Der Graf von Monte Christo
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Max Pannwitz
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Der Graf von Monte Christo». Краткое содержание книги:
Einbewunderungswürdiger Mann; und er schickte Ihnen die Papiere?
Hier sind sie.
Der Lukkeser legte die Hände als Zeichen derBewunderung zusammen. Sie heirateten Oliva Corsinari in der St. Paulskirche in Monte Cattini, hier ist der Trauschein des Priesters.
Ja, meiner Treu, sagte der Major, den Schein mit Erstaunen anschauend.
Und hier der Taufschein von Andrea Cavalcanti, ausgefertigt von dem Pfarrer von Saravezza.
Alles ist in Ordnung, sagte der Major.
So nehmen Sie diese Papiere, mit denen ich nichts zu tun habe, geben Sie sie Ihrem Sohne, der sie sorgfältig aufbewahren wird.
Ich glaube wohl!.. Wenn er sie verlieren würde!..
Was nun die Mutter des jungen Mannesbetrifft…
Mein Gott, sagte der Lukkeser, unter dessen Füßen die Schwierigkeiten immer neu emporzuwachsen schienen, sollte man ihrerbedürfen?
Nein, mein Herr, versetzte Monte Christo, hat sie übrigens nicht…
Doch, doch! rief der Major, sie hat…
Der Natur ihren Tributbezahlt…
Ach, ja! sagte rasch der Lukkeser.
Ich habe das erfahren, sagte Monte Christo, sie ist vor zehn Jahren gestorben.
Und ichbeweine noch ihren Tod, mein Herr, versetzte der Major, ein Taschentuch aus seiner Tasche ziehend.
Was wollen Sie, sagte Monte Christo, wir sind alle sterblich. Siebegreifen, lieber Herr Cavaleanti, manbraucht in Frankreich nicht zu wissen, daß Sie seit fünfzehn Jahren von Ihrem Sohne getrennt sind. Alle diese Geschichten von kinderstehlenden Zigeunern findenbei uns keinen Anklang mehr. Sie haben ihn zur Erziehung in ein Kolleg in der Provinz geschickt, und er soll nun nach Ihrem Willen diese Erziehung in der Pariser Welt vollenden. Deshalbverließen Sie Via Reggio, wo Sie seit dem Tode Ihrer Frau wohnen. Das wird genügen.
Sie glauben?
Gewiß.
Gut also.
Wenn man etwas von dieser Trennung erführe…
Ah! ja. Was würde ich sagen?
Ein ungetreuer Lehrer, von den Feinden Ihrer Familie erkauft, habe dieses Kind geraubt, damit Ihr Name erlösche.
Ganz richtig, da es der einzige Sohn ist…
Nun da alles festgestellt ist, da Ihre Erinnerungen, wieder aufgefrischt, Sie nicht verraten werden, müssen Sie wohl geahnt haben, daß Ihnen eine Überraschungbevorsteht.
Eine angenehme? fragte der Lukkeser.
Ah! ich sehe wohl, daß man ebensowenig das Auge, als das Herz eines Vaters täuscht.
Hm! machte der Major.
Ist Ihnen irgend eine indiskrete Enthüllung zuteil geworden, oder haben Sie vielmehr erraten, er sei da?
Wer?
Ihr Kind, Ihr Sohn, Ihr Andrea!
Ich habe es erraten, erwiderte der Lukkeser mit dem größten Phlegma der Welt; er ist also hier?
Er ist hier, sagte Monte Christo, mein Kammerdiener hat mich soeben von seiner Ankunftbenachrichtigt.
Ah! sehr gut! sagte der Major, indem er dabei die Schnüre seiner Polonaise zusammenzog.
Mein Herr, ichbegreife Ihre Erschütterung, man muß Ihnen Zeit lassen, sich zu erholen; auch will ich den jungen Menschen auf die so sehr ersehnte Zusammenkunft vorbereiten, denn ich setze voraus, er ist nicht minder ungeduldig als Sie.
Ich glaube es wohl, sagte Cavalcanti.
Gut! in einer kleinen Viertelstunde gehören wir Ihnen.
Siebringen mir ihn? Sie treiben also Ihre Güte so weit, daß Sie mir meinen Jungen selbst vorstellen?
Nein, ich will mich keineswegs zwischen einen Vater und seinen Sohn stellen; Sie werden allein sein, Herr Major; doch seien Sie unbesorgt, selbst dann, falls die Stimme desBlutes stummbliebe, könnten Sie sich nicht täuschen, er wird durch diese Tür eintreten. Es ist ein hübscher, blonder, junger Mann, vielleicht etwas zublond, und von äußerst einnehmenden Manieren, wie Sie sehen werden.
