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Im Anfang war der Mord

Электронная книга - «Im Anfang war der Mord». Краткое содержание книги:

Ein exklusiver Cocktail aus dem Besten, was weibliche Kriminalliteratur zu bieten hat!
Erstmals präsentiert sich hier Bestsellerautorin Elizabeth George,»die Meisterin des englischen Kriminalromans «als Herausgeberin: 26 spannende und raffinierte Kriminalgeschichten von den besten Autorinnen der Welt, wie Dorothy L. Sayers, Ruth Rendell, Sara Paretsky, Minette Walters, Marcia Muller, Nadine Gordimer, Joyce Carol Oates und vielen anderen. Mit einer Einführung von Elizabeth George!
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«Der Sheriff!«Mandy war außer sich.»Der schießt auf uns!« Tess packte ihre kleine Schwester am Handgelenk und zog sie vom Haus weg. Weinend stolperten die beiden davon. Sie rannten im Abflussgraben bis nach Hause und stürzten sich in die Scheune.

Mandy lief hinüber zu dem blinden Bullenkälbchen, um sich neben es hinzulegen. Sie legte den Kopf an Plumpsys Seite. Als er nicht reagierte, stand sie ruckartig auf. Sie funkelte ihre Schwester wütend an.

«Er ist tot!« «Halt’s Maul!« Cissy Johnson war ebenfalls aufgewacht, obwohl sie nicht recht wusste, warum. Etwas hatte sie aufgeschreckt, irgendein Geräusch. Und jetzt saß sie schwer atmend aufrecht im Bett und hatte aus irgendeinem ihr unerfindlichen Grund Angst. Wenn Bob zu Hause gewesen wäre, hätte sie ihn in die Scheune hinausgeschickt, um nach den Mädchen zu sehen. Aber warum? Mit den Mädchen war doch alles in Ordnung, bestimmt, das hier war bloß die Nachwirkung eines bösen Traums. Sie konnte sich aber gar nicht erinnern, schlecht geträumt zu haben.

Cissy stand auf und lief ans Fenster.

Nein, es war kein Gewitter, es hatte nicht angefangen zu regnen.

Ein Motorrad!

Das war es, was sie gehört hatte, davon war sie aufgewacht!

Rasch schlüpfte Cissy mit zitternden Fingern in einen Morgenmantel und zog Tennisschuhe an. Verflixt noch mal, Janie Baum, deine Ängste sind doch tatsächlich ansteckend. Da kam ihr plötzlich ein Gedanke: Wenn man keine Ängste hat, können sie auch nicht wahr werden.

Cissy rannte in die Scheune hinaus.

Die Jungen sollen Gesichte sehen und die Alten Träume haben

von KRISTINE KATHRYN RUSCH

Schon seit langem gibt es Autoren, die sowohl Science-Fiction als auch Kriminal- und Spannungsliteratur produzieren, doch handelt es sich bei den meisten frühen Namen, die einem dazu einfallen (Poul Anderson, Anthony Boucher, Fredric Brown, Isaac Asimov) um Männer, aus dem einfachen Grund, dass in den Anfangsjahren wenig Frauen Science-Fiction geschrieben haben. Inzwischen betätigen sich natürlich zahlreiche Frauen auf diesem Gebiet, von denen eine ganze Reihe — Kate Wilhelm zum Beispiel — auch zur Kriminalliteratur beigetragen haben.

Kristine Kathryn Rusch (*1960) wurde in Oneonta, New York, geboren, besuchte die Universität von Wisconsin und den Clarion Writers Workshop, ein Autorenseminar, und lebt heute in Oregon. Zu Anfang ihrer Karriere war sie freie Journalistin, Redakteurin und Rundfunk-Nachrichtenchefin und gab von 1991 bis 1997 die angesehene, von Anthony Boucher gegründete Zeitschrift The Magazine of Fantasy and Science Fiction heraus.

Zusammen mit ihrem Ehemann Dean Wesley Smith gründete sie den Verlag Pulphouse Publishing (1987-92).

Rusch ist als Science-Fiction-Autorin bekannter denn als Autorin von Kriminalromanen — 1991 gewann sie den renommierten John W. Campbell Award für neue Autoren —, doch hat sie in beiden Genres beachtliche Erfolge erzielt. Zu ihren Science-Fiction-Werken zählen Romane für die Star-Trek- und Star-Wars-Reihen, erstere in Zusammenarbeit mit ihrem Ehemann. Afterimage (1992), ein genreübergreifender Titel, den sie gemeinsam mit Kevin J. Anderson verfasste, ist ein Fantasykrimi um einen Serienmörder. Ihr Kriminalroman Hitler’s Angel (1998) wurde von der Kritik hoch gelobt, und 1999 landete sie gar einen Hattrick, indem sie von drei verschiedenen Journalen die Reader’s Choice Awards (Publikumspreise) gewann: von Science Fiction Age, Isaac Asimov’s Science Fiction Magazine und (für die im Zweiten Weltkrieg angesiedelte Kriminalgeschichte» Details«) von Ellery Queen’s Mystery Magazine.

«Die Jungen sollen Gesichte sehen und die Alten Träume haben «erschien erstmals im Pendant zu EQMM, Alfred Hitchcocks Mystery Magazine.

