Die Elfenkönigin von Shannara
- Автор: Брукс Терри
- Серия: Erbe von Shannara #3
- Год: 1992
- Язык: немецкий
- Переводчик: Karin Konig
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Elfenkönigin von Shannara». Краткое содержание книги:
»Ich stelle nur Vermutungen an«, wiederholte er mehr zu sich selbst.
Er hatte die Druidengeschichten immer wieder gelesen, da er dort zu finden hoffte, was er tun mußte, aber er hatte nichts entdeckt. Nirgends bezogen sich die Geschichten darauf, wie man ein Druide wurde. In seiner Verzweiflung hatte er geglaubt, daß der Ursprung für ihn verloren sei, bis er sich plötzlich der Visionen des Grimpond erinnert hatte, von denen zwei bereits wahr geworden waren und von denen die dritte, wie er erkannte, hier wahr werden würde.
Er sah den alten Mann an. »Ich stehe inmitten einer schloßähnlichen Festung, die grau und leblos ist. Ich werde von einem Tod belauert, dem ich nicht entkommen kann. Er jagt mich unaufhörlich. Ich weiß, daß ich vor ihm davonlaufen muß, aber ich kann es nicht. Ich lasse ihn herankommen, und er greift nach mir. Kälte setzt sich in mir fest, und ich kann spüren, wie mein Leben endet. Hinter mir steht ein dunkler Schatten, der mich festhält und meine Flucht verhindert. Der Schatten ist Allanon.«
Diese Worte waren inzwischen zu einer vertrauten Litanei geworden. Cogline nickte geduldig. »Deine Vision, wie du sagtest. Die dritte und letzte.«
»Denn zwei sind bereits wahr geworden, aber keine so, wie ich es angenommen hatte. Der Grimpond spielt gern Spiele. Aber dieses Mal werde ich dieses Spielen zu meinem Vorteil nutzen. Ich kenne die Einzelheiten der Vision. Ich weiß, daß es hier, innerhalb des Keep, geschehen wird. Ich brauche nur die Bedeutung zu enträtseln, um die Wahrheit von der Lüge zu trennen.«
»Aber wenn du falsch vermutet hast...«
Walker Boh schüttelte abwehrend den Kopf. »Das habe ich nicht.«
Sie beschritten bekannten Grund. Walker hatte dem alten Mann bereits alles erzählt, war es mit ihm durchgegangen, da er schnell die Fehler entdecken würde, die ihm entgangen waren. Er faßte es in Worte, um zu wissen, wie es klang.
Der Schwarze Elfenstein war der Schlüssel zu allem.
Er wiederholte aus dem Gedächtnis diesen einzigen, gesonderten Abschnitt, der in den Geschichten der Druiden niedergeschrieben war: Einmal verbannt, soll Paranor für den Rest der Zeit für die Welt der Menschen verloren bleiben, eingeschlossen und unsichtbar in einer Versiegelung. Nur eine Magie hat die Macht es zurückzubringen – der einzigartige Elfenstein, von schwarzer Farbe, der von dem Feenvolk der alten Welt in der Art und Gestalt aller Elfensteine eingesetzt wurde, der aber dennoch in einem einzigen Stein die erforderlichen Eigenschaften von Herz, Geist und Körper verbindet. Wer auch immer die Notwendigkeit spürt und das Recht dazu hat, mag ihn zu seinem Endzweck führen.
Er hatte bisher angenommen, daß der Schwarze Elfenstein dazu gedacht sei, Paranor in seinen gegenwärtigen Zustand des Halbseins zu versetzen und ihm dann Einlaß zu gewähren. Aber die Worte jener Mitteilung erklärten nicht, welches Ausmaß der Gebrauch des Elfensteines haben würde. Nur die eine Magie, hieß es dort, habe die Macht, Paranor wiederherzustellen. Diese Magie allein. Der Schwarze Elfenstein. Es wurde nirgends eine andere Magie erwähnt. Es gab auf all den vielen Seiten der Druidengeschichten keinen weiteren Hinweis darauf, wie Paranor in die Welt der Menschen zurückgebracht werden würde.
Also mußte er annehmen, daß der Schwarze Elfenstein das alles allein bewirkte, daß er aber nicht nur einmal, sondern zweioder sogar dreimal benutzt werden mußte, bevor der Wiederherstellungsprozeß beendet war.
Aber wozu mußte er benutzt werden, was sollte er tun?
