Die Meisterin
- Автор: Канаван Труди
- Серия: Die Gilde der Schwarzen Magier #3
- Год: 2006
- Язык: немецкий
- Переводчик: Michaela Link
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:
Dannyl hielt Tayend am Arm fest. »Ich meine es ernst, Tayend. Diese Magier töten, um sich zu stärken. Sie werden zuerst gegen die Gilde kämpfen, weil die ihr mächtigster Gegner ist. Dann werden sie nach Opfern suchen, um die Energie zu ersetzen, die sie verloren haben. Magier werden nutzlos für sie sein, da wir im Kampf gegen sie unsere Stärke ebenfalls aufbrauchen werden. Es sind die gewöhnlichen Leute, nach denen sie Ausschau halten werden, vor allem jene mit nicht entwickeltem magischem Talent. Menschen wie du also.«
Die Augen des Gelehrten weiteten sich. »Aber so weit werden sie nicht kommen. Du hast gesagt, sie würden zuerst gegen die Gilde kämpfen. Die Gilde wird doch siegen, nicht wahr?«
Dannyl sah Tayend an und schüttelte den Kopf. »Nach den Anweisungen, die man uns gegeben hat, glaube ich nicht, dass irgendjemand unseren Sieg für möglich hält. Vielleicht können wir ein oder zwei von ihnen töten, aber sicher nicht alle. Wir haben den Befehl, Imardin zu verlassen, sobald wir uns erschöpft haben.«
»Oh. Wenn du deine Kraft erschöpft hast, wirst du Hilfe brauchen, um aus der Stadt zu kommen. Ich werde -«
»Nein.« Dannyl legte die Hände auf Tayends Schultern. »Du musst sofort aufbrechen.«
Der Gelehrte schüttelte den Kopf. »Ich werde nicht ohne dich gehen.«
»Tayend -«
»Außerdem«, fügte der Gelehrte hinzu, »werden die Sachakaner als Nächstes wahrscheinlich Elyne überfallen. Ich möchte lieber hier bei dir bleiben und einen frühen Tod riskieren, als nach Hause zurückzukehren und mich dafür zu hassen, dass ich dich um einiger weniger zusätzlicher Monate der Sicherheit im Stich gelassen habe. Ich bleibe, und du wirst eben einfach das Beste daraus machen müssen.«
Nach der Dunkelheit in den Abwässerkanälen war das Sonnenlicht blendend hell. Als Sonea aus der Luke stieg, spürte sie etwas unter ihrem Stiefel und stolperte, dann hörte sie einen gedämpften Fluch.
»Das war mein Fuß«, murmelte Cery.
Sie konnte sich eines Lächelns nicht erwehren. »Tut mir leid, Cery, oder soll ich dich von jetzt an Ceryni nennen?«
Cery schnaubte angewidert. »Ich habe mein Leben lang versucht, diesen Namen abzuschütteln, und jetzt muss ich ihn benutzen. Einige von uns hätten dem Dieb, der auf die Idee gekommen ist, dass wir uns alle Tiernamen geben sollten, gewiss das eine oder andere zu sagen.«
»Deine Ma muss hellseherische Fähigkeiten gehabt haben, als sie dir deinen Namen gab«, bemerkte Sonea. Dann trat sie zur Seite, als Akkarin aus dem Tunnel kam.
»Sie konnte auf den ersten Blick erkennen, welche Freier davonlaufen würden, ohne zu bezahlen«, erklärte Cery. »Und sie hat immer gesagt, dass mein Pa eines Tages böse in die Klemme geraten würde.«
»Meine Tante muss diese Gabe ebenfalls haben. Sie hat immer gesagt, du wärst ein Unruhestifter.« Sie hielt inne. »Hast du Jonna und Ranel in letzter Zeit mal gesehen?«
»Nein«, antwortete er, während er sich bückte, um die Luke des Abwasserkanals wieder zu verschließen, »in den letzten Monaten nicht.«
Sie seufzte. Das Wissen um Rothens Tod hatte sich inzwischen wie ein schweres Gewicht irgendwo in ihrem Körper breit gemacht. »Ich würde sie gern sehen. Bevor all das -«
Cery hob die Hand – ein Signal, das Schweigen gebot -, dann zog er Sonea und Akkarin in eine Türnische. Aus dem Eingang einer Gasse tauchte jetzt Gol auf und gesellte sich zu ihnen. Zwei Männer traten in die Gasse und bewegten sich lautlos auf sie zu. Kurz darauf erkannte Sonea das dunklere der beiden Gesichter. Jemand legte ihr sanft eine Hand ins Kreuz.
»Mach nur«, flüsterte Cery ihr ins Ohr. »Jag ihm den Schrecken seines Lebens ein.«
Sonea wandte sich um und sah, dass seine Augen schelmisch glänzten. Sie wartete, bis die beiden Männer auf gleicher Höhe mit ihr waren, dann trat sie ihnen in den Weg und streifte ihre Kapuze ab.
