Kinder der Sonne
- Автор: Горький Максим
- Год: 1905
- Язык: немецкий
- Переводчик: Alexander von Huhn
- Жанр: Русская классическая проза
Электронная книга - «Kinder der Sonne». Краткое содержание книги:
Jelena: Wie kannst du wissen, ob das neu oder alt ist?
Troschin: Meine Herrschaften. Alle wenden sich zu ihm. Ich habe lange darauf gewartet, daß Sie Ihre interessante Unterhaltung beenden … aber ich muß Sie stören … sehr einfach!
Tschepurnoi: Was wünschen Sie?
Troschin: Ich erkenne den Kleinrussen … sehr einfach! Bin ich doch selbst in Kleinrußland gewesen und spiele die Flöte …
Tschepurnoi: Was wollen Sie hier?
Troschin: Gestatten Sie! alles der Reihe nach … habe die Ehre, mich vorzustellen - Unterleutnant Jakow Troschin, ehemaliger Gehilfe des Stationschefs Log … Derselbe Jakow Troschin, dessen Frau und Kind vom Eisenbahnzug überfahren und getötet worden sind … Kinder hab ich noch, aber keine Frau … ja! Mit wem habe ich die Ehre?
Protassow: Wie interessant Betrunkenen doch sprechen …
Lisa vorwurfsvolclass="underline" Pawel, was machst du …
Jelena: Sie wünschen?
Troschin sich verbeugend: Gnädige Frau - entschuldigen Sie! Zeigt auf seine mit Pantoffeln bekleideten Füße. Sans Stiefel … Wie unbeständig ist das Glück … - Gnädige Frau, sagen Sie, bitte, wo wohnt hier der Schlosser Jegor! … Jegor - seinen Familiennamen hab ich vergessen … vielleicht hat er auch keine Familie … Und vielleicht. Daß er - vielleicht war's nur eine Erscheinung im Traum -
Jelena: das ist dort … im Seitenflügel … in der unteren Etage …
Troschin: Remercie. Ich hab ihn den ganzen Tag gesucht … Ich bin erschöpft und kann kaum auf den Beinen stehen … Um die Ecke? Bon voyage! Er hat erst gestern abend die Ehre gehabt, meine Bekanntschaft zu machen … und schon gehe ich zu ihm … das muß er mir hoch anrechnen! Um die Ecke? Sehr einfach! Auf angenehmes Wiedersehen!
Protassow: Das ist 'n komischer Kauz! »Sans Stiefel«, wie gefällt euch das?
Lisa: Nicht so laut, Pawel …
Troschin entfernt sich schwankend und brummt in den Bart: Aha! Sie dachten - ich sei eine Null? Nein, ich bin Jakow Troschin … und der weiß, was der Anstand erfordert … Sehr einfach! Jakow Troschin? Geht ab.
Protassow: Was das für ein komischer Kauz ist! Nicht wahr, Jelena!
Lisa: Welchen Platz werden denn Leute dieses Schlags auf deinem Bilde einnehmen, Jelena?
Jelena: Sie werden nicht darauf sein, Lisa …
Protassow: Sie sind wie Seepflanzen und Muscheln, die sich an ein Schiff heften …
Wagin: Und seine Bewegung hemmen …
Lisa: Also ihr Los ist der Untergang, Jelena? Ohne Hilfe, sich selbst überlassen, gehen diese Leute zugrunde?
Jelena: Sie sind schon zugrunde gegangen, Lisa …
Wagin: Wir sind auch allein, im dunklen Chaos des Lebens …
Protassow: Diese Leute, mein Freund, sind abgestorbene Zellen des gesellschaftlichen Organismus …
Lisa: Wie grausam ihr alle seid! Ich kann das nicht hören … blind und grausam … Geht in den Garten. Tschepurnoi erhebt sich langsam und folgt ihr.
Protassow: Weißt du, Jelena, in ihrer Gegenwart kann man über nichts sprechen … Alles, was man sagt, verletzt ihre kranke Seele.
Jelena: Ja, es ist nicht leicht, mit ihr auszukommen … Sie lebt und fürchtet doch das Leben …
Wagin: Jelena Nikolajewna! Am Bug des Schiffes muß eine einziger Mann stehen … er muß das Gesicht eines Mannes haben, der auf dem Lande alle seine Hoffnungen begraben hat … Aber in seinen Augen brennt das Feuer gewaltiger Willenskraft … und er fährt dahin, um als Einsamer unter Einsamen neue Hoffnungen zu wecken.
Protassow: Aber kein Sturm, meine Herrschaften! Oder - nein! es kann auch stürmen, aber dem Schiff entgegen leuchtet die Sonne! Nenne dein Bild »Der Sonne entgegen«, der Quelle des Lebens!
Wagin: Ja, zur Quelle des Lebens! … Dort in der Ferne, aus dem Gewölk heraus, leuchtet wie die Sonne das Antlitz einer Frau …
Protassow: Wozu ein Frauenzimmer? Stellen Sie doch in die Mitte jener Leute auf dem Schiff - Lavoisier, Darwin … Aber ich habe mich verplaudert - ich muß gehen … Geht ins Zimmer.
