Der Borowski-Betrug
- Автор: Ладлэм Роберт
- Язык: немецкий
- Переводчик: Heinz Nagel
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Der Borowski-Betrug». Краткое содержание книги:
«Warum?«Langsam begann es ihm zu dämmern!
«Sie haben lange Zeit nichts mehr von Cain gehört, wissen nicht, wo er sich aufhält, geschweige denn, was er tut. Ein obskurer Bankdiebstahl… «
Das war es. Die Nachricht. Das Schweigen. Die Monate in Port Noir. Der Wahnsinn in Zürich, das Massaker in Paris. Niemand konnte wissen, was geschehen war. Man ließ ihn wissen, daß er aus dem Untergrund hervorkommen solle. Du hast recht gehabt, Marie, meine Liebe, meine Allerliebste. Du hast von Anfang an recht gehabt.
«Sonst also nichts?«fragte Borowski und versuchte, die Ungeduld in seiner Stimme zu verbergen, weil ihn jetzt jede Faser seines Wesens danach drängte, zu Marie zurückzukehren.
«Das ist alles, was ich weiß — aber verstehen Sie bitte, man hat mir das alles nie gesagt. Man hat mich wegen meines Wissens um Medusa hereingeholt — und es stand fest, daß Cain von Medusa kam — aber ich war nie ein Teil von Carlos' hartem Kern.«
«Nahe genug waren Sie. Danke. «Jason legte ein paar Geldscheine auf den Tisch und schickte sich an, die Nische zu verlassen.
«Da ist noch etwas«, sagte d'Anjou.»Ich weiß nicht, ob es etwas zu bedeuten hat, aber man weiß jedenfalls, daß Ihr Name nicht Jason Borowski ist.«
«Was?«
«25. März. Erinnern Sie sich nicht, Delta? Das ist in zwei Tagen, und das Datum ist für Carlos sehr wichtig. Er möchte Ihre Leiche am fünfundzwanzigsten. Er möchte sie an jenem Tag den Amerikanern ausliefern.«
«Was wollen Sie damit sagen?«
«Am 25. März 1968 wurde Jason Borowski in Tam Quan exekutiert. Sie haben ihn exekutiert.«
Kapitel 31
Sie öffnete die Tür, und einen Augenblick lang stand er da und sah sie nur an, sah die großen braunen Augen, die über sein Gesicht wanderten, Augen, die besorgt waren, aber in denen eine unausgesprochene Frage lag. Und er war zurückgekommen, um ihr diese Antwort zu überbringen. Er ging in das Zimmer, und sie schloß die Türe hinter ihm.
«Es ist passiert«, sagte sie.
«Es ist passiert. «Borowski drehte sich um und streckte seine Hände nach ihr aus. Sie kam zu ihm und sie hielten einander, und das Schweigen ihrer Umarmung sagte mehr als jedes gesprochene Wort.»Du hast recht gehabt«, flüsterte er schließlich, die Lippen an ihrem weichen Haar.»Es gibt viel, das ich nicht weiß — vielleicht nie wissen werde — aber du hast recht gehabt. Ich bin nicht Cain, weil es keinen Cain gibt, nie gegeben hat. Nicht den Cain, von dem alle reden. Er hat nie existiert. Er ist ein Mythos, den man erfunden hat, um Carlos herauszulocken. Ich bin dieser Mythos. Ein Mann von Medusa, den man Delta nannte, hat sich einverstanden erklärt, eine Lüge namens Cain zu werden. Dieser Mann bin ich.«
Sie trat einen Schritt zurück, ohne ihn loszulassen.
«Cain ist für Charlie…«Sie sagte das mit leiser Stimme.
«Und Delta ist für Cain«, vollendete Jason.»Du hast mich das sagen hören?«
Marie nickte.»Ja, eines Nachts, in dem Zimmer in der Schweiz, hast du es im Schlaf hinausgeschrien. Carlos hast du nie erwähnt, nur Cain… Delta. Ich habe am Morgen etwas darüber zu dir gesagt, aber du hast mir keine Antwort gegeben. Du hast nur zum Fenster hinausgeschaut.«
«Weil ich es nicht verstand. Ich verstehe es immer noch nicht, aber ich akzeptiere es. Es erklärt so viele Dinge.«
Wieder nickte sie.»Der Provokateur. Die Code-Worte, die du gebrauchst, die seltsamen Sätze, die Wahrnehmungen. Aber warum? Warum du?«
«>Um irgendwo eine Rechnung zu begleichen.< Das hat er gesagt.«
«Wer gesagt?«
«D'Anjou.«
«Der Mann auf der Treppe in Parc Monceau? Der Mann von der Telefonvermittlung?«
«Der Mann von Medusa. Ich kannte ihn bei Medusa.«
«Was hat er gesagt?«
Borowski berichtete es ihr und spürte dieselbe Erleichterung, die auch er bei d'Anjous Worten empfunden hatte. In ihren Augen war ein Leuchten, ein leichtes Pochen an ihrem Hals, schiere Freude, die aus ihrer Kehle hervorbrach. Es war gerade, als könnte sie kaum erwarten, daß er den Bericht abschloß, damit sie ihn wieder umarmen konnte.
