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Feuer und Stein: 1 (German Edition)

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Feuer und Stein: 1 (German Edition)
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Ich war überrumpelt und musste zittrig lachen. »Es … es bedeutet … das, was du mit mir vorhattest.«

Er zog die Augenbraue hoch, und seine Miene war säuerlich belustigt. »Oh, das. Du hast recht, es ist ein verdammt schmutziges Wort. Und was ist ein Sadist? So hast du mich vor ein paar Tagen genannt.«

Nun musste ich mir das Lachen verkneifen. »Es ist, äh, ein Mensch, der … der sexuelle Befriedigung empfindet, wenn er jemandem Schmerzen zufügt.« Mein Gesicht lief zwar rot an, aber ich konnte nicht verhindern, dass sich meine Mundwinkel leicht nach oben verzogen.

Jamie prustete kurz. »Nun, du schmeichelst mir damit zwar nicht besonders«, sagte er, »aber ich kann genauso wenig behaupten, dass du unrecht hast.« Er holte tief Luft, lehnte sich zurück und öffnete die Fäuste. Dann streckte er die Finger der Länge nach aus, legte sich die Hände flach auf die Knie und sah mich direkt an.

»Also, was ist? Warum tust du das? Das Mädchen? Ich habe dir die Wahrheit gesagt. Aber es geht nicht darum, es zu beweisen. Es geht darum, ob du mir glaubst oder nicht. Glaubst du mir?«

»Ja, ich glaube dir«, räumte ich widerstrebend ein. »Aber das ist es nicht. Zumindest nicht alles«, fügte ich hinzu und bemühte mich um Aufrichtigkeit. »Es ist … ich glaube, es war die Feststellung, dass du mich des Geldes wegen geheiratet hast, das du bekommen würdest.« Ich senkte den Blick und zeichnete das Muster der Bettdecke mit dem Finger nach. »Ich weiß ja, dass ich kein Recht habe, mich zu beklagen – ich habe dich ebenfalls aus Eigennutz geheiratet, aber …«, ich biss mir auf die Lippe und schluckte, um weitersprechen zu können, »aber ich habe schließlich auch ein kleines bisschen Stolz.«

Ich sah ihn verstohlen an und stellte fest, dass er völlig verdattert war.

»Geld?«

»Ja, Geld!«, schimpfte ich, denn seine vorgetäuschte Ahnungslosigkeit machte mich wütend. »Sobald wir wieder hier waren, konntest du es gar nicht abwarten, Colum zu erzählen, dass du verheiratet bist, und deinen Anteil an der Pacht einzufordern.«

Er starrte mich noch einen Moment an, und sein Mund öffnete sich langsam, als wollte er etwas sagen. Doch stattdessen begann er, langsam den Kopf zu schütteln, und dann fing er an zu lachen. Er warf den Kopf in den Nacken und johlte geradezu, dann legte er ihn, immer noch hysterisch lachend, in die Hände. Ich warf mich empört auf die Kissen zurück. Was war daran komisch?

Keuchend und kopfschüttelnd stand er schließlich auf und griff nach seiner Gürtelschnalle. Ich zuckte unwillkürlich zusammen, und er merkte es.

Rot von seiner Wut und vor Gelächter, blickte er völlig enerviert auf mich hinunter. »Nein«, sagte er trocken, »ich habe nicht vor, dich zu schlagen. Ich habe dir mein Wort gegeben, dass ich es nicht noch einmal tue – obwohl ich nicht gedacht hätte, dass ich es so schnell bereuen würde.« Er legte den Gürtel beiseite und griff in den Sporran, der daran hing.

»Mein Anteil an der Pacht beläuft sich auf etwa zwanzig Pfund pro Quartal, Sassenach.« Er kramte im Inneren des Dachsfells herum. »Und zwar schottische Pfund, nicht Sterling. Ungefähr der Preis einer halben Kuh.«

»Das … das ist alles?«, sagte ich. »Aber …«

»Das ist alles«, bestätigte er. »Und mehr werde ich von den MacKenzies nie bekommen. Dir ist ja sicher schon aufgefallen, dass Dougal ein Geizkragen ist, und Colum passt noch besser auf sein Geld auf als er. Aber selbst für die königliche Summe von zwanzig Pfund im Quartal würde man wohl kaum dringend heiraten, denke ich«, fügte er sarkastisch hinzu.

»Ich hätte auch gar nicht sofort danach gefragt«, fügte er hinzu und brachte ein kleines, in Papier gewickeltes Päckchen zum Vorschein, »wenn ich nicht eine Kleinigkeit hätte kaufen wollen. Deshalb war ich unterwegs; Laoghaire habe ich dabei nur zufällig getroffen.«

»Und was wolltest du so unbedingt kaufen?«, fragte ich argwöhnisch.