»Faren.«
Die zwei Männer starrten sie an, dann sog einer von ihnen scharf die Luft ein.
»Sonea?«
»Nach all dieser Zeit erkennst du mich also immer noch.«
Er runzelte die Stirn. »Aber ich dachte, du hättest -«
»Kyralia verlassen?« Sie verschränkte die Arme vor der Brust. »Ich bin zurückgekommen, um einige Schulden zu begleichen.«
»Schulden?« Er sah seinen Begleiter nervös an. »Dann haben wir beide nichts miteinander zu tun.«
»Nein?« Sie machte einen Schritt auf ihn zu und stellte befriedigt fest, dass er zurückwich. »Ich meine mich daran zu erinnern, dass wir einmal eine kleine Abmachung hatten. Erzähl mir nicht, du hättest das vergessen, Faren.«
»Wie könnte ich das vergessen?«, murmelte er. »Ich erinnere mich daran, dass du deinen Teil des Handels nicht eingehalten hast. Genau genommen hast du mehr als eins von meinen Häusern niedergebrannt, während du unter meinem Schutz gestanden hast.«
Sonea zuckte die Achseln. »Ja, ich habe mich wohl nicht als allzu nützlich erwiesen. Aber ich glaube nicht, dass eine Hand voll niedergebrannter Häuser eine Rechtfertigung war, um mich an die Gilde zu verkaufen.«
Faren machte noch einen Schritt rückwärts. »Das war nicht meine Idee. Ich hatte keine andere Wahl.«
»Keine andere Wahl?«, rief sie aus. »Nach allem, was ich gehört habe, hast du einen hübschen Gewinn eingestrichen. Erzähl mir, haben die anderen Diebe eine Provision von der Belohnung kassiert? Soweit ich weiß, hast du die ganze Summe allein eingestrichen.«
Faren schluckte hörbar und wich noch weiter zurück. »Als Entschädigung«, sagte er mit erstickter Stimme.
Sonea machte erneut einen Schritt auf ihn zu, aber dann kam plötzlich ein Prusten von der Tür hinter ihr, das sich schnell in ein Lachen verwandelte.
»Sonea«, sagte Cery. »Ich sollte dich als Botin in meinen Dienst nehmen. Wenn du willst, kannst du ganz schön beängstigend sein.«
Sie brachte ein grimmiges Lächeln zustande. »Du bist nicht der Einzige, der mir das in letzter Zeit bescheinigt hat.« Aber der Gedanke an Dorrien rief ihr Rothen wieder ins Gedächtnis. Erneut senkte sich das Gewicht der Trauer auf sie herab, und sie bemühte sich, das Gefühl zu ignorieren. Ich darf darüber jetzt nicht nachdenken, ermahnte sie sich. Es gibt so viel zu tun.
Faren kniff die gelben Augen zusammen und wandte sich Cery zu. »Ich hätte wissen müssen, dass du hinter diesem kleinen Überfall steckst.«
Cery lächelte. »Oh, ich habe lediglich den Vorschlag gemacht, dass sie sich ein wenig mit dir amüsieren soll. Das hat sie verdient. Schließlich hast du sie tatsächlich an die Gilde ausgeliefert.«
»Du bringst sie zu der Versammlung, nicht wahr?«
»Das ist richtig. Sie und Akkarin haben eine Menge zu erzählen.«
»Akkarin…?«, wiederholte Faren mit gepresster Stimme.
Sonea hörte Schritte hinter sich, und als sie sich umdrehte, sah sie, dass Akkarin und Gol aus dem Haus getreten waren. Akkarin hatte sich den kurzen Bart abrasiert und das Haar im Nacken zusammengebunden, und seine Erscheinung war so ehrfurchtgebietend wie eh und je.
Faren machte noch einen Schritt rückwärts.
»Es ist Faren, nicht wahr«, bemerkte Akkarin glatt. »Schwarz, achtbeinig und giftig?«
Faren nickte. »Ja«, erwiderte er. »Nun, bis auf die Sache mit den Beinen.«
»Es ist mir eine Ehre, dich kennen zu lernen.«
Der Dieb nickte abermals. »Ganz meinerseits.« Er blickte zu Cery hinüber. »Nun. Diese Versammlung dürfte recht unterhaltsam werden. Folgt mir.«
Als Faren weiterging, unterzog sein Begleiter Sonea und Akkarin einer neugierigen Musterung, bevor er dem Dieb nacheilte. Cery bedeutete Sonea, Akkarin und Gol, ihm zu folgen. Kurz darauf gingen sie durch eine schmale Lücke zwischen zwei Häusern am Ende der Gasse. Bevor sie jedoch auf der anderen Seite ankamen, versperrte ein stämmiger Mann Faren den Weg.
»Wer sind diese Leute?«, verlangte der Mann zu wissen und zeigte dabei auf Sonea und Akkarin.