jahren jedoch gelingt ihm die Flucht aus seinem düsteren Kerker im Château d`If. Als begüterter Graf von Monte Christo kehrt er ins Leben zurück und bewegt sich fortan in den höheren Kreisen der Pariser Gesellschaft – beseelt nur von einem Gedanken: Rache. Nun ist er derjenige, der die Fäden zieht, um seinen Peinigern das Handwerk zu legen …
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Warum? fragte Eugenie.

Damit wir mit ihm sprechen könnten; bist du nichtbegierig, ihn zu sehen?

Nicht im geringsten.

Seltsames Kind! murmelte dieBaronin.

Oh! er wird wohl von selbst kommen, sagte Morcerf. Er hat Sie gesehen, gnädige Frau, und grüßt Sie soeben.

DieBaronin gabdem Grafen seinen Gruß mit einem reizenden Lächeln zurück.

Wohl, ich opfere mich, sagte Morcerf; ich verlasse Sie und will sehen, obes nicht möglich ist, mit ihm zu sprechen.

Das ist ganz einfach, gehen Sie in seine Loge.

Ichbin nicht vorgestellt.

Wem?

Der schönen Griechin.

Es ist eine Sklavin, sagen Sie.

Doch Siebehaupten, es sei eine Prinzessin… Nein!.. ich hoffe, wenn er mich hinausgehen sieht, wird er auch hinausgehen.

Es ist möglich. Gehen Sie!

Ich gehe, sagte Morcerf und ging hinaus. In dem Augenblick, wo er an der Loge des Grafen vorüberkam, öffnete sich wirklich die Tür; der Graf sagte einige arabische Worte zu Ali, der im Flur stand, und nahm Morcerf am Arme.

Ali schloß die Tür wieder und stellte sich davor; esbildete sich im Gange eine ganze Versammlung um den Nubier.

In der Tat, sagte Monte Christo, Ihr Paris ist eine seltsame Stadt, und Ihre Pariser sind ein seltsames Volk. Schauen Sie, wie sie sich um Ali drängen, der nicht weiß, was dasbedeuten soll.

Glauben Sie mir, daß sich Ali dieser Popularität nur erfreut, weil er Ihnen gehört und Sie in diesem Augenblick der Mann der Mode sind.

Wirklich? Und was erwirbt mir diese Gunst?

Bei Gott! Sie selbst. Sie verschenken Gespanne von tausend Louisd'or; Sie retten Staatsanwaltsfrauen das Leben; Sie lassen unter dem Namen MajorBlack Vollblutpferde mit Jockeys so groß wie Quistitis rennen.

Und wer zum Teufel hat Ihnen alle diese Tollheiten erzählt?

Zuerst, Frau Danglars, die vor Verlangen stirbt, Sie in Ihrer Loge zu sehen; sodann das Journal vonBeauchamp und endlich meine eigene Einbildungskraft. Warum nennen Sie Ihr Rennpferd Vampa, wenn Sie das Inkognitobehaupten wollen?

Ah! Sie haben recht, das war eine Unklugheit. Doch sagen Sie mir, kommt der Graf von Morcerf nicht auch zuweilen in die Oper? Ich habe ihn überall mit den Augen gesucht und nirgendsbemerkt.

Ich glaube, er wird heute abend in die Loge derBaronin kommen.

Die reizende Person, welchebei ihr sitzt, ist ihre Tochter?

Ja.

Ich mache Ihnen mein Kompliment. Doch mein lieber Graf, wir sprechen später hiervon. Was sagen Sie aber zu der Musik? Morcerf lächelte und erwiderte: Zu welcher Musik?

Zu der, die Sie soeben gehört haben.

In diesem Augenblick ertönte das Glöckchen.

Sie werden mich entschuldigen, sagte der Graf, nach seiner Loge zurückkehrend.

Wie, Sie gehen?

Sagen Sie der Gräfin G…, wenn Sie sie sprechen, viel Schönes von ihrem Vampir.

Und derBaronin?

Ich werde die Ehre haben, wenn sie es mir erlaubt, ihr heute abend meine Aufwartung zu machen.

Während des dritten Aktes fand sich der Graf von Morcerf, wie er versprochen hatte, bei Frau Danglars ein. Der Graf war keiner von den Menschen, die in einem Saale einen Aufruhr hervorbringen; auchbemerkte niemand seine Ankunft außer den Personen in seiner Loge.

Monte Christo sah ihn indessen, und ein leichtes Lächeln umspielte seine Lippen.

Haydee sah nichts, solange der Vorhang ausgezogen war; wie jede Urnaturbetete sie alles an, was zum Ohr und zum Gesicht spricht.

Nach dem dritten Akt verließ der Graf seine Loge und erschien einen Augenblick nachher in der derBaronin Danglars.

DieBaronin konnte sich nicht enthalten, einen Schrei freudigen Erstaunens auszustoßen.

