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Der Borowski-Betrug

Электронная книга - «Der Borowski-Betrug». Краткое содержание книги:

Er wurde aus der See gezogen — mehr Leichnam als Mann. An seinen Namen kann er sich nicht erinnern. Er ist ein Mensch ohne Vergangenheit und ohne Zukunft — gejagt von mächtigen Feinden; geliebt von einer schönen Frau, die nicht glauben kann, daß er wirklich das ist, was sich langsam herauskristallisiert: Ein Berufsmörder!
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Conklin trug den Umschlag zu seinem Schreibtisch zurück und riß das markierte Band ab; der Umschlag würde wieder verschlossen, das Band neu markiert werden. Es gab einen Mann in Paris, einen treu ergebenen Mann, der das Offizierscorps der Militärischen Abwehr durchlaufen hatte und schon mit fünfunddreißig Jahren Oberstleutnant war. Man konnte sich auf ihn verlassen; er hatte Verständnis für nationale Prioritäten. Vor zwölf Jahren hatte er in einem Dorf in der Nähe von Hue einen Kameramann, einen Kommunisten, getötet.

Drei Minuten später hatte er den Mann an der Leitung. Der ehemalige Offizier erfuhr einen Namen und erhielt Instruktionen, eine geheime Reise in die Vereinigten Staaten vorzubereiten. Es ging um besagten Fahnenflüchtigen, der im Sonderauftrag jene eliminiert hatte, die seine Strategie kontrollieren sollten.

«Ein Doppelagent also?«fragte der Mann in Paris.»Moskau?«

«Nein, nicht für die Sowjets«, erwiderte Conklin, der wohl wußte, daß Delta, wenn er Schutz erbat, mit dem anderen reden würde.

«Eine langfristige Untergrundstrategie, Carlos in die Falle zu locken.«

«Den Meuchelmörder?«

«Richtig,«

«Sie können zwar sagen, daß es nicht Moskau ist, aber mich überzeugen Sie nicht. Carlos ist in Nowgorod ausgebildet worden, für mich ist er immer noch eine schmutzige Kanone für den KGB.«

«Mag sein. Details sind hier nicht wichtig. Jedenfalls wir sind überzeugt, daß man unseren Mann gekauft hat; er hat ein paar Millionen eingesteckt und braucht jetzt einen Paß.«

«Wenn ich recht verstehe, hat er es so hingedreht, daß Carlos dafür verantwortlich gemacht wird, was zwar nichts bedeutet, aber immerhin wieder auf sein Konto geht.«

«Genau. Wir spielen mit und tun so, als glaubten wir ihm. Aber wir brauchen ein Geständnis, irgendeine Information, und deshalb komme ich nach Paris. Aber das ist jetzt nicht so wichtig, zuerst müssen wir ihn herausholen. Können Sie helfen? Es bringt einen fetten Bonus ein.«

«Mit Vergnügen. Und den Bonus können Sie behalten, ich hasse solche Drecksäcke wie ihn. Die lassen ganze Netze auffliegen.«

«Es muß aber einwandfrei klappen; er ist einer der Besten. Wenn Sie Unterstützung brauchen…«

«Ich habe einen Mann von Saint-Gervais, der fünf ersetzt. Er steht zur Verfügung.«

«Dann stellen Sie ihn ein. Jetzt die Einzelheiten. Der Kontrollmann in Paris ist ein Blinder in der Botschaft. Er weiß nichts, steht aber mit Borowski in Verbindung und wird möglicherweise Schutz für ihn erbitten.«

«Geht klar«, sagte der ehemalige Abwehrmann.»Und was weiter?«

«Für den Augenblick ist das alles. Ich nehme eine Maschine von Andrews und treffe zwischen elf und zwölf Uhr nachts in Paris ein. Ich will dann Borowski innerhalb von ein oder zwei Stunden sehen und bis morgen wieder in Washington zurück sein. Es ist knapp, aber es geht nicht anders.«

«Ich verstehe.«

«Der Blinde in der Botschaft ist der Erste Sekretär. Er heißt… «

Conklin lieferte noch ein paar Einzelheiten, dann überlegten sich die beiden Männer die Codes für ihren ersten Kontakt in Paris. Codeworte, die dem Mann von der Central Intelligence Agency, wenn sie das nächste Mal miteinander sprachen, verraten würden, ob es Probleme gab. Conklin legte auf. Alles verlief planmäßig, und zwar genauso, wie Delta es erwartete. Die Nachfolger Treadstones würden genau nach dem Buch vorgehen, und das Buch hatte seine exakten Vorschriften. Strategien, die zerbrochen, und Strategien, die gescheitert waren, mußten aus der Welt geschafft werden, ganz radikal. Washington verabscheute Skandale. Gescheiterte Agenten bildeten außerdem eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle.

