Der Borowski-Betrug
- Автор: Ладлэм Роберт
- Язык: немецкий
- Переводчик: Heinz Nagel
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Der Borowski-Betrug». Краткое содержание книги:
Janine Dolbert starrte ihn an, die Lippen leicht geöffnet, eine Regung des Erkennens, dann Erstaunen. »»Sie. Der Amerikaner«, sagte sie in englischer Sprache.»Monsieur Briggs, nicht wahr? Sind Sie das, der — «
«Ich habe meinem Chauffeur gesagt, er könne sich eine Stunde freinehmen. Ich wollte Sie alleine sprechen.«
«Mich? Weshalb sollten Sie denn mich sprechen wollen?«
«Wissen Sie das nicht? Weshalb sind Sie dann so schnell gekommen?«
Die großen Augen unter ihrem kurzen Haar fixierten ihn, und ihr bleiches Gesicht wirkte im Tageslicht noch bleicher.»Sie kommen also vom House of Azur?«fragte sie vorsichtig.
«Könnte sein. «Borowski verstärkte den Druck an ihrem Ellbogen.»Und?«
«Ich habe das geliefert, was ich versprochen habe. Mehr geht nicht, darüber waren wir uns einig.«
«Sind Sie sicher?«
«Seien Sie doch kein Idiot! Sie kennen die Pariser Couture nicht. Sie kennen nicht die Pläne und Intrigen, die in jedem Studio geschmiedet werden. — Und wenn dann die Herbstlinie herauskommt und Sie die Hälfte von Bergerons Entwürfen vor ihm vorführen, wie lange glauben Sie dann, daß ich noch in Les Classiques bleiben kann?
Ich bin das zweite Mädchen der Lavier, eine der wenigen, die Zugang zu ihrem Büro haben. Es wäre besser, Sie würden sich um mich kümmern, wie Sie das versprochen haben. In einem Ihrer Geschäfte in Los Angeles.«
«Machen wir doch einen kleinen Spaziergang«, sagte Jason und schob sie sachte vor sich her.»Sie haben den falschen Mann, Janine. Ich habe nie vom House of Azur gehört und habe nicht das geringste Interesse an gestohlenen Entwürfen — «
«O mein Gott… «
«Gehen Sie weiter. «Borowski drückte ihren Arm.»Ich habe gesagt, daß ich mit Ihnen sprechen möchte.«
«Worüber? Was wollen Sie von mir? Woher haben Sie meinen Namen?«Sie redete jetzt schneller, und die einzelnen Sätze überschlugen sich.»Ich bin heute früher Mittagessen gegangen und muß deshalb sofort wieder zurück; wir haben heute sehr viel Arbeit. Bitte, Sie tun mir weh.«
«Entschuldigen Sie.«
«Wie ich schon sagte, es war unsinnig. Wir hatten Gerüchte gehört; ich wollte Sie auf die Probe stellen. Das war es, was ich getan habe; Sie auf die Probe stellen!«
«Das klingt sehr überzeugend. Ich akzeptiere das, was Sie sagen.«
«Ich bin eine loyale Mitarbeiterin von Les Classiques. Das bin ich immer gewesen.«
«Das ist eine sehr gute Eigenschaft, Janine. Ich bewundere Loyalität. Ich habe das neulich zu… wie hieß er doch?… diesem netten Mann an der Telefonvermittlung gesagt. Wie heißt er? Ich habe den Namen vergessen.«
«Philippe«, sagte die Verkäuferin verstört, unsicher.
«Philippe d'Anjou.«
«Ja, richtig, vielen Dank. «Sie erreichten eine enge, kopfsteingepflasterte Gasse zwischen zwei Häusern. Jason führte sie hinein.»Gehen wir doch hier hinein, damit wir von der Straße wegkommen. Keine Sorge, Sie kommen nicht zu spät. Ich will Sie nur noch um ein paar Minuten bitten. «Sie gingen zehn Schritte in der schmalen Gasse. Borowski blieb stehen; Janine Dolbert preßte den Rücken gegen die Ziegelwand.»Zigarette?«fragte er.