Er seufzte und zögerte einen Moment, dann ließ er mir das Päckchen behutsam in den Schoß fallen.

»Einen Ehering, Sassenach«, antwortete er. »Ich habe ihn von Ewen, dem Waffenschmied; er macht so etwas nebenbei.«

»Oh«, sagte ich kleinlaut.

»Bitte«, sagte er nach einer kleinen Pause. »Mach es auf, es ist für dich.«

Die Umrisse des kleinen Päckchens verschwammen mir unter den Fingern. Ich zog blinzelnd die Nase hoch, machte aber keine Anstalten, es zu öffnen. »Es tut mir leid«, sagte ich.

»Das sollte es auch, Sassenach«, erwiderte er, doch seine Stimme klang nicht mehr wütend. Er streckte die Hand aus, nahm mir das Päckchen vom Schoß und riss die Verpackung auf, so dass ein breites Silberband zum Vorschein kam. Es war mit einem keltischen Knotenmuster verziert, in dessen Bindegliedern kleine schottische Disteln prangten.

So viel sah ich, dann verschwamm es mir wieder vor den Augen.

Mir wurde ein Taschentuch in die Hand gedrückt, und ich bemühte mich, die Flut damit einzudämmen. »Er ist … wunderschön«, sagte ich und räusperte mich, während ich mir über die Augen wischte.

»Wirst du ihn tragen, Claire?« Seine Stimme war jetzt sanft, und die Tatsache, dass er meinen Namen benutzte, was er meistens nur in Momenten der Zärtlichkeit oder der Förmlichkeit tat, brachte mich erneut an den Rand des Zusammenbruchs.

»Du brauchst es nicht«, sagte er und sah mich mit ernsten Augen an. »Unser Ehekontrakt ist erfüllt – vor dem Gesetz ist er gültig. Du bist geschützt und sicher vor allem – außer vor einem Haftbefehl. Und sogar davor, solange du dich in Leoch aufhältst. Wenn du möchtest, können wir getrennt voneinander leben – falls es das ist, was du mit all diesem Unsinn über Laoghaire ausdrücken wolltest. Du brauchst nicht viel mit mir zu tun zu haben, wenn das dein aufrichtiger Wunsch ist.« Er saß reglos wartend da und hielt sich den Ring vor das Herz.

Hier ließ er mir nun also die Wahl, die ich ihm hatte lassen wollen. Er war mir zwar durch die Umstände aufgedrängt worden, doch er selbst würde sich mir nicht mehr aufdrängen, wenn ich mich entschloss, ihn zurückzuweisen. Und dann war da natürlich die Alternative: den Ring anzunehmen und damit alles, was mit ihm einherging.

Die Sonne begann zu sinken. Die letzten Lichtstrahlen schienen durch einen blauen Glasflakon, der auf dem Tisch stand und einen leuchtend blauen Streifen auf die Wand warf. Ich fühlte mich so zerbrechlich und schimmernd wie das Glas, als würde ich bei der geringsten Berührung zerspringen und in glitzernden Fragmenten zu Boden fallen. Falls ich wirklich vorgehabt hatte, meine oder Jamies Emotionen zu schonen, so war es anscheinend viel zu spät.

Ich brachte kein Wort heraus, doch ich hielt ihm mit zitternden Fingern meine rechte Hand entgegen. Der Ring glitt mir kühl und hell über den Fingerknöchel und schob sich dann auf meine Fingerwurzel – er passte genau. Jamie hielt ein paar Sekunden meine Hand und sah sie an, dann drückte er plötzlich meine Fingerknöchel fest an seinen Mund. Er hob den Kopf, und einen Moment lang sah ich sein Gesicht, entschlossen und drängend, ehe er mich auf seinen Schoß zog.

Dort hielt er mich fest an sich gedrückt, und ich konnte den Puls in seinem Hals spüren, der genauso hämmerte wie der meine. Seine Hände wanderten zu meinen bloßen Schultern hinauf, und er hielt mich ein Stück von sich fort, so dass ich nun in sein Gesicht aufblickte. Seine Hände waren groß und sehr warm, und ich fühlte mich ein wenig benommen.

»Ich will dich, Claire«, sagte er mit erstickter Stimme. »Ich will dich so sehr, dass ich kaum atmen kann. Wirst du …«, er schluckte, dann räusperte er sich. »Wirst du mich nehmen?«

Inzwischen hatte ich meine Stimme wiedergefunden. Sie überschlug sich zwar und bebte, aber sie funktionierte.

»Ja«, sagte ich. »Ja, ich nehme dich.«

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