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Der Borowski-Betrug

Электронная книга - «Der Borowski-Betrug». Краткое содержание книги:

Er wurde aus der See gezogen — mehr Leichnam als Mann. An seinen Namen kann er sich nicht erinnern. Er ist ein Mensch ohne Vergangenheit und ohne Zukunft — gejagt von mächtigen Feinden; geliebt von einer schönen Frau, die nicht glauben kann, daß er wirklich das ist, was sich langsam herauskristallisiert: Ein Berufsmörder!
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«Also Pierre. Er ist widerlich. Er läßt sich die Telefonanrufe bezahlen.«

«Wir glauben, daß er für Interpol arbeitet.«

«Interpol?«

«Wenn das stimmt, könnten Sie alle zehn Jahre ins Gefängnis wandern. Die würden Sie bei lebendigem Leib auffressen, Claude.«

«Auuuhh!«

«Mund halten! Lassen Sie nur Bergeron wissen, was wir von dem Ganzen denken. Behalten Sie Trignon im Auge, besonders während der nächsten drei Tage. Wenn er das Geschäft aus irgendeinem Grund verläßt, passen Sie auf. Es könnte bedeuten, daß die Falle sich schließt. «Borowski ging zur Tür, die Hand in der Tasche.»Ich muß jetzt zurück, und Sie auch. Sagen Sie den Nummern Eins bis Sechs das, was ich Ihnen gesagt habe. Es ist wichtig, daß alle Bescheid wissen.«

Wieder schrie Oreale hysterisch.»Nummern! Immer Nummern! Was für Nummern? Ich bin ein Künstler, keine Nummer!«

«Wenn Sie nicht ebenso schnell dorthin zurückgehen, wie Sie hergekommen sind, werden Sie kein Gesicht mehr haben. Sagen Sie der Lavier, d'Anjou und Bergeron Bescheid. So schnell Sie können. Und dann den anderen.«

«Welchen anderen?«

«Fragen Sie Nummer Zwei.«

«Zwei?«

«Dolbert. Janine Dolbert.«

«Janine. Die auch?«

«Richtig. Sie ist Nummer Zwei.«

Der Verkäufer warf in hilflosem Protest die Arme in die Höhe.

«Das ist Wahnsinn! Ich verstehe gar nichts mehr!«

«Doch, Ihr Leben, Claude«, sagte Jason.»Sie müssen es richtig bewerten. Ich warte auf der anderen Straßenseite. Gehen Sie hier in genau drei Minuten weg. Und benutzen Sie das Telefon nicht; gehen Sie einfach zu Les Classiques zurück. Wenn Sie nicht in drei Minuten hier raus sind, muß ich zurückkommen. «Er nahm die Hand aus der Tasche. Mit seiner Pistole.

Oreale stieß seine Lunge voll Luft aus. Sein Gesicht war aschfahl, als er die Waffe anstarrte.

Borowski schlüpfte durch die Türe hinaus und machte sie wieder hinter sich zu.

Das Telefon klingelte auf dem Nachttisch. Marie sah auf die Uhr; es war zwanzig Uhr fünfzehn, und einen Augenblick lang empfand sie Angst, es gab ihr einen Stich in der Brust. Jason hatte gesagt, daß er um einundzwanzig Uhr anrufen würde. Er hatte La Terrasse nach Einbruch der Dunkelheit gegen neunzehn Uhr verlassen, um eine Verkäuferin namens Monique Brielle aufzuhalten. Sein Zeitplan stimmte genau und sollte nur im Notfall geändert werden. War etwas passiert?

«Ist dort Zimmer vierhundertzwanzig?«fragte die tiefe Männerstimme am anderen Ende der Leitung.

Erleichterung überkam Marie; der Mann war Andre Villiers. Der General hatte am späten Nachmittag angerufen, um Jason zu sagen, daß sich in Les Classiques Panik ausgebreitet hatte; man hatte seine Frau im Laufe von eineinhalb Stunden nicht weniger als sechsmal ans Telefon gerufen. Aber er hatte kein einziges Mal irgend etwas von Bedeutung belauschen können; jedesmal, wenn er den Hörer abgenommen hatte, waren belanglose Plaudereien anstelle ernsthafter Konversation getreten.

«Ja«, sagte Marie.»Hier ist vierhundertzwanzig.«

«Verzeihen Sie mir, aber wir haben noch nicht miteinander gesprochen.«

«Ich weiß, wer Sie sind.«

«Ich bin auch über Sie informiert. Darf ich mir die Freiheit nehmen, Ihnen zu danken.«