Nell reibt eine Hand an ihren Knickers und nimmt den Schläger fest in den Griff. Ihr Haarknoten löst sich auf. Sie kann Haarsträhnen vor dem Drahtgestell ihrer Brille herunterhängen sehen.

«Was ist los, Brillenschlange? Bist wohl nervös?« Sie konzentriert sich auf den Ball in Petes rechter Hand statt auf die Jungs, die über den staubigen Hinterhof verteilt stehen. Er wird jeden Augenblick werfen, und wenn sie an den Ball denkt statt an die Namen, wird sie ihn auch treffen.

«Du hältst den Schläger wie ein Mädchen«, sagt T.J. vom ersten Base herüber.

Nell starrt unbeirrt auf den Ball, auf dessen Oberfläche sie die Nähte erkennen kann, auf der schmutzigen Oberfläche, die jetzt in Petes Faust verschwindet.»Das liegt daran, dass ich ein Mädchen bin«, sagt sie. Es ist ihr egal, ob T.J. es hört. Es kommt bloß drauf an, dass sie was gesagt hat.

«Na, wirf schon!«, schreit Chucky von der grasbewachsenen Seitenlinie her.

Pete spuckt aus, und Nell zieht eine Grimasse. Sie hasst es, wenn er spuckt. Mit einem ruckartigen Schnippen des Handgelenks lässt er den Ball los. Der fliegt im Bogen auf sie zu. Sie weicht ihm mit einem Sprung aus und schwingt gleichzeitig den Schläger. Der Ball kommt auf dem dünnen Teil des Schlägers ganz dicht bei ihren Fingern auf und hüpft vorwärts.

«Looos!«, brüllt Chucky.

Sie lässt den Schläger fallen und rennt los, die Luft bleibt ihr im Hals stecken. Im Laufen ist sie nicht so gut; irgendjemand schafft es immer, sie mit dem Ball in der Hand zu berühren, bevor sie das Base erreicht. Doch das erste Base, ein mit einem Pullover umwickelter Stein, kommt immer näher, und sie hört immer noch keinen hinter sich rennen. Das letzte kurze Stück springt sie in einem Satz und landet mitten auf dem Stein, wobei sie einen großen Fußabdruck in der Wolle hinterlässt. Ein paar Sekunden später knallt der Ball in T.J.s Handfläche.

«Du hättest nicht weg müssen«, sagt T.J.»Der Ball hätte dich sowieso getroffen.« «Das macht Pete immer, damit ich nicht schwingen kann. «Nell zupft an ihrer zerrissenen, hochgeschlossenen Bluse.»Der weiß, dass ich besser schlage als ihr alle miteinander, drum schummelt er. Und überhaupt, letztes Mal, wo er das gemacht hat, hatte ich eine Woche lang Prellungen. Papa wollte mich gar nicht mehr spielen lassen.« T.J. zuckt die Achseln; seine Aufmerksamkeit gilt schon dem nächsten Schlagmann.

«Nell?« Sie sieht hoch. Hinter dem dritten Base steht Edmund.

Sein Dreiteiler ist staubig, und er sieht müde aus.

«Auweia«, sagt sie tonlos.

«Was?«, erkundigt sich T.J.

«Nichts«, sagt sie.»Ich muss gehen.« «Wieso? Das Spiel ist noch nicht vorbei.« «Ich weiß. «Sie schiebt sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht.

«Ich muss aber trotzdem gehen.« Sie geht quer über das Spielfeld, am Wurfmal vorbei, wo der Pitcher steht. Pete spuckt aus und verfehlt ihren Schuh nur knapp. Sie bleibt stehen und hebt langsam den Blick, ahmt bewusst den Furcht erregendsten Ausdruck ihres Vaters nach.

«Was soll das denn jetzt?«, fragt er.

«Ich geh. «Obwohl ihr die Brille auf die Nasenspitze gerutscht ist, schiebt sie sie nicht hinauf. Sie anzufassen würde ihn wieder dran erinnern, dass sie nicht besonders gut sieht.

«Das geht nicht. Du bist auf dem ersten Base.« «Chucky kann ja auf meinen Platz.« «Kann er nicht, der muss gleich schlagen.« Sie schaut zu Chucky hinüber. Der ist so weit weg, dass er nichts hört.»Kann ich auch nichts machen, Pete. Ich muss gehen.« Pete zieht seine Kappe über die Augen herunter und blinzelt sie an.»Dann kannst du nicht mehr mit uns spielen. War sowieso Quatsch, ein Mädchen mitspielen zu lassen.« «Das ist kein Quatsch! Du bist auch schon mal mitten im Spiel heimgegangen. «Sie kann Pete nicht leiden. Eines Tages wird sie ihm schon zeigen, dass ein Mädchen genauso gut sein kann wie ein Junge, sogar beim Baseball.

«Nell. «Edmund klingt genervt.»Gehen wir.« «Der ist doch nicht dein Pa«, sagt Pete.»Wieso musst du mit dem mit?« «Er ist der Freund meiner Schwester. «Sie schiebt die Brille mit dem Fingerknöchel hoch und trottet auf die andere Seite des Hofes. Als sie zu Edmund kommt, nimmt er ihren Arm, und sie gehen los.

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