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Der Borowski-Betrug

Электронная книга - «Der Borowski-Betrug». Краткое содержание книги:

Er wurde aus der See gezogen — mehr Leichnam als Mann. An seinen Namen kann er sich nicht erinnern. Er ist ein Mensch ohne Vergangenheit und ohne Zukunft — gejagt von mächtigen Feinden; geliebt von einer schönen Frau, die nicht glauben kann, daß er wirklich das ist, was sich langsam herauskristallisiert: Ein Berufsmörder!
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«Sie sind ein seltsamer Mann, Monsieur.«

«Ja. Wenn ich nicht da bin, wenn Sie anrufen, wird sich eine Frau melden. Sie wird wissen, wo ich bin. Wir werden einen Zeitpunkt für Nachrichten vereinbaren.«

«Eine Frau?«Der General stutzte.»Sie haben nichts von einer Frau oder sonst jemandem gesagt.«

«Sonst ist auch niemand. Ohne diese Frau wäre ich nicht mehr am Leben. Carlos macht Jagd auf uns beide; er hat versucht, uns beide zu töten.«

«Weiß sie über mich Bescheid?«

«Ja. Sie war es, die mich über Sie aufgeklärt hat, die beim besten Willen Sie und Carlos nicht in Verbindung bringen konnte. Ich wollte es nicht glauben.«

«Vielleicht werde ich sie treffen.«

«Unwahrscheinlich. Solange sich Carlos nicht in unserer Macht befindet, dürfen wir uns nicht mit Ihnen sehen lassen. Unter keinen Umständen. Nachher — wenn es ein Nachher gibt— könnte es sein, daß Sie sich nicht mit uns sehen lassen wollen, beziehungsweise nicht mit mir. Ich bin ganz ehrlich zu Ihnen.«

«Das verstehe ich und respektiere es. Jedenfalls danken Sie dieser Frau in meinem Namen. Danken Sie ihr, daß sie wußte, ich könnte nichts mit Carlos zu tun haben.«

Borowski nickte.»Sind Sie ganz sicher, daß Ihre Privatleitung nicht angezapft ist?«

«Absolut. Sie wird regelmäßig überprüft; sämtliche Telefone, die unter der Aufsicht des Conseiller stehen, werden das.«

«Wenn Sie einen Anruf von mir erwarten, melden Sie sich und räuspern Sie sich dann einmal. Dann werde ich wissen, daß Sie es sind. Wenn Sie aus irgendeinem Grund nicht sprechen können, dann sagen Sie mir, ich solle Ihre Sekretärin am Morgen anrufen. Ich rufe dann in zehn Minuten zurück. Wie ist die Nummer?«

Villiers gab sie ihm.»Ihr Hotel?«fragte der General.

«Das >Terrasse<. Rue de Maistre. Montmartre. Zimmer vierhundertzwanzig.«

«Wann werden Sie beginnen?«

«Sobald wie möglich. Heute Mittag.«

«Kämpfen Sie wie ein Rudel Wölfe«, sagte der alte Soldat und lehnte sich vor, ein Kommandant, der seinem Offizierscorps Instruktionen gibt.»Schlagen Sie zu.«

Kapitel 27

«Sie war so bezaubernd und charmant, ich muß einfach etwas für sie tun«, sprudelte Marie ins Telefon.»Und dann auch dieser reizende junge Mann; er war so hilfsbereit. Ich sage Ihnen, das Kleid war ein voller Erfolg! Ich bin so dankbar.«

«Ihrer Beschreibung nach, Madame«, erwiderte die kultivierte Männerstimme aus der Telefonzentrale von Les Classiques,»bin ich ganz sicher, daß sie Janine und Claude meinen.«

«Ja natürlich. Janine und Claude, jetzt erinnere ich mich. Ich werde beiden ein kleines Briefchen mit einer Aufmerksamkeit schicken. Wissen Sie zufällig, wie die beiden mit Familiennamen heißen? Ich meine, es wirkt so herablassend, wenn ich die Umschläge einfach an >Janine< und >Claude< adressiere. So, wie man an Dienstboten schreibt, finden Sie nicht auch? Könnten Sie Jacqueline fragen?«

«Das ist nicht nötig, Madame. Ich kenne die Namen auch. Und gestatten Sie mir zu sagen, daß Madame ebenso feinfühlig wie großzügig ist. Janine Dolbert und Claude Oreale.«

«Janine Dolbert und Claude Oreale«, wiederholte Marie und sah Jason an.»Janine ist doch mit diesem reizenden Pianisten verheiratet, oder?«