Wagin leidenschaftlich: Mit jedem Tag, Teuerste, ziehen Sie mich mächtiger an und binden mich fester an Sie … ich könnte Sie anbeten …
Protassow aus seinem Zimmer: Dimitrij - bitte, einen Augenblick …
Jelena: Du sollst dir kein Bildnis machen noch irgendein Gleichnis …
Wagin: Ich werde das Bild malen, Sie werden sehen! Und mit seinen Farben wird es der Freiheit und Schönheit eine majestätische Hymne singen …
Protassow: Dimitrij!
Jelena: Gehen sie, mein Freund! Wagin ab. Jelena geht nachdenklich auf der Veranda auf und ab. Aus dem Garten tönt die Stimme Tschepurnois.
Tschepurnoi ruhig: Das kann ja gar nicht anders sein … Der Mensch ist Mensch, solange er spricht; wenn er handelt, zeigt sich das Tier …
Lisa bekümmert: Wann denn, wann … Man kann sie nicht mehr hören.
Melanija geht über den Hof: Ach, Jelena Nikolajewna, sind Sie zu Hause?
Jelena trocken: Darüber wundern Sie sich?
Melanija: Warum? Guten Tag …
Jelena: Entschuldigen Sie, aber bevor ich Ihnen die Hand reiche …Was?
Jelena: Ich muß Sie etwas fragen … Wir werden aufrichtig und wahrhaft miteinander sprechen! Sie haben unserem Dienstmädchen Geld geboten?
Melanija schnelclass="underline" Ach, die Elende! Sie hat mich verraten …
Jelena: Mit anderen Worten - es ist wahr? Melanija Nikolajewna … Sie werden begreifen, wie dieses … wie man dieses Verhalten bezeichnen muß!!
Melanija: Ja … ich verstehe! es ist klar, ganz klar. Gleichviel … Hören Sie! … Sie sind ein Weib - Sie lieben, vielleicht werden Sie also verstehen …
Jelena: Leiser … ihr Bruder ist im Garten!
Melanija: Was kümmert mich das? Nun … hören Sie: ich liebe Pawel Fjodorowitsch, wissen Sie's! Und ich liebe ihn so … daß ich bereit bin, als Köchin, als Dienstmädchen zu ihm zu ziehen … Sie lieben auch - wie ich sehe, den Maler … Sie brauchen Pawel Fjodorowitsch nicht. Hören Sie - soll ich mich vor Ihnen auf die Knie werfen? Überlassen Sie ihn mir! Die Füße will ich Ihnen küssen …
Jelena erschüttert Was reden Sie? Was soll das?
Melanija: Einerlei! Ich habe Geld … Ich errichte ihm ein Laboratorium … Einen Palast will ich ihm bauen! Ich werde ihm dienen, kein Windhauch soll ihn berühren … ich werde Tag und Nacht vor seiner Tür sitzen … das will ich! Was ist er Ihnen? Ich liebe ihn wie den Gerechten Gottes.
Jelena: Beruhigen Sie sich … Warten Sie! Ich verstehe Sie wohl nicht recht …
Melanija: Gnädige Frau! Sie sind klug - Sie sind edel und rein … Aber ich habe ein so schweres Leben gehabt … habe so viel Widerwärtigkeiten ertragen müssen … und nur schlechte Menschen habe ich gekannt … Und er! Er! Ein solches Kind … und dabei - so erhaben! An seiner Seite würde ich ja wie eine Königin sein … Für ihn eine Sklavin, für die andern eine Königin! Und meine Seele … meine Seele wird aufatmen! Einen reinen Menschen will ich! Verstehen Sie mich? …
Jelena bewegt: Es fällt mir schwer, Sie zu verstehen … Wir haben einander viel zu sagen … Lieber Gott … wie unglücklich müssen Sie sein!
Melanija: Ja! Oh, ja! Sie können mich verstehen, Sie müssen mich verstehen! Darum spreche ich auch mit Ihnen so - ich sage Ihnen alles, ich weiß, Sie werden mich begreifen. Sie werden mich nicht betrügen. Vielleicht werde auch ich noch ein Mensch, wenn Sie mich nicht betrügen.
Jelena: Warum sollte ich Sie betrügen … ich verstehe Ihr krankes Herz … Kommen Sie zu mir … Kommen Sie.
Melanija: Wie Sie sprechen! Wäre es möglich, daß auch Sie ein guter Mensch sind?
Jelena nimmt sie bei der Hand: Glauben Sie mir … glauben Sie mir, wenn die Menschen aufrichtig wären, würden sie einander verstehen!
Melanija folgt ihr: Ich weiß nicht, ob ich Ihnen glauben soll oder nicht. Ihre Worte verstehe ich … Ihre Gefühle - unmöglich! … Sind Sie gut oder nicht? Sehen Sie … ich getraue mich nicht, an etwas Gutes zu glauben … Ich habe nichts Gutes gesehen … und ich selbst - bin schlecht und sündhaft … In einem Tränenmeer habe ich meine Seele gebadet … aber sie ist noch immer schwarz … Beide ab. Roman sieht aus der Ecke hervor, hat ein Beil in der Hand. Aus dem Garten kommen Lisa und Tschepurnoi, Antonowna aus dem Hause.