«Ja, danke.«
Er gab ihr Feuer und stellte fest, daß ihre Hand zitterte.»Sind Sie jetzt wieder ruhiger?«
«Ja. Nein, eigentlich nicht. Was wollen Sie, Monsieur Briggs?«
«Zunächst einmal heiße ich nicht Briggs, aber das sollten Sie ja wissen.«
«Das weiß ich nicht. Warum sollte ich?«
«Ich war sicher, daß das erste Mädchen der Lavier Ihnen das gesagt hätte.«
«Monique?«
«Bitte Nachnamen. Das muß alles ganz genau sein.«
«Brielle also«, sagte Janine und runzelte die Stirn.»Kennt sie Sie?«
«Fragen Sie sie doch.«
«Wie Sie wünschen. Also, was wollen Sie, Monsieur?«
Jason schüttelte den Kopf.»Sie wissen es also wirklich nicht, wie? Drei Viertel der Angestellten im Les Classiques arbeiten mit uns, und eine der intelligentesten ist nicht einmal kontaktiert worden. Es ist natürlich möglich, daß jemand Sie für ein Risiko hielt; das kommt vor.«
«Was kommt vor? Was für ein Risiko? Wer sind Sie?«
«Dafür ist jetzt keine Zeit. Das können Ihnen die anderen später erklären. Ich bin hier, weil wir noch nie einen Bericht von Ihnen bekommen haben, und doch sprechen Sie den ganzen Tag mit wichtigen Kunden.«
«Sie müssen sich schon klarer ausdrücken, Monsieur.«
«Wir wollen einmal sagen, daß ich der Sprecher für eine Gruppe von Leuten bin — Amerikaner, Franzosen, Engländer, Holländer — die hinter einem Killer her sind, der in jedem einzelnen unserer Länder politische und militärische Führungspersönlichkeiten ermordet hat.«
«Ermordet? Militärische und politische…«Janine riß den
Mund auf, und die Asche ihrer Zigarette brach ab und fiel ihr auf die gleichsam erstarrte Hand.»Was soll das? Wovon reden Sie? Ich habe davon noch nie etwas gehört.«
«Da muß ich mich wohl entschuldigen«, sagte Borowski mit weicher Stimme. Er glaubte ihr aufs Wort.»Man hätte schon vor einigen Wochen mit Ihnen Verbindung aufnehmen sollen. Das war ein Irrtum seitens meines Vorgängers, und es tut mir leid. Für Sie muß das ein Schock sein.«
«Es ist ein Schock, Monsieur«, flüsterte die Verkäuferin, ihr Rücken spannte sich unter der Last des eben Gehörten,»Sie sprechen von Dingen, die mein Verständnis übersteigen.«
«Aber ich verstehe jetzt«, unterbrach Jason.»Kein Wort von Ihnen über irgend jemand. Jetzt ist es mir klar.«
«Aber mir nicht.«
«Wir arbeiten uns an Carlos heran. An den Terroristen, der als Carlos bekannt ist.«
«Carlos?« Die Zigarette entfiel ihrer Hand, jetzt war der Schock vollkommen.
«Er ist einer Ihrer treuesten Kunden, darauf deuten alle Beweise. Acht Männer stehen im Verdacht. Die Falle ist für einen Zeitpunkt im Laufe der nächsten paar Tage vorbereitet. Vorsichtsmaßnahmen sind getroffen.«
«Vorsichtsmaßnahmen…?«
«Es besteht immer die Gefahr einer Geiselnahme, das wissen wir alle. Wir rechnen mit einer Schießerei, aber das wird sich in engen Grenzen halten. Das eigentliche Problem wird Carlos selbst sein. Er hat geschworen, sich nie lebend fangen zu lassen und läuft immer mit Explosivstoffen in den Taschen herum, die einer Tausend-Pfund-Bombe entsprechen. Aber damit werden wir fertig. Unsere Scharfschützen werden bereitstehen; ein sauberer Schuß in den Kopf, und alles ist vorbei.«
«Ein einziger Schuß…«
Plötzlich sah Borowski auf die Uhr.»Jetzt habe ich Ihre Zeit lange genug in Anspruch genommen. Sie müssen in Ihr Geschäft zurück, und ich muß wieder auf meinen Posten. Denken sie daran, wenn Sie mich draußen sehen, kennen Sie mich nicht. Wenn ich Les Classiques betrete, behandeln Sie mich so, wie Sie jeden reichen Kunden behandeln würden. Außer, wenn Sie einen Kunden entdeckt haben, von dem Sie annehmen, daß er unser Mann sein könnte; dann dürfen Sie keine Zeit vergeuden und müssen mich sofort informieren.
Noch einmal, alles das tut mir furchtbar leid. Es war ein Kommunikationsproblem, sonst nichts. Das kommt vor.«
«Ein Kommunikationsproblem…?«
Jason nickte, machte auf dem Absatz kehrt und ging schnell die gepflasterte Gasse zurück. An der Straße angelangt, blieb er stehen und sah sich nach Janine Dolbert um. Sie lehnte benommen an der Wand; für sie war die elegante Welt der Haute Couture völlig aus dem Gleichgewicht geraten.