Feuer und Stein: 1 (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #1
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Feuer und Stein: 1 (German Edition)». Краткое содержание книги:
Er durchquerte das Zimmer mit zwei Schritten und unterbrach mich, indem er mich bei den Händen nahm. Er legte mir einen Finger unter das Kinn und zwang mich, ihn anzusehen.
»Claire«, sagte er in ruhigem Ton, »ich werde dir sagen, warum ich dich geheiratet habe, wenn ich den Zeitpunkt für gekommen halte – oder auch nicht. Ich habe dich um Aufrichtigkeit gebeten, und ich bin immer aufrichtig zu dir gewesen. Das bin ich auch jetzt. Ich schulde dem Mädchen nichts als Höflichkeit.« Er drückte mir sacht das Kinn. »Aber die schulde ich ihr, und die bekommt sie auch.« Er ließ mein Kinn los und stupste sanft mit dem Finger daran. »Hörst du mich, Sassenach?«
»Oh, ich höre dich!« Ich befreite mich und rieb mir mürrisch das Kinn. »Und ich bin mir sicher, dass du höflich zu ihr sein wirst. Aber zieht beim nächsten Mal die Vorhänge des Alkovens zu – ich will es nicht sehen.«
Seine kupferfarbenen Augenbrauen fuhren in die Höhe, und sein Gesicht errötete schwach.
»Willst du damit andeuten, dass ich dich betrogen habe?«, fragte er ungläubig. »Wir sind noch keine Stunde wieder hier, ich bin mit dem Schweiß und dem Staub von zwei Tagen im Sattel bedeckt und so müde, dass mir die Knie schlottern, und trotzdem glaubst du, dass ich geradewegs losgezogen bin, um eine Sechzehnjährige zu verführen?« Er schüttelte verdattert den Kopf. »Ich kann nicht sagen, ob das als Kompliment für meine Männlichkeit gedacht ist, Sassenach, oder als Beleidigung für meinen Anstand, aber ich will beides nicht hören. Murtagh hat mir zwar gesagt, dass Frauen unvernünftig sind – aber großer Gott!« Er fuhr sich mit der Hand durch das Haar, dessen kurze Enden wild abstanden.
»Natürlich will ich damit nicht sagen, dass ich glaube, du hast sie verführt«, sagte ich, um einen ruhigen Ton bemüht. »Alles, was ich sagen will, ist …« Mir kam der Gedanke, dass Frank eine ganz ähnliche Situation um einiges eleganter gehandhabt hatte, als ich es jetzt zuwege brachte. Und doch war ich damals ebenfalls wütend gewesen. Vermutlich war es einfach nicht möglich, seinem Partner so etwas geschickt zu unterstellen.
»Ich meine einfach nur, dass … dass mir klar ist, dass du deine Gründe hattest, mich zu heiraten – und dass diese Gründe deine Sache sind«, fügte ich hastig hinzu, »und dass du mir nichts schuldig bist. Es steht dir absolut frei, zu tun, was du willst. Wenn du … wenn es anderswo jemanden gibt … ich meine … ich werde dir nicht im Weg sein«, schloss ich lahm. Das Blut war mir in die Wangen gestiegen, und ich konnte spüren, wie meine Ohren glühten.
Als ich aufblickte, sah ich, dass auch Jamies Ohren brannten, und zwar sichtlich, ebenso wie alles andere vom Hals aufwärts. Selbst seine Augen, die vom Schlafmangel blutunterlaufen waren, schienen sacht in Flammen zu stehen.
»Nichts schuldig!«, rief er aus. »Und was glaubst du, was ein Eheversprechen ist, Claire? Nur Worte in einer Kirche?« Er ließ seine große Faust mit einem Krach auf die Kommode niedersausen, und die Porzellanschüssel tanzte scheppernd. »Nichts schuldig«, murmelte er wie zu sich selbst. »Tun, was ich will. Und du wirst mir nicht im Weg sein?!«
Er bückte sich, um sich die Schuhe auszuziehen, dann warf er sie nacheinander an die Wand, so fest er konnte. Ich zuckte zusammen, als sie von der Wand abprallten und auf den Boden knallten. Er riss sich das Plaid vom Leib und warf es achtlos hinter sich. Dann steuerte er mit finsterer Miene auf mich zu.
»Ich bin dir also nichts schuldig, Sassenach? Du stellst es mir frei, mich zu vergnügen, wo ich will und mit wem ich will? Ist es das? Sag, ist es das?«, fragte er.
»Äh, nun ja … ja«, sagte ich und trat unwillkürlich einen Schritt zurück. »So habe ich es gemeint.« Er packte meine Arme, und ich stellte fest, dass sich die Feuersbrunst auch auf seine Hände ausgebreitet hatte. Seine schwieligen Handflächen waren so heiß, dass ich zurückfuhr.
»Nun, vielleicht schulde ich dir nichts, Sassenach«, sagte er, »aber du schuldest mir etwas! Komm her!« Er nahm mein Gesicht in seine Hände und drückte seinen Mund auf den meinen. Dieser Kuss hatte nichts Sanftes oder Anspruchsloses an sich, und ich kämpfte dagegen an und versuchte, mich ihm zu entwinden.