Ah! Sie kommen, Herr Graf, rief sie; es drängte mich in der Tat, meinen mündlichen Dank dem schriftlichen hinzuzufügen, den ichbereitsbei Ihnen abgestattet habe.

Oh! gnädige Frau! Sie erinnern sich noch dieser Kleinigkeit? Ich hatte siebereits vergessen, sagte der Graf.

Ja; aber das vergißt man nicht, Herr Graf, daß Sie am andern Tage meine arme Freundin aus der Gefahr errettet haben, der sie durch eben diese Pferde preisgegeben war.

Auch diesmal, gnädige Frau, verdiene ich Ihren Dank nicht; es war Ali, mein Nubier, der das Glück hatte, Frau von Villefort diesen ausgezeichneten Dienst zu leisten.

War es auch Ali, der meinen Sohn den Händen der römischenBanditen entriß? sagte der Graf von Morcerf.

Nein, Herr Graf, sagte Monte Christo, die Hand drückend, die ihm der General reichte, nein, diesmal nehme ich den Dank für meine Rechnung an; aber Sie haben mir diesen Dankbereits abgestattet, und ich habe ihn angenommen, und esbeschämt mich in der Tat, daß ich Sie noch erkenntlich finde. Ichbitte Sie, erweisen Sie mir die Ehre, FrauBaronin, mich Ihrer Fräulein Tochter vorzustellen.

Oh! Sie sind schon vorgestellt, wenigstens dem Namen nach, denn seit einigen Tagen sprechen wir nur von Ihnen. Eugenie, fuhr dieBaronin, sich gegen ihre Tochter umwendend, fort, der Herr Graf von Monte Christo.

Der Graf verbeugte sich; Fräulein Danglars machte eine leichteBewegung mit dem Kopfe.

Sie haben einebewunderungswürdige Personbei sich, sagte Eugenie, ist es Ihre Tochter?

Nein, mein Fräulein, erwiderte Monte Christo, erstaunt über diese außerordentliche Offenherzigkeit oder diese merkwürdige Entschiedenheit, es ist eine arme Griechin, deren Vormund ichbin.

Und sie heißt?

Haydee, antwortete Monte Christo.

Eine Griechin! murmelte der Graf von Morcerf.

Ja, Graf, sagte Frau Danglars, sagen Sie mir, obSie je an dem Hofe von Ali Pascha Tependelini, dem Sie so glorreich dienten, eine so herrliche Tracht gesehen haben, wie die, welche wir hier vor Augen haben?

Ah! Sie haben in Janina gedient, Herr Graf?

Ich war Generalinstruktor der Truppen des Paschas, antwortete Morcerf, und ich mache kein Geheimnis daraus, daß mein geringes Vermögen von der Freigebigkeit dieses erhabenen albanesischen Heerführers herrührt.

Sehen Sie nur! sagte Frau Danglars.

Wo denn? stammelte Morcerf.

Dort! sagte Monte Christo.

Und den Grafen mit seinem Arme umfassend, neigte er sich mit ihm zur Loge hinaus.

In diesem Augenblicke gewahrte Haydee, die den Grafen mit den Augen suchte, seinenbleichen Kopf neben dem Morcerfs, den er umfaßt hielt.

Dieser Anblickbrachte auf die Griechin die Wirkung eines Medusenhauptes hervor; sie machte eineBewegung vorwärts, als wollte siebeide mit den Augen verschlingen; dann warf sie sich fast in derselben Sekunde wieder zurück und stieß einen schwachen Schrei aus, der jedoch von den Personen, die ihr zunächst waren, und von Ali gehört wurde, der sogleich die Tür öffnete.

Was ist denn Ihrem Mündelbegegnet, Herr Graf? fragte Eugenie, man sollte glauben, sie sei unwohl.

In der Tat, es scheint so zu sein, sagte der Graf, doch erschrecken Sie nicht darüber. Haydee ist sehr nervös und daher sehr empfindlich gegen Gerüche; ein Geruch, der ihr zuwider ist, kann ihr eine Ohnmacht zuziehen; aber ich habe hier ein Gegenmittel, sagte der Graf, ein Fläschchen aus der Tasche ziehend.

Nachdem er dieBaronin und ihre Tochter mit einer einzigen Verbeugung gegrüßt und einen letzten Händedruck mit dem Grafen und mit Debray ausgetauscht hatte, verließ er die Loge.

Als er in die seinige zurückkehrte, war Haydee noch sehrbleich; sobald er erschien, nahm sie ihnbei der Hand.

Monte Christobemerkte, daß die Hände des Mädchens zugleich feucht und eisig kalt waren.

Mit wem sprachst du denn, Herr? fragte das Mädchen.

Mit dem Grafen von Morcerf, der im Dienste deines erhabenen Vaters stand und, wie er selbstbekennt, ihm sein Vermögen zu verdanken hat.

Ha, der Elende! rief Haydee, er ist es, der ihn an die Türken verkauft hat, und dieses Vermögen ist nur der Preis seines Verrates. Wußtest du das nicht, lieber Herr?

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