Der Borowski-Betrug
- Автор: Ладлэм Роберт
- Язык: немецкий
- Переводчик: Heinz Nagel
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Der Borowski-Betrug». Краткое содержание книги:
«Nein, das tut er nicht«, pflichtete Borowski ihm bei.»Sie haben keine Wahl, d'Anjou. In einer Stunde. Vor dem
Louvre.«
Die Worte kamen ihm in den Sinn, als er in dem Taxi ein paar Häuser von Les Classiques entfernt in der Rue Saint-Honore wartete. Er hatte den Fahrer gebeten, ihn zweimal um den Häuserblock zu fahren — ein amerikanischer Tourist, dessen Frau in diesem Viertel der Haute Couture mit Shopping beschäftigt war. Über kurz oder lang würde sie aus einem der Geschäfte kommen und er würde sie finden.
Was er gefunden hatte, waren die Überwacher, die Carlos aufgestellt hatte. Die mit Gummi überzogene Antenne auf der schwarzen Limousine war gleichzeitig Beweis und Gefahrensignal. Er würde sich viel sicherer fühlen, wenn dieser Radiosender funktionsunfähig gemacht werden könnte, aber es gab keine Möglichkeit, das zu bewirken. Die Alternative war Fehlinformation. Irgendwann im Laufe der nächsten fünfundvierzig Minuten würde Jason alles in seiner Macht Stehende tun, um sicherzustellen, daß über jenes Radio eine falsche Nachricht gesendet wurde. Von seinem Versteck auf dem Rücksitz des Wagens aus studierte er die beiden Männer in dem Wagen auf der anderen Straßenseite. Wenn es etwas gab, was sie von hundert ähnlichen Männern auf der Rue Saint-Honore unterschied, war es die Tatsache, daß sie nicht redeten.
Philippe d'Anjou trat auf die Straße hinaus, das graue Haar mit einem grauen Homburg bedeckt. Seine Blicke suchten die Straße nach beiden Seiten ab und verrieten Borowski, daß der ehemalige Medusa-Mann sich gesichert hatte. Er hatte eine Nummer angerufen; hatte die überraschende Information weitergeleitet und wußte, daß es Männer in einem Wagen gab, die darauf vorbereitet waren, ihm zu folgen.
Ein Taxi, das offensichtlich telefonisch bestellt war, hielt am Randstein. D'Anjou sprach mit dem Fahrer und stieg ein. Auf der anderen Straßenseite schob sich eine Antenne drohend aus ihrer Halterung; die Jagd hatte begonnen.
Die Limousine schloß sich d'Anjous Taxi an; das war die Bestätigung, die Jason brauchte. Er beugte sich vor und sprach zu dem Fahrer.»Das habe ich vergessen«, sagte er gereizt.»Sie hat gesagt, heute morgen sei der Louvre dran und das Shopping am Nachmittag. Herrgott, jetzt habe ich mich um eine halbe Stunde verspätet! Fahren Sie mich bitte zum Louvre, ja?«
Während der kurzen Fahrt zu der monumentalen Fassade, die auf die Seine herunterblickte, überholte Jasons Taxi die schwarze Limousine und wurde dann ihrerseits wieder überholt. Die Nähe gab Borowski die Möglichkeit, genau das zu sehen, was er sehen wollte. Der Mann neben dem Fahrer sprach wiederholt in das Mikrophon des Funkgerätes. Carlos vergewisserte sich, daß kein Stachel in der Falle locker war; auch andere näherten sich dem Hinrichtungsplatz.
Sie erreichten den imposanten Eingang des Louvre.»Stellen Sie sich hinter diese anderen Taxis«, sagte Jason.
«Aber die warten auf Fahrgäste, Monsieur. Ich habe einen Fahrgast; Sie. Ich bringe Sie zum — «
«Tun Sie, was ich sage«, sagte Borowski und ließ eine Fünfzigfrancnote über die Rücklehne des Vordersitzes fallen.
Der Fahrer reihte sich ein. Die schwarze Limousine war rechts von ihnen zwölf Meter entfernt; der Mann am Radio hatte sich in seinem Sitz herumgedreht und blickte zum linken Hinterfenster hinaus.
Jason folgte seinem Blick und sah das, was er erwartet hatte. Ein paar hundert Fuß westlich war ein grauer Wagen auf dem riesigen Platz zu sehen, jener Wagen, der Jacqueline Lavier und Villiers' Frau zu der Kirche des Geheiligten Sakraments gefolgt war, und letztere dann aus Neuilly-sur-Seine entfernt hatte, nachdem sie die Lavier zu ihrer letzten Beichte geführt hatte. Man konnte sehen, wie die Antenne gerade in die Halterung zurückfuhr. Rechts von ihm hielt Carlos' Soldat das Mikrophon nicht mehr. Auch die Antenne der schwarzen Limousine war eingezogen worden; der Kontakt war hergestellt, visuell bestätigt. Vier Männer. Das war das von Carlos beauftragte Kommando.
