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Die Meisterin

Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:

Wer über magische Fähigkeiten verfügt, hat in Imardin die Macht. Rücksichtslos setzen sich die Mitglieder der Gilde der schwarzen Magier über die Armen und Gewöhnlichen hinweg. Keiner wagt es, sich zu wehren. Nur Sonea, das Bettlermädchen, begehrt auf...
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Er breitete die Hände aus. »Harte Arbeit, kluge Schachzüge, gute Verbindungen… und ein wenig Hilfe von deinem Hohen Lord.«

»Dann bist du also der Dieb, der Akkarin bei der Suche nach den Spionen geholfen hat?«

»Das ist richtig. Ich habe damit angefangen, nachdem er uns in der Geschichte mit Fergun geholfen hat«, erklärte Cery. »Er wollte, dass jemand die Mörder für ihn aufspürte. Jemand mit Einfluss und den richtigen Verbindungen.«

»Ich verstehe.« Also hat Akkarin seit damals davon gewusst, seit der Anhörung, bei der Rothen zu meinem Mentor bestimmt wurde. Sie funkelte ihn an. »Warum hast du mir nichts davon erzählt?«

Akkarins Lippen verzogen sich zu einem schwachen Lächeln. »Anfangs konnte ich nicht darüber sprechen. Du hättest geglaubt, dass ich Cery mit Gewalt oder mit einer List dazu gebracht hätte, mir zu helfen.«

»Du hättest es mir erzählen können, nachdem ich die Wahrheit über die Ichani erfahren hatte.«

Er schüttelte den Kopf. »Ich bin immer bestrebt, nicht mehr preiszugeben, als unbedingt notwendig ist. Wenn die Ichani dich gefangen hätten, hätten sie aus deinen Gedanken etwas über Cerys Verbindung zu mir erfahren können. Und so, wie sich die Dinge entwickelt haben, muss diese Verbindung auch geheim bleiben.« Er wandte sich an Cery. »Es ist wichtig, dass unsere Anwesenheit in Imardin nicht bekannt wird. Wenn die Ichani aus den Gedanken eines ihrer Opfer davon erfahren, hätten wir damit unsere einzige Chance verloren, die Schlacht zu gewinnen. Je weniger Menschen wissen, dass wir hier sind, umso besser.«

Cery nickte. »Nur Gol und ich wissen davon. Die anderen Diebe denken, wir wollten nur darüber reden, was die Stadt in Aufruhr gebracht hat.« Er lächelte. »Sie werden überrascht sein, Euch zu sehen.«

»Glaubst du, dass sie sich damit einverstanden erklären werden, unsere Anwesenheit geheim zu halten?«

Cery zuckte die Achseln. »Sobald sie wissen, was vorgeht, und begreifen, dass sie im Falle eines Sieges der Sachakaner alles verlieren werden, werden sie euch hüten wie ihre eigenen Kinder.«

»Du hast Takan erzählt, dass du über verschiedene Möglichkeiten nachgedacht hast, wie man Magier töten kann«, sagte Akkarin. »Was hattest du -«

— Balkan?

Sonea richtete sich auf. Die Gedankenstimme gehörte …

— Yikmo?, antwortete Balkan.

— Die Sachakaner nähern sich Calia.

— Ich werde Euch in Kürze mitteilen, was ich Euch rate.

»Was gibt es, Meister?«, fragte Takan.

»Jemand hat per Gedankenrede eine Nachricht geschickt«, antwortete Akkarin. »Lord Yikmo hat gemeldet, dass die Ichani auf Calia vorrücken. Er muss dort sein.«

Ein kalter Schauer überlief Sonea. »Die Gilde ist doch gewiss nicht ausgezogen, um sie abzufangen?« Sie sah Cery an. »Du hättest es doch gehört, wenn sie die Stadt verlassen hätten, oder?«

Cery schüttelte den Kopf. »Mir ist nichts dergleichen bekannt.«

Akkarin runzelte die Stirn. »Ich wünschte, Lorlen würde den Ring benutzen.«

»Vor vier Tagen haben ungefähr zwanzig Magier die Stadt verlassen«, warf Gol ein. »In den frühen Morgenstunden.«

— Yikmo?

— Balkan.

— Lasst Euch Zeit.

— Das werden wir tun.

Sonea wandte sich stirnrunzelnd zu Akkarin um. »Was bedeutet das?«

Seine Miene verdüsterte sich. »Zweifellos handelt es sich um einen verabredeten Code, um Anweisungen zu übermitteln. Sie können Yikmo und seinen Männern nicht sagen, was sie tun sollen, ohne ihre Absichten in Bezug auf die Ichani preiszugeben.«

»Aber was bedeutet das?«

Er legte die Fingerspitzen aneinander. »Zwanzig Magier. Vor vier Tagen. Sie sind aufgebrochen, bevor die Ichani das Fort angegriffen haben. Was könnte ihre Absicht gewesen sein?«

»Vielleicht sollten sie den Südpass bewachen?«, meinte Sonea. »Balkan hat unsere Eskorte im Fort belassen. Möglicherweise dachte er, der Südpass müsste ebenfalls besetzt werden.«

Akkarin schüttelte den Kopf. »Dann wären wir ihnen unterwegs begegnet. Sie müssen nördlich von Calia gewesen sein, wo der Fluss sich gabelt. Aus welchem Grund auch immer sie aufgebrochen sein mögen, sie können vor dem Angriff unmöglich so weit gekommen sein, dass sie nach Imardin hätten zurückkehren können. Sie müssen einen Grund gehabt haben, um in Calia zu bleiben.«

»Um die Position der Ichani durchzugeben?«, schlug Cery vor.

