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Feuer und Stein: 1 (German Edition)

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Feuer und Stein: 1 (German Edition)
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Ich konnte nicht anders; ich lachte, bis ich mich an den Straßenrand setzen musste. Jamie wartete geduldig eine Minute, dann sank er auf die Knie.

»Warum lachst du denn so?«, wollte er wissen. »Das war überhaupt nicht komisch.« Doch er lächelte ebenfalls.

Ich schüttelte immer noch lachend den Kopf. »Nein, das ist es auch nicht. Es ist eine furchtbare Geschichte. Es ist nur … Ich kann es vor mir sehen, wie du dasitzt und dich stur stellst und mit den Zähnen knirschst und dir die Ohren qualmen.«

Jamie schnaubte, lachte aber auch ein wenig. »Aye. Es ist eben nicht einfach, sechzehn zu sein, nicht wahr?«

»Also hast du Laoghaire geholfen, weil sie dir leidgetan hat«, sagte ich, als ich mich wieder gefasst hatte. »Du wusstest genau, wie es ist.«

Er war überrascht. »Aye, das habe ich doch gesagt. Es ist viel einfacher, mit zweiundzwanzig ein paar Schläge ins Gesicht zu kassieren, als mit sechzehn in aller Öffentlichkeit den Hintern versohlt zu bekommen. Es gibt nichts, was so sehr schmerzt wie verletzter Stolz, und in diesem Alter ist er schnell verletzt.«

»Ich hatte mich schon gewundert, denn ich hatte noch nie erlebt, dass jemand grinst, weil er gleich eine Faust ins Gesicht bekommt.«

»Hinterher konnte ich das ja nicht mehr.«

»Mmh.« Ich nickte zustimmend. »Ich dachte …«, begann ich, dann hielt ich verlegen inne.

»Was hast du gedacht? Oh, du meinst … Laoghaire und ich«, sagte er. »Du und Alec und alle anderen dachten das, Laoghaire eingeschlossen. Ich hätte es genauso getan, wenn sie nicht so hübsch gewesen wäre.« Er stieß mich in die Rippen. »Obwohl du mir das wahrscheinlich nicht glaubst.«

»Nun ja, ich habe euch schließlich zusammen in dem Alkoven gesehen«, verteidigte ich mich, »und irgendjemand hat dir auf jeden Fall das Küssen beigebracht.«

Jamie trat verlegen von einem Bein auf das andere und senkte schüchtern den Kopf. »Weißt du, Sassenach, ich bin bestimmt nicht besser als andere Männer. Ich gebe mir zwar Mühe, aber es gelingt mir nicht immer. Du kennst doch diese Stelle bei Paulus, wo er sagt, es ist besser zu heiraten, als zu brennen? Ich habe damals ziemlich schlimm gebrannt.«

Ich lachte erneut und fühlte mich selbst so unbeschwert wie eine Sechzehnjährige. »Dann hast du mich also geheiratet«, zog ich ihn auf, »um nicht zum Sünder zu werden?«

»Aye. Das ist doch der Sinn der Ehe; sie verwandelt etwas, was man sonst beichten müsste, in ein Sakrament.«

Ich brach erneut vor Heiterkeit zusammen.

»Oh, Jamie, ich liebe dich!«

Diesmal krümmte er sich vor Lachen. Er ließ sich nach hinten fallen und blieb japsend im Gras liegen.

»Was in aller Welt ist denn mit dir los?«, fragte ich und starrte ihn entgeistert an. Schließlich setzte er sich und wischte sich die Tränen aus den Augen. Kopfschüttelnd schnappte er nach Luft.

»Murtagh hatte recht, was Frauen betrifft. Sassenach, ich habe mein Leben für dich riskiert und mich dabei des Diebstahls, der Brandstiftung, der Körperverletzung und des Mordes schuldig gemacht. Zur Belohnung beschimpfst du mich, zweifelst an meiner Männlichkeit, trittst mir in die Eier und zerkratzt mir das Gesicht. Dann schlage ich dich halb tot und erzähle dir die peinlichsten Dinge, die mir je widerfahren sind, und du sagst, dass du mich liebst!« Er legte den Kopf auf die Knie und lachte erneut los. Schließlich erhob er sich und hielt mir eine Hand hin, während er sich mit der anderen die Augen rieb.

»Du bist zwar nicht besonders vernünftig, Sassenach, aber ich hab’ dich gern. Gehen wir.«

Allmählich wurde es spät … oder früh, je nachdem, wie man es betrachtete, und wir mussten reiten, wenn wir Bargrennan noch vor Tagesanbruch erreichen wollten. Ich hatte mich inzwischen so weit erholt, dass ich es ertragen konnte zu sitzen, auch wenn ich immer noch beeinträchtigt war.

