Die Meisterin
- Автор: Канаван Труди
- Серия: Die Gilde der Schwarzen Magier #3
- Год: 2006
- Язык: немецкий
- Переводчик: Michaela Link
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:
»Vielleicht werden sie es ja doch tun, wenn sie erst gekämpft und sich dabei erschöpft haben«, bemerkte Sonea.
Akkarin nickte. »Legt ihnen nahe, ihre Kraft immer nur auf einen einzigen Ichani zu konzentrieren. Die Sachakaner sind es nicht gewohnt, einander zu helfen und zu unterstützen. Sie wissen nicht, wie man einen gemeinsamen Schild aufbaut.«
Dorrien nickte. »Gibt es sonst noch irgendetwas?«
»Ich werde unterwegs darüber nachdenken. Je früher wir aufbrechen, desto besser.«
Der Heiler erhob sich. »Ich werde Pferde für euch besorgen.«
»Könntest du uns auch saubere Kleider geben?«, fragte Sonea.
»Wir sollten möglichst unerkannt bleiben«, fügte Akkarin hinzu. »Eine Dienstbotenuniform wäre ideal, aber ganz gewöhnliche Kleider würden den Zweck wohl ebenfalls erfüllen.«
Dorrien zog die Augenbrauen hoch. »Ihr wollt als meine Diener auftreten?«
Sonea drohte ihm spielerisch mit dem Finger. »Ja. Aber nicht dass du dich daran gewöhnst.«
29
Ein Vermächtnis der Vergangenheit
Als Lorlen sich von seinem Stuhl erhob, senkte sich vollkommenes Schweigen über die Gildehalle.
»Ich habe diese Versammlung auf Bitten des Königs einberufen. Wie Ihr inzwischen alle wisst, wurde das Fort gestern von acht Magiern angegriffen und erobert. Von den einundzwanzig Kriegern im Fort haben nur zwei überlebt.«
Ein Wispern ging durch die Reihen. Die Entdeckung, dass zwei Krieger aus dem Fort hatten fliehen können, war die einzige gute Nachricht, die Lorlen am vergangenen Tag bekommen hatte.
»Es scheint so, als entsprächen einige der Behauptungen und Prophezeiungen des Hohen Lords der Wahrheit. Wir sind von sachakanischen Magiern überfallen worden, die über immense Kräfte verfügen. Magiern, die schwarze Magie praktizieren.«
Lorlen hielt inne und sah sich in der Halle um. »Wir müssen der Möglichkeit ins Auge sehen, dass wir zu wenige und zu schwach sind, um die Verbündeten Länder zu verteidigen. Angesichts dieser Umstände hat der König mich gebeten, unsere Gesetze außer Acht zu lassen. Er will, dass wir einen aus unserer Mitte wählen – jemanden, den wir für durch und durch vertrauenswürdig halten – und dem Betreffenden gestatten, schwarze Magie zu erlernen.«
Stimmengewirr wurde laut. Lorlen nahm gemischte Gefühle bei den Magiern in der Halle wahr. Einige von ihnen protestierten, während andere mutlos wirkten.
»Ich möchte Euch jetzt darum bitten, Kandidaten für diese Aufgabe vorzuschlagen«, übertönte er den Lärm im Raum. »Denkt gründlich nach. Die Aktivitäten dieses Magiers werden durch strenge Vorschriften beschnitten werden. Der Betreffende muss für den Rest seines Lebens auf dem Gelände der Gilde bleiben. Er – oder sie – darf kein führendes Amt in der Gilde bekleiden. Ihm oder ihr wird nicht gestattet sein, zu unterrichten. Diese Vorschriften werden vielleicht noch verschärft, wenn wir die Konsequenzen weiter bedenken, die es nach sich ziehen wird, wenn man eine solche Position schafft.«
Lorlen war froh darüber, dass er in keinem einzigen Gesicht der Magier im Raum Zeichen von Eifer und Bereitwilligkeit lesen konnte. »Gibt es noch irgendwelche Fragen?«
»Kann die Gilde sich weigern, das zu tun?«, wurde eine Stimme laut.
Lorlen schüttelte den Kopf. »Der König hat es befohlen.«
»Der Ältestenrat würde dem niemals zustimmen!«, rief ein Magier aus Lonmar.
»Nach dem Vertrag der Verbündeten Länder ist der kyralische König verpflichtet, jedwede notwendige Maßnahme zu ergreifen, um die Verbündeten Länder vor einer magischen Bedrohung zu beschützen«, erwiderte Lorlen. »Die höheren Magier und ich haben dieses Problem mehrfach mit dem König erörtert. Glaubt mir, er hätte diese Entscheidung nicht getroffen, wenn er dächte, dass es eine bessere Lösung geben könnte.«
»Was ist mit Akkarin?«, rief ein anderer Magier. »Warum holen wir ihn nicht zurück?«
»Der König hält seine Strategie für die klügere«, antwortete Lorlen steif.
