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Im Anfang war der Mord

Электронная книга - «Im Anfang war der Mord». Краткое содержание книги:

Ein exklusiver Cocktail aus dem Besten, was weibliche Kriminalliteratur zu bieten hat!
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«Wusste gar nicht, dass Sie hier sind, Madam.« Rollmeyer sprach leise, stand dicht neben ihr auf dem weichen Sandboden.

«Die werden wohl noch eine Weile brauchen. Soll ich Sie vorn reinlassen?« «Im Haus ist es so heiß. Ich warte lieber hier draußen, bis sie fertig sind. «Sie hatte die Hand in der Tasche, um die Automatik gegen etwas der Situation Angemesseneres auszutauschen.»Lange nicht gesehen, Rollmeyer. Lassen Sie mal hören. Wie geht’s denn so?« «Kann nicht klagen.« Die Hand noch in der Tasche, schloss sie die Finger um den hölzernen Griff des hoteleigenen Eispickels.»Wollen Sie eine alte Freundin nicht umarmen?« Rollmeyer, dessen Job es war, Befehle zu befolgen, der aber nie abgeneigt war, eine Frau zu betatschen, schien zunächst etwas verwirrt. Dann breitete er die Arme aus und machte einen Schritt auf sie zu. Sie nutzte die Vorwärtsbewegung seines Körpers, um ihm den Eispickel tief in die Brust zu treiben. Während sie den Griff weiter festhielt, spürte sie, wie sein Herz um die schmale Klinge pochte, klopf, klopf, klopf, bevor er merkte, dass etwas mit ihm geschehen war. Sie trat zurück, zog die Klinge heraus, begegnete seinem tumben Blick noch drei Sekunden, sah das dunkle Rinnsal, das aus dem winzigen Loch in seinem Hemd tröpfelte, bevor er mit dem Gesicht nach unten zu Boden fiel. Als sie ihn verließ, standen seine Augen noch offen, mit weißen Sandkörnchen wie mit Zucker bestäubt.

Luther hielt sich dicht bei ihr und bot ihr mit seinem massigen Körper Deckung, während sie sich am Pool auf den Boden legte und Rollmeyers Blut von ihrem Handschuh und dem Eispickel abwusch. Zusammen mit dem Hund duckte sie sich dann wieder in den Schatten der Oleanderhecke, um den Fortgang des Treffens dort drinnen zu beobachten.

Ihr Mann und der Kongressabgeordnete, beides Gewohn-heitstiere, hielten sich genau an den Zeitplan. Als Lise eintraf, hatten sie in dem eleganten Speisezimmer das Abendessen eingenommen, dann hatte die Haushälterin den Tisch abgeräumt und die beiden Männer bei Kaffee und Brandy allein gelassen. Nachdem die Präliminarien der feinen Lebensart abgehakt waren, ging Lises Mann zu dem Schrank mit dem Tafelsilber hinüber und holte einen großen Aktenkoffer hervor, den er auf den Tisch stellte. Er öffnete den Koffer und drehte ihn mit einem Weihnachts-mannlächeln so hin, dass der Kongressabgeordnete den Inhalt sehen konnte, zeigte ihn auch Lise im Spiegel über dem antiken Büfett: in Bankmanschetten gebündeltes Geld, eine Dreiviertelmillion Dollar, der gängige Preis für eine entscheidende Stimme auf Bundesebene — natürlich die fragliche Stimme, die mit den Baugenehmigungen für die Spielkasinos auf Stammesterritorium zu tun hatte.

Man stieß mit Brandy an, schüttelte sich die Hände, dann verabschiedete man sich. Sobald das Geschäftliche erledigt war, würde ihr Mann sofort gehen, während der Kongressabgeordnete noch für die Extravergünstigung blieb.

Lise duckte sich hinter die Hecke, als ihr Mann, immer noch lächelnd, den Patio überquerte und auf die Garage zusteuerte. Sie hatte die.380er im Anschlag für den Fall, dass er herüberkäme und nach Rollmeyer suchte. Tat er aber nicht. Er ging direkt zur Garage und ließ seinen Rolls an.

Sobald er außer Sichtweite war, musste sich Lise beeilen. Ihr Mann würde die Zufahrt hinunter bis zur Straße fahren und dem Callgirl, das dort im eigenen Wagen wartete, ein Zeichen machen, dem Callgirl, das immer zum Serviceangebot für den Kongressabgeordneten gehörte. Lise wusste, dass sie bis zu dem Zeitpunkt fertig sein musste, zu dem die Hure auf den freien Stellplatz in der Garage gefahren war, ihr Make-up aufgefrischt, etwas Parfüm aufgesprüht und ihr Dekollete zurechtgerückt hatte und zum Haus hinaufgegangen war.

Während Luther schwerfällig neben ihr einhertrottete, schlich Lise durch die Patiotür ins Speisezimmer, gerade als die Scheinwerfer ihres Mannes um die Hausecke kamen. Der Kongressabgeordnete hatte seinen Koffer mit der Beute bereits zugeklappt und auf dem Fußboden abgestellt und trank soeben seinen Brandy vollends aus, als sie auf den dicken Teppich trat.