«Ich verstehe. Gerne geschehen.«

«Um zur Sache zu kommen. Ich rufe aus meinem Büro an, es gibt natürlich keinen Nebenapparat für diese Leitung. Sagen Sie unserem gemeinsamen Freund, daß die Krise sich beschleunigt hat. Meine Frau hat sich in ihr Zimmer begeben und behauptet, es wäre ihr übel. Aber offensichtlich geht es ihr noch so gut, daß sie telefonieren kann. Ich habe einige Male abgehoben, mußte aber erkennen, daß die auf Störungen vorbereitet war. Ich habe mich jedesmal ziemlich ruppig entschuldigt und gesagt, ich würde Anrufe erwarten. Ich bin, offen gestanden, gar nicht sicher, ob das meine Frau überzeugt hat, aber sie hat natürlich keine Möglichkeit, mich zu befragen. Ich will ganz offen sein, Mademoiselle. Zwischen uns besteht eine ungeheure Spannung, die mich ziemlich nervös macht. Möge Gott mir Kraft geben.«

«Ich kann Sie nur bitten, das Ziel im Auge zu behalten«, unterbrach ihn Marie.»Denken Sie an Ihren Sohn.«

«Ja«, sagte der alte Mann leise.»Mein Sohn. Und die Hure, die behauptet, die Erinnerung an ihn in Ehren zu halten. Es tut mir leid.«

«Schon gut. Ich werde unserem Freund übermitteln, was Sie mir gesagt haben. Er wird im Laufe der nächsten Stunde anrufen.«

«Bitte«, unterbrach Villiers.»Da ist noch mehr. Das ist auch der Grund meines Anrufs. Zweimal während meine Frau telefonierte, kamen mir die Stimmen bekannt vor. Die zweite erkannte ich; mir ist dabei sofort ein Gesicht ins Gedächtnis zurückgerufen worden. Er sitzt an einer Telefonvermittlung in Saint-Honore.«

«Wir kennen seinen Namen. Was ist mit der ersten Stimme?«

«Das war seltsam. Ich kannte die Stimme nicht; es gab kein Gesicht, das dazu gehörte. Aber ich begriff, weshalb sie dort war. Es war eine seltsame Stimme. Halb geflüstert, halb ein Befehlston, ein Echo ihrer selbst. Der Befehlston fiel mir auf. Sehen Sie, jene Stimme unterhielt sich nicht mit meiner Frau; sie hatte einen Befehl erteilt. In dem Augenblick, als ich in der Leitung war, wurde sie natürlich verändert; ein vorher vereinbartes Signal, um schnell zum Abschluß zu kommen, aber es blieb doch etwas hängen. Und das, was übrig blieb, selbst der Ton, ist jedem Soldaten bekannt; das ist für ihn die Art und Weise, wie einer Sache Nachdruck verliehen wird. Drücke ich mich klar aus?«

«Ich denke schon«, sagte Marie mit leiser Stimme. Wenn der Mann das andeutete, was sie glaubte, mußte der Druck, unter dem er stand, unerträglich sein, das spürte sie.

«Seien Sie versichert, Mademoiselle«, sagte der General,»das war das Killerschwein. «Villiers hielt inne, und nur sein Atem war über die Leitung zu hören. Die nächsten Worte waren langgedehnt und auseinandergezogen, die Stimme eines starken Mannes, der den Tränen nahe war.»Er… instruierte… meine… Frau. «Die Stimme des alten Soldaten brach.»Verzeihen Sie. Ich habe nicht das Recht, Sie zu belasten.«

«Doch, das haben Sie«, sagte Marie, die plötzlich beunruhigt war.»Das, was geschieht, muß für Sie schrecklich schmerzhaft sein, und dadurch noch schlimmer, daß Sie niemanden haben, mit dem sie sprechen können.«

«Ich spreche mit Ihnen, Mademoiselle. Ich sollte das nicht, aber ich tue es.«

«Ich wünschte, wir könnten weiter reden. Ich wünschte, einer von uns könnte bei Ihnen sein. Aber das ist nicht möglich, wie Sie verstehen. Bitte, versuchen Sie durchzuhalten. Es ist schrecklich wichtig, daß man keine

Verbindung zwischen Ihnen und unserem Freund herstellt. Das könnte Sie Ihr Leben kosten.«

«Ich denke, daß ich es vielleicht schon verloren habe.«

«Das ist absurd«, sagte Marie scharf. Sie mußte dem alten Soldaten weh tun.»Sie sind schließlich Offizier. Reden Sie nicht so ein wirres Zeug!«

«Die Lehrerin weist den Schüler zurecht. Sie haben ja recht.«

«Es stimmt, Sie sind ein großer Mann. «Jetzt herrschte Schweigen in der Leitung; Marie hielt den Atem an. Als Villiers' Stimme wieder zu hören war, atmete sie auf.

«Unser gemeinsamer Freund muß ein sehr glücklicher Mann sein. Sie sind eine bemerkenswerte Frau.«

«Ganz und gar nicht. Ich möchte nur, daß mein Freund zu mir zurückkommt. Daran ist nichts Bemerkenswertes.«

«Vielleicht nicht. Aber ich würde auch gerne Ihr Freund sein. Sie haben einem sehr alten Mann bewußt gemacht, wer und was er einmal war und wieder zu sein versuchen muß. Ich danke Ihnen zum zweitenmal.«

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