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Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)

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Ein Hauch von Schnee und Asche: Roman (German Edition)
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»Pssst!«, sagte er drängend in mein Ohr. Seine Hände tasteten nach meiner Kehle, und ich wand und warf mich unter seinem Gewicht hin und her, um ihn abzuschütteln. Doch seine Hände schlossen sich fest um meinen Hals, und ich hielt inne, weil mein Blickfeld wieder schwarz und blutig wurde.

»Psst jetzt«, sagte er, diesmal ruhiger. »Seid einfach still, Ma’am, ja?« Ich stieß leise Würgegeräusche aus, die er für Zustimmung gehalten haben muss, denn seine Umklammerung lockerte sich.

»Ich werde Euch nicht weh tun, Ma’am, bestimmt nicht«, flüsterte er und versuchte, mich mit einer Hand am Boden festzuhalten, während er mit der anderen zwischen uns herumfingerte. »Könntet Ihr nur einfach ruhig sein, bitte?«

Das hatte ich jedoch nicht vor, und schließlich legte er mir seinen Unterarm quer über die Kehle und stützte sich darauf. Nicht so fest, dass ich wieder das Bewusstsein zu verlieren drohte, aber fest genug, um meine Gegenwehr zu dämpfen. Er war dünn und drahtig, aber ziemlich stark, und es gelang ihm durch schiere Hartnäckigkeit, mein Hemd hochzuschieben und sein Knie zwischen meine Beine zu schieben.

Er atmete fast so schwer wie ich, und ich konnte den Ziegengeruch seiner Erregung riechen. Seine Hand hatte von meinem Hals abgelassen und begrabschte fieberhaft meine Brüste, und an der Art, wie er das machte, war hinreichend zu erkennen, dass die einzige andere Brust, die er je berührt hatte, wahrscheinlich die seiner Mutter gewesen war.

»Psst, so, keine Angst, Ma’am, schon gut, ich werd nicht … oh. Oje. Ich … ah … oh.« Seine andere Hand stocherte zwischen meinen Oberschenkeln herum und ließ dann vorübergehend von mir ab, weil er sich kurz aufstützte, um sich aus seiner Hose zu winden.

Er fiel schwer auf mich, seine Hüften pumpten in heftigen Stößen – doch der einzige Kontakt, zu dem es kam, war Reibung, da er ganz offensichtlich keine Ahnung hatte, wie die weibliche Anatomie konstruiert war. Ich lag still, zu erstaunt, um mich zu bewegen, dann spürte ich, wie sich warme Flüssigkeit über meine Oberschenkel ergoss, als er sich keuchend in Ekstase verlor.

Die drahtige Anspannung fiel schlagartig von ihm ab, und er sackte wie ein schlaffer Ballon auf meine Brust. Ich konnte sein junges Herz wie einen Dampfhammer pochen spüren, und seine Schläfe war schweißnass an meine Wange gedrückt.

Ich fand die Intimität dieser Berührung genauso widerwärtig wie die erschlaffende Präsenz, die zwischen meinen Oberschenkeln klemmte, und rollte mich abrupt zur Seite, so dass ich ihn abwarf. Er erwachte plötzlich zum Leben, erhob sich krabbelnd auf die Knie und zerrte an seiner herunterhängenden Hose.

Er schwankte einen Moment hin und her, dann kroch er auf allen vieren dicht neben mich.

»Tut mir wirklich leid, Ma’am«, flüsterte er.

Ich machte keine Bewegung, und einen Augenblick darauf streckte er zögernd eine Hand aus und klopfte mir sanft auf die Schulter.

»Tut mir wirklich leid«, wiederholte er noch einmal flüsternd, und dann war er fort, und ich blieb auf dem Rücken in einer Pfütze zurück und fragte mich, ob man einen derart unfähig ausgeführten Überfall legitim als Vergewaltigung bezeichnen konnte.

Etwas weiter entferntes Rascheln im Gebüsch, begleitet von ersticktem jugendlichem Freudengeheul, brachte mich zu der festen Überzeugung, dass man es konnte. Himmel, die anderen kleinen Störenfriede würden sich in den nächsten Sekunden über mich hermachen. Ich setzte mich panisch auf, stets auf der Hut vor der Halsschlinge.

Der Schein des Feuers flackerte unregelmäßig, gerade eben hell genug, um die Baumstämme und die bleiche Schicht aus Nadeln und Laub auf dem Boden auszumachen. Genug, um die Granitbrocken aus der Laubschicht hervorbrechen zu sehen und hier und dort einen abgefallenen Zweig. Nicht, dass der Mangel an potenziellen Waffen eine Rolle spielte, da meine Hände nach wie vor gefesselt waren.

Das Gewicht des jungen Angreifers hatte alles verschlimmert; die Knoten hatten sich fester zugezogen, als ich mich wehrte, und meine Hände pulsierten, weil die Blutzufuhr abgeschnitten war. Meine Fingerspitzen wurden taub. Verdammt. Lief ich etwa Gefahr, als Ergebnis dieser Absurdität mehrere Finger durch Wundbrand zu verlieren?

