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Die Meisterin

Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:

Wer über magische Fähigkeiten verfügt, hat in Imardin die Macht. Rücksichtslos setzen sich die Mitglieder der Gilde der schwarzen Magier über die Armen und Gewöhnlichen hinweg. Keiner wagt es, sich zu wehren. Nur Sonea, das Bettlermädchen, begehrt auf...
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Rothen erkannte zu seinem Schrecken, dass seine Versuche, den jungen Krieger zu retten, ihn den größten Teil seiner Kraft gekostet hatten. Wenn auch nicht alles. Als er eine halbe Stunde später auf zwei Leichen stieß, beschloss er, noch einen weiteren Angriff auf einen Sachakaner zu unternehmen, bevor er sich davonstahl, um sich zu verstecken.

Seit der Ankunft der Karren war mehr als eine Stunde verstrichen, und er hatte sich weit von der Hauptstraße entfernt. Balkans Befehle hatten darin bestanden, die Sachakaner so lange wie möglich aufzuhalten. Er war sich nicht sicher, wie lange der Feind seine Jagd auf die Magier der Gilde fortsetzen würde.

Jedenfalls nicht die ganze Nacht hindurch, dachte er. Irgendwann werden sie umkehren. Und sie werden nicht damit rechnen, dass dort jemand auf sie wartet, um sie anzugreifen.

Rothen lächelte. Langsam und sehr vorsichtig kehrte er zur Hauptstraße zurück. Er ging in eins der Häuser und lauschte aufmerksam auf andere Bewegungen in dem Gebäude. Alles war still.

Schließlich trat er an ein Fenster an der vorderen Seite des Hauses und sah, dass die Karren noch immer am selben Platz standen. Mehrere Sachakaner vertraten sich in der Nähe die Beine.

Ein Sklave untersuchte eins der Räder.

Ein gebrochenes Rad wird sie zu einem langsameren Tempo zwingen, überlegte Rothen. Dann grinste er. Noch besser wären natürlich mehrere zerstörte Karren.

Er holte tief Luft und griff nach der ihm verbliebenen Kraft.

Dann hörte er hinter sich ein Dielenbrett knarren, und das Blut erstarrte ihm in den Adern.

»Rothen«, flüsterte eine Stimme.

Er drehte sich um und stieß den Atem aus, den er angehalten hatte. »Yikmo.«

Der Krieger gesellte sich zu ihm an das Fenster.

»Ich habe einen von ihnen prahlen hören, dass er fünf von uns getötet habe«, sagte Yikmo grimmig. »Der andere behauptet, er hätte drei besiegt.«

»Ich wollte gerade die Karren angreifen«, murmelte Rothen. »Sie würden Ersatz dafür finden müssen, und ich denke, dass die Dorfbewohner die meisten Wagen mitgenommen haben.«

Yikmo nickte. »Sie haben die Wagen vorher beschützt, aber sie sind vielleicht nicht in der N -«

Er brach abrupt ab, denn in diesem Moment kamen zwei Sachakaner aus den Häusern auf der anderen Straßenseite geschlendert. Eine Frau rief nach ihnen.

»Wie viele, Kariko?«

»Sieben«, erwiderte der Mann.

»Ich habe fünf erwischt«, fügte sein Gefährte hinzu.

Yikmo sog scharf den Atem ein. »Das ist unmöglich. Wenn die beiden, die ich auf dieser Seite belauscht habe, die Wahrheit sagen, sind nur noch wir zwei übrig.«

Rothen schauderte. »Es sei denn, sie übertreiben.«

»Habt ihr sie alle erwischt?«, fragte die Frau.

»Die meisten«, antwortete Kariko. »Es waren insgesamt zweiundzwanzig.«

»Ich könnte meinen Fährtensucher auf sie hetzen.«

»Nein, wir haben schon genug Zeit verschwendet.« Er richtete sich auf, und Rothen versteifte sich, als er die Gedankenstimme des Mannes hörte.

— Kommt jetzt zurück.

Yikmo drehte sich zu Rothen um. »Das ist unsere letzte Chance, diese Wagen zu zerstören.«

»Ja.«

»Ich nehme den ersten und Ihr den zweiten. Seid Ihr so weit?«

Rothen nickte und griff nach seiner letzten Energie.

»Los.«

Ihre Zauber schossen zu den Wagen hinüber. Holz zerbarst, dann war das Schreien von Menschen und Pferden zu hören. Mehrere der einfach gekleideten Sachakaner stürzten zu Boden, verletzt von Holzsplittern, die durch die Luft geflogen waren. Ein Pferd trat mit den Hufen um sich, bis es sich befreit hatte, dann galoppierte es davon.

Die sachakanischen Magier wirbelten herum und starrten in Rothens Richtung.

