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Der Borowski-Betrug

Электронная книга - «Der Borowski-Betrug». Краткое содержание книги:

Er wurde aus der See gezogen — mehr Leichnam als Mann. An seinen Namen kann er sich nicht erinnern. Er ist ein Mensch ohne Vergangenheit und ohne Zukunft — gejagt von mächtigen Feinden; geliebt von einer schönen Frau, die nicht glauben kann, daß er wirklich das ist, was sich langsam herauskristallisiert: Ein Berufsmörder!
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«Wie paßt eigentlich Villiers' Frau hinein?«

D'Anjou zog die Augenbrauen hoch.»Aber natürlich, Sie sagten ja Parc Monceau, nicht wahr? Wie — «

«Die Einzelheiten sind jetzt nicht wichtig.«

«Für mich ganz bestimmt nicht.«

«Was ist mit ihr?«drängte Borowski.

«Haben Sie sie genau angesehen? Die Haut?«

«Nahe genug war ich ihr. Sie ist gebräunt. Sehr groß und stark gebräunt.«

«Sie achtet darauf, daß ihre Haut immer gebräunt ist. Die Riviera, die griechischen Inseln, Costa del Sol, Gstaad; ihre Haut ist immer von der Sonne getränkt.«

«Das steht ihr sehr gut.«

«Das ist auch sehr nützlich. Das verdeckt, was sie ist. Denn da gibt es keine herbstliche oder winterliche Blässe in ihrem Gesicht, an ihren Armen und den langen Beinen. Sie ist von Natur aus so braun. Mit oder ohne Saint Tropez oder Costa Brava oder die Alpen.«

«Wovon sprechen Sie?«

«Obwohl man die aufregende Angelique Villiers allgemein für eine Pariserin hält, ist sie das nicht. Sie ist von spanischem Geblüt. Venezolanerin, um es genau zu sagen.«

«Sanchez«, flüsterte Borowski.»Iljitsch Ramirez Sanchez.«

«Ja. Manche behaupten ja, sie sei Carlos' erste Cousine, seine Geliebte seit ihrem vierzehnten Lebensjahr. Das Gerücht geht — bei jenen wenigen Leuten —, daß sie, abgesehen von ihm selbst, der einzige Mensch auf der Welt ist, der ihm etwas bedeutet.«

«Und Villiers weiß von all dem nichts?«

«Worte von Medusa, Delta?«D'Anjou nickte.»Ja, Villiers weiß nichts, er ist wie eine Drohne. Carlos' brillant geschaffener Draht zu den wichtigsten Abteilungen der französischen Regierung.«

«Brillant«, sagte Jason und nickte.»Weil es unvorstellbar ist.«

«Absolut.«

Borowski lehnte sich plötzlich vor.»Treadstone«, sagte er, und seine beiden Hände umklammerten das Glas, das vor ihm stand.»Sagen Sie mir, was Sie über Treadstone Seventy-One wissen.«

«Was soll ich Ihnen sagen?«

«Alles, was Sie wissen, alles, was Carlos weiß.«

«Ich weiß nicht, ob ich dazu imstande bin. Ich höre Dinge, mache mir ein Bild davon, aber abgesehen von den Dingen, die Medusa betreffen, bin ich kein Ratgeber, geschweige denn ein Vertrauter.«

Jason hatte alle Mühe, an sich zu halten, nicht nach Medusa, nach Delta und Tam Quan zu fragen; nach den Winden am Nachthimmel und der Finsternis, und den Lichtexplosionen, die ihn jedesmal blendeten, wenn er die Worte hörte. Er konnte das nicht; gewisse Dinge mußten unterstellt werden, er mußte über seinen eigenen Verlust hinweggehen, keinen Hinweis darauf geben. Die Prioritäten. Treadstone. Treadstone Seventy-One…

«Was haben Sie gehört? Was haben Sie sich zusammengereimt?«

«Was ich gehört und was ich mir zusammengereimt habe, paßte nicht immer zusammen. Dennoch waren mir gewisse Tatsachen klar.«

«Zum Beispiel?«

«Als ich Sie erkannte, wußte ich Bescheid. Delta hatte eine lukrative Übereinkunft mit den Amerikanern getroffen. Wieder eine lukrative Übereinkunft, vielleicht von anderer Art als vorher.«

«Würden Sie das bitte etwas deutlicher ausdrücken.«

«Vor elf Jahren ging in Saigon das Gerücht, daß der eiskalte Delta der höchstbezahlte Medusa-Mann wäre. Ohne Zweifel waren Sie der Fähigste, den ich kannte, also vermutete ich, daß Sie auf eigene Faust für sich abgeschlossen hatten. So, wie auch jetzt.«

«Was ist Ihnen zu Ohren gekommen?«

«Es ist in New York nicht dementiert worden. Der Mönch hat es sogar bestätigt, ehe er starb, sagt man. Es paßte auch zu den Vorgängen von Anfang an.«

Borowski hielt sein Glas und wich d'Anjous Blick aus. Der Mönch. Der Mönch. Nicht fragen. Der Mönch ist tot, wer und was auch immer er gewesen sein mag. Auf ihn kommt es jetzt nicht an.»Ich wiederhole«, sagte Jason,»was glauben die zu wissen, daß ich tue?«

«Kommen Sie, Delta. Ich bin derjenige, der hier weggeht. Es ist sinnlos — «

«Bitte«, unterbrach Borowski.