«Jason!«rief sie und nahm sein Gesicht in die Hände.
«Liebster, mein Liebster! Mein Freund ist zu mir zurückgekehrt! Es ist alles so, wie wir es wußten, wie wir es fühlten!«
«Nicht ganz«, sagte er und strich über ihre Wange.»Für dich bin ich Jason, für mich Borowski, weil das der Name ist, den man mir gegeben hat, und den ich gebrauchen muß, weil ich keinen anderen habe. Aber es ist nicht der meine.«
«Eine Erfindung?«
«Nein, es gab ihn. Man behauptet, ich hätte Jason Borowski an einem Ort, der Tam Quan heißt, getötet.«
Sie nahm die Hände von seinem Gesicht, ließ sie auf seine Schultern gleiten, ließ ihn aber nicht los.»Es muß einen Grund dafür gegeben haben.«
«Das hoffe ich. Ich weiß es nicht. Vielleicht ist das die Rechnung, die ich begleichen will.«
«Meine Güte«, sagte sie und ließ ihn los.»Das liegt mehr als zehn Jahre zurück. Alles, worauf es jetzt ankommt, ist, daß du den Mann bei Treadstone erreichst, weil die versuchen, dich zu erreichen.«
«D'Anjou hat gesagt, die Amerikaner glaubten, ich wäre übergelaufen, da man seit sechs Monaten nichts von mir gehört hat, und in Zürich Millionen verschwunden sind.«
«Du kannst ihnen erklären, was geschehen ist. Du hast deine Vereinbarung nicht wissentlich gebrochen; andererseits kannst du so nicht weitermachen, das ist unmöglich. Alle Instruktionen, die du erhalten hast, nützen dir nichts. Sie sind nur noch in Fragmenten vorhanden — in Bildern und Sätzen, die du mit nichts in Verbindung bringen kannst. Du kennst Leute nicht, die du kennen müßtest. Sie sind für dich Gesichter ohne Namen, ohne Bedeutung.«
Borowski zog das Jackett aus und nahm die Automatic aus dem Gurt. Er studierte den Zylinder — den häßlichen perforierten Ansatz an dem Lauf, der garantierte, daß ein Pistolenschuß nicht lauter als ein leises Hüsteln war — widerwillig. Er trat an die Kommode, legte die Waffe hinein und schob die Schublade zu. Einen Augenblick lang hielt er die Knöpfe fest, und seine Augen wanderten zum Spiegel, zu dem Gesicht in dem Glas, das keinen Namen hatte.
«Was soll ich zu ihnen sagen?«fragte er.»Hier spricht Jason Borowski. Natürlich weiß ich, daß das nicht mein Name ist, weil ich den Mann namens Jason Borowski getötet habe. Aber es ist der Name, den Sie mir gegeben haben… Es tut mir leid, meine Herren, aber auf dem Weg nach Marseille ist mir etwas zugestoßen. Ich habe etwas verloren — nichts für Sie Wertvolles — nur mein Gedächtnis. Nun nehme ich an, daß wir eine Übereinkunft haben, aber ich weiß nicht was für eine. Ich kann mich nur an verrückte Sätze, wie >Carlos finden! < und >Carlos in die Falle locken!<, und daß Delta Cain wäre und daß Cain angeblich Charlie ersetzen soll, der in Wirklichkeit Carlos ist, erinnern. Wenn sie mir nicht glauben und mich für einen Schwindler halten?«Borowski wandte sich vom Spiegel ab und sah Marie an.»Was soll ich dann sagen?«
«Die Wahrheit«, antwortete sie.»Die werden sie akzeptieren. Sie haben dir eine Nachricht geschickt; sie versuchen, dich zu erreichen. Was die sechs Monate angeht — telegrafiere doch Washburn in Port Noir. Er führt Akten — ausführliche, detaillierte Akten.«
«Vielleicht wird er nicht antworten. Wir hatten unsere eigene Übereinkunft. Dafür, daß er mich wieder zusammenflickte, sollte er ein Fünftel des Geldes aus Zürich bekommen, so, auf einem Nummernkonto. Ich habe ihm eine Million US-Dollars geschickt.«
«Glaubst du, das würde ihn vielleicht daran hindern, dir zu helfen?«
Jason überlegte.»Es kann sein, daß er sich selbst nicht helfen kann. Er ist schließlich Alkoholiker. Wie lange kommt er mit einer Million Dollar aus? Oder, um es genauer zu sagen, wie lange glaubst du, daß sie ihn noch am Leben lassen?«