Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне

Электронная книга - «Mathias Sandorf». Краткое содержание книги:

Die Handlung setzt 1866 in Triest ein. Die mittellosen Gauner Sarcany und Zirone finden auf einem ihrer Spaziergänge durch die Stadt eine Brieftaube, die eine Geheimbotschaft befördert. Sarcany will sehen, ob sie aus der Botschaft Kapital schlagen können. Sie lassen die Taube von einem Kirchturm aus frei und verfolgen sie mit den Augen bis zu ihrem Taubenschlag.
Dieser befindet sich in einem Haus, das dem Grafen Ladislaus Zathmar, einem ungarischen Adligen, gehört. Graf Zathmar plant, mit seinen Freunden, dem Professor Stefan Bathory und dem Grafen Mathias Sandorf in Ungarn, ihrer Heimat, einen Volksaufstand anzuzetteln ...
1 ... 101 102 103 104 105 106 107 108 109 ... 137
Перейти на страницу:

Diesmal folgten ihm die überzeugten Anwesenden sämmtlich bis zum Thore der Residenz.

»Ich will ihn begleiten, ich will ihn in das Hospital zurückkehren sehen, rief der Gouverneur, der mit sich selbst kämpfte, und sich hartnäckig weigerte, sich gegen seine bessere Ueberzeugung offenbar besiegt zu geben.

– Kommen Sie!« sagte der Doctor.

Der Gouverneur, Peter Bathory, Doctor Antekirtt schlugen, begleitet von mehreren anderen Persönlichkeiten, denselben Weg ein wie Carpena, welcher der Stadt zuschritt. Namir, die diesen seit seinem Fortgange aus dem Gefängniß nicht aus den Augen gelassen hatte, glitt lautlos im Schatten hinter ihnen her und beobachtete sorgsam, was vorging.

Die Nacht war ziemlich dunkel. Der Spanier schritt mit regelmäßigen Schritten, ohne zu zaudern, die Landstraße entlang. Der Gouverneur und die Personen seines Gefolges hielten sich dreißig Schritte hinter ihm; die zwei Beamten des Präsidio, welche den Auftrag hatten, Carpena nicht aus den Augen zu lassen, befanden sich ebenfalls in seiner Begleitung.

Die Straße umgeht, während sie sich der Stadt nähert, die Bucht, welche auf dieser Seite von Ceuta einen zweiten Hafen bildet. Auf dem unbeweglich scheinenden, dunklen Gewässer erzitterte der Widerschein von zwei oder drei Lichtern. Sie drangen aus den Cajütenfenstern und rührten von den Signallaternen des »Ferrato« her, dessen Formen sich flüchtig und von der Dunkelheit bedeutend vergrößert vom Horizont abhoben.

Als Carpena dem Schiffe gegenüber sich befand, verließ er plötzlich die Straße; er wendete sich nach rechts, wo mehrere Klippen wohl an zwölf Fuß das Meer überragen. Eine Geste des Doctors, die von Niemandem gesehen worden war – vielleicht auch nur eine bloße Willensäußerung – hatte den Spanier bewogen, seine Wegrichtung zu ändern.

Die Aufseher zeigten große Luft, ihre Schritte zu beschleunigen, um Carpena einzuholen und ihn auf den richtigen Weg zurückzuführen. Doch der Gouverneur, der wohl wußte, daß nach dieser Seite hin ein Entweichen unmöglich war, winkte ihnen, zurückzubleiben.

Carpena war auf einer der Klippen stehen geblieben, als wenn eine unsichtbare Macht ihn auf dieser Stelle festgebannt hätte. Wenn er hätte die Füße heben, die Beine in Bewegung setzen wollen, so würde er es nicht gekonnt haben. Der Wille des Doctors fesselte ihn an den Erdboden. Der Gouverneur beobachtete ihn einige Augenblicke, dann sich an seinen Gast wendend, sagte er:

»Wohlan, mein lieber Herr Doctor, ob man will oder nicht, man muß sich vor dieser Augenscheinlichkeit besiegt erklären.

– Sie sind also überzeugt, Herr Gouverneur, wirklich überzeugt?

– Ja, sehr überzeugt davon, daß es Dinge gibt, an die man ohne Ueberlegung glauben darf. Jetzt, Herr Doctor Antekirtt, veranlassen Sie, daß der Mann den Gedanken faßt, unverzüglich in das Präsidio zurückzukehren. Alphons XII. befiehlt es!«

Der Gouverneur hatte kaum den Satz beendet, als Carpena jäh, ohne einen Schrei auszustoßen, sich in die See stürzte. War es ein Zufall? War es eine selbständige, freiwillige That? Gelang es ihm, durch irgend einen glücklichen Umstand sich der Macht des Doctors zu entziehen? Niemand hätte es sagen können.

Die Herren liefen auf die Felsen, während die Wächter zum Niveau einer kleinen Bucht hinabliefen, welche das Meer an dieser Stelle ausgehöhlt hat. Von Carpena keine Spur. Einige Fischerboote kamen in aller Eile herbeigefahren ebenso die der Dampf-Yacht… Unnützes Bemühen: Man fand nicht einmal den Leichnam des Deportirten wieder, die Strömung hatte ihn wahrscheinlich in die See hinausgespült.