«Ich glaube nicht, daß Mademoiselle Dolbert mit irgend jemand verheiratet ist.«

«Aber natürlich. Ich dachte an jemand anderen.«

«Wenn Sie gestatten, Madame, ich habe Ihren Namen nicht verstanden.«

«Wie dumm von mir!«Marie streckte den Telefonhörer von sich und hob die Stimme.»Darling, du bist ja zurück und schon so bald! Das ist ja großartig. Ich spreche mit diesen reizenden Leuten von Les Classiques… ja, sofort mein Lieber. «Sie zog den Hörer an die Lippen. »>Vielen, vielen Dank, Sie waren sehr liebenswürdig. «Sie legte auf.»Nun, wie habe ich es gemacht?«

«Wenn du je auf die Idee kommen solltest, dem Wirtschaftsleben den Rücken zu kehren«, sagte Jason, ohne von dem Pariser Telefonbuch aufzublicken,»dann solltest du in den Verkauf gehen. Ich habe dir jedes Wort abgekauft.«

«Waren die Beschreibungen richtig?«

«Einmalig. Das mit dem Pianisten war übrigens gut.«

«Ich dachte, wenn sie verheiratet wäre, würde das Telefon sicher auf den Namen ihres Mannes eingetragen sein.«

«Nicht nötig«, unterbrach Borowski.»Hier steht es. Dolbert, Janine, Rue Losserand. «Jason schrieb sich die Adresse auf.»Oreale, das ist doch mit O, wie oisean1, nicht wahr?«

«Ich glaube schon. «Marie zündete sich eine Zigarette an.»Du willst wirklich zu ihnen nach Hause gehen?«

Borowski nickte.»Wenn ich mich in der Rue Saint-Honore an sie heranmachte, würde das Carlos erfahren.«

«Und was ist mit den anderen? Lavier, Bergeron und der Mann von der Telefonzentrale.«

«Morgen. Heute reicht es erst einmal.«

«Aha?«

«Ich muß sie alle zum Reden bringen. Sonst verbreitet die Dolbert und der Oreale das im ganzen Laden. Ich werde heute Abend noch zwei weitere erreichen — die werden dann die Lavier und den Mann von der Telefonzentrale anrufen. Zuerst die erste Attacke und dann auch noch die zweite. Das Telefon des Generals wird noch heute Nachmittag zu klingeln beginnen. Bis morgen sollte schließlich die Panik vollständig sein.«

«Zwei Fragen«, sagte Marie und erhob sich vom Bettrand und kam auf ihn zu.»Wie willst du es anstellen, während der Geschäftszeit zwei Angestellte aus Les Classiques herauszuholen? Und was für Leute willst du heute Abend erreichen?«

Borowski sah auf die Uhr.»Es ist jetzt Viertel nach elf; ich werde gegen Mittag das Appartementhaus der Dolbert besuchen und veranlassen, daß der Hausmeister sie im Geschäft anruft. Er wird ihr sagen, daß sie sofort nach Hause kommen soll. Es gäbe ein dringendes, sehr persönliches Problem, um das sie sich kümmern muß.«

«Was für ein Problem?«

«Keine Ahnung. Aber wer hat heute keine Probleme?«

«Und mit Oreale willst du es genauso machen?«

«Für Oreale wird es mir ein besonderes Vergnügen sein.«

«Du bist wahnsinnig, Jason.«

«Ich bin stinknormal«, sagte Borowski, dessen Finger wieder an einer Reihe von Namen entlangfuhr.»Hier ist er. Oreale, Claude Giselle. Kein Kommentar. Rue Racine. Ich werde ihn gegen drei erreichen; wenn ich mit ihm fertig bin, wird er sofort umkehren, zur Rue de Saint-Honore zurückeilen und Krach schlagen.«

«Was ist mit den anderen zwei? Wer sind sie?«

«Ich werde entweder von Oreale oder der Dolbert Namen bekommen, vielleicht auch von beiden. Dann wird die zweite Attacke losgehen.«

Jason stand im Schatten der Türnische in der Rue Losserand. Er war fünfzehn Fuß vom Eingang zu Janine Dolberts kleinem Appartementhaus entfernt, wo vor wenigen Augenblicken ein mürrischer, aber dann mittels eines Geldscheines recht beflissen gewordener Hausmeister einem beredten Fremden gefällig gewesen war, indem er Mademoiselle Dolbert an ihrem Arbeitsplatz anrief und ihr sagte, ein Herr in einer Chauffeur-Limousine hätte schon zweimal nach ihr gefragt. Der Herr sei wieder da; was der Hausmeister tun solle?

Ein kleines schwarzes Taxi hielt am Randstein, und eine erregte, unnatürlich bleich wirkende Janine Dolbert sprang heraus. Jason eilte aus der Türnische und hielt sie wenige Fuß vor dem Eingang, noch auf dem Bürgersteig, auf.

«Das ging aber schnell«, sagte er und nahm ihren Ellbogen.»Wirklich reizend, Sie wiederzusehen. Sie waren neulich so hilfsbereit.«

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