Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Фэнтези » Die Elfenkönigin von Shannara
Die Elfenkönigin von Shannara - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Die Elfenkönigin von Shannara

Электронная книга - «Die Elfenkönigin von Shannara». Краткое содержание книги:

Die Elfenkönigin von Shannara
1 ... 100 101 102 103 104 105 106 107 108 ... 121
Перейти на страницу:

Der Schatten vor ihm wurde größer und näherte sich ihm. Ich bin dein Tod, Walker Boh. Bist du bereit, mich zu umarmen?

Und plötzlich erinnerte sich Walker wieder der Vision genauso klar wie in dem Moment, als sie ihm das erste Mal erschienen war – er spürte den Schatten von Allanon hinter sich, der ihn festhielt, und den dunklen Schatten vor sich, das Versprechen des Todes, und das Schloß der Druiden ringsum.

Warum fliehst du nicht? Fliehe vor mir!

Das war alles, was er tun konnte, um nicht zu schreien. Er tastete sich von ihm fort und erflehte Hilfe von überallher. Coglines Stimme war fort, begraben in schwarzer Angst. Bruchstücke seiner Entschlossenheit und seiner Pläne lagen verstreut um ihn herum. Walker Boh verfiel, während er noch lebendig war.

Ein kleiner Teil von ihm gab jedoch nicht auf, sondern klammerte sich an die Erinnerung daran, was ihn hierher geführt hatte, wurde gehalten von dem Versprechen, das er sich selbst gegeben hatte: daß er nicht freiwillig oder aus Unwissenheit sterben werde. Coglines Gesicht war noch immer da, mit Augen voller Erregung und Lippen, die sich in dem Versuch zu sprechen bewegten. Walker wandte sich nach innen und suchte das einzige, was ihn über die Jahre hinweg aufrecht gehalten hatte, nach dem Kern des Zorns, der aufbrannte, wenn er daran dachte, was die Druiden ihm angetan hatten. Er schürte ihn, bis er glühte. Er goß ihn in sein Gesicht, so daß er dort verbrannte. Er atmete ihn ein, bis die Angst aufgeben mußte, bis dort nur noch Zorn war.

Und dann geschah etwas Seltsames. Die Stimme des Wesens vor ihm veränderte sich. Die Stimme wurde zu seiner eigenen, die wild und verzweifelt aufschrie.

Fliehe, Walker Boh!

Die Stimme kam nicht mehr aus dem Nebel. Sie kam aus ihm selbst! Er rief seinen eigenen Namen und drängte sich selbst zur Flucht!

Was ging hier vor?

Und plötzlich verstand er es. Er hörte nicht dem Wesen vor ihm, sondern sich selbst zu. Es war seine eigene Stimme, die er die ganze Zeit gehört hatte, ein Trick seines Bewußtseins, ein Trick des Grimpond, wie er wütend erkannte. Der Geist hatte ihm zusammen mit dieser dritten Vision einen Hinweis auf seinen Tod eingepflanzt, eine Stimme, die ihn davon überzeugen sollte, und eine Gewißheit, daß es der Grimpond selbst war, der in anderer Form hervorgekommen war, um ihn anzuführen. Rache an den Nachkommen von Brin Ohmsford – das war es, das hatte der Grimpond von Anfang an vorgehabt. Wenn Walker dieser Stimme zuhörte, in seiner Entschlossenheit schwankend wurde und sich von dem Zweck seines Kommens abwandte...

Nein! Seine Finger öffneten sich, und der Schwarze Elfenstein entflammte zum Leben.

Das Nichtlicht schoß vorwärts und breitete sich wie Tinte über dem schattigen Schacht aus, um den Nebel zu umarmen. Keine Spiele mehr! Walkers Schrei war ein begeisterter, leiser Ruf in seinem Geist. Der Grimpond – heimtückisch und verschlagen wie er war – hatte ihn fast zerstört. Niemals wieder. Niemals...

Dann geschah alles gleichzeitig.

Nichtlicht und Nebel verknüpften sich und verbanden sich miteinander. Der Nebel flutete zurück durch die Tunnel der Dunkelheit der Magie. Er war wieder eine grünliche, pulsierende Wildheit. Walker hatte nur einen Augenblick Zeit, wieder zu Atem zu kommen und sich zu fragen, was falsch gelaufen war. Er konnte sich nur kurz fragen, ob er vielleicht nach alledem doch darin gefehlt hatte, den Grimpond zu überlisten – und dann griff ihn die Druidenmagie an. Sie explodierte in ihm, und er schrie in hilflosem Erschrecken auf. Der Schmerz war unbeschreiblich. Er war ein feuriges Erglühen und fühlte sich so an, als sei ein anderes Wesen in ihn eingetreten, als sei es von der Magie aus der Verborgenheit des Nebels herausgenommen und in ihn hineingetragen. Es verbarg sich in Knochen und Muskeln und Fleisch und Blut, bis Walker es nicht mehr ertragen konnte. Es weitete sich aus und wütete, bis er glaubte, er werde auseinandergerissen. Dann änderte sich das Gefühl und entzündete eine neue Art von Schmerz. Erinnerungen durchfluteten ihn in breitem Strom und scheinbar endlos. Mit den Erinnerungen kamen auch die Gefühle, die sie begleitet hatten, Empfindungen voller Entsetzen und Angst und Zweifel und Bedauern, und ein Dutzend anderer Gefühle, die wie eine unaufhaltsame Sturzflut durch Walker Boh hindurchstürzten. Er taumelte zurück und versuchte zu widerstehen und sie abzuschütteln. Seine Hand kämpfte darum, den Schwarzen Elfenstein zu umschließen. Er versuchte, diesen Angriff abzuwehren, aber sein Körper wollte ihm nicht mehr gehorchen. Er wurde von den Magien ergriffen – sowohl von jener des Elfensteins, als auch von der des Nebels –, und sie hielten ihn fest.