»Ich bedaure lebhaft, Herr Gouverneur, sagte der Doctor Antekirtt, daß unser Experiment einen so tragischen Ausgang genommen hat, der unmöglich vorauszusehen war.

– Wie erklären Sie sich nun diesen Zwischenfall? fragte der Gouverneur,

– Daß es bei der Ausübung dieser Willensübertragung, deren Macht Sie nicht mehr leugnen können, noch Unterbrechungen gibt. Dieser Mann ist mir, woran ich nicht zweifle, einen Augenblick entschlüpft und sei es in Folge eines Schwindelanfalles, sei es in Folge eines anderen Umstandes, von der Höhe der Klippen heruntergestürzt. Es ist das bedauerlich, denn wir haben in ihm ein wahrhaft kostbares Medium verloren.

– Wir haben einen Schuft verloren, nicht mehr,« erwiderte der Gouverneur philosophisch.

Das war die ganze Leichenrede, welche dem Gedächtnisse Carpena’s zu Ehren gehalten wurde.

Der Doctor und Peter Bathory verabschiedeten sich jetzt von dem Gouverneur. Sie mußten noch vor Tagesanbruch nach Antekirtta in See gehen und so beeilten sie sich, ihrem Wirthe für den freundlichen Empfang zu danken, der ihnen in der spanischen Kolonie zu Theil geworden war.

Der Gouverneur drückte dem Doctor herzlich die Hand, wünschte ihm eine glückliche Ueberfahrt, nachdem er ihm das Versprechen abgenommen hatte, seinen Besuch zu wiederholen, dann kehrte er in die Residenz zurück.

Man wird vielleicht der Meinung sein, daß Doctor Antekirtt soeben das Vertrauen des Gouverneurs von Ceuta gemißbraucht hatte. Schön, man möge seine Haltung bei diesem Vorfalle verurtheilen und kritisiren! Aber man wolle auch nicht vergessen, weder, welchem Vorhaben Graf Mathias Sandorf sein Leben gewidmet hatte, noch was er eines Tages gesagt: »Tausend Wege – ein Ziel!«

Was soeben geschehen, war einer der tausend Wege, die eingeschlagen werden mußten, um dieses eine Ziel zu erreichen.

Einige Augenblicke später hatte ein Boot des »Ferrato« den Doctor und Peter an Bord zurückgebracht. Luigi empfing sie an der Falltreppe.

»Jener Mensch?… fragte der Doctor.

– Ihrem Befehle gemäß erwartete unser Boot ihn am Fuße der Klippen und nahm ihn auf, sobald er heruntergestürzt war. Er ist in eine der Cabinen des Vorderdecks eingeschlossen worden.

– Er hat nichts geäußert?… fragte Peter.

– Wie hätte er sprechen sollen?… Er hat wie im Traum gehandelt und empfindet nicht das Bewußtsein seiner Handlungen.

– Gut! meinte der Doctor. Ich habe gewollt, daß Carpena von den Klippen in das Meer fällt und er ist gefallen!… Ich habe gewollt, daß er einschläft und er schläft!… Wenn ich es werde haben wollen, daß er aufwacht, wird er aufwachen!… Jetzt, Luigi, lasse die Anker lichten und fröhliche Fahrt!«

Die Maschine war unter Druck, die Anker schnell aufgewunden. Einige Augenblicke später hatte der »Ferrato« die hohe See gewonnen und steuerte auf Antekirtta zu.

Drittes Capitel.

Siebzehn Mal.

»Siebzehn Mal?

– Siebzehn Mal.

– Ja!… Roth hat siebzehn Mal gepaßt.

– Ist es möglich!

– Es scheint nicht möglich, und doch ist es so.

– Und die Spieler waren darauf versessen?

– Mehr als neunmalhunderttausend Franken Gewinn für die Bank!

– Beim Roulette oder Trente et Quarante?

– Beim Trente et Quarante.

– Seit fünfzehn Jahren hat man das hier nicht gesehen.

– Seit fünfzehn Jahren, drei Monaten und vierzehn Tagen, erwiderte kühl ein alter Spieler, der zu der ehrenwerthen Classe der Rupfer gehörte. Ja, mein Herr, – ein merkwürdiger Umstand – es war im Hochsommer, am 16. Juni 1867… Ich kann etwas davon erzählen.«

So ungefähr lauteten die Ausrufe und Unterhaltungen, welche in dem Vestibul und bis in den Säulengang des Fremden-Cirkels in Monte Carlo hinein am Abend des dritten October, acht Tage nach dem Entweichen Carpena’s aus der spanischen Strafanstalt laut wurden.

Inmitten dieser Menge von Spielern, Männern und Frauen jeder Nationalität, jedes Alters, jedes Standes, erhob sich ein Geschwirr der Begeisterung.

1 ... 101 102 103 104 105 106 107 108 109 ... 137
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)