Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)
- Автор: Гэблдон Диана
- Серия: Die Outlander #2
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Год: Knaur eBook
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Die geliehene Zeit: Roman (German Edition)». Краткое содержание книги:
»Damit«, sagte ich und rekelte mich ächzend, »bleibt nur Spanien übrig.«
Jamie nickte. »So ist es. Und Dougal MacKenzie«, sagte er süffisant, und ich hob neugierig den Kopf.
»Hast du von ihm gehört?« Nach anfänglichem Argwohn hatte Dougal Jamie als getreuen Mit-Jakobiten akzeptiert, und die übliche Fülle an verschlüsselten Briefen war um eine Reihe diskreter Nachrichten angewachsen, die von Dougal aus Spanien kamen und von Jamie gelesen und an Charles Stuart weitergereicht werden sollten.
»Das habe ich.« Ich konnte seiner Miene ansehen, dass es gute Nachrichten waren – wenn auch nicht für die Stuarts.
»Philip hat es abgelehnt, die Stuarts in irgendeiner Weise zu unterstützen«, sagte Jamie. »Der Vatikan hat ihn angewiesen, sich gänzlich von der Frage des schottischen Throns fernzuhalten.«
»Wissen wir, warum?« Die jüngste Sendung, die wir von einem päpstlichen Kurier abgefangen hatten, hatte zwar mehrere Briefe enthalten, doch da sie alle an James oder Charles Stuart adressiert waren, war es gut möglich, dass die Kommunikation zwischen Seiner Heiligkeit und Spanien darin nicht erwähnt wurde.
»Dougal glaubt, dass er es weiß.« Jamie lachte. »Der gute Dougal ist ziemlich angewidert. Sagt, erst lassen sie ihn fast einen Monat in Toledo mit den Hufen scharren, und dann schicken sie ihn fort und geben ihm nicht mehr als ein vages Hilfsversprechen mit, ›Wenn die Zeit gekommen ist, Deo volente‹«, intonierte seine tiefe Stimme frömmelnd, und ich lachte ebenfalls.
»Benedict möchte keine Reibereien zwischen Spanien und Frankreich; er möchte nicht, dass Philip und Louis Geld verplempern, für das er möglicherweise selbst Verwendung hat«, fügte er zynisch hinzu. »Es geziemt sich zwar für einen Papst nicht, so etwas zu sagen, aber Benedict hat seine Zweifel, ob ein katholischer König heute noch in England regieren könnte. Schottlands Highlandclans haben zwar viele katholische Anführer, doch England hatte schon lange keinen katholischen König mehr – und es dürfte noch um einiges länger dauern, bis es wieder dazu kommt … Deo volente«, fügte er grinsend hinzu.
Er kratzte sich am Kopf, so dass sich das kurze rotgoldene Haar an seiner Schläfe sträubte. »Es sieht ziemlich finster für die Stuarts aus, Sassenach, und das ist eine gute Nachricht. Das Einzige, worum ich mir jetzt noch Gedanken mache, ist diese Investition, die Charles beim Comte St. Germain getätigt hat.«
»Dann glaubst du nicht, dass es nur eine geschäftliche Abmachung ist?«
»Doch, das ist es«, sagte er stirnrunzelnd, »und dennoch steckt mehr dahinter. Ich habe Gerüchte gehört, aye?«
Noch hatten die Bankiersfamilien in Paris nicht das geringste Interesse daran, den jungen schottischen Thronprätendenten ernst zu nehmen, doch das konnte sich schnell ändern, wenn Charles Stuart plötzlich Geld hatte, das er anlegen konnte.
»Seine Hoheit sagt mir, dass er mit den Gobelins geredet hat«, sagte Jamie. »Er kam mit Empfehlungen von St. Germain, sonst hätten sie ihn keines Blickes gewürdigt. Der alte Gobelin hält ihn für einen verschwendungssüchtigen Dummkopf, und einer seiner Söhne teilt diese Meinung. Aber der andere … sagt, er möchte abwarten; falls Charles Stuart sein Vorhaben erfolgreich durchführen kann, könnte er ihm vielleicht zu weiteren Anlagemöglichkeiten verhelfen.«
»Ganz und gar nicht gut«, stellte ich fest.