Als keine weiteren Fragen mehr kamen, nickte Lorlen.
»Ihr habt eine halbe Stunde Zeit, um nachzudenken. Wenn Ihr jemanden als Kandidaten benennen möchtet, wendet Euch bitte an Lord Osen.«
Die Magier verließen ihre Plätze und versammelten sich in kleinen Gruppen, um über den Befehl des Königs zu diskutieren. Einige wandten sich auch direkt an Lord Osen. Die höheren Magier waren ungewöhnlich schweigsam. Die Zeit schien nur langsam zu vergehen. Als die halbe Stunde endete, erhob sich Lorlen und schlug auf den Gong neben seinem Stuhl.
»Bitte, nehmt Eure Plätze wieder ein.«
Als die Magier zu ihren Stühlen zurückkehrten, ging Osen die Treppe hinauf zu Lorlen.
»Das wird interessant«, murmelte Rektor Jerrik. »Wen halten sie dieser zweifelhaften Ehre für würdig?«
Osen zog die Schultern hoch. »Keine Überraschungen. Sie schlagen Lord Sarrin vor, Lord Balkan, Lady Vinara und«, er sah Lorlen an, »Administrator Lorlen.«
»Mich?«, rief Lorlen aus, bevor er sich eines Besseren besinnen konnte.
»Ja.« Osen blickte erheitert drein. »Ihr seid sehr beliebt. Ein Magier hat vorgeschlagen, dass einer der königlichen Ratgeber diese Bürde schultern sollte.«
»Eine interessante Idee.« Balkan kicherte, dann blickte er bewusst zu der obersten Stuhlreihe auf. Lord Mirken blinzelte zu ihm hinab, und an die Stelle des wachsamen Ausdrucks auf seinem Gesicht trat plötzliche Furcht. »Soll doch der König sich den Konsequenzen stellen.«
»Er würde sich binnen eines einzigen Tages einen neuen Ratgeber suchen«, erklärte Vinara entschieden. Sie sah Lorlen an. »Dann lasst uns diese Angelegenheit hinter uns bringen.«
Lorlen nickte und wandte sich wieder der Halle zu. »Vorgeschlagen für das vorläufige Amt eines… schwarzen Magiers sind folgende Kandidaten: Lord Sarrin, Lord Balkan, Lady Vinara und ich selbst.« Mich werden sie doch gewiss nicht wählen, dachte er. Und was ist, wenn sie es doch tun? »Die Kandidaten werden sich bei der Abstimmung enthalten. Bitte, beschwört Eure Lichter herauf.«
Hunderte von Kugellichtern schwebten zur Decke empor. Lorlens Herz hämmerte zu schnell. »Ihr seid sehr beliebt…« Die Möglichkeit, dass er seine derzeitige Position verlieren könnte und sich würde zwingen müssen, zu erlernen, was sogar Akkarin als böse Magie ansah, ließ sein Blut zu Eis gefrieren.
»Wer für Lord Sarrin stimmen will, gibt seinem Licht einen Purpurton«, befahl er. »Wer für Lord Balkan stimmen möchte, wählt rot. Für Lady Vinara grün.« Er hielt inne und schluckte. »Für mich selbst blau.«
Einige der Lichtkugeln hatten schon eine bestimmte Farbe angenommen, bevor Lorlen mit seinen Ausführungen zum Ende kam, da die Magier sich denken konnten, dass Lorlen die Farbe der Roben eines jeden Kandidaten vorschlagen würde. Langsam veränderten nun auch die verbliebenen weißen Lichtkugeln ihre Farbe.
Es ist knapp, dachte Lorlen. Er begann zu zählen.
»Sarrin«, sagte Balkan.
»Ja, auf dieses Ergebnis bin ich ebenfalls gekommen«, bestätigte Vinara. »Obwohl Ihr ihre zweite Wahl wart.«
Lorlen stieß einen leisen Seufzer der Erleichterung aus, als ihm klar wurde, dass sie Recht hatten. Er blickte auf Sarrin hinab, und ein Stich des Mitgefühls durchzuckte ihn. Der alte Mann wirkte bleich und krank.
»Lord Sarrin wird unser Verteidiger sein«, verkündete Lorlen. Als er das Publikum einer genauen Musterung unterzog, sah er auf den meisten Gesichtern widerstrebende Zustimmung. »Er wird von seinem Amt als Oberhaupt der Alchemisten zurücktreten und unverzüglich mit dem Studium der schwarzen Magie beginnen. Hiermit erkläre ich die Versammlung für beendet.«
»Wach auf, kleine Sonea.«
Ruckartig wurde Sonea sich ihrer Umgebung bewusst. Überrascht stellte sie fest, dass ihr Pferd stehen geblieben war. Dorrien sah sie mit einem seltsamen Ausdruck im Gesicht an. Sie hatten an einer Straße Halt gemacht, die zu einem Haus führte, und von Akkarin konnte sie keine Spur entdecken.