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Der Borowski-Betrug

Электронная книга - «Der Borowski-Betrug». Краткое содержание книги:

Er wurde aus der See gezogen — mehr Leichnam als Mann. An seinen Namen kann er sich nicht erinnern. Er ist ein Mensch ohne Vergangenheit und ohne Zukunft — gejagt von mächtigen Feinden; geliebt von einer schönen Frau, die nicht glauben kann, daß er wirklich das ist, was sich langsam herauskristallisiert: Ein Berufsmörder!
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«Daran hat er nicht gedacht«, erwiderte Conklin und seine Gedanken kreisten um das Rätsel, das Delta-Cain hieß.»Was wurde veranlaßt?«

«Ursprünglich hat Borowski darauf bestanden, in fünfzehn Minuten wieder anzurufen, aber ich habe die unteren Chargen instruiert, daß sie ihn hinhalten sollen. Wir könnten zum Beispiel die Essenszeit…«Der Mann von der Gesandtschaft vergewisserte sich, ob sein Vorgesetzter in Washington erkannte, wie weise sein Beitrag war. Das würde jetzt eine gute Minute lang so weitergehen; Conklin hatte schon genug gehört.

Delta. Warum hatte er die Fronten gewechselt? Der Wahnsinn mußte ihm den Kopf weggefressen und nur die Überlebensinstinkte zurückgelassen haben. Er war schon zu lange im Geschäft; er wußte doch, daß sie ihn über kurz oder lang finden und töten würden. Es gab nie eine Alternative, das mußte ihm von dem Augenblick an klar sein, in dem er überlief — oder absprang — oder was auch immer. Es gab keinen Ort mehr, an dem er sich verbergen konnte; gleichgültig, auf welcher Seite der Welt er sich befand, er war immer ein Zielobjekt. Er würde nie wissen, wer plötzlich aus dem Schatten hervortreten und sein Leben beenden würde. Das war etwas, mit dem sie alle lebten, das einzige, dafür aber auch überzeugendste Argument gegen das Überlaufen. Also mußte er eine andere Lösung finden: das Überleben. Der biblische Cain (Cain = amerikanische Schreibweise für Kain, Anmerkung des Übersetzers) war der erste, der einen Brudermord beging. Hatte der biblische Name die Entscheidung ausgelöst? War es so einfach? Sie einfach alle töten, den Bruder töten.

Webb lebte nicht mehr, der Mönch, der Yachtsegler und seine Frau… Wer konnte denn die Instruktionen noch ableugnen, die Delta erhalten hatte, da nur diese vier Instruktionen an ihn weitergaben? Er hatte die Millionen entfernt und sie so verteilt, wie man es ihm befohlen hatte. Natürlich hatte er angenommen, es wäre ein Teil der Strategie des Mönches, daß er die Gelder an blinde Empfänger ausgegeben hatte. Wer war Delta schon, um Entscheidungen des Mönchs in Zweifel zu ziehen? Der Schöpfer von Medusa, das Genie, das ihn rekrutiert und geschaffen hatte. Cain.

Die perfekte Lösung. Um völlig überzeugend zu wirken, bedurfte es nur des Todes eines Bruders und der entsprechenden Trauer. Dann würde das offizielle Urteil ausgesprochen werden. Carlos war es gelungen, Treadstone zu infiltrieren und zu töten. Der bezahlte Killer hatte gesiegt, Treadstone wurde aufgegeben. Das hatte man alles diesem Bastard zu verdanken.

«… also war ich grundsätzlich der Ansicht, daß der weitere Plan von ihm kommen sollte. «Der Erste Sekretär in Paris hatte geendet. Er war ein Esel, aber Conklin brauchte ihn; man mußte die eine Melodie hören, während die andere gespielt wurde.

«Sie haben richtig gehandelt«, sagte ein jovialer Vorgesetzter in Langley.»Ich werde es unseren Leuten hier drüben sagen, wie gut Sie das alles erledigt haben. Sie hatten völlig recht; wir brauchen Zeit, aber das weiß Borowski nicht. Wir können es ihm auch nicht sagen; das macht es noch schwieriger. Wir haben hier eine sterile Leitung; darf ich mich dementsprechend ausdrücken?«

«Natürlich.«

«Borowski steht unter Druck. Er ist… ziemlich lange Zeit… festgehalten worden. Drücke ich mich klar aus?«

«Die Sowjets?«

«Stimmt genau. In der Lubjanka. Doppelbuchung. Sind Sie mit dem Ausdruck vertraut?«

«Ja. Moskau glaubt, daß er jetzt für sie arbeitet.«

«Das glauben die. «Conklin hielt inne.»Und wir sind nicht sicher. In der Lubjanka geschehen verrückte Dinge.«

Der Erste Sekretär pfiff leise durch die Zähne.»Üble Sache. Wie werden Sie das klären?«

«Mit Ihrer Hilfe. Aber die Klassifizierungspriorität ist so hoch, daß sie über dem Niveau einer Gesandtschaft liegt, sogar über dem eines Botschafters. Sie sind an Ort und Stelle; er ist an Sie herangetreten. Sie können jetzt einverstanden sein oder nicht, das liegt ganz bei Ihnen. Wenn ja, könnte ich mir vorstellen, daß Sie eine Belobigung aus dem Oval Office bekommen.«

Conklin konnte hören, wie dem anderen der Atem stockte.