«Lise, meine Liebe«, sagte er, überrascht, aber nicht unerfreut, sie zu sehen. Er stand auf und streckte ihr die Arme entgegen.»Mit Ihrer geschätzten Gesellschaft hatte ich eigentlich nicht gerechnet.« Lise sagte nichts, als sie bis auf einen knappen Meter an ihn herantrat. Ihre Fußspitze berührte den Koffer voller Geld, als sie die.380er hob, zielte, wie ihr Vater es ihr beigebracht hatte, und dem Kongressabgeordneten eine Kugel in den Brustkorb feuerte, gefolgt von einem Schuss in die Stirn, wie ihr Vater sie gelehrt hatte.

Vom Lärm aufgeschreckt, begann Luther zu bellen. Die Haushälterin in der Küche machte» Ah, ah «und ließ etwas zu Boden fallen. Lise steckte die Waffe unter den Brustkorb des Kongressabgeordneten, nahm den Aktenkoffer mit dem Geld und ging.

Nachdem sie sich wieder hinter die Hecke geduckt hatte, wartete Lise darauf, dass das Callgirl hereinkam und zusammen mit der Haushälterin die Entdeckung machte.

Das Timing war gut. Wenige Sekunden nach den Schüssen standen die beiden Frauen einander schreckensbleich an ihren jeweiligen Türen gegenüber.

Durch die stille, mondlose Nacht ging Lise auf dem gleichen sandigen Fußweg zum Hotel zurück. Den Aktenkoffer verstaute sie hinter einem Blumenkübel neben dem Schwimmbad und ging ein Stück weiter die Straße hinauf, um einen Anruf zu tätigen.

Rollmeyer könnte die Sache vielleicht komplizieren, doch den mochte sich die Polizei erklären, wie sie wollte.

Lise wählte die Notrufnummer.

«Es hat eine Schießerei gegeben«, sagte sie. Sie nannte die Adresse und gab den Kongressabgeordneten als Opfer und ihren Mann als den Todesschützen an. Dann ging sie ein Stück weiter zu einem anderen Telefon und tätigte ähnliche Anrufe bei der Presse und dem örtlichen Fernsehsender.

Als sie die erste Sirene die Straße zum Haus heraufkommen hörte, steckte sie gerade ein anonymes Schreiben an den Detektiv ein, der vor fünf Jahren beim Tod ihres Vaters ermittelt hatte, ein Schreiben, in dem genau erklärt wurde, wieso sich ihr Mann und der Kongressabgeordnete mitten im Sommer in der Wüste trafen und welche Motive ihr Mann für den Mord gehabt haben konnte — für zwei Morde. Und wieso die Kugeln, die man in dem Kongressabgeordneten finden würde, mit den beiden verglichen werden sollten, die man in ihrem Vater gefunden hatte. Und wo das Geld versteckt war.

Alles ganz genau und in allen Einzelheiten aufgeführt, ein passender Nachruf auf einen Mann, der vom blauen Himmel nicht mehr viel zu sehen bekäme, der bei jeder Bewegung überwacht würde an einem Ort, wo die Strafe auf dem Fuße folgte und wo er niemals wieder einen Schlüssel für seine eigene Tür haben würde oder die Spielregeln aufstellen dürfte. Eingesperrt für den Rest seines Lebens.

Als sie das Schreiben aus der Hand gegeben hatte, streifte Lise schließlich die Operationshandschuhe ab. Sie hob das Gesicht der Brise entgegen, die voll süßer, sauberer Wüstenluft war, blickte hinauf zu der Unzahl von Sternen am mondlosen Himmel und gähnte. Es war vorbei: alle Tagesordnungspunkte erfolgreich abgehandelt, Sitzung vertagt.

Auf ihrem Rückweg zum Hotel machte Lise in einem durchgehend geöffneten Drugstore Halt und kaufte sich von Henry Le-Beaus Geld ein Eis am Stiel, das sie unterwegs verspeiste.

Die Geschäftsführerin stand vor dem Hotel und sah den vorbeirasenden Polizeiautos und Sanitätern nach, als Lise herbeigeschlendert kam.

«Ein Riesenwirbel. «Lise blieb mit der Geschäftsführerin auf dem Gehweg stehen und aß ihr Eis zu Ende.»Sie sagten doch, um diese Jahreszeit ist hier alles ausgestorben.« «Gestorben, ja. «Die Geschäftsführerin ließ ihr trockenes Eidechsenlachen vernehmen.»Hier draußen hat’s viele alte Leute. Wetten, dass da gerade einer abgenibbelt ist.« Lise sah mit ihr zu, bis der Kombiwagen des Coroner vorbeigefahren war. Dann nahm sie die Geschäftsführerin beim Arm und ging mit ihr hinein.

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