»Lauft!«, keuchte Yikmo.

Rothen schaffte es bis in die Mitte des Raums, bevor die Mauer hinter ihm explodierte. Der Angriff traf ihn mit voller Wucht im Rücken und schleuderte ihn einige Schritte weit nach vorn. Als er gegen eine Wand prallte, durchzuckte ein scharfer Schmerz seinen Oberkörper und einen Arm.

Er fiel zu Boden und blieb reglos liegen, zu benommen, um sich zu bewegen.

Steh auf! befahl er sich. Du musst fliehen!

Aber als er sich bewegte, schoss ein scharfer Schmerz durch seine Schulter und den Arm. Irgendetwas ist gebrochen, dachte er. Und ich habe keine Kraft mehr übrig, um mich zu heilen. Er keuchte, zwang sich mit einer gewaltigen Anstrengung, sich auf einen Ellbogen zu stützen, dann zog er sich auf die Knie hoch. Staub füllte seine Augen, und er versuchte, ihn wegzublinzeln. Dann packte eine Hand seinen anderen Arm. Yikmo, dachte er. Eine Woge der Dankbarkeit stieg in ihm auf. Er ist hier geblieben, um mir zu helfen.

Die Hand riss ihn auf die Füße, und grauenhafte Schmerzen durchzuckten seinen Oberkörper. Er blickte zu seinem Helfer auf, und Dankbarkeit verwandelte sich in Grauen.

Kariko starrte ihn an, das Gesicht verzerrt vor Wut. »Ich werde dafür sorgen, dass dir deine Tat noch sehr leid tun wird, Magier.«

Eine ungeheure Kraft stieß Rothen gegen die Wand und hielt ihn dort fest. Der Druck sandte neuerliche Schmerzen durch seine Schulter. Kariko packte Rothens Kopf mit beiden Händen.

Er wird meine Gedanken lesen!, durchzuckte es Rothen, und Panik stieg in ihm auf. Instinktiv bemühte er sich, eine Barriere gegen das Eindringen eines fremden Geistes zu errichten, aber er fühlte nichts. Einen Moment lang fragte er sich, ob es überhaupt Karikos Absicht war, seine Gedanken zu lesen, dann dröhnte eine Stimme in seinem Kopf.

— Was ist deine größte Angst?

Soneas Gesicht blitzte in Rothens Gedanken auf. Er schob es beiseite, aber Kariko fing das Bild auf und schickte es zurück.

— Wer ist das? Ah, jemand, den du in Magie unterwiesen hast. Jemand, der dir viel bedeutet. Aber sie ist fort. Die Gilde hat sie weggeschickt. Wohin? Sachaka! Ah! Das ist sie also. Akkarins Gefährtin. Was für ein unartiges Mädchen, einfach die Gesetze der Gilde zu brechen.

Rothen versuchte, seinen Geist zu leeren, an nichts zu denken, aber Kariko begann, quälende Bilder von Akkarin in Rothens Gedanken zu senden. Er sah einen jüngeren Akkarin, gekleidet wie die Sklaven auf den Karren, einen Akkarin, der vor einem anderen Sachakaner im Schmutz kauerte.

— Er war ein Sklave, erklärte Kariko ihm. Euer nobler Hoher Lord war früher einmal ein jämmerlicher, greinender Sklave, der meinem Bruder gedient hat.

Mitgefühl und Bedauern regten sich in Rothen, als ihm klar wurde, dass Akkarin die Wahrheit gesagt hatte. Der letzte Zorn, den er für Soneas »Verderber« empfunden hatte, schmolz dahin. Ein wehmütiger Stolz stieg in ihm auf. Sonea hatte die richtige Entscheidung getroffen. Eine harte Entscheidung, aber die richtige. Er wünschte, er hätte ihr das sagen können, wusste jedoch, dass er dazu niemals mehr die Gelegenheit bekommen würde. Zumindest habe ich alles getan, was ich konnte, dachte er. Und sie ist weit fort von alledem, jetzt, da die Ichani Sachaka verlassen haben.

— Weit fort? Ich habe dort noch immer Verbündete, sandte Kariko. Sie werden sie finden und zu mir bringen. Wenn ich sie habe, werde ich sie leiden lassen. Und du… du wirst leben, um es zu sehen, Sklaventöter. Ja, ich wüsste nicht, was das schaden sollte. Du bist schwach, und dein Körper ist am Ende, daher wirst du deine Stadt nicht rechtzeitig erreichen, um deiner Gilde zu helfen.

Rothen spürte, wie der Sachakaner die Hände von seinem Kopf nahm. Kariko blickte zu Boden. Er trat beiseite und bückte sich, um einen Glassplitter aufzuheben.

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