«Ich tue natürlich, was in meiner Macht steht. Sie brauchen es bloß zu sagen.«

«Das haben Sie bereits. Wir wollen, daß er hingehalten wird. Wenn er wieder anruft, sprechen Sie selbst mit ihm.«

«Natürlich«, unterbrach der Mann aus der Botschaft.

«Sagen Sie ihm, Sie hätten die Codes weitergegeben. Sagen Sie ihm, Washington würde per Militärmaschine einen Direktor von Treadstone einfliegen. Sagen Sie, Washington möchte, daß er sich im Hintergrund hält und sich nicht in der Nähe der Botschaft zeigt; alle Straßen werden beobachtet. Dann fragen Sie ihn, ob er Schutz braucht und wenn ja, bringen Sie in Erfahrung, wo er diesen Schutz haben möchte. Aber schicken Sie niemanden; wenn Sie wieder mit mir sprechen, werde ich inzwischen mit jemandem dort drüben telefoniert haben. Ich gebe Ihnen dann einen Namen und einen Augenpunkt, den Sie ihm geben können.«

«Augenpunkt?«

«Visuelle Identifizierung. Etwas oder jemand, den er erkennen kann.«

«Einen Ihrer Leute?«

«Ja, das halten wir für das beste. Darüber hinaus braucht die Botschaft nicht eingeschaltet zu werden. Machen Sie also keine Aufzeichnungen über irgendwelche Gespräche, die Sie führen.«

«Jawohl«, sagte der Erste Sekretär.»Aber wie kann Ihnen denn ein einziges Gespräch mit mir Aufschluß darüber geben, ob er ein Doppelagent ist?«

«Eins? Es werden eher zehn sein.«

«Zehn?«

«Ganz recht; Ihre Instruktionen an Borowski — von uns über Sie — lauten, daß er jede Stunde Ihren Apparat anrufen soll, um damit zu bestätigen, daß er sich in Sicherheit befindet. Bis zu dem letzten Gespräch, in dem Sie ihm sagen, daß der Mann von Treadstone in Paris eingetroffen ist und sich mit ihm treffen will.«

«Was erreichen Sie damit?«fragte der Erste Sekretär.

«Er wird nervös werden… wenn er nicht unser Mann ist. Es gibt in Paris ein halbes Dutzend bekannter Untergrundagenten der Sowjets, deren Telefone alle angezapft sind. Wenn er mit Moskau zusammenarbeitet, ist die Chance groß, daß er wenigstens eines dieser Telefone benutzt. Wir werden sie überwachen. Und wenn sich das herausstellt, werden Sie sich wahrscheinlich den Rest Ihres Lebens an den Tag erinnern, an dem Sie die ganze Nacht in der Botschaft geblieben sind. Belobigungen des Präsidenten verändern den Status von Laufbahnbeamten ganz erheblich. Natürlich können Sie gar nicht mehr so weit aufsteigen.«

«Es gibt schon noch Beförderungsmöglichkeiten, Mr. Conklin«, unterbrach der Erste Sekretär.

Das Gespräch war beendet; der Mann in der Botschaft würde zurückrufen, sobald er von Borowski gehört hatte. Conklin stand auf und hinkte quer durch das Zimmer zu einem grauen Aktenschrank, der an der Wand stand. Er sperrte die oberste Schublade auf. Sie enthielt einen Aktendeckel mit einem verschlossenen Umschlag mit den Namen und Adressen von Männern, an die man im Notfall herantreten konnte. Früher einmal waren es tüchtige, loyale Männer gewesen, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr auf den offiziellen Listen in Washington standen. Unter dem Schütze einer neuen Identität tauchten sie anderswo unter — wobei diejenigen, die eine Fremdsprache fließend beherrschten, häufig von freundlich gesinnten ausländischen Regierungen eingebürgert wurden.

Das waren die Outsider der Organisation, Männer, die im Dienste ihres Landes die Gesetze übertraten, vielleicht im Interesse ihres Landes sogar getötet hatten. Offiziell konnten sie nicht mehr geduldet werden; sie stellten einen Risikofaktor dar. Trotzdem wurden sie oft noch gebraucht. Gelder wanderten auf Konten, die offiziell nicht überprüft wurden, alle Zahlungen honorierten durchgeführte geheime Aufträge.

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