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Die Suche nach dem Auge der Welt

Электронная книга - «Die Suche nach dem Auge der Welt». Краткое содержание книги:

In dem abgeschiedenen Dorf Emondsfelde erzählt man sich noch immer die alten Geschichten um den Dunklen König und die Magierinnen der Aes Sedai, die das Rad der Zeit drehen. Niemand ahnt, auch der junge Bauernsohn Rand al'Thor nicht, wieviel Wahrheit in diesen Legenden steckt. Dann jedoch berfallen blutrnstige Trollocs, die Häscher des Dunklen Königs, das Dorf und brennen den Bauernhof von Rands Familie nieder. Die Magierin Moiraine verhilft dem Jungen in letzter Minute zur Flucht. Eine phantastische Reise beginnt, während der Rand in sein Schicksal hineinwachsen wird, der Wiedergeborene Drache und der Retter der Welt zu sein ... Dieser Band vereint — wie in der Originalausgabe — den kompletten Auftakt zu Robert Jordans Meisterwerk Das Rad der Zeit.
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Der Gaukler räusperte sich nur und pustete seine Schnurrbartenden weg, aber zwei Matrosen, die in Rands Nähe ein Tau bereithielten, sahen Rand scharf an, wandten sich aber schnell wieder ihrer Arbeit zu. Er lachte nicht mehr und bemühte sich, die beiden während ihrer Ankunft in Weißbrücke nicht mehr anzusehen.

Die Gischt drehte elegant am ersten Landesteg bei -dicke Planken auf schweren, mit Teer bestrichenen Stützbalken — und verhielt unter einem Rückwärtsschlag der Ruder, bei dem das Wasser um die Blätter aufschäumte. Als die Ruder eingezogen wurden, warfen die Matrosen Männern auf dem Landesteg Taue zu, und die Männer befestigten sie schwungvoll, während andere Besatzungsmitglieder die mit Wolle gefüllten Säcke über die Reling warfen, damit sie den Schiffsrumpf vor Beschädigungen durch die Stützbalken des Landestegs schützten. Bevor der Kahn noch an den Landesteg herangezogen war, erschienen an dessen Ende bereits Kutschen, hoch und glänzend schwarz lackiert, und auf jede Tür war in großen goldenen oder roten Lettern ein Name aufgemalt. Die Passagiere der Kutschen eilten die Laufplanke hinauf, kaum daß sie ausgelegt war: Männer mit glatten Gesichtern in langen Samtmänteln und mit Seide verbrämten Umhängen und Stoffschuhen, jeder gefolgt von einem Diener in einfacher Kleidung, der seine mit Eisen beschlagene Geldkassette trug.

Sie gingen mit aufgesetztem Lächeln auf Kapitän Domon zu, doch ihr Lächeln verschwand, als er ihnen plötzlich ins Gesicht brüllte: »Du!« Er zeigte mit einem dicken Finger an ihnen vorbei und brachte Floran Gelb am anderen Ende des Kahns damit zum Stehen. Die Beule auf Gelbs Stirn, die Rands Stiefel hinterlassen hatte, war mittlerweile verschwunden, doch er griff sich von Zeit zu Zeit an diese Stelle, wohl um sich selbst daran zu erinnern. »Du haben zum letztemal auf meinem Schiff auf Wache geschlafen! Oder auch auf irgendein anderes Schiff, wenn es gehen nach mir! Wähle eine Seite, den Steg oder den Fluß, aber runter von mein Schiff, und zwar sofort!«

Gelb zog die Schultern ein, und seine Augen versprühten Haß auf Rand und seine Freunde; Rand im besonderen bekam noch einen giftigen Blick ab. Der drahtige Mann sah sich an Deck nach Unterstützung um, aber es lag wenig Hoffnung in seinem Gesichtsausdruck. Einer nach dem anderen richteten sich alle Besatzungsmitglieder von ihrer Arbeit auf und sahen ihn kalt an. Gelb schrumpfte sichtbar zusammen, doch dann kehrte sein haßerfüllter Blick zurück — doppelt so stark wie vorher. Mit einem leisen Fluch eilte er hinunter zu den Mannschaftsquartieren. Domon schickte ihm zwei Männer nach, um sicherzugehen, daß er nichts anstellte, und wandte sich dann mit einem Knurren ab. Als sich der Kapitän ihnen wieder zuwandte, kehrte das Lächeln der Kaufleute zurück, und sie verbeugten sich, als seien sie nicht unterbrochen worden.

Auf ein Wort Thoms hin begannen Mat und Rand, ihre Sachen zusammenzusuchen. Sie alle besaßen kaum etwas außer den Kleidern, die sie am Leib trugen. Rand nannte seine Deckenrolle und die Satteltaschen sowie das Schwert seines Vaters sein eigen. Er nahm das Schwert eine Minute in die Hand, und das Heimweh überkam ihn so stark, daß seine Augen brannten. Er fragte sich, ob er Tam jemals wiedersehen würde. Oder die Heimat. Heimat. Du wirst den Rest deines Lebens mit Weglaufen verbringen, mit Weglaufen und der Angst vor deinen eigenen Träumen. Mit einem zittrigen Seufzer schnallte er sich den Gürtel um die Taille über seinen Mantel.

