Die Meisterin
- Автор: Канаван Труди
- Серия: Die Gilde der Schwarzen Magier #3
- Год: 2006
- Язык: немецкий
- Переводчик: Michaela Link
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die Meisterin». Краткое содержание книги:
Sie lachte kurz auf. »Überhaupt nicht. Zumindest nicht, wenn ein Magier wachsam ist und etwas taugt.«
»Wie erkennt man es, wenn er nicht wachsam ist?«
Sie spitzte die Lippen. »Du machst keinen Witz – nun, natürlich tust du das nicht.«
Er schüttelte den Kopf.
Sie runzelte nachdenklich die Stirn. »Solange ich dabei nicht preisgebe, welche Rolle meine Leute bei alledem spielen, sehe ich keinen Grund, warum ich dir nicht helfen sollte.« Sie lächelt schief. »Und ich bin davon überzeugt, dass du eine Möglichkeit finden würdest, selbst wenn ich dir keinen Rat gäbe. Obwohl du bei dem Versuch leicht getötet werden könntest.«
»Das würde ich lieber vermeiden«, entgegnete Cery.
Sie grinste. »Mir wäre es auch lieber, du würdest es vermeiden. Also schön, wenn du mich darüber auf dem Laufenden hältst, was in der Stadt vorgeht, werde ich dir Tipps für die Ermordung von Magiern geben. Klingt das vernünftig?«
»Und ob.«
Sie verschränkte die Arme vor der Brust und blickte nachdenklich drein. »Ich kann dir jedoch keine sichere Methode nennen, um einen Ichani zu töten. Sie unterscheiden sich nur in einem Punkt nicht von gewöhnlichen Menschen. Auch sie machen Fehler. Du kannst sie überlisten, wenn du weißt, wie. Dazu braucht es lediglich Mut, Täuschungsmanöver und die Bereitschaft, beträchtliche Risiken einzugehen.«
Cery lächelte. »Klingt genau wie die Art von Arbeit, an die ich gewöhnt bin.«
»Ich höre Wasser.«
Akkarin drehte sich zu Sonea um, aber sein Gesicht lag im Schatten, und sie konnte seinen Ausdruck nicht erkennen.
»Dann geh«, erwiderte er.
Sie lauschte aufmerksam, dann bewegte sie sich auf das Geräusch zu. Nach so vielen Tagen in den Bergen erkannte sie jetzt das leiseste Plätschern von Wasser, das über Stein sickerte. Eine Nische in der Felswand, der sie gefolgt waren, lockte Sonea an, und sie blickte forschend in die Dunkelheit und tastete sich vorwärts.
Schließlich entdeckte sie gleichzeitig ein winziges Rinnsal und einen Spalt in der Felswand. Der schmale Durchgang führte zu einer freien Fläche. Sie zwängte sich hindurch. Als sie auf der anderen Seite herauskam, stieß sie einen leisen Laut der Überraschung aus.
»Akkarin«, rief sie.
Sie stand am Rand eines winzigen Tals. Die Seiten stiegen sachte zu steileren Felswänden auf. Verkümmerte Bäume, Büsche und Gräser wuchsen entlang eines schmalen Bachs, der fröhlich gurgelnd in einer entfernten Kluft verschwand.
Als sie ein Ächzen hörte, drehte sie sich um. Akkarin hatte einige Mühe, sich durch die Öffnung in der Felswand zu zwängen. Schließlich befreite er sich, richtete sich auf und betrachtete anerkennend das Tal.
»Sieht so aus, als wäre das ein guter Platz, um hier die Nacht zu verbringen – oder den Tag«, sagte sie.
Akkarin runzelte die Stirn. Während der letzten drei Tage waren sie bis weit in den Morgen hinein auf den Südpass zugewandert, wohlwissend, dass der Ichani hinter ihnen war. Sonea machte sich ständig Sorgen, dass Parika sie einholen würde, aber sie bezweifelte, dass er in einem so mörderischen Tempo reisen würde, wenn er keinen guten Grund dazu hatte.
»Es könnte eine Sackgasse sein«, bemerkte Akkarin. Er kehrte jedoch nicht zu der Öffnung zurück. Stattdessen machte er sich auf den Weg zu den Bäumen hinüber.
Ein lautes Schreien erklang und hallte im Tal wider. Sonea zuckte zusammen. Ein großer, weißer Vogel stieg aus einem nahen Baum auf. Plötzlich drehte sich der Vogel in der Luft. Sonea hörte ein leises Knacken, dann beobachtete sie, wie das Tier zu Boden fiel.
Akkarin kicherte. »Ich schätze, wir werden bleiben.«
Er hob das Tier auf. Als Sonea die großen Augen des Vogels sah, keuchte sie überrascht.
»Ein Mullook!«
»Ja.« Akkarin lächelte schief. »Was für eine Ironie. Was würde der König sagen, wenn er wüsste, dass wir sein Haus-Incal verspeisen?«
Er folgte dem Lauf des Bächleins stromaufwärts. Nach mehreren hundert Schritten erreichten sie das Ende des Tals. Wasser sickerte über einen hoch aufragenden Felsüberhang: die Quelle des Baches.