Wie Allanon und der Geist des Todes in der dritten Vision!

Schatten! Hatte der Grimpond doch noch recht behalten?

Er sah andere Orte und Zeiten, sah die Gesichter von Männern und Frauen und Kindern, die er nicht kannte, wurde Zeuge von Ereignissen, die hervorsickerten und wieder verblaßten, und vor allem spürte er immer wieder beharrlich die Empfindungen jenes Wesens durch sich hindurchströmen. Walkers Gefühl dafür, wo er war, verschwand. Er ging in dem Bewußtsein jenes Eindringlings auf. Ein Mann? Ja, ein Mann, wie er erkannte, ein Mann, der unzählige Leben gelebt hatte, Jahrhunderte, weit länger als jeder normale Sterbliche, jemand, der so anders...

Die Bilder änderten sich abrupt. Er sah dunkle Gestalten in schwarzen Roben, die hinter Schloßmauern verborgen waren, in Räume eingeschlossen, die das Licht kaum erreichte, über uralte Lehrbücher gebeugt, schreibend, lesend, diskutierend...

Druiden!

Und dann erkannte er die Wahrheit. Es war ein unangenehmes, erschreckendes Wiedererkennen, das wie mit einer Klinge durch seinen Wahnsinn schnitt.

Das Wesen, das der Nebel in ihn hineingetragen hatte, war Allanon – seine Erinnerungen, seine Erfahrungen, seine Gefühle und seine Gedanken, alles außer Fleisch und Blut, denn das hatte er bei seinem Tode verloren.

Wie hatte Allanon dies ermöglicht, fragte sich Walker ungläubig und kämpfte gegen den Ansturm der Erinnerungen an und gegen die erstickende Decke der Gedanken des anderen. Aber er kannte die Antwort darauf bereits. Die Samen hierfür waren bereits vor dreihundert Jahren gesät worden. Warum aber? Und auch diese Antwort kam rasch, ein rotes Aufflackern der Gewißheit. Auf diese Weise sollte das Druidenwissen an ihn weitergegeben werden. Alles, was Allanon gewußt und empfunden hatte, war in dem Nebel aufgehoben worden, sein Wissen war dreihundert Jahre lang sicher gelagert worden und hatte auf seinen Nachfolger gewartet.

Aber da war noch mehr. Walker spürte es. Auch auf diese Weise sollte er geprüft werden. Auch auf diese Weise sollte entschieden werden werden, ob er ein Druide wurde.

Seine Grübelei hörte auf, als die Bilder weiterhin durch ihn hindurchrauschten, inzwischen als das erkennbar, was sie waren, die gesamte Druidenerfahrung, alles, was Allanon von seinen Vorgängern zusammengetragen hatte, eine Zusammenfassung all seiner Studien, der Erfahrungen seines gesamten Lebens. Wie Fußabdrücke auf weicher Erde gruben sie sich in Walkers Bewußtsein ein. Ihre Berührung war feurig und rauh, wie ein Stück Kohle, das auf seine Haut gelegt wurde. Die Wörter und Eindrücke und Empfindungen überrollten ihn wie eine Lawine. Es kam zu viel, zu schnell. Ich will das nicht! schrie er entsetzt, aber immer mehr drang auf ihn ein, unaufhörlich, entschlossen – Allanons Selbst wurde auf Walker übertragen. Er kämpfte dagegen an, indem er in dem Gewirr von Bildern nach etwas Festem tastete. Aber das schwarze Licht des Elfensteins war wie ein Trichter, der sich nicht verschließen ließ, den es in jenen grünlichen Nebel zog, um ihn zu verschlingen und in seinen Körper überzuleiten. Stimmen stammelten einzelne Worte, Gesichter wurden sichtbar, Szenen veränderten sich, und die Zeit eilte davon. All das war eine Mischung der Eindrücke aus all den Jahren, in denen Allanon gelebt und dafür gekämpft hatte, die Rassen zu beschützen und sicherzustellen, daß das Druidenwissen, nicht verlorenging, daß die Hoffnungen und Sehnsüchte, denen sich das Erste Konzil vor Jahrhunderten gestellt hatte, weitergetragen und bewahrt wurden. Walker Boh wurde in das alles eingeweiht und erfuhr, was es Allanon und all jenen, deren Leben er berührt hatte, bedeutet hatte, und erlebte die Wucht des Lebens von fast zehn Jahrhunderten selbst.

1 ... 100 101 102 103 104 105 106 107 108 ... 121
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)