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Die Saga von Garth und Torian

Электронная книга - «Die Saga von Garth und Torian». Краткое содержание книги:

Die Saga von Garth und Torian - Ungeahnte Kräfte wurden frei, als der Magier der Tremonen starb. Torian aus Scrooth, verwantwortlich für den Tod des Zauberers, entgeht mit seinem ehemaligen Gegner Garth dem Inferno – aber nur, um noch gefahrvollere Abenteuer bestehen zu müssen. Denn in der Ruinenstadt Rador wartet die Vergangenheit und ersinnt einen teuflischen Plan...
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»Nein, kein einziges Wort«, knurrte Torian. »Aber ich dachte, ich – «

»Du dachtest, es wäre die Erschöpfung, die dich Dinge sehen ließ, die nicht da waren«, unterbrach ihn Cathar. »Du hast nicht phantasiert, Torian. Nichts von dem, was du gesehen zu haben glaubst, ist wirklich geschehen. Und doch wärest du gestorben, wenn wir dich nicht gefunden hätten, denn einzig der Treibsand war Realität. Alles andere diente nur dazu, dich dorthin zu locken.« Er deutete nach Norden. »Bei Ch’tuon, wir suchen die Schattenburg, du Narr, das Machtzentrum unseres Ordens, den bestgesicherten Ort Caracons, vielleicht der ganzen Welt. In tausendjähriger Arbeit haben die stärksten meiner Brüder die Straße der Ungeheuer angelegt, und wir haben gerade erst die ersten Schritte darauf gemacht. Du kennst nicht einmal einen Bruchteil unserer wahren Macht. Glaubst du wirklich, wir würden es zulassen, daß jemand, der einigermaßen gut mit dem Schwert umzugehen vermag, die Burg durch einen Zufall findet, wie man auf ein Wasserloch oder eine Goldmine stößt, wenn man nur lange genug danach sucht, und sich seiner Haut zu wehren weiß?« Er lachte, aber es klang nicht besonders amüsiert. »Ohne mich wäret ihr alle bereits tot. Ich hatte gehofft, daß durch die ungebändigte Kraft des Tores auch dieser Teil der Schutzvorrichtungen ausgefallen wäre, aber dem ist nicht so, wie ich jetzt weiß. Die Burg wird durch einen Schirm geschützt, den kein denkendes Wesen zu durchdringen vermag. Nicht einmal ich.«

»Einen… Schirm?«

Cathar nickte. »Vielleicht ist die Bezeichnung falsch, aber das ist im Augenblick unwichtig. Es geht nur um die Wirkung. Wer immer in den Bereich seiner Magie gerät, verliert den Verstand. Du hast es am eigenen Leib erlebt, der Wahnsinnsschirm ist undurchdringlich, selbst für mich. Da er noch besteht, ist unser Weg hier zu Ende. Wir können nicht mehr weiter.«

»Du meinst, die Spinnen waren nicht echt?«

Shyleen schüttelte den Kopf. »Es ist bedeutungslos, was du gesehen hast. Jeder von uns würde etwas anderes erleben, versuchte er, die Schattenburg auf diesem Weg zu erreichen. Jeder Mensch, jedes denkende Wesen, auch ich, hat irgendeinen Punkt, irgendein ganz persönliches Grauen, gegen das er hilflos ist. Bei dir scheinen es Spinnen zu sein, bei anderen wären es Ratten, Wölfe, die Angst vor großen Höhen…« Sie machte eine weit ausholende Handbewegung.

»Dies hier ist die Grenze, Torian. Was du gespürt hast, war nur ein winziger Teil des namenlosen Entsetzens, das dein Unterbewußtsein für dich bereithält. Ahnst du, was dich erwartet hätte, wenn du weiter vorgedrungen wärest?«

Es fiel Torian schwer, den Sinn ihrer Worte wirklich zu begreifen. Vielleicht lag es daran, daß er es in Wahrheit gar nicht wollte. »Du meinst, jeder der… der diesen Punkt überschreitet, gerät in den schlimmsten seiner geheimen Alpträume?« murmelte er. Shyleen nickte, dann fiel Torian der Fehler in ihren Worten auf. »Und ihr?« fragte er. »Wieso geschieht euch nichts? Seid ihr immun gegen die Wirkung dieses… dieses Wahnsinnsschirmes?«

Wieder schüttelte Shyleen den Kopf, traurig wie es schien. »Nein«, entgegnete sie. »Als Tempelpriesterin habe ich es gelernt, magische Täuschungen zu erkennen und dagegen anzukämpfen, und Cathar hat einen eigenen Gegenzauber geknüpft. Unsere Kräfte reichen gerade aus, die üble Ausstrahlung der Schattenburg aufzuheben; hier, dicht an ihrer Grenze. Wärest du nur hundert Schritte tiefer in ihren Wirkungsbereich geirrt, hätten auch Cathar und ich dich nicht mehr retten können.«