»Hier werden wir schlafen«, sagte Akkarin und zeigte auf den Felsüberhang. Er setzte sich ans Wasser und machte sich daran, den Vogel zu rupfen.
Sonea betrachtete das federnde Gras unter ihren Füßen, dann blickte sie zu dem harten Stein unter dem Felsüberhang. Schließlich ging sie in die Hocke und riss händeweise Gras aus. Als sie ihre Beute zu ihrem Schlafplatz trug, stieg ihr der Geruch von geröstetem Fleisch in die Nase, und sofort begann ihr Magen zu knurren.
Akkarin ließ den Mullook in einer schwebenden Hitzekugel garen und ging zu einem der Bäume hinüber. Er schaute zu den Zweigen hinauf, und im nächsten Moment begannen sie zu zittern. Sonea hörte ein dumpfes Klatschen, dann sah sie, dass Akkarin in die Hocke ging und den Boden untersuchte. Sie trat neben ihn.
»Diese Nüsse sind schwer zu öffnen, aber recht wohlschmeckend«, erklärte er und reichte ihr eine der Nüsse. »Sammle sie alle ein. Ich denke, ich habe weiter unten auch einige Dornbeeren gesehen.«
Der Mond hing tief am Himmel. In der zunehmenden Dunkelheit war es schwer, die Nüsse zu finden. Sonea ging dazu über, den Boden abzutasten, bis sie die glatte, runde Schale unter den Fingern spürte. Sie sammelte sie in dem vorderen Zipfel ihres Hemds, trug sie zu dem langsam garenden Mullook hinüber und hatte schnell eine Lösung gefunden, wie sie die Schalen aufbrechen konnte, ohne die weichen Nüsse darin zu zerquetschen.
Kurze Zeit später kehrte Akkarin mit einer runden Steinschale voller Beeren und einiger Pflanzenstängel zurück. Die Beeren waren mit scharfen, harten Stacheln bedeckt.
Während Sonea die Nüsse knackte, beobachtete sie, wie Akkarin die Beeren mit Magie anhob und sorgfältig die Haut mitsamt den Stacheln abschälte. Schon bald war die Schale zur Hälfte gefüllt mit dem dunklen Fleisch der Früchte. Als Nächstes nahm er sich die Stängel vor, deren fasrige äußere Schicht er abzog.
»Ich glaube, wir sind jetzt bereit für unser Festmahl«, sagte er. Er reichte Sonea zwei der Stängel. »Das sind Shem – nicht besonders wohlschmeckend, aber essbar. Es ist nicht gut, nur von Fleisch zu leben.«
Sonea stellte fest, dass das Innere der Stängel angenehm saftig war, auch wenn es nicht nach viel schmeckte. Akkarin teilte den Mullook, der mehr Fleisch hergab als jeder der anderen Vögel, die sie bisher gegessen hatten. Die Nüsse erwiesen sich als ebenso köstlich, wie er es versprochen hatte. Akkarin zerdrückte die Beeren und gab dann Wasser in den Brei, um ein fruchtiges Getränk herzustellen. Als sie fertig waren, fühlte sich Sonea zum ersten Mal, seit sie nach Sachaka gekommen waren, wirklich gesättigt.
»Es ist erstaunlich, dass etwas so Einfaches wie eine Mahlzeit so gut sein kann.« Sie seufzte zufrieden. Das Tal lag jetzt in fast absolutem Dunkel. »Ich bin gespannt, wie es hier bei Tageslicht aussieht.«
»Das wirst du in ein oder zwei Stunden herausfinden«, erwiderte Akkarin.
Er klang müde. Sie schaute zu ihm hinüber, aber es war zu dunkel, um sein Gesicht zu sehen.
»Dann wird es jetzt Zeit zu schlafen«, sagte sie. Sie beschwor gerade genug heilende Magie herauf, um ihre eigene Erschöpfung zu vertreiben, dann streckte sie die Hände aus. Zuerst griff er nicht danach, und sie fragte sich, ob er sie in der Dunkelheit überhaupt sehen konnte. Dann spürte sie, wie seine warmen Finger sich um ihre schlangen.
Sie holte tief Atem, dann sandte sie ihm etwas von ihrer Energie, wobei sie Acht gab, sich nicht zu erschöpfen. Nicht zum ersten Mal ging ihr die Frage durch den Kopf, ob er ihre Entscheidung, die erste Wache zu übernehmen, nur deshalb akzeptiert hatte, um sicherzustellen, dass sie ihm nicht zu viel von ihrer Energie gab. Wenn sie sich erschöpfte, würde sie nicht wach bleiben können.
Als ihre Energie langsam verebbte, hielt sie inne und zog ihre Hände weg. Akkarin blieb reglos und schweigend sitzen und machte keine Anstalten, zu dem Bett aus Gras zu gehen, das sie vorbereitet hatte.
»Sonea«, sagte er plötzlich.