All das war Delta bekannt. Er selbst hatte Treadstone zerstört, deshalb würde er all die Vorsichtsmaßnahmen verstehen und mit ihnen rechnen. Er wäre höchst beunruhigt, wenn er sie nicht vorfände. Wenn er von dem Massaker hört, das in der Einundsiebzigsten Straße stattgefunden hatte, wird er mit Sicherheit den Wütenden und Trauernden mimen, und Alexander Conklin würde seine Ohren spitzen, um irgendeinen Unterton herauszuhören, oder eine Erklärung zu erfahren. Aber er wußte sehr wohl, daß er das nicht zu hören bekommen würde. Die Glasscherben würden nicht über den Atlantik fliegen, um unter einem schweren Vorhang in einer Ziegelvilla in Manhattan versteckt zu werden, und Fingerabdrücke waren ein verläßlicherer Beweis dafür, daß ein Mann sich an einem Ort befunden hatte, als jede Fotografie. Es gab keine Möglichkeit, hier etwas vorzutäuschen.

Conklin würde Delta genau zwei Minuten Zeit lassen, um seinen Verstand zu gebrauchen. Er würde zuhören und dann würde er ihn fertigmachen.

Kapitel 32

«Warum tun die das?«fragte Marie Jason in dem überfüllten Cafe. Er hatte gerade das fünfte Telefongespräch geführt, fünf Stunden nachdem er das erste Mal mit der Botschaft gesprochen hatte.

«Die wollen mich auf Trab halten, mich nervös machen, ich weiß nicht, warum.«

«Da bist du selbst schuld daran«, sagte Marie.»Du hättest die Anrufe auch vom Zimmer aus machen können.«

«Nein, das hätte ich nicht gekonnt. Aus irgendeinem Grunde haben sie mir das klargemacht. Jedesmal, wenn ich anrufe, fragt mich dieses Schwein, von wo ich jetzt telefonierte, ob ich in >sicherem Territorium< wäre. Eine verdammt blöde Formulierung, >sicheres Territorium<. Aber dann sagte er immer noch etwas, und zwar, jeder Kontakt müsse von einem anderen Ort aus erfolgen, damit mich niemand zu einem bestimmten Telefon oder einer bestimmten Adresse zurückverfolgen kann. Sie nehmen mich nicht in Gewahrsam, halten mich aber an langer Kette. Sie wollen mich haben, aber sie haben Angst vor mir; ich verstehe den Sinn nicht!«

«Vielleicht bildest du dir das alles nur ein? Niemand hat etwas gesagt, das auch nur annähernd in diese Richtung geht.«

«Das brauchten sie auch nicht. Man kann es dem entnehmen, was sie nicht gesagt haben. Warum haben sie nicht einfach gesagt, ich solle sofort zur Botschaft kommen? Niemand könnte mir dort etwas anhaben; das ist Territorium der Vereinigten Staaten. Aber das haben sie nicht getan.«

«Die Straßen werden überwacht. Das hat man dir gesagt.«

«Weißt du, das habe ich akzeptiert — blind akzeptiert — bis vor etwa dreißig Sekunden, da kam es mir plötzlich in den Sinn. Von wem? Wer überwacht die Straßen?«

«Carlos natürlich. Seine Leute.«

«Das weißt du, und ich weiß das auch — zumindest können wir es vermuten — aber sie wissen das nicht. Ich kann mich nicht erinnern, wer in drei Teufels Namen ich bin oder woher ich komme, aber ich weiß, was mir während der letzten vierundzwanzig Stunden passiert ist. Das wissen sie nicht.«

«Sie könnten es ja auch vermuten, nicht wahr? Sie könnten seltsame Männer in Autos entdeckt haben, oder Männer, die zu lange oder zu auffällig irgendwo herumstehen.«

«Carlos ist dazu viel zu intelligent. Und dann gibt es eine Menge Möglichkeiten, mit Spezialfahrzeugen schnell in eine Botschaft zu gelangen. Unsere Marineinfanteristen auf der ganzen Welt sind für solche Dinge ausgebildet.«

«Ich glaube dir.«

«Aber das haben sie nicht getan; nicht einmal vorgeschlagen haben sie es. Statt dessen halten sie mich hin und lassen mich herumrennen. Verdammt noch mal, warum?«

«Du hast es ja selbst gesagt, Jason. Sie haben seit sechs Monaten nichts mehr von dir gehört. Sie sind sehr vorsichtig.«

«Aber warum auf diese Art? Sobald sie mich im Botschaftsgebäude haben, können sie tun, was sie wollen. Dort haben sie mich unter Kontrolle. Da können sie eine Party für mich veranstalten oder mich in eine Zelle werfen.«

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