Er bückte sich, schob mir den Arm unter die Knie und hob mich auf, ohne meine Befreiungsversuche zu beachten. Mir war nicht klar gewesen, wie groß seine Körperkraft tatsächlich war.
»Lass mich los!«, befahl ich. »Was glaubst du denn, was du da tust?«
»Nun, ich hätte gedacht, dass das hinreichend eindeutig ist, Sassenach«, sagte er zähneknirschend. Er senkte den Kopf, und sein klarer Blick durchbohrte mich wie ein heißes Eisen. »Aber wenn du es gern ausbuchstabiert hättest«, sagte er, »ich habe vor, dich ins Bett zu bringen. Auf der Stelle. Und dich dortzubehalten, bis du begriffen hast, was genau du mir schuldig bist.« Und er küsste mich wieder, berechnend brutal, so dass mein Protest erstickt wurde.
»Ich will aber nicht mit dir schlafen!«, brachte ich heraus, als er meinen Mund schließlich freigab.
»Ich habe nicht vor zu schlafen, Sassenach«, erwiderte er. »Zumindest noch nicht.« Er erreichte das Bett und setzte mich sorgfältig auf die Bettdecke mit dem Rosenmuster.
»Du weißt ganz genau, was ich meine!« Ich wälzte mich über das Bett, um ihm über die andere Seite zu entwischen, wurde aber von seinem festen Griff an meiner Schulter gebremst, der mich so drehte, dass ich ihn wieder ansehen musste. »Ich will dich auch nicht lieben!«
Blaue Augen flammten aus nächster Nähe auf mich nieder, so dass mir der Atem verging.
»Ich habe dich nicht nach deinen Wünschen gefragt, Sassenach«, fuhr er mit gefährlich leiser Stimme fort. »Du bist meine Frau, was ich dir schon oft genug erklärt habe. Es war zwar vielleicht nicht dein Wunsch, mich zu heiraten, aber es war dein Entschluss. Und falls es dir damals nicht aufgefallen sein sollte, in deinem Teil des Geschehens kam das Wort ›Gehorsam‹ vor. Du bist meine Frau, und wenn ich dich will, dann nehme ich dich, verdammt!« Seine Stimme wurde während dieser Worte immer lauter, bis er beinahe brüllte.
Ich erhob mich zum Knien, die geballten Fäuste an den Seiten, und brüllte zurück. Das unterdrückte Elend der vergangenen Stunde hatte den Explosionspunkt erreicht, und ich kannte keinerlei Zurückhaltung mehr.
»Ich will verdammt sein, wenn ich dich nehme, du alter Tyrann! Du glaubst, du kannst mir befehlen, in dein Bett zu kommen? Mich wie eine Hure benutzen, wenn dir danach ist? Nun, das kannst du aber nicht, du verficktes Schwein! Wenn du das tust, bist du keinen Deut besser als dein wunderbarer Hauptmann Randall!«
Einen Moment sah er mich finster an, dann trat er abrupt beiseite. »Dann geh«, sagte er und wies mit dem Kopf zur Tür. »Wenn es das ist, was du von mir denkst, will ich dich nicht aufhalten.«
Einen Moment beobachtete ich ihn zögernd. Er hatte die Zähne wütend zusammengebissen und überragte mich wie der Koloss von Rhodos. Diesmal hatte er seine Wut fest im Griff, auch wenn er jetzt nicht weniger aufgebracht war als auf der Straße nach Doonesbury. Doch er meinte es ernst. Wenn ich mich entschloss zu gehen, würde er mich nicht aufhalten.
Ich hob das Kinn und biss meinerseits die Zähne fest zusammen. »Nein«, widersprach ich. »Nein. Ich laufe nicht davon. Und ich habe keine Angst vor dir.«
Sein Blick heftete sich auf meinen Hals, wo mein Puls vor sich hin raste.
»Aye, ich verstehe«, sagte er. Er starrte auf mich hinunter, und sein Gesicht entspannte sich langsam, bis es eine Miene der widerstrebenden Zustimmung angenommen hatte. Er setzte sich vorsichtig auf das Bett, wahrte dabei aber den Abstand zu mir, und auch ich nahm argwöhnisch Platz. Er holte mehrmals tief Luft, ehe er redete, und seine Gesichtsfarbe näherte sich allmählich wieder ihrem üblichen Bronzeton an.
»Ich laufe auch nicht davon«, sagte er schroff. »Also. Was bedeutet ›verfickt‹?«
Meine Überraschung musste deutlich in meinem Gesicht zu lesen gewesen sein, denn er sagte gereizt: »Wenn du mich beschimpfen musst, ist das eine Sache. Aber ich möchte nicht mit Namen bedacht werden, auf die ich nicht reagieren kann. An der Art, wie du es gesagt hast, kann ich erkennen, dass es ein verdammt schmutziges Wort ist, aber was bedeutet es?«