Die Antwort schien offensichtlich. Die Magie, die Allanon vor dreihundert Jahren hatte in den Keep einfließen lassen, war wie ein Wachhund, der freigelassen worden war, um zwei Dinge zu tun – die Feinde des Keep zu zerstören und Paranor in die Vergessenheit zu senden und dort festzuhalten, bis es auf angemessene Art wieder herbeigerufen werden würde. Die Magie war ein Wesen. Man konnte sie in den Mauern des Schlosses spüren, man konnte ihre Bewegungen in seinem Innern hören. Sie beobachtete und belauschte sie. Sie atmete. Sie war da und wartete. Wenn der Keep für die Vier Länder wiederhergestellt werden sollte, mußte die Magie, die Allanon freigesetzt hatte, wieder eingeschlossen werden. Mit gutem Grund war anzunehmen, daß nur eine andere Form von Magie dies bewerkstelligen könnte. Und die einzige verfügbare Magie, die einzige Magie, die in den Druidengeschichten zusammen mit Paranor erwähnt wurde, war der Schwarze Elfenstein.
So weit, so gut. Druidenmagie, um Druidenmagie unwirksam zu machen. Das ergab einen Sinn. Es war wohl die Macht des Schwarzen Elfensteins, daß er andere Magien überwinden konnte. Von nur einer Magie war in dem Text die Rede. Walker mußte sie natürlich anwenden. Er hatte es bereits einmal getan und bewiesen, daß er es konnte. Wer auch immer die Veranlassung und das Recht dazu haben sollte. Er selbst. Benutze den Schwarzen Elfenstein gegen den Wachhund Magie und sperre ihn ein. Benutze den Schwarzen Elfenstein den ganzen Weg über gegen den Wachhund.
Aber es fehlte noch immer etwas. Es gab keine Erklärung, wie der Schwarze Elfenstein wirkte. Es war unendlich viel komplizierter, als einfach die Magie aufzurufen und sie loszulassen. Der Schwarze Elfenstein machte andere Magien unwirksam, indem er sie in sich aufnahm – und in seinen Besitzer. Walker Boh war bereits verwandelt worden, als er den Elfenstein benutzt hatte, um Paranor zurückzubringen und Einlaß zu erlangen. Er war von einem gesunden Menschen in ein unstoffliches Wesen verwandelt worden. Welche weiteren Schäden würde er erleiden, wenn er den Elfenstein gegen den Wachhund Magie einsetzte? Welche weitere Verwandlung würde er durchmachen?
Und dann erkannte er plötzlich zwei Dinge.
Erstens, daß er noch immer kein Druide war und auch keiner werden würde, bis er sein Recht dazu begründet hatte – daß dieses Recht nicht aus seinen Studien erwachsen würde oder aus dem Lernen oder aus einer Weisheit, die er durch das Lesen der Druidengeschichten aufnahm, und daß es nicht vorherbestimmt war, nicht schon vor dreihundert Jahren festgesetzt worden war, sondern daß es erst in dem Moment geschehen würde, in dem er einen Weg fände, den Wachhund des Keep zu bezwingen und Paranor vollständig in die Welt der Menschen zurückzubringen, denn das war die Prüfung, der Allanon ihn unterzog.
Zweitens erkannte er, daß die dritte Vision, die der Grimpond ihm gezeigt hatte, diese Vision von Paranor, in der er mit einem Tod konfrontiert werden würde, dem er nicht entkommen konnte, weil er vom Geiste Allanons festgehalten wurde, ein kurzer Ausblick auf diesen Augenblick war.
Seine Argumente waren überzeugend. Die Druiden hätten sich nicht die Mühe gemacht, einen Ablauf so vollständig wie diesen aufzuzeichnen, wenn es eine bessere Möglichkeit gegeben hätte. Nur Walker Boh konnte den Schwarzen Elfenstein benutzen. Nur er hatte das Recht dazu. Irgendwie, auf irgendeine Weise, würde dessen Gebrauch die erforderliche Umwandlung auslösen. Wenn es notwendig war, etwas darüber zu wissen, dann würde Walker sicher erkennen, was erforderlich war. So vieles an der Druidenmagie basierte darauf, daß man sie einfach akeptierte – der Gebrauch der Elfensteine, das Schwert von Shannara, sogar der Wunschgesang. Es war nur logisch, daß es hier genauso sein würde.
Und die Vision des Grimpond untermauerte seine Überlegungen noch. Es würde eine Auseinandersetzung geben, wie sie beschrieben worden war. Wenn man die Vision wörtlich nahm, sagte sie vorher, daß eine solche Konfrontation den Tod von Walker zur Folge haben würde, weil Allanon ihn, indem er ihn hierher gesandt hatte, gebunden hatte, so daß er sterben mußte und alles, was er für eine Flucht erproben mochte, nutzlos sein würde. Aber das war sicher zu stark vereinfacht. Und es ergab keinen Sinn. Warum sollte Allanon ihn den ganzen, weiten Weg in den Tod geschickt haben? Es mußte noch eine andere Erklärung geben, eine andere Bedeutung. Er zog eine andere vor, die besagte, daß ein Leben endete und ein anderes begann, eines, das ihn ein für allemal als Druide ausweisen würde.