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Die Meisterin

Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:

Wer über magische Fähigkeiten verfügt, hat in Imardin die Macht. Rücksichtslos setzen sich die Mitglieder der Gilde der schwarzen Magier über die Armen und Gewöhnlichen hinweg. Keiner wagt es, sich zu wehren. Nur Sonea, das Bettlermädchen, begehrt auf...
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»Administrator«, sagte Dannyl.

»Seid Ihr zufrieden mit dem Ergebnis?«, erkundigte sich Kito.

Dannyl zuckte die Achseln. »Im Großen und Ganzen schon. Ich muss zugeben, ich glaube nicht, dass der Dem diese Strafe verdient. Er ist ein ehrgeiziger Mann, aber ich bezweifle, dass es ihm im Gefängnis jemals gelungen wäre, Magie zu erlernen.«

»Nein«, erwiderte Kito, »aber ich denke, dass die Gilde ihm seinen Angriff auf Eure Ehre verübelt hat.«

Dannyl starrte den Magier an. Das konnte doch gewiss nicht der alleinige Grund dafür sein, dass die Gilde sich für die Hinrichtung des Dem entschieden hatte?

»Wäre das eine Belastung für Euch?«, fragte Kito.

»Natürlich.«

Kito zuckte nicht mit der Wimper. »Es wäre besonders belastend, wenn seine Behauptungen der Wahrheit entsprächen.«

»Ja, das wäre es«, erwiderte Dannyl. Dann sah er den Mann mit schmalen Augen an. Versuchte Kito, ihn in eine Falle zu locken?

Kito verzog entschuldigend das Gesicht. »Es tut mir leid. Ich wollte damit nicht andeuten, dass die Behauptungen der Wahrheit entsprechen. Werdet Ihr schon bald nach Elyne zurückkehren?«

»Sofern Lorlen nicht anders entscheidet, werde ich hier bleiben, bis wir uns sicher sind, dass uns von Sachaka keine Gefahr droht.«

Kito nickte, dann wandte er den Blick ab, da jemand seinen Namen rief. »Ich werde schon bald noch einmal mit Euch sprechen, Botschafter.«

»Administrator.«

Dannyl sah dem Mann nach. Entsprach das, was Kito angedeutet hatte, der Wahrheit? Hatte die Gilde aus Ärger über Dem Maranes Bezichtigungen für seine Hinrichtung gestimmt?

Nein, dachte er. Die verstockte Haltung des Dem hat den Ausschlag gegeben. Er hatte es gewagt, nach etwas zu streben, das die Gilde als ihr alleiniges Recht ansah, und er brachte offensichtlich weder Gesetz noch Autorität Respekt entgegen.

Dennoch konnte Dannyl es nicht über sich bringen, dem Urteil der Gilde zuzustimmen. Der Dem hatte den Tod nicht verdient. Aber jetzt gab es nichts mehr, was Dannyl daran hätte ändern können.

Während Cery durch die unterirdischen Tunnel der Diebesstraße lief, ließ er sich sein letztes Gespräch mit Takan noch einmal durch den Kopf gehen. Akkarins ehemaliger Diener war schwer zu durchschauen, aber sein Verhalten hatte sowohl Langeweile als auch Furcht verraten. Unglücklicherweise konnte Cery nur wenig gegen Ersteres ausrichten und rein gar nichts gegen Letzteres.

Cery wusste, was es bedeutete, in einem versteckten, unterirdischen Haus eingepfercht zu sein, ganz gleich, wie luxuriös es sein mochte. Nach einer Weile wurde das Leben an einem solchen Ort mühsam und frustrierend. Sonea hatte unter ähnlichen Umständen gelebt, als Faren sich seinerzeit bereit erklärt hatte, sie vor der Gilde zu verstecken. Nach einer Woche war sie rastlos geworden. Für Takan war es noch frustrierender, denn er wusste, dass seinem Meister andernorts Gefahren drohten, und es gab nichts, was er dagegen tun konnte.

Cery hatte auch nicht vergessen, wie es ihm selbst in einer ähnlichen Situation ergangen war. Einsamkeit und die Tatsache, einem Menschen, der ihm viel bedeutete, nicht helfen zu können, hatten jede einzelne Sekunde zu einer Qual gemacht. Auch wenn es jetzt nur noch gelegentlich passierte, so träumte er doch noch immer von den Wochen, in denen Fergun ihn unter der Universität eingekerkert hatte. Wenn er daran dachte, dass Akkarin ihn damals gefunden und befreit hatte, war er umso entschlossener, Takan in jeder erdenklichen Weise zu helfen.