Gelb kam zurück an Deck, gefolgt von seinen beiden Schatten. Er blickte geradeaus, aber Rand konnte Wellen von Haß spüren, die von ihm ausgingen. Kerzengerade aufgerichtet und mit dunkel angelaufenem Gesicht schritt Gelb steifbeinig die Laufplanke hinunter und bahnte sich grob einen Weg durch die kleine Menschenansammlung hinter dem Landesteg. Nach einer Minute war er aus ihrem Blickfeld hinter den Kutschen der Kaufleute verschwunden.

Es waren nicht viele Leute am Landesteg, und die Wartenden waren ein Gemisch aus einfach gekleideten Arbeitern, Fischern, die ihre Netze flickten, und ein paar Zuschauern aus der Stadt, die gekommen waren, um das erste Schiff zu bestaunen, das dieses Frühjahr aus Saldaea herunterkam. Keines der Mädchen war Egwene, und niemand sah auch nur ein klein wenig nach Moiraine oder Lan oder sonst jemand aus, den Rand zu finden hoffte. »Vielleicht sind sie nur nicht herunter zur Anlegestelle gekommen«, sagte er.

»Vielleicht«, erwiderte Thom kurz angebunden. Er hängte sich sorgfältig die Instrumentenkästen auf den Rücken. »Ihr zwei haltet die Augen offen in bezug auf Gelb. Wenn er kann, wird er uns Schwierigkeiten bereiten. Wir wollen so unauffällig Weißbrücke durchqueren, damit sich fünf Minuten nach unserer Abreise niemand mehr daran erinnert, daß wir hier waren.«

Ihre Umhänge flatterten im Wind, als sie zur Laufplanke gingen. Mat trug seinen Bogen quer vor der Brust. Selbst nach all diesen Tagen an Bord zog das noch immer die Blicke der Besatzungsmitglieder an; ihre Bogen waren im Vergleich dazu ziemlich kurz.

Kapitän Domon ließ die Kaufleute stehen und fing Thom vor der Laufplanke ab. »Ihr mich jetzt verlassen, Gaukler? Kann ich nicht überzeugen Euch zu bleiben hier? Ich gehen den ganzen Weg hinunter nach Illian, wo die Leute Gaukler wirklich sehr schätzen. Es sein kein besserer Ort auf der Welt für Eure Kunst. Ihr werden kommen zu richtige Zeit mit mir für Fest von Sefan. Der Wettkampf, ja? Hundert Goldmark für den, der erzählt am besten Die wilde Jagd nach dem Horn.«

»Ein toller Preis, Kapitän«, antwortete Thom mit einer schwungvollen Verbeugung und einem kurzen Schwenk seines Umhangs, so daß die Flicken ins Flattern kamen. »Und ein großartiger Wettbewerb, der zu Recht Gaukler aus der ganzen Welt anzieht. Aber«, fügte er trocken hinzu, »ich fürchte, wir könnten uns Eure Fahrpreise nicht leisten.«

»Ja, also, was das betrifft...« Der Kapitän holte einen Lederbeutel aus seiner Manteltasche und warf ihn Thom zu. Es klimperte darin, als Thom ihn fing. »Euer Fahrgeld zurück und noch etwas mehr dazu. Der Schaden sein nicht so groß wie ich denken, und Ihr für Eure Passage gearbeitet mit Euren Geschichten und Eurer Harfe. Ich vielleicht können noch einmal soviel zahlen, wenn Ihr bleiben an Bord bis zum Meer der Stürme. Und ich würden Euch setzen an Land in Illian. Ein guter Gaukler kann machen sein Glück dort, sogar ohne den Wettbewerb.«

Thom zögerte und wog den Beutel in seiner Hand, doch Rand äußerte sich: »Wir werden hier Freunde treffen, Kapitän, und dann zusammen nach Caemlyn reisen. Wir müssen unseren Besuch in Illian auf ein andermal verschieben.«

Thoms Mund verzog sich sarkastisch, doch dann pustete er seine langen Schnurrbartenden vom Mund weg und steckte den Beutel in die Tasche. »Vielleicht, wenn die Leute, die wir treffen wollen, nicht hier sind, Kapitän.«

»Na ja«, sagte Domon säuerlich. »Ihr Euch überlegen. Zu schlimm ich kann nicht Gelb behalten an Bord, um Ärger der anderen an ihm auslassen, aber ich tun, was ich sagen ich tun werden. Ich schätze, ich müssen jetzt mehr locker lassen, selbst wenn das heißen, wir brauchen dreimal so lang wie nötig nach Illian. Na ja, vielleicht die Trollocs wirklich waren her hinter Euch drei.«

Rand blinzelte, hielt aber den Mund. Mat war nicht so vorsichtig.

»Warum glaubt Ihr so etwas?« wollte er wissen. »Sie suchten den gleichen Schatz wie wir!«

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