Doch Sie wissen, sagte der Major, ich nahm nur die zweitausend Franken mit, die mir der AbbéBusoni zu geben die Güte hatte. Damit machte ich die Reise, und…
Und Siebrauchen Geld, das ist nur zubillig, mein lieber Herr Cavalcanti. Hier sind auf Abschlag acht Tausendfranknoten.
Die Augen des Majors glänzten wie Karfunkel.
Somitbin ich Ihnen noch vierzigtausend Franken schuldig, sagte Monte Christo.
Will Eure Exzellenz einen Empfangschein? fragte der Major, die Scheine in die innere Tasche seiner Polonaise steckend.
Wozu?
AlsBelege dem AbbéBusoni gegenüber.
Sie geben mir einen allgemeinen Schein, wenn Sie die letzten vierzigtausend Franken in Empfang genommen haben. Unter ehrlichen Leuten sind solche Vorsichtsmaßregeln unnötig.
Ah! ja, das ist wahr, sagte der Major, unter ehrlichen Leuten.
Nun noch ein letztes Wort, Marquis. Sie erlauben mir eine kleine, unmaßgeblicheBemerkung, nicht wahr?
Ichbitte darum.
Es wäre wirklich nicht übel, wenn Sie diese Polonaise ablegen würden.
Wirklich? sagte der Major, sein Kleid mit einem gewissen Wohlgefallen anschauend.
Ja, das trägt man noch in Via Reggio, aber in Paris ist dieses Kostüm, so elegant es auch sein mag, längst aus der Mode.
Das ist ärgerlich.
Oh! wenn Sie viel darauf halten, so ziehen Sie esbei Ihrer Abreise wieder an.
Aber was soll ich dafür nehmen?
Was Sie in Ihren Koffern finden.
Wie, in meinen Koffern! Ich habe nur einen Mantelsack.
Bei sich, allerdings. Wozu sichbeschweren? Überdies liebt es ein alter Soldat, mit leichter Ausrüstung zu marschieren.
Gerade deshalb…
Sie sind ein vorsichtiger Mann und haben Ihre Koffer vorausgeschickt. Diese sind gestern im Hotel des Princes, Rue de Richelieu, angelangt. Dort ist Ihre Wohnungbestellt.
In diesen Koffern also?…
Ich setze voraus, Sie sind so vorsichtig gewesen, durch Ihren Kammerdiener alles, was Siebrauchen, einpacken zu lassen: Röcke zu gewöhnlichen Ausgängen, Uniformen. Bei großen Veranlassungen ziehen Sie Ihre Uniform an, das tut gut. Vergessen Sie Ihre Kreuze nicht. Man spottet darüber in Frankreich, trägt sie aber dennoch immer.
Sehr gut! sehr gut! sehr gut! sagte der Major, von dem, was er hörte, immer mehr geblendet.
Und nun, da Ihr Herz gegen zu lebhafte Empfindungen gewappnet ist, bereiten Sie sich vor, lieber Cavalcanti, Ihren Sohn Andrea wiederzusehen.
Und sich freundlich vor dem entzückten Lukkeser verbeugend, verschwand Monte Christo hinter dem Türvorhange.
Andrea Cavalcanti
Monte Christo trat in den anstoßenden Salon, denBaptistin unter dem Namen derblaue Salonbezeichnet hatte, und in den schon vor ihm ein ziemlich elegant gekleideter junger Mann von ungezwungenen Manieren eingetreten war. Dieser lag auf dem Sofa und klopfte mit zerstreuter Miene seine Stiefel mit einem goldknöpfigen Röhrchen. Sobald er Monte Christo wahrnahm, stand er rasch auf.
Der Herr Graf von Monte Christo? fragte er.
Ja, antwortete dieser, und ich habe wohl die Ehre, mit dem, Herrn Grafen Cavalcanti zu sprechen?
Der Graf Andrea Cavalcanti, wiederholte der junge Mann, indem er diese Worte mit einer äußerst freien Verbeugungbegleitete.
Sie müssen einBeglaubigungsschreiben für mich haben?
Ja, unterzeichnet seltsamerweise von Simbad dem Seefahrer. Da ich aber diesen Simbad nur aus Tausendundeiner Nacht kannte, so…
Wohl, es ist ein Abkömmling von ihm, ein sehr reicher Freund von mir, ein mehr als origineller, fast närrischer Engländer, der mit seinem wahren Namen Lord Wilmore heißt.
Ah! das erklärt mir die Sache, versetzte Andrea. Dann geht es vortrefflich. Es ist derselbe Engländer, den ich kennen gelernt habe… in… ja, sehr gut!.. Mein Herr Graf, ichbin Ihr Diener.
Wenn das, was Sie mir zu sagen die Güte haben, wahr ist, sagte lächelnd der Graf, so hoffe ich, daß Sie so gefällig sein werden, mir etwas Näheres über Sie und Ihre Familie mitzuteilen.