Borowski konzentrierte sich auf die Menschenmenge vor dem Louvre-Eingang. Er entdeckte den elegant gekleideten d'Anjou sofort. Langsam ging er vor dem großen weißen Granitblock, der die Marmortreppe zur Linken flankierte, auf und ab.
Jetzt. Jetzt war der Augenblick, um die Fehlinformation auszusenden.
«Verlassen Sie die Reihe«, befahl Jason.
«Was, Monsieur?«
«Zweihundert Francs, wenn Sie genau das tun, was ich Ihnen sage. Verlassen Sie die Reihe und stellen Sie sich davor, und dann biegen Sie zweimal nacheinander nach links, und dann in die nächste Bucht.«
«Das verstehe ich nicht, Monsieur.«
«Das brauchen Sie auch nicht. Dreihundert Francs.«
Der Fahrer bog nach rechts ab und schob sich an die Spitze der Reihe, wo er das Steuer drehte, so daß das Taxi nach links auf die Reihe geparkter Wagen zurollte. Borowski zog die Automatic aus dem Gürtel und hielt sie zwischen den Knien. Er überprüfte den Schalldämpfer und schraubte den Zylinder fest.
«Wohin wollen Sie, Monsieur?«fragte der verwirrte Fahrer, als sie in die Parkbucht fuhren, die auf den Eingang des Louvre zuführte.
«Langsam«, sagte Jason.»Dieser große graue Wagen vor uns, der, dessen Vorderseite auf den Seine-Ausgang gerichtet ist. Sehen Sie ihn?«
«Selbstverständlich.«
«Fahren Sie langsam nach rechts um den Wagen herum. «Borowski schob sich auf die linke Sitzseite und kurbelte das Fenster herunter, so daß sein Kopf und die Waffe verborgen waren. In wenigen Sekunden würde er beide zeigen.
Das Taxi näherte sich dem Kofferraum der Limousine, jetzt drehte der Fahrer erneut das Steuer. Sie standen jetzt parallel. Jason schob den Kopf und die Waffe zum Fenster hinaus. Er zielte auf das rechte Hinterfenster der grauen Limousine und feuerte, sechs trockene, spuckende Laute nacheinander, die das Glas zersplittern und die zwei Männer erschreckten, die einander anschrien und sich unter dem Fensterrahmen zu Boden warfen. Aber sie hatten ihn gesehen. Das war die Fehlinformation.
«Weg hier!«schrie Borowski den erschreckten Fahrer an und warf dreihundert Francs über den Sitz und preßte seinen weichen Filzhut gegen das Hinterfenster. Das Taxi schoß los, auf die steinernen Tore des Louvre zu.
Jetzt.
Jason schob sich über den Sitz zurück, öffnete die Tür und ließ sich auf das Kopfsteinpflaster hinausfallen, rief dem Fahrer seine letzten Instruktionen zu.»Wenn Sie am Leben bleiben wollen, dann verschwinden Sie hier!«
Das Taxi schoß mit einem Aufheulen seines Motors davon, und der Fahrer stieß einen Schrei aus. Borowski warf sich zwischen zwei geparkte Wagen, die ihm vor der grauen Limousine Schutz boten, und erhob sich langsam, spähte zwischen Fenstern durch. Carlos' Männer waren schnell, professionell, vergeudeten keinen Augenblick. Sie hatten das Taxi vor Augen, das natürlich der schweren Limousine in keiner Weise gewachsen war, und in jenem Taxi saß ihre Zielperson. Der Mann hinter dem Steuer legte den Gang ein und raste los, während sein Begleiter das Mikrophon zu sich riß und die Antenne sich aus ihrem Sockel schob. Befehle flogen zu einer weiteren Limousine hinüber, die näher bei den großen Steinstufen stand. Das Taxi schoß in die Seinestraße hinaus, der schwere graue Wagen unmittelbar dahinter. Als sie wenige Fuß entfernt an Jason vorbeizogen, sagte der Gesichtsausdruck der beiden Männer ihm alles. Sie hatten Cain vor dem Visier, die Falle war zugeklappt, und sie würden sich ihr Geld binnen weniger Minuten verdienen.
Die umgedrehte Falle muß zufolge ihrer einzigen Komplikation auch noch einfacher und schnell sein…
Eine Frage von Minuten… er hatte nur wenige Augenblicke zur Verfügung, wenn alles so war, wie er es annahm. D'Anjou! Die Kontaktperson hatte ihre Rolle gespielt — ihre unwesentliche Rolle — und war überflüssig — so wie Jacqueline Lavier das gewesen war.