Jamie schüttelte den Kopf. »Nein. Geld und Geld gesellt sich gern. Lass ihn ein, zwei Mal mit größeren Investitionen Erfolg haben, und die Bankiers werden anfangen, ihm Gehör zu schenken. Der Mann ist zwar kein großer Denker«, sagte er und verzog ironisch den Mund, »aber er besitzt großen Charme; er kann Menschen zu Dingen bewegen, die sie eigentlich gar nicht wollen. Dennoch wird er keine Fortschritte machen, solange er nicht über Kapital verfügt – aber das wird er haben, wenn seine Investition gelingt.«
»Mm.« Ich wechselte noch einmal die Lage und bewegte meine Zehen in ihrem engen Ledergefängnis. Die Schuhe hatten mir gepasst, als sie für mich angefertigt wurden, doch allmählich schwollen meine Füße an, und meine Seidenstrümpfe waren feucht vom Schweiß. »Können wir etwas dagegen tun?«
Jamie zuckte mit den Schultern und lächelte schief. »Um schlechtes Wetter vor der portugiesischen Küste beten. Wenn das Schiff nicht sinkt, wüsste ich, offen gestanden, nicht, warum das Unternehmen scheitern sollte. St. Germain hat bereits Bestellungen für die gesamte Ladung. Sowohl er als auch Charles Stuart werden ihr Geld verdreifachen.«
Bei der Erwähnung des Grafen erschauerte ich flüchtig, denn ich musste daran denken, was Dougal mir erzählt hatte. Ich hatte Jamie weder von Dougals Besuch noch von seinen Mutmaßungen über die nächtlichen Aktivitäten des Comte erzählt. Ich hielt nicht gern etwas vor ihm geheim, doch als Gegenleistung für seine Hilfe bei Jonathan Randalls Verhaftung hatte Dougal verlangt, dass ich schwieg, und mir war nicht viel anderes übriggeblieben, als darauf einzugehen.
Jamie lächelte mich plötzlich an und hielt mir die Hand entgegen.
»Mir fällt schon etwas ein, Sassenach. Aber jetzt gib mir deine Füße. Jenny hat gesagt, es hat ihr geholfen, wenn ich ihr die Füße massiert habe, als sie schwanger war.«
Ich widersprach ihm nicht, sondern befreite die Füße aus den heißen Schuhen, schwang sie auf seinen Schoß und seufzte erleichtert auf, als mir der Luftzug vom Fenster die feuchte Seide auf den Zehen kühlte.
Seine Hände waren groß und seine Finger kräftig und sanft zugleich. Er zog seine Fingerknöchel über meine Fußsohle, und ich lehnte mich leise stöhnend zurück. Ein paar Minuten rollten wir schweigend weiter, und ich verfiel in herrliche Seligkeit.
Jamie beugte den Kopf über meine grünen Seidenzehen und stellte beiläufig fest: »Eigentlich war es ja gar keine Schuld.«
»Was denn?« Ich war so benebelt von der warmen Sonne und der Fußmassage, dass ich keine Ahnung hatte, was er meinte.
Ohne die Massage zu unterbrechen, blickte er zu mir auf. Seine Miene war ernst, obwohl der Hauch eines Lächelns in seinen Augen glitzerte.
»Du hast gesagt, dass ich dir ein Leben schulde, Sassenach, weil du mir das meine gerettet hast.« Er ergriff einen meiner großen Zehen und bewegte ihn sacht. »Aber ich habe nachgerechnet, und ich bin mir nicht so sicher, dass das stimmt. Ich glaube, alles in allem sind wir so gut wie quitt.«
»Wie meinst du das, quitt?« Ich versuchte, ihm meinen Fuß zu entziehen, doch er ließ nicht los.
»Du hast mir zwar das Leben gerettet, das stimmt – aber ich habe dir auch deins schon gerettet, und zwar mindestens genauso oft. Ich habe dich vor Jack Randall gerettet, in Fort William, wie du dich gewiss erinnerst – und ich habe dich aus den Klauen des Pöbels in Cranesmuir befreit, oder nicht?«
»Ja«, sagte ich vorsichtig. Ich hatte keine Ahnung, worauf er hinauswollte, aber es war auf jeden Fall nicht nur munteres Geplauder. »Und natürlich bin ich dir dankbar dafür.«
Er winkte mit einem kleinen schottischen Kehllaut ab. »Es geht hier nicht um Dankbarkeit, Sassenach, weder meinerseits noch deinerseits – ich will nur sagen, dass es auch nicht darum geht, dass einer dem anderen zu irgendetwas verpflichtet ist.« Das Lächeln war aus seinen Augen verschwunden; er war jetzt vollkommen ernst.
»Ich habe dir Randalls Leben nicht als Preis für das meine geschenkt – schon, weil das kein fairer Tausch gewesen wäre. Mach den Mund zu, Sassenach«, fügte er pragmatisch hinzu, »sonst hast du gleich Fliegen darin.« Es waren tatsächlich diverse Insekten zugegen; drei davon ruhten sich auf Fergus’ Hemd aus, ohne sich vom unablässigen Heben und Senken seiner Brust stören zu lassen.
»Warum hast du es dann getan?« Ich gab es auf, und er legte beide Hände um meine Füße und fuhr mir langsam mit den Daumen um die Fersen.