Akkarin runzelte die Stirn. »Ich hoffe, die Gilde plant keine Dummheit.«

»Das wäre eine Überraschung«, bemerkte Takan trocken.

Cery senkte den Blick. »Wir sollten besser essen, bevor alles kalt wird. Möchte irgendjemand Wein?«

Sonea öffnete den Mund zu einer Erwiderung, erstarrte jedoch, als ein Bild in ihren Gedanken aufblitzte. Drei Karren holperten die Hauptstraße eines Dorfes hinunter. In jedem Wagen saßen mehrere Männer und Frauen, einige davon in kostbare Gewänder gekleidet.

Die Pferde des ersten Wagens blieben stehen, und der Fahrer drehte sich langsam zu demjenigen um, der das Bild aussandte. Sonea erkannte zu ihrem Entsetzen, dass der Fahrer Kariko war. Er reichte die Zügel einem Mann, der neben ihm saß, dann sprang er auf den Boden.

»Komm hervor, Gildemagier«, rief er.

Aus dem Fenster eines Hauses auf der anderen Straßenseite flammte ein Zauber auf, dem mehrere weitere auf beiden Straßenseiten folgten. Die Zauber trafen auf unsichtbare Schilde, die jeden Wagen umgaben.

»Ein Hinterhalt«, hörte Sonea Akkarin murmeln.

Kariko drehte sich einmal um die eigene Achse, unterzog die Häuser und die Straße einer genauen Musterung und wandte sich dann wieder seinen Verbündeten zu.

»Wer will jagen?«

Vier der Ichani stiegen aus den Wagen. Sie trennten sich und starrten zu den Häusern zu beiden Seiten der Straße hinüber. Zwei der Sachakaner hatten Yeel bei sich, die aufgeregt bellten.

Dann veränderte sich das Bild. Sonea sah einen Fensterrahmen, einen Raum und einen Magier der Gilde.

»Rothen!«, stieß sie hervor. Die Bilder brachen ab, und Sonea blickte entsetzt zu Akkarin hinüber. »Rothen ist bei ihnen!«

Es sind zu viele Jahre vergangen, seit ich eine Unterrichtsstunde in den Kriegskünsten gehabt oder in der Arena gekämpft habe, dachte Rothen, als er durch den Hof auf die Hintertür des Hauses zulief.

Yikmos Strategie war einfach. Wenn die Sachakaner ihre Angreifer nicht sehen konnten, konnten sie sich nicht gegen sie wehren. Die Magier der Gilde würden aus verschiedenen Verstecken angreifen, ihre Position dann verändern und erneut zuschlagen. Wenn sie keine Energie mehr hatten, sollten sie sich verstecken und ausruhen.

Rothen lief so schnell er konnte durch das Haus in den vorderen Raum. Sie hatten die Dorfbewohner schon vor Stunden weggeschickt, und zur Vorbereitung auf den Hinterhalt waren sämtliche Fenster und Türen geöffnet worden. Als er nun hinausspähte, sah er, dass einer der Sachakaner die Hand nach der Tür des Nachbarhauses ausstreckte. Er attackierte ihn mit einem mächtigen Zauber und stellte befriedigt fest, dass der Mann innehielt.

Dann krampfte sich sein Magen zusammen, als der Mann sich umdrehte und auf ihn zukam. Er stolperte über einen Stuhl und eilte aus dem Raum.

Die Stadt war groß, und die meisten Häuser standen dicht nebeneinander. Rothen schlich umher, beobachtete die Sachakaner und griff sie an, wenn sie so weit entfernt waren, dass er genug Zeit hatte, danach noch vor ihnen zu fliehen. Zweimal hielt er den Atem an, als einer der fremden Magier nur wenige Schritte von seinem Versteck entfernt vorbeiging. Andere Magier der Gilde hatten weniger Glück. Eins der Tiere führte einen Sachakaner zu einem jungen Krieger, der sich in einem Stall verborgen hielt. Obwohl Rothen und ein anderer Alchemist hervorkamen, um ihre Zauber gegen den Sachakaner zu schleudern, beachtete der Mann sie nicht. Der Krieger kämpfte, bis er zu schwach war, um zu stehen. Dann, als der Sachakaner sein Messer hervorzog, hörte Rothen Schritte aus einer anderen Richtung näher kommen und musste fliehen.

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