»Aber es muß doch irgendeinen Weg geben!« schrie er. Shyleen blieb ruhig. Sie wußte, daß seine Empörung nicht ihr galt. Torian spürte eine Mischung aus Zorn und fast körperlich schmerzender Enttäuschung wie selten zuvor. Und Hilflosigkeit. Hatten sie wirklich die schier unvorstellbaren Anstrengungen auf sich genommen, waren mehr als ein Dutzend Menschen gestorben, nur damit sie jetzt, als das Ziel zum Greifen nahe vor ihnen lag, unverrichteter Dinge wieder umkehren mußten? Der Gedanke kam ihm wie bitterer Hohn vor. Sein Haß gegen Cathar flammte jäh wieder auf. »Du hast es gewußt!« schrie er. »Du hast es von Anfang an gewußt und uns trotzdem in dieses wahnsinnige Unternehmen geschickt. Am liebsten würde ich dir auf der Stelle den Hals umdrehen!«

»Tu dir keinen Zwang an«, erwiderte Cathar mit unverhohlenem Spott in der Stimme. »Abgesehen davon, daß du es ohnehin nicht fertig brächtest, würdest du damit dein eigenes Todesurteil unterzeichnen. Ohne mich kämet ihr nicht einmal mehr aus der Wüste heraus.«

»Er hat recht«, bestätigte Shyleen. »Wir haben unser Möglichstes versucht. Nur ein Dummkopf wirft sein Leben weg, wenn es nicht mehr die geringste Aussicht auf Erfolg gibt. Wir können froh sein, wenn uns der Rückweg gelingt.«

»Aber es muß irgendeine Möglichkeit geben«, beharrte Torian. »Alles, was geschaffen wird, kann man auch wieder zerstören. So muß es auch bei diesem Schirm sein.«

»Es gibt einen Weg«, sagte Cathar zögernd.

Torian fuhr herum. »Wo?«

»Irgendwo«, antwortete der Magier ernst. »Vielleicht hier, vielleicht hundert Schritte entfernt, vielleicht eine Meile, es bleibt sich gleich. Der Wahnsinnsschirm wird von geistlosen Dienerkreaturen, den Mho’Dhul erzeugt. Sie befinden sich in gewaltigen Kavernen unter dem Wüstenboden. Jeder Mho’Dhul ist für einen bestimmten Teil des Schirms zuständig. Sie besitzen zwar keinerlei eigenen Verstand, nicht einmal Gefühle, sind aber in der Lage, die Empfindungen und Gedanken anderer zu empfangen. Sie saugen sie in sich auf und werfen sie tausendfach verstärkt zurück. So entstehen die Illusionen innerhalb des Schirms. Normalerweise können sie binnen weniger Minuten ersetzt werden, aber jetzt ist niemand mehr da, der es tun könnte. Schon der Tod eines einzigen Mho’Dhul würde uns reichen.«

»Dann müssen wir diese komischen Module finden«, stieß Torian aufgeregt hervor.

»Mho’Dhul«, verbesserte Cathar und machte eine weit ausholende Geste. »Such sie. Die Sache hat nur einen Haken: Die unterirdischen Kavernen befinden sich innerhalb des Schirmes, und die Einstiege sind gut getarnt. Nicht einmal ich weiß, wo sie sich befinden, aber selbst wenn ich es wüßte, könnten mich keine hundert Drachen dorthin bringen. Die Begegnung mit einem Mho’Dhul bedeutet unwiderruflich Wahnsinn und Tod. Niemand, weder ein Mensch noch jemand der Alten Rasse ist ihrer verderblichen Ausstrahlung gewachsen.«

»Du hörst es«, mischte sich Shyleen ein. »Es wäre Wahnsinn, jetzt noch – «

»Kein größerer Wahnsinn, als jetzt umzukehren, so dicht vor dem Ziel«, unterbrach Torian sie wütend. »Bei Ch’tuon, ich denke gar nicht daran, jetzt kehrtzumachen, ausgerechnet jetzt, wo die Schattenburg zum Greifen nahe vor uns liegt. Wir müßten die Straße noch einmal in umgekehrter Richtung durchqueren, und selbst falls wir es erneut schaffen sollten, wären wir verloren, wenn alles stimmt, was er über das Tor erzählt hat.«

»Wir haben keine andere Wahl«, erklärte Shyleen ruhig. Sie deutete nach Süden. »Der Sturm hat das Lager völlig verwüstet und uns aller Lebensmittel beraubt. Selbst wenn der Schirm nicht existierte, könnten wir nicht mehr weitersuchen. Wir haben gerade noch genug Wasser, zwei weitere Tage durchzustehen. Das reicht knapp, um bis zur Wasserstelle zurückzukehren, wenn wir uns beeilen. Jeder verschwendete Tag wäre reiner Selbstmord.«

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