Er hatte sich erboten, Takan jedwede Art von Unterhaltung zu ermöglichen, nach der es den Sachakaner verlangen mochte – von Huren bis hin zu Büchern -, aber der Mann hatte jedes Mal höflich abgelehnt. Cery bat die Wachen, gelegentlich mit seinem Gast zu plaudern, und er selbst versuchte, ihn jeden Tag zu besuchen, wie Faren es seinerzeit bei Sonea gemacht hatte. Takan war jedoch kein redseliger Mensch. Er vermied Gespräche über sein Leben, bevor er Akkarins Diener geworden war, und sprach nur wenig über die Jahre danach. Zu guter Letzt entlockte Cery dem Mann einige witzige Geschichten, wie Diener sie gern über die Magier erzählten. Anscheinend war selbst Takan durchaus geneigt, sich hier und da ein wenig Klatsch zu gönnen.

Akkarin hatte während der letzten acht Tage nur wenige Male Verbindung zu Takan aufgenommen. Wenn er sich meldete, versicherte Takan Cery jedes Mal, dass Sonea lebte und unversehrt sei. Diese Nachrichten über Soneas Wohlergehen erheiterten Cery, und gleichzeitig war er dankbar dafür. Offenkundig hatte Akkarin dem Diener von Cerys größerem Interesse an Sonea erzählt.

Das gehört der Vergangenheit an, dachte Cery. Jetzt habe ich Savara, um mich zu grämen. Hatte Savara, um mich zu grämen, korrigierte er sich. Er war jedoch fest entschlossen, dass er diesmal nicht Trübsal blasen würde. Wir sind beide vernünftige Erwachsene, sagte er sich, mit Verpflichtungen, die wir nicht vernachlässigen dürfen.

Sie erreichten den Eingang zu dem Labyrinth von Tunneln, die um seine eigenen Räume herum verliefen. Stein kratzte auf Stein, als Gol die erste verborgene Tür öffnete. Cery nickte den Wachen zu, dann schlenderte er hindurch.

Sie hat gesagt, dass sie vielleicht zurückkommen wird, rief Cery sich ins Gedächtnis. Zu »Besuch«. Er lächelte. Diese Art von Beziehung hat ihre Vorzüge. Keine Erwartungen. Keine Kompromisse…

Außerdem hatte er größere Sorgen. Imardin stand wahrscheinlich eine Invasion ausländischer Magier bevor. Cery musste darüber nachdenken, was er wegen dieser Eindringlinge tun würde – falls er überhaupt etwas tun konnte. Wenn die Gilde zu schwach war, um gegen diese Ichani zu kämpfen, welche Chancen hatte da ein Nichtmagier?

Keine besonders großen, dachte er. Aber das ist besser als nichts. Es muss Möglichkeiten geben, wie gewöhnliche Menschen einen Magier töten können.

Er dachte an ein Gespräch zurück, das er vor mehr als anderthalb Jahren mit Sonea geführt hatte. Sie hatten im Scherz diskutiert, wie sie einen Novizen loswerden konnten, der Sonea quälte. Cery dachte noch immer über diese Frage nach, als einer seiner Botenjungen ihm mitteilte, dass ein Besucher auf ihn warte.

Cery ging in sein Büro, setzte sich hin, versicherte sich, dass sein Yerim noch in seiner Schublade lag, und schickte dann Gol zu dem Besucher hinaus. Als sich die Tür abermals öffnete, blickte Cery auf – und sein Herz setzte einen Schlag aus. Er erhob sich von seinem Stuhl.

»Savara!«

Sie lächelte und kam auf seinen Schreibtisch zugeschlendert. »Diesmal habe ich dich überrascht, Ceryni.«

Er ließ sich wieder auf seinen Platz fallen. »Ich dachte, du wärst abgereist.«

Sie zuckte die Achseln. »Bin ich auch. Aber auf halbem Weg zur Grenze haben meine Leute sich mit mir in Verbindung gesetzt. Auf mein Drängen hin sind sie zu dem Schluss gekommen, dass jemand in Imardin bleiben und die Invasion beobachten sollte.«

»Dafür wirst du meine Hilfe nicht brauchen.«

»Nein.« Sie setzte sich auf die Tischkante und neigte den Kopf zur Seite. »Aber ich habe schließlich gesagt, dass ich dich besuchen werde, wenn ich zurückkäme. Es könnte einige Zeit dauern, bis die Ichani auftauchen, und während ich warte, langweile ich mich vielleicht.«

Er lächelte. »Das dürfen wir nicht zulassen.«

»Ich hatte gehofft, dass du so denken würdest.«

»Was bietest du mir denn als Gegenleistung an?«

Sie zog die Augenbrauen in die Höhe. »Es hat jetzt einen Preis, wenn man dich besuchen will?«

»Möglicherweise. Ich möchte nur einen kleinen Rat.«

»Tatsächlich? Welchen Rat?«

»Wie können gewöhnliche Menschen Magier töten?«

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