Eine Sekunde lang überlegte ich, ob es vielleicht klug sein würde, dem nächsten gemeinen kleinen Jungen einfach zu Willen zu sein, in der Hoffnung, dass er den Knebel entfernen würde. Wenn er das tat, konnte ich ihn zumindest anflehen, die Fesseln zu lockern – und dann um Hilfe schreien, in der Hoffnung, dass Tebbe herbeieilen und weitere Übergriffe verhindern würde, weil er fürchtete, dass irgendwann meine übernatürliche Rache kommen würde.

Da kam er schon; ein verstohlenes Rascheln im Gebüsch. Ich biss auf dem Knebel die Zähne zusammen und blickte auf, doch die Schattengestalt vor mir war keiner von den Jungen.

Als ich begriff, wer der neue Besucher war, kam mir nur ein Gedanke: »Jamie Fraser, du Schuft, wo bist du?«

Ich erstarrte, als könnte ich durch Reglosigkeit unsichtbar werden. Der Mann trat vor mich hin und ging dann in die Hocke, um mir ins Gesicht zu sehen.

»Jetzt ist Euch nicht mehr so zum Lachen, nicht wahr?«, sagte er gelassen. Es war Boble, der ehemalige Diebesfänger. »Das habt Ihr und Euer Gatte wohl verdammt komisch gefunden, wie, was die deutschen Frauen mit mir gemacht haben? Und wie Mr. Fraser dann zu mir gesagt hat, sie würden Würstchenfleisch aus mir machen, und dabei ein Gesicht aufgesetzt hatte wie ein Christenmensch, der die Bibel liest. Das fandet Ihr doch auch komisch, oder?«

Um ganz ehrlich zu sein, war es komisch gewesen. Allerdings hatte er völlig recht; jetzt lachte ich nicht. Er holte mit dem Arm aus und ohrfeigte mich.

Meine Augen tränten von seinem Schlag, doch das Feuer beleuchtete ihn von der Seite; ich konnte immer noch das Lächeln in seinem Teiggesicht sehen. Übelkeit durchfuhr mich kalt und ließ mich erschauern. Er sah es, und das Lächeln wurde breiter. Seine Eckzähne waren kurz und stumpf, so dass die Schneidezähne im Vergleich dazu vorstanden, lang und gelb wie die eines Nagetiers.

»Das findet Ihr bestimmt noch komischer«, sagte er, stand auf und griff sich an den Hosenlatz. »Hoffentlich bringt Euch Hodge nicht direkt um, so dass Ihr Gelegenheit bekommt, es Eurem Mann zu erzählen. Ich wette, mit seinem Sinn für Humor findet er den Witz gut.«

Der Samen des Jungen klebte immer noch warm an meinen Oberschenkeln. Ich fuhr automatisch zurück und versuchte, mich aufzuraffen, wurde aber von der Schlinge um meinen Hals gebremst. Mir wurde eine Sekunde schwarz vor Augen, als mir das Seil die Halsschlagader zudrückte. Dann konnte ich wieder sehen und fand Bobles Gesicht nur Zentimeter vor dem meinen, spürte seinen Atem heiß auf meiner Haut.

Er nahm mein Kinn in die Hand und rieb sein Gesicht über das meine. Er biss mich in die Lippen und kratzte mit seinen Bartstoppeln über meine Wangen. Dann wich er zurück, hinterließ feuchten Speichel in meinem Gesicht, drückte mich zu Boden und kletterte auf mich.

Ich konnte die Brutalität wie ein bloßgelegtes Herz in ihm pulsieren spüren, dessen dünne Wände nur darauf warteten zu explodieren. Ich wusste, dass ich ihm nicht entkommen oder ihn aufhalten konnte – wusste, dass er mir beim geringsten Anlass Schmerzen zufügen würde. Das Einzige, was ich tun konnte, war, stillzuhalten und ihn zu ertragen.

Ich konnte es nicht. Ich bäumte mich unter ihm auf, rollte mich auf die Seite und holte mit dem Knie aus, als er mein Hemd zur Seite schob. Es traf ihn mit voller Wucht am Oberschenkel, und er holte automatisch mit der Faust aus und schlug mich fest ins Gesicht.

Rotschwarzer Schmerz breitete sich plötzlich in meiner Gesichtsmitte aus, verteilte sich in meinem Kopf, und ich wurde blind, im ersten Moment reglos vor Schrecken. Du Riesendummkopf, dachte ich vollkommen klar. Jetzt bringt er dich um. Der zweite Hieb traf meine Wange und ließ meinen Kopf zur Seite schnappen. Möglich, dass ich mich in blinder Gegenwehr erneut bewegte, vielleicht aber auch nicht.

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