«Also gut. Sie haben sich einverstanden erklärt, Cain zu werden. Cain, der Mörder, der überall seine Hand im Spiel hat, ein Phantom, das nie tatsächlich existierte. Der große Gegenspieler Carlos! Die Absicht ist klar zu erkennen; Carlos herausfordern — Carlos in die Enge treiben, ihm die Leute abspenstig machen, seine Organisation von innen heraus auszuhöhlen. Es ging darum, Carlos aus der Reserve zu locken und ihn unschädlich zu machen. Das war die Übereinkunft, die Sie mit den Amerikanern geschlossen haben.«

Vor Jasons Augen begann es sich zu drehen. Erinnerungen kehrten bruchstückhaft in sein Bewußtsein.

«Dann sind die Amerikaner — «Borowski sprach den Satz nicht zu Ende und hoffte in diesem kurzen Augenblick der Qual, daß d'Anjou das für ihn tun würde.

«Ja«, sagte der andere.»Treadstone Seventy-One. Die am besten kontrollierte Einheit der amerikanischen Abwehr seit den Consular Operations des State Departments. Vom selben Mann geschaffen, der Medusa gebaut hat. David Abbott.«

«Der Mönch«, sagte Jason. Wie von selbst waren ihm diese Worte von den Lippen gekommen. Eine Türe tat sich in der Ferne auf, Helligkeit strömte herein.

«Natürlich. An wen sonst würde er herantreten, um die Rolle des Cain zu spielen, als an den Mann von Medusa, der als Delta bekannt war? Wie gesagt, ich wußte das im ersten Augenblick, als ich Sie sah.«

«Eine Rolle — «Borowski hielt inne, das Licht wurde heller, warm, aber nicht blendend.

D'Anjou lehnte sich nicht vor.»An diesem Punkt natürlich paßte das, was ich hörte und das, was ich mir zusammenreimte, nicht mehr zusammen. Es hieß, daß Jason

Borowski den Auftrag aus Gründen annahm, von denen ich wußte, daß sie nicht stimmen konnten. Ich war dabei, die anderen nicht; sie konnten das nicht wissen.«

«Was haben diese anderen gesagt? Was haben Sie gehört?«

«Daß Sie ein amerikanischer Abwehroffizier wären, vermutlich aus dem Militär. Können Sie sich das vorstellen. Sie, Delta! Der Mann, der die Amerikaner verachtete. Ich sagte Bergeron, daß das unmöglich wäre, aber ich bin nicht sicher, ob er mir glaubte.«

«Was haben Sie ihm gesagt?«

«Was ich glaubte. Was ich immer noch glaube. Es war nicht Geld — kein Betrag hätte Sie dazu bringen können —, es mußte etwas anderes sein. Ich glaube, Sie taten es aus demselben Grund, aus dem vor elf Jahren so viele bei Medusa mitmachten. Um irgendwo eine Rechnung zu begleichen, um ein anderes Leben zu beginnen, glaube ich.«

«Wahrscheinlich haben Sie recht«, sagte Jason und hielt den Atem an. Es leuchtete ein. Eine Botschaft wurde gesandt. Das könnte es sein. Du mußt die Botschaft finden. Den Sender. Treadstone!

«Um zurück zu Delta zu kommen«, fuhr d'Anjou fort.»Wer war er? Dieser gebildete, seltsam stille Mann, der sich im Dschungel in eine tödliche Waffe verwandeln konnte. Der sich und andere zu Leistungen anstachelte, die das Menschenmögliche überstiegen, ohne daß es einen Grund dafür gab. Wir begriffen das nie.«

«Das war auch nie notwendig. Gibt es noch etwas, das Sie mir sagen können? Wissen sie den präzisen Aufenthalt von Treadstone?«

«Sicher. Ich habe es von Bergeron erfahren. Eine Wohnung in New York City, an der östlichen Einundsiebzigsten Straße.«

«Nummer hundertneununddreißig. Stimmt das nicht?«

«Möglich… noch etwas?«

«Nur etwas, das Sie offensichtlich wissen, etwas, dessen Strategie, wie ich zugebe, mir unverständlich ist.«

«Und das wäre?«

«Daß die Amerikaner glauben, Sie hätten die Seiten gewechselt. Besser gesagt, sie wollen Carlos weismachen, Sie hätten die Seiten gewechselt.«

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