Wir ritten ein Stück in kameradschaftlichem Schweigen dahin. Meinen Gedanken überlassen, fragte ich mich zum ersten Mal in Ruhe, was wohl geschehen würde, wenn ich je zu dem Steinkreis zurückfand. Ich hatte ihn zwar unter Zwang geheiratet und war auf ihn angewiesen, doch ich konnte auch nicht leugnen, dass mir Jamie sehr ans Herz gewachsen war.

Was er für mich empfand, war möglicherweise klarer. Erst durch die Umstände, dann durch Freundschaft und letztlich durch erstaunlich tiefe körperliche Leidenschaft mit mir verbunden, hatte er bis jetzt noch nicht einmal beiläufig erwähnt, was er wirklich fühlte. Und doch …

Er hatte sein Leben für mich riskiert. Möglich, dass er das um seines Ehregelübdes willen getan hatte; er würde mich bis zum letzten Blutstropfen beschützen, hatte er gesagt, und ich glaubte ihm, dass er das ernst meinte.

Viel mehr allerdings berührten mich die Ereignisse der letzten vierundzwanzig Stunden, in denen er mir auf einmal Zugang zu seinen Gefühlen und seinem Innenleben gewährt hatte, einschließlich seiner Fehler. Wenn er so viel für mich empfand, wie ich glaubte, was würde er empfinden, wenn ich plötzlich verschwand? Mein körperliches Unbehagen trat vollends in den Hintergrund, als ich mich jetzt mit diesen unangenehmen Gedanken befasste.

Es waren nur noch ein paar Meilen bis Bargrennan, als Jamie das Schweigen brach.

»Ich habe dir nicht erzählt, wie mein Vater gestorben ist«, sagte er abrupt.

»Dougal hat gesagt, er hatte einen Schlaganfall«, sagte ich verblüfft. Ich vermutete, dass Jamies Gedanken in der Folge unserer Unterhaltung von vorhin noch bei seinem Vater waren, aber ich konnte mir nicht vorstellen, was ihn nun auf dieses Thema brachte.

»Das stimmt. Aber es … er …« Er hielt inne, um sich seine Worte zurechtzulegen, dann zuckte er mit den Schultern und gab jede Vorsicht auf. Er holte tief Luft und atmete wieder aus. »Du solltest es wissen. Es hat mit … allem zu tun.« Die Straße war hier so breit, dass wir ohne Schwierigkeiten nebeneinanderreiten konnten, solange wir die heimtückischen Steine im Auge behielten; die Ausrede mit dem Pferd, die ich Dougal gegenüber benutzt hatte, war keineswegs aus der Luft gegriffen gewesen.

»Es war im Fort«, begann Jamie, während er behutsam an einer gefährlichen Stelle vorbeiritt, »wo wir gestern waren. Wohin mich Randall und seine Männer aus Lallybroch gebracht haben. Wo sie mich ausgepeitscht haben. Zwei Tage nach dem ersten Mal hat mich Randall in seine Schreibstube rufen lassen. Zwei Soldaten haben mich aus der Zelle zu seinem Zimmer hinaufgebracht, dort, wo ich dich auch gefunden habe; deshalb wusste ich, wohin ich musste. Draußen auf dem Hof sind wir meinem Vater begegnet. Er hatte herausbekommen, wohin sie mich verschleppt hatten, und war dort, um zu prüfen, ob er mich irgendwie auslösen konnte – oder wollte sich zumindest davon überzeugen, dass es mir gutging.«

Jamie gab seinem Pferd sacht die Fersen und trieb es mit einem leisen Schnalzen seiner Zunge weiter. Nicht mehr lange bis zum Tagesanbruch.

»Bis zu seinem Anblick war mir gar nicht bewusst gewesen, wie allein ich mich dort gefühlt hatte – oder welche Angst ich hatte. Die Soldaten haben uns zwar nicht allein gelassen, aber ich durfte ihn zumindest begrüßen.« Er schluckte und fuhr fort.

»Ich habe ihm gesagt, dass es mir leidtut – das mit Jenny und der ganze traurige Schlamassel. Aber er hat gesagt, ich soll still sein, und hat mich fest an sich gedrückt. Dann haben die Soldaten angeordnet, dass ich gehen müsste. Also hat er mich noch einmal bei den Armen genommen und mich ermahnt, ich soll nicht vergessen zu beten. Er hat gesagt, er würde zu mir stehen, ganz gleich, was geschah, und ich sollte den Kopf nicht hängen lassen und versuchen, mir keine Sorgen zu machen. Er hat mich auf die Wange geküsst, und die Soldaten haben mich abgeführt. Das war das letzte Mal, dass ich ihn gesehen habe.«

Seine Stimme war zwar fest, aber ein bisschen belegt. Ich hatte einen Kloß im Hals, und ich hätte ihn berührt, wenn ich es gekonnt hätte. Doch an dieser Stelle verengte sich die Straße, und ich war gezwungen, kurz hinter ihm herzureiten. Als ich wieder aufholte, hatte er sich gefasst.

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